Freitag, 27. Februar 2015

Willkommen im 21. Jahrhundert

So, ich bin denn auch mal im Heute angekommen. Seit einigen Tagen habe ich auch einen Google-Plus-Account. Der soziale Mehrwert erschließt sich mir zwar noch nicht, aber das kommt sicher noch. Ich bin da etwas anpassungsfähiger als die Person, die mir letzt sagte, sie wolle auch einen G+-Account, aber diesen "diskret halten". Scheint mir etwas paradox.

R.I.P. Leonard Nimoy


Mittwoch, 25. Februar 2015

Das Empire im Selbstversuch - American Sniper!


Deutsche Filmbesprechungen folgen seit einigen Jahren schon viel zu oft einer bequemen Formel.
  1. Intro mit ein, zwei spannenden Fakten zum Film.
  2. Schilderung von Prämisse und Plot.
  3. Handwerkliche Eindrücke (Drehbuch, Kamera, Schauspieler)
  4. Ein Absatz mit der eigenen Meinung.
Kann man machen, ist legitim, mach ich in Variationen ja auch selber. Was hier natürlich fehlt, ist eine Einordnung des Filmes, Kontextualisierung, der Blick über die Ereignisse am Rand des Filmes. Einer solchen Besprechung fehlt es an Immanenz.

Manche Filme lassen sich daher  nicht in dieses bequeme Schema pressen, das man auch nach vier Bier noch ohne Mühe abspulen kann. Ein Blick auf American Sniper z.B. verrät, daß es sich um ein Biopic handelt, das eines der politischsten Themen unserer Zeit aufgreift: Die Angriffskriege der USA seit 2001. Da wirkt eine Routinebesprechung wie die hier bestenfalls oberflächlich und fahrlässig.

Dienstag, 24. Februar 2015

König Arthurs Untergang

Arthur eastward - in arms purposed
his war to wage - on the wild marches,
over seas sailing - to saxon lands.

Am 21. März erscheint bei Klett Cotta Tolkiens König Arthurs Untergang in einer gediegenen, zweisprachigen Ausgabe. Für Tolkienisten ist das natürlich eine Pflichtübung, aber ich selbst bin etwas enttäuscht. Ich wußte von dem Text, habe aber irgendwie angenommen, dieser sei in Altenglisch. Weiß auch nicht warum.

Jedenfalls, übersetzt hat wieder der gute Hans-Ulrich Möhring, der sich schon durch Tolkiens Die Legende von Sigurd und Gudrún gebissen hat, was keine leichte Aufgabe gewesen sein kann. Auch diese Übersetzung - es gibt einen Preview - wirkt wieder solide, wenn auch stellenweise uninspiriert.

BITTE laßt die Toten ruhen!

Spielberg... Indiana Jones... Reboot.... REBOOT?! Reboot... Chris Pratt....

HALLO?!

Könnt ihr die Toten mal ruhen lassen, ihr Nekrophilen? Wie alt ist Spielberg? Ist das Alzheimer? IST DAS ALZHEIMER?! Kann man das mit einem Kickstarter verhindern (wieviel kostet ein Auftragskiller*)?

Schmerzliche Erkenntnis: So tief wie Spielberg es hier offenkundig beabsichtigt, ist Lucas nie gesunken. Denk darüber mal nach.

____________________
* Ja, liebe Kontrollbehörden, das ist ein Witz.Und das Traurige: Nasen wie ihr können das nicht kontextualisieren, also muß ich das auch noch in eine Fußnote schreiben. Wie erbärmlich.

Samstag, 21. Februar 2015

Ey, Hasbro! Astreiner Arschlochmove!


Aloha. Die Wauzis basteln ein Fansite-Kit für D&D Next und die Köfferchenträger von Hasbro schreiben (wahrscheinlich "med die bluode von nit geteufte kindelyn") die Nutzungsbedingungen dazu. Die Jungs und Mädels sind eindeutig vom Schlage Internetausdrucker. Verboten ist im Grunde genommen alles. Du darfst nix anbieten, keine selbstgeschriebenen Module und auch sonst kein Material. Auch nicht umsonst. Nein. Selbst mit dem Fansite-Kit, also für registrierte Fanseiten, ist derlei verboten:
Please note that this Fan Site Policy does not allow you to publish, distribute or sell your own free-to-use games, modules or applications for any of Wizards' brands including, but not limited to, Dungeons & Dragons. For questions concerning digital rights for all other Wizards brands, please visit www.wizards.com/customerservice.
Ich war im angegebenen Customerservice und konnte keine klare Ansage finden, ob ich selbstgeschriebenes D&D Next Zeug gratis zum DL anbieten darf oder nicht. Rechtlich findet man sich da in einer Grauzone (mindestens). Daß Hasbro bereits auffordert, Material zu entfernen, kann als Omen gelesen werden.

Ich danke für die Policies von Savage Worlds, FATE und DSA. Die sind klar definiert und erlauben es, sich auszutauschen und Material zu teilen. Von der OGL fange ich gar nicht erst an.

Das Verhalten von Hasbro erinnert mich stark an die Mitte der 1990er, als die Hexe von Endor umging und quasi höchstpersönlich TSR-Fanseiten im Internet erwürgte. Hat ihnen viel Feindschaft eingebracht und wahrscheinlich den Abstieg der Firma noch beschleunigt.

