Donnerstag, 18. Dezember 2014

Redaktionsstüberlparanoia

Some of the biggest men in the United States, in the field of commerce and manufacture are afraid of somebody, are afraid of something. They know that there is a power somewhere so organized, so subtle, so watchful, so interlocked, so complete, so pervasive, that they better not speak above their breath when they speak in condemnation of it.

(Woodrow Wilson, The New Freedom)

Zapp hat eine kleine Umfrage gemacht zum Thema "Wie vertrauenswürdig finden Sie die Medien". Das Ergebnis zeigt sich erwartbar niederschmetternd für "die Medien" in Deutschland. Ja, die haben eine Legitimationskrise. Nicht ganz zu Unrecht angesichts Dutzender "bedauerlicher Einzelfälle", die immer dieselbe propagandistische Stoßrichtung aufweisen.

Da kann man nun verschieden reagieren. Man kann es machen, wie die Schweizer Kollegen von der Tageswoche. Man nimmt Menschen und Aussagen ernst. Man betreibt Ursachenforschung, stellt Thesen auf und diese zur Diskussion. Dann wertet man als Journalist die Reaktionen aus und versucht zu verstehen.

Vorbildlich.

"You can't make this stuff up - this is reality."


Mindfucked. Die Star-Wars-Illuminati-Verbindung. "You can't make this stuff up - this is reality." Das wahrhaft Gruslige ist der etwas atemlose, aber freundliche Narrator, der hier ohne erkennbare Ironie reinen Wahnsinn in sein Mikro labert.

Wenn ich bedenke, wieviele dieser "christlichen" Vollzeitparanoiker drüben rumlaufen (mit vollem Zugriff auf Waffen), wird mir anders.

Dienstag, 16. Dezember 2014

The Hobbit 3 oder The Good, the Bad and the Ugly

Nein, kein Verriß darüber, daß Legolas wieder auftaucht, obwohl Tolkien ihn doch gar nicht erwähnt hat. Nope, nicht von mir. Das sind, nachdem sich der Bilderrausch gesetzt hat, einige Betrachtungen dazu, wie sich meine ursprünglichen Befürchtungen erfüllt haben, die ich im Sommer 2012 formuliert hatte:
Gespannt bin ich, wie sich die beiden Hauptautorinnen Walsh und Boyens schlagen werden. Die beiden hatten, das zeigte sich in den Abweichungen von der Vorlage, stellenweise doch Probleme, die arg maskuline Mythenvorstellung Tolkiens zu transzendieren und dann auf die Leinwand zu transportieren, und sie fuhren am sichersten, wenn sie sich eng ans Buch hielten. Diese Leitplanke wird ihnen hier über weite Strecken fehlen. 
Jopp. Und das war dem Ganzen anzumerken. Die Schlacht der Fünf Heere offenbart in aller Deutlichkeit, und stirbt letztlich an dem, was den beiden Vorgängerfilmen fehlte.

Achja, natürlich spoilert das, und wems zu lang wird, ein Fazit ist am Ende der Besprechung.

Samstag, 13. Dezember 2014

Very Short: Hobbit 3

  1. Popcorn-Kinogänger: 6.5 / 10
  2. Arthouseconnaiseur: kein meßbares Ergebnis
  3. Fantasy-Freak: 8 / 10
  4. flagellantenleibchentragende Tolkien-Kanoniker: Zyanidpille
  5. Hobbit-ist-ein-Kinderbuch-Halluzinierende: heiße, feuchte Tränen genau 16/10

Etliche grandiose Charaktermomente, einige coole Einfälle, Bad-Ass Elfking, einige echte Facepalm-Episoden (ich sag nur laufende Abrißbirne), stellenweise unfaßbar schlampiges CGI (Motions, Haarfarben, Chromakeying, Compositing), insgesamt zuviel Videogame-Optik und  -Momente.

Ich schwanke zwischen den Bewertungsmöglichkeiten 1 bis 4.

Freitag, 12. Dezember 2014

Karneval der Tiere

Also Karneval der Tiere. Der Kalauer mußte kommen. "Tiere im Rollenspiel" ist das Thema des RSP-Karnevals im Dezember, und das paßt ganz gut, zu dem was ich gerade so mache. Also kann ich das hier schreiben, mich vor meiner eigentlichen Arbeit drücken und trotzdem noch so tun, als arbeitete ich. Ha, nimm das, schlechtes Gewissen.

Sundar nahm eine Hand voll Südwind, hauchte ihm Seele ein und erschuf so das Pferd.
(Das Lied des Erschaffers) 

Tiere im Rollenspiel sind enorm bereichernd. Als Feinde, vor allem aber als Gefährten der SC, die wundervolle Möglichkeiten für emotionale Einbindungen und Verwicklungen geben, die sich in der Set-Up und Pay-Off Struktur verwenden lassen ("Was'n das?"). Tiere erweitern die Möglichkeiten der Charaktere, binden die Spieler besser ein und eröffnen Gelegenheiten. Der SL / Regel-Designer muß sich nur gut überlegen, wie er das in sein Spiel integriert. Nachfolgend einige systemneutrale Gedanken.

Pferde und ähnliche „reitbare Untersätze“ sind entscheidend für Ihre Helden, wenn diese sich aus der heimatlichen Umgebung fortbegeben müssen. Die Spieler können sich für ihre Charaktere ein­fach ein Tier von der Liste des jeweiligen Systems aussuchen, bezahlen und fertig.

