Dienstag, 31. März 2015

RSP-Karneval - Bedeutsame Cover

Meister Mehlem hat da eine schöne Variante gefunden, wie er den diesmonatigen Karneval bereichert. Schamlos wie ich bin, kupfer ich seine Idee ab und verkleide sie ein bißchen. Zehn RSP-Cover, die Bedeutung für mich haben. Es sind hauptsächlich ältere Arbeiten, denn a) trifft vieles moderne Zeug meinen Geschmack nicht und b) neigt man mit fortgaloppierender Vergreisung auch nicht mehr dazu, allzu schnell beeindruckt zu sein.

10 - Auf dem Weg ohne Gnade



Wenns um DSA-Artwork geht, so schätze ich nur die frühe Kombi von Talbots harten s/w-Bildern mit Holitzkas träumenden Covern. Allerdings ist das ein Gesamteindruck, unabhängig von Einzelwerken. Darüberhinaus gab es, zwischen vielen furchtbaren Flügelhelmen (RIP), nur ein DSA-Cover, das mich eingeladen hätte über die Geschichte dahinter zu grübeln: Biswangers Auf dem Weg ohne Gnade. Kein Meisterwerk, aber es stimmt einfach alles, Charakter, Gestik, Bilddetails und vor allem das Licht.


9 - Dragons of Despair


Wann war das? 1983? Da hielt ich's im Laden in der Hand. Eine neue Ära brach heran, voll Epik und Geschichten (jaja, ich weiß, little did we know). Das gesamte Cover kündet vom Umbruch: Ein Logo, das kracht, eine schöne Zierde und eines der besten Caldwell-Cover, soviel Dynamik haben seine Bilder nur selten.

Poldi findet's spitze

Automatisierte Contentanordnung ist keine optimale Lösung. Beim SPON packen sie immer vier Videos, wechselnd, am Tag untereinander. Der entstehende Gesamteindruck gerät bisweilen unglücklich.


Samstag, 28. März 2015

Eierschaukel

Die ARD hat heute bemerkt, was die PKW-Maut bedeutet, und fefe ist gleich aufgesprungen. Jan Seidel schreibt auf Tagesschau.de:
Verkehrsminister Alexander Dobrindt bringt deutschlandweit ein flächendeckendes Überwachungssystem mit angeschlossenem Bürokratiemonster und eingebauter Vorratsdatenspeicherung auf den Weg.
Die Maut als Überwachungsinstrument. Nein! Doch! Ooooh! Hat ja nun wirklich niemand ahnen können.

Naja... doch?

Lest mehr Tagschatten.


Dienstag, 24. März 2015

And they are back

Nach Twin Peaks jetzt offiziell von Fox bestätigt ist die Rückkehr der anderen 90er Kultserie X-Files. Die Show soll als 6-teiliges Event laufen (das wird es sein) und ja, Scully und Moulder sind zurück. Auch wenn noch kein Sendetermin angegeben ist, die Dreharbeiten beginnen im Sommer. Also kann man von einem Sendetermin im Herbst 2016 ausgehen.
“I think of it as a 13-year commercial break,” said Carter. “The good news is the world has only gotten that much stranger, a perfect time to tell these six stories.”

Recht hat er, der Mann. Mal sehen, was bizarrer wird. Meine zweite Staffel American Nitemare oder seine Zehnte X-Files. :) Mmmh. Muß mal gucken, wo ich mein Alumützchen gelassen habe.

Star Frontiers

Wahrscheinlich kennts schon jeder, den es interessiert. DWD Studios haben vor einiger Zeit durch irgendein stillschweigendes Non-Profit-Abkommen mit Wizards die Möglichkeit erhalten, eine der alten TSR-Produktlinien neu als PDF aufzulegen.


Star Frontiers (Click)

Oh Goodie, es ist so viel da zu finden. Die Grundregeln, die Schiffsregeln, etliche Module (fast alle, glaub ich) und Erweiterungen inkl. der damals nicht veröffentlichen Konversion von Gamma World. Die deutsche Fassung ist damals abgesoffen (es war die Rolemaster- und Mers-Zeit...), da erschien die Grundbox und dann noch glaub ich ein Modul.