Wer die Vergangenheit nicht kennt, tritt doch immer wieder in dieselben Scheißhaufen.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Arrrgghlll...frpprpflll.... *flatlines*

Eines muß man Apple, dem sympathischen Familienbetrieb aus Cupertino lassen: Selbst nach dem Tod des besten Menschen, der je gelebt hat (Steve Jobs), läßt die Innovationskraft der altruistischen Querdenker nicht nach. Und so beglücken sie die Menschheit jetzt mit einem neuen Konzept, das die virtuelle Welt erschüttert:

PAY ONCE & PLAY

Es ist nicht ganz einfach zu erklären: Du bezahlst einmal für ein Spiel, und dann kannst Du es komplett spielen. Wenn Du willst, sogar mehrmals. MEHRMALS! Klingt total irre, stand aber so heut im Internet und ich so: Head blown.


Was für ein endgeniales Konzept. Was für eine Idee voll Wagemut und warum ist da vorher nie jemand drauf gekommen? Könnte doch tatsächlich die Zukunft des Gamings sein! Ach Quark, DAS IST SIE! Und wer hat's erfunden? Apple. Wer sonst?

<Stockholm Syndrome off>
<Reboot Brain>
<Sooth Selfloathing>
<Float acquired>

Ich fürchte, in zwei, drei Jahren wird etwas Schlimmes passieren. Irgendein iPaddie wird mir über die Schulter schauen, während ich NOLF 3 zocke (Monolith! Macht hin!) und sein Maul nicht halten. "Pay once and play. Cool. Das haben sie von Apple." Er wird sein iPad dabei streicheln.

Kurz darauf lauschen ein Proctologe und ein Polizist den zwei Versionen einer kurzen, intensiven Begegnung, während ein "Apple Store Genius" Blut und mehr vom zerschmetterten Display wischt, während er versucht, nicht drüber nachzudenken.
(via Paolo Pedercini)




Sonntag, 15. Februar 2015

Die Verlagsfalle

Die Teilzeithelden haben gerade die Ergebnisse ihrer großen Weihnachtsumfrage veröffentlicht. Ein großartiger Anlaß, um mal über Pelletöfen zu sprechen. Meiner brummt hinter mir zufrieden und wärmt das Haus. In ihm arbeitet das bereits vierte Steuergerät, hab ich gerade eingebaut. Die Scheißdinger - Materialwert vielleicht zwanzig Euro - kosten 249,-- das Stück.

Sie halten bei mir (und vielen anderen, weiß ich aus entsprechenden Hilfeforen) bis kurz nach Ablauf der Garantie. Es handelt sich dabei um die zweite Generation Steuereinheiten - die erste Generation gab zuweilen noch während der Garantiezeit ihren Geist auf, und das ist ja nicht im Sinne des Herstellers.

Geplante Obsoleszenz, seit 80 Jahren Herz, Rückgrat, Seele und schamhaft verschwiegenes "Geheimnis" unserer Wirtschaftsordnung. Konsumismus benötigt den Verschleiß für den Wachstumsfetisch, der auch dieser Tage wieder durch unsere "Nachrichten" geistert.

Und hier schlagen wir den Bogen zu den Teilzeithelden. Im Abschnitt "Trends" zeigt sich, daß die Masse der Spieler weder viele Systeme parallel spielt, noch nach neuen Editionen giert. Das Hobby "Rollenspiel" verweigert sich der konsumistischen Logik unserer Wirtschaftsordnung. "Neuigkeiten" in unserem Bereich sind nicht zwangsweise Verbesserungen, wie es z.B. der Einbau eines Airbags in Kfz ist.

Samstag, 14. Februar 2015

Er hats wieder vergauckt

Ich weiß ja auch nicht, was das soll. Der Lübke hatte wenigstens 'ne Entschuldigung.
Bundespräsident Joachim Gauck wandte sich in seiner Rede gegen Versuche, mit dem Gedenken an die Opfer der Luftangriffe anderes Leid zu nivellieren. „Wir wissen, wer den mörderischen Krieg begonnen hat“, sagte Gauck. „Und deshalb wollen und werden wir niemals die Opfer deutscher Kriegsführung vergessen, wenn wir hier und heute der deutschen Opfer gedenken.“ (Q FAZ)
Herr Gauck, ich habe wenig Sympathien für Nazis, alte und neue, und deren Mitläufer und Geschwister im Geiste. Natürlich gibt es die Schwachköpfe, die vom "Bomben-Holocaust" faseln, die "aufrechnen", aber das ist eine verwirrte Minderheit.

Bei einer solchen Veranstaltung wie in Dresden reden Sie als Bundespräsident an die Nation und für die Nation. Ihr Publikum ist nicht eine handvoll Spinner. Und das einzige, was Ihnen dann einfällt ist: Relativierung. Sie begehen das, was Ihnen angeblich so zuwider ist: Aufrechnen Opfer gegen Opfer. Dresden (und Hamburg, Köln, Tokio, Hiroshima, Lübeck, Kassel, Braunschweig, Magdeburg, Würzburg, Darmstadt, Pforzheim, Hildesheim, Mainz, Nagasaki, Nordhausen, Nürnberg, Königsberg und Halberstadt) war schlimm, aber wir haben angefangen, so der Tenor.