Donnerstag, 8. Mai 2014

Nostalgische Rollenspieldinge und zufällige Splitter am späten Abend

Was so anliegt halt.

Nach einem sehr holperigen Anfang meinerseits und einem äquivalenten Hänger der Gruppe andererseits (inkl. TPK) ist die neue alte Kampagne in Schwung und wohl auf dem Wege. Man merkt es in den Protokollen und den Gesprächen im Hausforum, daß das Gären beginnt. Eine gute Inspirationsquelle, wie man einen solchen Stoff umsetzt, habe ich auch gefunden. Das kann was werden, wenn sich alle drauf einlassen.

Und aus meinem Fehler gelernt: Ich kann Kaufabenteuer nur sehr schlecht leiten.

Die versprochene Rezension vom Splittermondweltenband wird es nicht geben. Ein Loblied ist definitiv nicht drin. Das Setting schmettert entschlossen in eine Lücke zwischen Aventurien und den Vergessenen Reichen, die vorher niemandem aufgefallen war. Es ist dabei so spießig, daß ich selbst den Untoten in ihrer Nekropole Esmoda ("Es modert." - "Höhö. Nehmen wir.") unterstelle, daß sie einen Kleingartenverein samt Schriftführer verstecken. Andererseits fällt ein Verriß schwer, denn am Handwerk gibt es wenig bis nichts zu meckern (ist vielleicht etwas zu blau), das Setting ist in sich schlüssig und bietet Abwechslung (dahingehend, daß so ziemlich jede irdische Kultur durch den Splittermondwolf gedreht wurde) bei hoher Produktionsqualität. Das ist alles aus einem Guß. Eine wirklich beachtliche Leistung.

Mittelmäßigkeit und Altbekanntes (oder positiv "Bodenständig" und "klassisch") ohne Wenn und Aber auf sehr, sehr hohem Niveau: Sowas geht hier in Deutschland ja immer, wie die vielen Hymnen bezeugen (und ich gönne es den Mondkälbern ja auch). Mir aber ist es einfach zu steril. Das ist kompetent, aber trocken wie ein Baedeker (noch so ein deutscher Longseller). Das bißchen Rumgesplittere und Pfadlatschen reicht als Würze in diesem Eintopf nicht aus, da es die Welt allenfalls marginal definiert (was sich auch am sehr beschränkten Platz erkennen läßt, den das Thema "Mondpfade" im grundlegenden Settingbuch einnimmt). Streicht man das weg, hat man eben längere Reisezeiten.

Drachenväter ist nicht zu empfehlen. Der deutsche Markt und seine Besonderheiten (Midgard, DSA, das Besondere am "deutschen Cthulhu") kommen so gut wie gar nicht vor. Die Infos zur D&D-Geschichte, die den Löwenanteil des RSP-Teiles im Buch ausmachen, finden sich hier detaillierter und erschöpfender und vor allem kostenlos. Wessen Englisch halbwegs brauchbar ist, der sei angehalten, auf die Evil Hat-Reihe Designers and Dragons zu warten.

Die Neuauflage von DSA Schicksalsklinge hat mich vollkommen kalt gelassen, während ich das Original gerade wieder installiert habe. Japp. Das ist Hardcore-Rollenspiel, inkl. Dumpfschädel nach nächtlichem Lagern. Ist zwar in der Neuauflage auch alles drin, aber irgendwie flasht es so überhaupt nicht. Keine Ahnung, warum.

Die originale Trilogie, für die, die nicht wie ich die alten CDs hüten, gibt es übrigens bei Gog für zusammen gerade mal 12 US Dollar (Link zu Schicksalsklinge und Sternenschweif, Link zu Schatten über Riva.) Wie immer bei Gog im Preis inbegriffen ist die idiotensichere Lauffähigkeit dieser alten Scherben auf modernen Betriebssystemen.

Wo ich gerade bei alten Rollenspielen bin. Skyrim und Oblivion haben mich angeödet, offengestanden, aber das alte Daggerfall habe ich gerade wieder am Start. Endloses Fedexen und dabei ein starker Mainplot. Ach ja, und John Williams berühmtes Thema "Across the Stars" aus Attack of the Clones? Gab es Note für Note bereits Jahre vorher im "Daggerfall Main Theme" (ab ca. einer halben Minute).

Jedenfalls kann man Daggerfall ebenfalls auf modernen Systemen spielen, und es crashed weniger als früher. Hier ist die Seite des Projektes.

Aber wenigstens ein halbwegs modernes Spiel hat mich neugierig gemacht: Outlast. Mal sehen, ob ich mir das zulege. Zusammen mit der Erweiterung Whistleblower - die man wohl tunlichst zuerst spielen sollte - kostet das Paket 15 Dollar. Allerdings müßte ich meine Mühle aufrüsten (was ich aber für ein neues OS sowieso mal tun müßte).

Mal schauen.

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