Samstag, 8. September 2018

Hollywood ist doof

Wegen dieses blöden dritten Teils von Drachenzähmen leicht gemacht bin ich jetzt nur noch auf dem vierten Platz, wenn man bei Google "Tagschatten" eingibt. Och menno.

Donnerstag, 6. September 2018

RSP-Karneval: Vorschau auf Blutgold der Sieben Winde

Der diesmonatige Karneval dreht sich also um Piraten mit allem, was dazu gehört. Als Kind liebte ich Piratenfilme. Der Rote Korsar, einmal jährlich im deutschen Fernsehen gezeigt, begeisterte mich immer wieder. Ich seh ihn auch heut noch gern. Die Schatzinsel ist einer der spannendsten Abenteuerschmöker aller Zeiten und immer noch besser geschrieben als er jemals verfilmt wurde (mit Ausnahme vielleicht der Disney-Weltraum-Fassung).

Nur rollenspielerisch, rollenspielerisch hat mich das Genre nur selten überzeugen können. Liegt vielleicht an den angebotenen Materialien, aber nur wenig schmeckt da wirklich nach Seetang, Blut und Pulverrauch.

Vor einem Jahr plante ich die Übernahme des APs Unter Piraten für Pathfinder. War wie immer, wenn ich fertiges Material übernehme, als Steinbruch für einen allgemeinen Rahmen gedacht, bei dem ich nur die Settinginfos übernehme, den Charakteren den ersten Band präsentiere und sie danach laufen lasse, wo immer Wind und Wellen sie tragen würden. Aber bereits Band I war so uninspiriert, daß die Idee eine Totgeburt blieb.

Aber ein gutes Piratenabenteuer habe ich dann doch geleitet. Das Blutgold der Sieben Winde. Es basiert auf dem Gold des Papageien von Steffen Schütte (ZauberZeit 25). Wie üblich habe ich es mir durchgelesen, auf einem Zettel Notizen, auf einem zweiten eigene Ideen vermerkt und dann (bis heute) nicht mehr angefaßt.

Was meine Spieler dann draus machten, war alles andere als das, was Schütte sich da ausgedacht hatte. Und besser. Stürmische, dunkle Nächte, blitzende Klingen in engen Gassen, Meutereien, Schwarze Schiffe die durch die tosende See brechen, eine TPK-Falle, dampfende Inseln voller Monster und Menschenfresser, deren Geheul mit den lodernden Zungen ihrer Feuer in die Nacht aufsteigt und ein hundsgemeiner Trick am Schluß. Von Schüttes Abenteuer blieb eigentlich nur der Papagei übrig, hier aber als Rabe.

Die ganzen Schmierzettel und Handouts sind noch da. Es lebe die Erfindung der Festplatte! Jetzt gilt es also, daraus einen raunenden, DSA-würdigen Text für diesen Karneval zu erstellen. Das Abenteuer werde ich hier im Blog in drei Teilen (Das Fell des Piraten - Zu fremden Gestaden - Das Blutgold) veröffentlichen, den ersten auf alle Fälle noch diesen Monat (es ist wirklich viel Arbeit). Entwickelt wurde es für meinen DSA-Retroklon Das Deutsche Rollenspiel (DDR), den es hier gibt.

Mein Aventurien ist, da sei der Purist vorgewarnt, deutlich düsterer als die derzeitige offizielle Fassung. Und der Purist sei auch gewarnt (Riechsalz bereithalten), daß es in meinem Aventurien Schwarzpulver gibt. Mich dafür anmeckern darf aber nur jemand, der mir sagen kann, wie die Havener Zoll-Zieh-Brücke aussieht. Mit Quellenangabe. (Nein, nicht die Prinzessin Emer-Brücke, vielen Dank).

Zurück an die Arbeit. Und vielleicht gibt es ja noch stilechtes Piratenessen heute abend.

Samstag, 1. September 2018

Menetekel

"Deutschland ist eine anatomische Merkwürdigkeit: Es schreibt mit der Linken und tut mit der Rechten." (Kurt Tucholsky)

Die SPD. Ach ja die SPD. Nun also hat die AfD de facto in den meisten Umfragen gleichgezogen. Ich beglückwünsche die SPD, daß sie ihr Projekt 18 - das ich bereits im Dezember 2013 ausgerufen hatte - erfolgreich überzuerfüllen scheint. Die haben sich so gründlich selbst zerlegt, daß nur eine Ansammlung schlechter Witze übriggeblieben ist.

