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Donnerstag, 20. August 2020
Faktencheck
Ich verlinke ihn ja nicht oft, aber heute gibt fefe Einblicke, warum "Faktenchecks" in der Regel auf "meiner Meinung nach" hinauslaufen. Empfohlen, sich das wirklich anzugucken.
Mittwoch, 12. August 2020
Medien am Mittwoch
"Wo nehm ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen?" (Karl Kraus)
Schau schau. Gibt auch noch die Weltläufte.
Die SPD macht mit Projekt 18 weiter
Als erstes muß natürlich die Benennung von Olaf Scholz zum Kanzlerkandidaten gewürdigt werden. Wir erinnern uns: Als die Partei"linken" Esken und Walter-Borjans zu Parteivorsitzenden gewählt wurden, da klatschte der Jung"sozalist" Kevin Beifall und die Presse fantasierte von einem Linksruck. Jetzt also der revolutionäre Akt, den Scholzomaten zum Kandidaten zu machen. Wer klatscht da mit als erstes Beifall? Die neoliberale Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Das nenn ich mal linken Streetcred.
Da kann ich dann nächstes Jahr wahrscheinlich wieder meinen Standard-SPD-nach-Wahl-Artikel posten.
Kamala Harris
Wo wir bei Kandidaten sind: Joe Biden hat nun seinen "Running Mate", seine Kandidatin für die Vizepräsidentschaft benannt. Kamala Harris, eine schwarze Frau. Und wieder zeigt sich, wie schlecht manche Dinge altern. Letztes Jahr, als die Vorwürfe massiver exueller Übergriffe gegen Biden im Raum standen, sagte sie noch, sie glaube den mutigen Frauen, die mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit getreten seien, und im Wahlkampf bezeichnete sie Biden als Rassisten. Jetzt aber heißt es: "Joe Biden kann das amerikanische Volk einen, weil er sein Leben damit verbracht hat, für uns zu kämpfen."
Wenn man sich auf eines verlassen kann, dann auf Frauensolidarität. Und auf Joe Bidens übergriffige Pfoten, wenn er sich nicht gerade in seinem Wandschrank verlaufen hat. Hier ist eine Best-of-compilation. *Sniff.*
Geheimnisvolles Indien
Ich durfte während dieser Krise lernen, daß man in Deutschland einem relevanten Teil der Bevölkerung nicht nur erklären muß, DASS man sich nach dem Abwischen des Ar***es die Hände waschen sollte, sondern auch WIE. Komplettes Zivilisationsversagen. Ich war schon immer leicht angewidert von Bussen, Automaten und Einkaufswagen, aber mittlerweile habe ich eine Zwangsneurose entwickelt. Auch nach Corona (falls das kommen sollte), werde ich mein Desinfektionsspray und Einmalhandschuhe stets bei mir tragen. Ich fasse keinen Bankautomaten mehr an.
Aber man kann das immer noch toppen: Ein Priester in Gujarat (Indien) starb letzten Monat an Covid-19. Jetzt sind Videos aufgetaucht, in denen er seinen Anhängern "jhotte laddoo" - also eine mit seiner Spucke überzogene Süßspeise - reicht. Bevor wir aber jetzt, ganz ungerechtfertigt, lachen, möchte ich daran erinnern, daß auch das bereits vorher getoppt wurde: Klobrillenchallenge. Und in München lief ein Spinner rum, der Handläufe an Rolltreppen ableckte.
Schau schau. Gibt auch noch die Weltläufte.
Die SPD macht mit Projekt 18 weiter
Als erstes muß natürlich die Benennung von Olaf Scholz zum Kanzlerkandidaten gewürdigt werden. Wir erinnern uns: Als die Partei"linken" Esken und Walter-Borjans zu Parteivorsitzenden gewählt wurden, da klatschte der Jung"sozalist" Kevin Beifall und die Presse fantasierte von einem Linksruck. Jetzt also der revolutionäre Akt, den Scholzomaten zum Kandidaten zu machen. Wer klatscht da mit als erstes Beifall? Die neoliberale Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Das nenn ich mal linken Streetcred.
Da kann ich dann nächstes Jahr wahrscheinlich wieder meinen Standard-SPD-nach-Wahl-Artikel posten.
Kamala Harris
Wo wir bei Kandidaten sind: Joe Biden hat nun seinen "Running Mate", seine Kandidatin für die Vizepräsidentschaft benannt. Kamala Harris, eine schwarze Frau. Und wieder zeigt sich, wie schlecht manche Dinge altern. Letztes Jahr, als die Vorwürfe massiver exueller Übergriffe gegen Biden im Raum standen, sagte sie noch, sie glaube den mutigen Frauen, die mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit getreten seien, und im Wahlkampf bezeichnete sie Biden als Rassisten. Jetzt aber heißt es: "Joe Biden kann das amerikanische Volk einen, weil er sein Leben damit verbracht hat, für uns zu kämpfen."
Wenn man sich auf eines verlassen kann, dann auf Frauensolidarität. Und auf Joe Bidens übergriffige Pfoten, wenn er sich nicht gerade in seinem Wandschrank verlaufen hat. Hier ist eine Best-of-compilation. *Sniff.*
Geheimnisvolles Indien
Ich durfte während dieser Krise lernen, daß man in Deutschland einem relevanten Teil der Bevölkerung nicht nur erklären muß, DASS man sich nach dem Abwischen des Ar***es die Hände waschen sollte, sondern auch WIE. Komplettes Zivilisationsversagen. Ich war schon immer leicht angewidert von Bussen, Automaten und Einkaufswagen, aber mittlerweile habe ich eine Zwangsneurose entwickelt. Auch nach Corona (falls das kommen sollte), werde ich mein Desinfektionsspray und Einmalhandschuhe stets bei mir tragen. Ich fasse keinen Bankautomaten mehr an.