FREU!

Update

Die DL-Links sind hier zu finden:

http://starfrontiersman.com/
http://starfrontiers.com/

Montag, 23. März 2015

Von hoffentlich guten Absichten

Mit seiner aktuellen Auflage, die eine Straffung und ein Facelift erfahren hat, kehrte Midgard, die kleine alte Dame des deutschen Rollenspiels, unlängst zurück. Im Shop gibt es jetzt eine Visualisierungshilfe für den Gesundsheitszustand der Charaktere, den / das etwas unglücklich benannten LP-Meter. Coole Idee, und wenn ich einen der Natursteine pro Meter umfärbe (Schwarz für "Sterbend"), paßt das auch prima für das Wundsystem unserer Blutfeuer-Regeln. Das 6er-Satz kommt mit 21,-- für ein Zubehör aus Messing und Holz auch sehr günstig daher.

Mmmh. Nach eigenem Bekunden lassen sie das bei den Lebenshilfen Werkstätten in Oberhausen fertigen. Ausbeutertrieb und Profitgier sind bei Rollo-Verlegern sicherlich nur sehr mangelhaft ausgeprägt, sonst wären sie keine Rollo-Verleger, insofern unterstelle ich da keine bösen Absichten bei der Wahl des Zulieferers. Eher sehe ich da den Willen zu helfen. Aber ist das hier ein Fall von "gut gemeint ist nicht gut gemacht"?

Das System der Werkstätten für behinderte Menschen ist umstritten. Kann man recherchieren, aber Wikipedia bringt es ausnahmsweise mal auf den Punkt.
Das Durchschnittsentgelt in den deutschen Werkstätten für behinderte Menschen betrug im Jahr 2008 rund 159 Euro im Monat (bei einer Mindestbeschäftigungszeit von 35 Stunden in der Woche). Von diesem geringen Einkommen müssen diejenigen behinderten Menschen, die auf weitere Hilfen angewiesen sind (z. B. eine Wohnheimunterbringung), noch erhebliche Eigenleistungen erbringen. Diese Regelungen beziehen sich auf den § 82 SGB XII und legen fest, dass der Einkommensfreibetrag für Hilfeempfänger lediglich bei rund 43 Euro liegt. Darüber hinausgehendes Entgelt ist für die Wohnheimkosten einzusetzen. Einem Durchschnittsverdiener in der WfbM bleiben von den 159 Euro/Monat nach dem Abzug von 80,15 Euro für die Wohnheimunterbringung ein Resteinkommen von 78,85 Euro. (Q)
Diese Werkstätten haben sehr positive Auswirkungen auf viele Menschen, die in ihnen arbeiten, ohne Zweifel, aber da sind Aspekte, die sauer aufstoßen. Zum einen die Ausbeutungslöhne für die Arbeitenden selbst, zum anderen die Tatsache, daß hier ein Niedriglohnbereich zur Profitmaximierung von Unternehmen vom Steuerzahler alimentiert wird. Viele Werkstätten arbeiten als reguläre Zulieferer für die deutsche Industrie und sind somit Niedriglohnkonkurrenz für den Mittelstand bzw. für Arbeitnehmer, eine rasch wachsende dazu: "Von 1997 bis 2007 stieg die Zahl der WfbM-Arbeitsplätze um über 50 % auf ca. 300.000, während die Vermittlungsquote auf den „allgemeinen Arbeitsmarkt“ bei unter 1 % lag."

Ach Mist. Ich find das für den Tisch eine prima Idee. Jeder sieht, wie es ihm und den Kameraden geht, da entfällt viel redundantes Rückfragen. Aber ich hab keine Ahnung, ob ich das guten Gewissens kaufen kann. Naja, zur Not kann ichs selber schrauben.

Update: 

Als weiterführendes Link empfehle ich Mindestlohn für WFBM-Beschäftigte.