Der schlechteste ist dabei nicht mal, daß A. Nahles Parteichefin ist. Wir hatten Schulz und Steinbrück als Kanzlerkandidaten, ein Kevin, ja ein Kevin hat die halbe Republik auf die Schippe genommen und jemand wie R. Stegner kann als "Parteilinker" bezeichnet werden ohne, daß jemand dafür rot vor Scham wird. Man weiß nicht wie man da emotional korrekt reagieren soll, du. Heute hat dann H. Heil unter Beweis gestellt, daß das soziale Bewußtsein der SPD schwächer ausgeprägt ist als das der CSU. Muß man auch erst mal so hinkriegen.

Und jetzt also hat die AfD mit der "großen deutschen Traditionspartei" gleichgezogen, ist also auf dem Sprung zur zweitgrößten Partei des Landes (für die, die das Desaster noch nicht ganz erfassen können). Medial und in den entsprechenden gut eingerichteten Wohnzimmern bricht da langsam Panik aus. Zu früh, sag ich da, zu früh. Wartet mal bis nach den Bayernwahlen, dann pirscht sich das Moralprekariat auch an die CDU/CSU heran.

Dann wirds bitter. Die Vertreter etablierter Medien trösten sich damit, daß mehr als 75% der Bundesbürger "Rechtsradikale als Gefahr für die Demokratie sehen". 75%. Du, das ist doch 'ne Zahl. Das ist 'ne satte Mehrheit.

Ja.

Ich sitz dann hier und denk mir: Seid ihr blöd?! Diese 75% müssen das ja nicht schlecht finden. Die können das leider auch gut finden. Meine Vermutung ist ja, daß das nicht eben wenige tun*.

Gute Nacht, John-Boy.
Gute Nacht, Kassandra.

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*Und die Zeit bestätigt mich gerade darin.
Eine Mehrheit der Deutschen ist dafür, die AfD vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. In einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Funke-Mediengruppe sprachen sich mehr als 57 Prozent der Befragten dafür aus. 
74% halten die für eine Gefahr, aber 57% wollen eine Überwachung. Nehmen wir mal die raus, die (wie ich) eine Überwachung durch den VS immer und gegen jeden ablehnen, also nicht viele, bleibt da eine beunruhigende Diskrepanz.

Freitag, 29. Juni 2018

R.I.P. Harlan Ellison


“If you make people think they're thinking, they'll love you; but if you really make them think, they'll hate you.” (Harlan Ellison)

Harlan Ellison ist am Donnerstag im Alter von 84 Jahren verstorben. Ellison war im deutschsprachigen Raum eher nicht bekannt, zählte aber zu den sehr einflußreichen Autoren (nicht nur) der Phantastik im englischen Sprachraum. Nicht zuletzt Stephen King bezeichnete ihn als großen Einfluß, was sich auch in der Struktur von The Dark Tower und in vielen seiner Kurzgeschichten zeigt.

Ellison schrieb vorzugsweise kürzere Prosa aber auch für Fernsehserien wie Star Trek und Outer Limits und für den Reboot von Twilight Zone. Eine seiner Folgen für Outer Limits ("The Soldier") war eine der Vorlagen für Camerons bahnbrechenden Film Terminator (auch wenn das erst gerichtlich geklärt werden mußte).
From the darkest of all pits, the soul of Man, come the darkest questions: Did the soldier finally come to care for those he protected? Or was it just his instinct to kill? Questions from the dark pit. But no answers. For answers lie in the future. Is it a future in which men are machines, born to kill, or is there time for us? Time. All the time in the world… but is that enough?

Und jetzt ist er abgetreten. Ein Bier auf ihn, und wer noch nichts von Ellison gelesen hat: A Boy and his Dog ist ein guter Einstieg. (Für Lesefaule: Es gibt auch eine brauchbare Verfilmung mit einem sehr jungen Don Johnson.)
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Photo: Harlan Ellison at the Harlan Ellison Roast. L.A. Press Club July 12, 1986. Los Angeles, California. Urheber Pip R. Lagenta, San Mateo, licensed under CC BY 2.0

Donnerstag, 28. Juni 2018

Alkohol. Alkohol hilft.