Ein Reittier stellt für einen „jungen Helden“ aber vielleicht nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine emotionale Investition dar - er erwirbt einen Gefährten, ein Geschöpf, das ihm zur Seite steht, ihm Gesellschaft leistet, und auf das er, wenn es hart auf hart geht, sein Leben setzt. Er kauft mit seinen Goldtalern etwas, das normalerweise nicht käuflich ist - einen Freund.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Ich bin wieder hibbelig

Karten für morgen, 19:00. Für was? Na für den letzten Hobbit natürlich! Ein letztes Mal Vorfreude auf Peter Jacksons überladene CGI-Vision von Mittelerdes Drittem Zeitalter. Der epische Abschluß und YESSSS die Elfenschlunze Tauriel wird um ihren Zwergen heulen, wenn er ins gerenderte Gras beißt. Hey, ich spoiler das nicht, das hat Prof. T. getan, vor mehr als siebzig Jahren.

Man nennt das, wart mal, ja: "Buch".

Ein letztes Mal Albinoorks aus der Virtualretorte und ethnisch politisch korrekt, wenngleich vollkommen hirnrissig zusammengesetzte Seestadtbevölkerung. Hey, vielleicht bringt Jackson, der ja mittlerweile so politisch korrekt ist, sogar doch noch Rugby und elektrische Rasenmäher im letzten Teil unter.

Abschied also von Mittelerde im Film. Andererseits: Die halten auch die Lizenzen zu den Anhängen, und da ließe sich noch einiges rausholen. Die Geschichte Gondors beispielsweise. Die ergibt locker drei Filme.

Arschförmige Schüssel

Plätzchenbacken nervt. Ich red` nicht von ein paar Blechen, ich rede von acht Sorten, von mehr als 40 Eiern, 2,5 Kilo Butter, weiß der Deibel wieviel Kilo Puderzucker, Mandeln und Mehl. Und wir sind noch nicht fertig. Plätzchen für 24 Personen halt...

Eigentlich müßt ich jetzt weiter Blutfeuer editieren, aber ich bin grad vollkommen demotiviert. Regeln bearbeiten ist jetzt gar nicht so meins. Hinter dem Horizont lauern dazu möglicherweise noch kleinere Rewrites für ein anderes Projekt, das gerade beim Lektor liegt. Sollte dann auch zeitnah geschehen. Interessen kollidieren...

Zudem hat mir die Anstalt die Themen zweier Blogposts in Arbeit vorgegriffen, und dazu noch in sehr ähnlicher Stoßrichtung. Die Arbeit kann ich auch in den Kamin werfen (Rly. Mein Trashbin-Icon ist ein Kamin). Zusätzlich: Mein Fünf-Jahres-Lauf ist zuende - gestern mußte ich das erste Mal seit 2008 einige Takte von George Michaels Fluch ertragen. AAAAAAAAH. It's in my head, in MY HEAD. (Gegengift und Gegengift und Gegengift! "Dad looks just like his picture on page 751....")

Motivationsloch. Also trödel ich. Mal ins Kontrollboard geschaut, was im letzten Monat an absurden Suchbegriffen aufgetaucht ist.

arschförmige Schüssel - Toll, da bin ich bei Google scheinbar der einzige Treffer.

Baut mich irgendwie auch nicht auf.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Kommt da was? Da kommt was!

<Spekulationsmode on>
<Rumourmill on>

Ganz übersehen habe ich Mitte letzten Monats eine kleine Anzeige der Promethen. Sie suchen einen Übersetzer fürs Schwedische. In der Mache sei, wie sie selbst schreiben, ein Fantasy-Rollenspiel. Mmmh. dabei kann es sich dann ja eigentlich nur um Symbaroum handeln.

Das wär doch mal was. Wenn sie es noch im selben Buchformat rausbringen wie Hellfrost (das deutsche Hellfrost ist übrigens sehr, sehr gut geworden), dann haben sie mich auf alle Fälle. Alter Schwede...

<Spekulationsmode off>
<Rumourmill off>

Dienstag, 9. Dezember 2014

Das klingt doch schon ganz anders

Zum anderen, und das ist der für uns viel gewichtigere Punkt, ist der Träumeschmied ein Projekt von Martin. Er ist mit der Idee zu uns gekommen, es ist quasi sein Baby. Natürlich könnten wir es ihm wegnehmen, aber das wollten wir nicht.
Soweit die offizielle Verlautbarung von Redachs Alex Spohr zum Thema Abbruch der Splitterdämmerung.Wenn man bedenkt, daß Herzblut und Zufriedenheit das Haupthonorar des Rollenspielschaffenden darstellen, ist das eine mehr als akzeptable Begründung.

Das vorgeschobene "ist unmöglich unter zwei Jahren fertigzustellen," relativiert Alex Spohr im Text dann auch zu "es wäre sehr problematisch geworden" (Paraphrase). Wobei ich dann doch über die Textpassage stolpere, ein heißgestricktes Abenteuer sei "oft im besten Falle befriedigend".

Klar gibt es unter den letzten 25 Abenteuern einige tolle Sachen. Die Quanionsqueste habe ich staunend besprochen, und die Grabräuber am Mhanadi wußten zu gefallen. Aber auf jeden Höhenflug folgt immer auch ein (Schleier)fall. Die breite Masse (darunter auch die meisten Bände der Splitterdämmerung) liegt dazwischen. "Befriedigend" wäre tatsächlich mein Urteil über die Gesamtheit der letzten 25 Bände.

Wie dem auch sei. Die Homeriker täten gut daran, derlei gewichtige Entscheidungen nicht mal eben nebenbei zu verkünden, sondern gleich eine Erklärung wie die obige abzugeben.

(Wobei mir der Projekt-Status nicht ganz klar wird. Ich lese da irgendwie ein "erscheint später irgendwann und dann halt ohne Splitterbezug".)