Donnerstag, 19. März 2015

Weltbilder sind gefährlich

Vor knapp 45 Minuten habe ich voller Schadenfreude das Finger-is-Fake-Video von Magazin Royal verlinkt, wie tausend andere Deppen auch. Ein bißchen nicht justitiable Häme über Medien und Politik dazugepatscht und fertig war ich. Geposted, zurückgelehnt, etwas gnihihihi und ich war zufrieden mit dem Universum.

Jo. Dann gibt es dieses Ding namens Verstand, das mich höflich darauf hinwies ("Du Arsch, was treibst Du da?!"), daß ich, der stets für kritisches Hinterfragen plädiert, etwas aus mindestens dubioser Quelle einfach mal so als Faktum angenommen und dann noch dargestellt habe. Blöder Verstand. Er hat mir dann auch gesagt, warum. Weil es mein Weltbild bestätigt, und weil es sich so verdammt gut anfühlt, wenn das Weltbild bestätigt wird. Das ist das Teuflische an Weltbildern.

Also nochmal angeguckt. Nuuuun. Das Fingerdouble im Greensuit ist schon arg dick aufgetragen. Andererseits gibt es da eine Festivalseite mit vielen Videos von Beiträgen. Das Full-length-Varoufakis-Video MIT Finger ist erst seit dem Datum Online, zu dem Boehmer angibt, den Finger reingefälscht zu haben für ein anderes Projekt. Alle anderen Videos sind deutlich älter. Wiederum gibt es aber Tweets des Kamermanns, das Video mit Finger sei authentisch.

Pfffrrrffl.

Was ist das nun also? Auf jeden Fall ein brillantes Stück Mediensatire, egal ob nun Fake oder inverser Fake. Und im Gegensatz zur Brettlsatire wird hier nicht nur einfach mit "Höhö" das eigene Weltbild bestätigt, sondern hinterfragt, ebenso das Medienverständnis und unsere Art und Weise, über Ereignisse zu sprechen und sie wahrzunehmen. Sehr meta das Ganze, und egal was, auch hervorragend durchgezogen. Großes Kompliment an die Macher.

Ich hoffe, sie lösen es in der Senung am Donnerstag auf (fürchte aber eher nicht), und ich hoffe, sie haben tatsächlich den Finger gefaked. Dann kann ich doch noch über Jauch, Medien und diverse Pappnasen aus der Politik hämen.

Und es entspräche meinem Weltbild. Ich kann doch auch nix dafür, daß sich das so gut anfühlt.

Mittwoch, 18. März 2015

Immer wenn man sie lobt...

Ach, Redax-II. Hat man sie mal ehrlich gelobt, kacken sie einem wieder aufs frisch geschrubbte Auto. Hier schildern sie ihre "Design-Philosophie" für Abenteuer, inkl. eines wunderbar inversen Freuds. Deckt sich mit meiner Betrachtung ihres Einsteigerszenarios seinerzeit.

Ich hab mir mal das Geheimnis des Krähenwassers besorgt und werds im Blog besprechen vor dem Hintergrund der im Video geäußerten Gedanken. Wahrscheinlich zum Wochenende. Ich hab ja die Hoffnung, daß sich im Film eher die Unfähigkeit verrät, Gedanken sauber zu formulieren, der übliche Reibungsverlust im Sprachzentrum halt, wie das Durcheinanderwerfen von Story, Plot und Premise...

Ich werds sehen.

Dienstag, 17. März 2015

Symbabrummbrumm

Aha. Wie schon letztes Jahr spekuliert, werden die Promethen das schwedische Rollenspielbilderbuchregelwerk Symbaroum auflegen. Haben sie heute gesagt. Das GRW ist für Frühjahr 2016 angepeilt mit den üblichen Bells and Whistles, A4 (leider), Hardcover, Vollfarbe.

Zwei Dinge: Die Promethen haben eh schon eine volle Pipeline, mal gespannt, wie sie das schaffen. Und zum anderen muß ich mir jetzt doch wieder ein RSP-Buch anschaffen. Dabei kackts mir nur die Bude voll. Trotzden haben will.