"Die Torte im menschlichen Antlitz ist einer der bedeutendsten Einfälle des internationalen Humors."  (Loriot)

Ich war nicht mal frustriert nach dem Ausscheiden. Irgendwie bin ich sogar erleichtert. Das war grauslich anzusehen. Gebrüllt habe ich eigentlich nur einmal voll Zorn, nämlich vor dem Spiel, als ich die Aufstellung las, und dann, dann nahm die Tragödie ihren sehr erwartbaren Verlauf. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Löw "sediert" meint, wenn er "souverän" sagt.

Dieses Mal hat er sich nicht nur einem Spiel vercoacht, sondern im ganzen Turnier. Natürlich hat er nach der minimalen Verbesserung gegen Schweden wieder die "bewährten" Luftwegatmer auf dem Platz rumschwanken lassen. Wobei Özil heute sogar leicht verbessert spielte, während Khedira, naja, ein schwarzes Loch in unserem Zentrum. Wir hatten im Kader eigentlich eine fähige Mannschaft, die stand nur nie auf dem Platz. Und heute war das ein Grottenkick, wie es ihn seit 1938 nicht gegeben hat. Und damals hatten die Deutschen wenigstens die Ausrede, daß sie um des lieben Friedens Willen ein paar frisch eingemeindete Ösis in die Mannschaft bauen mußten.

Naja. Glückwunsch Schweden und Mexiko, unser Weiterkommen wäre peinlich gewesen und wahrscheinlich noch peinlicher geworden. Und große Gratulation an Südkorea, die haben 125% aus sich herausgeholt und verdient gewonnen.

Mal sehen was die Russen, Engländer und Schweizer noch so treiben werden. Spannend ist die WM ja.

Sonntag, 24. Juni 2018

Dinge, die ich nicht wissen wollte, jetzt aber doch weiß.

Seit heute morgen 7.12. weiß ich aus meinen Blog-Statistiken, daß es Menschen gibt, die nach "Bibi Blocksberg Slash-Fic" googlen. Vielen, herzlichen Dank, mein Leben ist gerade eine Spur dunkler geworden.

Samstag, 23. Juni 2018

Splitter des Mondkalbs

Splittermond B/X wird mir immer sympathischer. Nicht nur, daß nach der wirklich tollen blauen Einsteigerbox auch noch eine Expertenbox erscheint, die auch bei mir wohl keine Wünsche offen lassen wird (außer, daß sie nicht rot ist), nein sie unterstützen ihr B/X auch mit Modulen, soll ich ja nicht sagen, mit Abenteuern. Habe ich heute von Nerds-gegen-Stephan erfahren (Meine sollten das Link nicht anklicken, ich will das verwenden. Hört am besten auf zu lesen an dieser Stelle).

In der Reihe Mondsplitter, die für die Box gedacht ist, sind bisher fünf Abenteuer erschienen. Sie kommen im Kleinformat mit jeweils ca. 40 Seiten (inkl. Karten und Handouts) daher. Ein schönes, übersichtliches Format, daß die Entwickler, soll ich ja nicht sagen, die Autoren zu Präzision zwingt. Statt dem Schwurbel der Abenteuer für Advanced Splittermond finden wir hier dann knappe Schilderungen, Informationen in Listen etc. pp. Klasse.

Dienstag, 19. Juni 2018

Frankensteins Monster

Beim Public Viewing in Berlin, so heißt es, sei es beim Spiel Deutschland gegen Mexiko sehr ruhig gewesen. Das war dem Anlaß angemessen. "Public Viewing" bedeutet eigentlich "Öffentliche Aufbahrung (einer Leiche)". Und das wars ja dann auch. Mexiko hat den sklerotischen Restbestand der deutschen Nationalmannschaft untergepflügt. Glückwunsch und danke, daß es bei 0:1 blieb.

Das ist ein Leichnam. Und gefühlte 200 Millionen Hobbytrainer in Deutschland wissen, was jetzt zu tun ist, und für weitere 400 Millionen ist 'eh alles scheiße und die deutsche Mannschaft quasi schon auf dem Heimflug. Liegt wahrscheinlich daran, daß wir vor Moskau schon wieder keine Winterausrüstung dabei haben.

Donnerstag, 14. Juni 2018

(Nicht nur) Dungeons bis zum Abwinken

Schwer, diesmal am Humble Bunde vorbei zu surfen. Frog God Games, Trollord, Kobold Press und andere haben ein wuchtiges Paket aus Spielmaterial zusammengestellt: Für gerade mal $15 kriegt man drei Dutzend Module und etwas anderes Zeug für D&D 5E. Außerdem dabei ist ein 30%-Rabbatcoupon für einen der beteiligten Verlage nach Wahl.

Einiges scheint konvertiertes OSR-Material zu sein, also umso besser. Natürlich etwas dungeonlastig, aber bei weitem nicht nur. Sehr vielversprechend ist eine kleine Trilogie (Assault on Blacktooth Ridge, Slag Heap, The Wicked Cauldron), die eine schöne offene Einsteigerkampagne darstellt. Zumindest auf den ersten Blick. Die Kampagne wird später mit weiteren Titeln (auch im Bundle) fortgeführt. Auch praktisch sind Kurzabenteueranthologien, die man jederzeit als längere Encounter verwenden kann, die Quests-of-Doom-Reihe ist prominent vertrete. Hier paßt tatsächlich A Little Knowledge prima in meine Wasterunners-Kampagne.

Wer das Spielgefühl von AD&D bzw. Basic D&D zu schätzen weiß und selber D&D 5E spielt, kann hier mMn wenig falsch machen. Und eine Konvertierung auf eine der klassischen Varianten macht nun auch wenig Mühe.

Mittwoch, 13. Juni 2018

Murks

Manchmal habe ich eine nette Idee für einen Post und erstelle in der Blogsoftware eine sehr, sehr rohe Fassung. Zu blöde, wenn man sich den Kram dann aus Versehen löscht und auf Speichern drückt. Dann bleibt von einem Artikel mit der Überschrift Trump, Macron und Bibi-Blocksberg Slash-Fic nur eben diese schöne Überschrift.

Murks.

Klavierspielen müßte man können.

Müßte man mal machen. Am Piano spielleiten. Jede Aktion, jedes Ereignis, jeden Dialog musikalisch kommentieren, mal Griegs Bergkönig grollen lassen, dann wieder voller Heiterkeit Debussy anhauchen, Holst nicht vergessen und sehr schön auf einem Flügel klingt auch die Nacht auf dem kahlen Berge.

Und wenn einer abkratzt, sich den Charakterbogen geben lassen, "I play you out" sagen und dann Spanish Flea in die Tasten hauen.

Müßte man mal machen. Hätte auch eine schöne Runde 2011 vervollkommnet.

Bei einem Hellfrost One-Shot in einer winterlichen Stadt geschahen auf der Feste während der Feierlichkeiten Morde à la Im Namen der Rose. Die SC waren wichtige Personen im Gefolge eines Jarls, der ebenfalls ermordet wurde (im Bade ersäuft). Der Täter war der, wie sich herausstellte, wahnsinnige Prinz, den man daher nicht einfach beschuldigen konnte, und der von seinem Onkel dazu manipuliert worden war (Thronfolgeintrige blah-blubb). Während eines Festbanketts führte die Gruppe ein Theaterstück auf, das die Geschehnisse nachstellte, den Prinzen in den offenen Zusammenbruch trieb (vorher war er sozial halbwegs funktional) und ihn auch den Onkel anklagen und mit dem Schwerte erschlagen ließ.

Hamlet / Eco-Crossover als Mischung aus Tragödie, Komödie und purem Slapstick. Das war von mir weder so geplant, noch forciert, das haben die ganz alleine gemacht.

Nebenhandlungen:
  1. Ein Wolfsvertrauter (NSC). Sein Besitzer konnte ihn verstehen, und er war der sarkastischste Chorus, den man sich vorstellen kann. (Ich konnte das Spiel meiner Spieler kommentieren aus permanenter In-Game-Perspektive).
  2. Zwei Waffenknechte aus dem Gefolge der SC, die sich ständig betranken und in Schwierigkeiten gerieten, die immer katastrophaler wurden (am Schluß brannte ein ganzer Straßenzug).
  3. Ein Burgwächter, der es während der Festwoche packte, mit Duellen, Selbstmorden und anderen Methoden zum Chef der Wache aufzusteigen. Jedes Mal, wenn die SC mit ihm zu tun hatten, war er befördert worden, weil der Vorgänger verstorben war.
Was gefehlt hat, war so eine Pianobegleitung. Jetzt nicht zwingend, aber bereichert hätte es alle Mal. Müßte man mal machen. Tja, und Klavierspielen müßte man können. Vielleicht bringe ich mir das dieses Jahr noch bei, mal schauen.