Aber man kann das immer noch toppen: Ein Priester in Gujarat (Indien) starb letzten Monat an Covid-19. Jetzt sind Videos aufgetaucht, in denen er seinen Anhängern "jhotte laddoo" - also eine mit seiner Spucke überzogene Süßspeise - reicht. Bevor wir aber jetzt, ganz ungerechtfertigt, lachen, möchte ich daran erinnern, daß auch das bereits vorher getoppt wurde: Klobrillenchallenge. Und in München lief ein Spinner rum, der Handläufe an Rolltreppen ableckte.
Samstag, 18. Juli 2020
Schlagzeilen, die man sich verkneifen sollte.
Hallo, ihr Spiegel-Redachse: "Laßt uns zusammenrücken." Zur Trauerfeier für die Coronatoten in Spanien ist euch nix anderes eingefallen als das? Sowas landete früher bei euch im "Hohlspiegel". Ja, ich kenne den Kontext innerhalb der Feier. Aber verschlagzeilen darf man das trotzdem nicht, weil einer Schlagzeile der Kontext fehlt! Dann wirkt es einfach zynisch.
Aber ach, um das kleine Presse-Einmaleins zu können, müßte man ja eine Journalistenschule besucht haben. Im letzten Jahrtausend.
Dienstag, 12. Februar 2019
Chuzpe.
Medien- und Lesekompetenz bitte anwerfen. Mittlerweile ist Deutschland eine einzige, humorbefreite Zone. Nicht, daß Fassenacht besonders viel mit Humor zu tun hätte, aber ein Karnevalsverein in Sachsen hat als Motto "Uniformen" für seine rituelle jährliche Humorausübung gewählt. Sie werben mit einem Bild aus Hogan's Heroes, einer alten Sitcom, die sich über Nazis lustig macht und sie als chromosomal Herausgeforderte präsentiert. Eigentlich gerade in Sachsen für einen Karnevalsverein erstaunlich töfte.
Natürlich geht das nach hinten los. Ein Metaspiel mit Ironie in Deutschland? Da sei der Bartel vor während er den Most holt. Einige Gesinnungsmullahs in den Medien sind natürlich sofort drauf angesprungen und spreizen ihr intellektuell verarmtes Weltbild wie ein Pfau die Federn. Und wer mal richtig die kognitive Dissonanz scheppern hören will, dem sei dieser Satz empfohlen.
Herr Röhlig trieft dann im Schlußsatz vor Perfidie, als er kackdreist impliziert, Wehrmachtsuniformen seien bei der Veranstaltung erwünscht gewesen:
Natürlich geht das nach hinten los. Ein Metaspiel mit Ironie in Deutschland? Da sei der Bartel vor während er den Most holt. Einige Gesinnungsmullahs in den Medien sind natürlich sofort drauf angesprungen und spreizen ihr intellektuell verarmtes Weltbild wie ein Pfau die Federn. Und wer mal richtig die kognitive Dissonanz scheppern hören will, dem sei dieser Satz empfohlen.
Mit Uniformen könne man nicht das ausdrücken, worum es beim Karneval ginge: "Freude, Spaß und Frohsinn", sagte Jörg Weiser, der Chef des Verbands, der "Freien Presse" aus Chemnitz.Das schmilzt im Hirn, nicht in den Händen. Zu keiner Zeit sind beispielsweise im Rheinland mehr Uniformen zu sehen als im Karneval.
Herr Röhlig trieft dann im Schlußsatz vor Perfidie, als er kackdreist impliziert, Wehrmachtsuniformen seien bei der Veranstaltung erwünscht gewesen:
Vorab wolle der Karnevalsverein auch noch mal darauf aufmerksam machen, dass "Uniformen" alles von Ärztin bis Polizist bedeuten kann – aber Nazi-Uniformen trotz der eindeutigen Einladung jetzt doch nicht mehr erwünscht sind.ginge: "Freude, Spaß und Frohsinn", sagte Jörg Weiser, der Chef des Verbands, der "Freien Presse" aus Chemnitz.Man benötigt halt Chuzpe als Qualitätsjournalist.
Freitag, 16. März 2018
Salisbury, Porton Down, Novichok und verdammt viel mehr Tote als du ahntest
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| Visualisierung der derzeitigen westlichen Diplomatie |
Also ich will keinen Krieg. Und unter diesen Bedingungen schon gar nicht.
Scheint die Medien aber nicht zu stören. Gniffkes Tagesschau und alle anderen hetzen im Gleichschritt und übernehmen die Sprachregelungen von Theresa May (Ausnahmen gibt es natürlich, aber das sind Blätter im Wind). Die Merkel ist dabei, wen wunderts, und Macron macht sowieso alles, was ältere Frauen ihm sagen.
Sonntag, 2. Juli 2017
Warum nochmal?
Donnerstag, 10. November 2016
Sysiphos, Syphillis oder Pyrrhus?
Während das Alte stirbt, zögert das Neue sich zu zeigen, und aus dem Zwielicht dieser Ungewißheit treten Monster hervor. (Antonio Gramsci, mehr oder minder)Sie hatten alles in Stellung gebracht: Fast alle Medien, sogar Fox und sogar Glenn Beck (!!) trommelten für Hillary, Dutzende Promis wie Beyoncé und sogar Bruce "Der Sänger im Roggen" Springsteen standen singend hinter ihr, dazu Wall Street und eine entsprechend gefüllte Kasse, die die des Herausforderers bei weitem übertraf.
Diese geballte Macht des Establishments war nicht in der Lage, ein vulgäres Tinhorn aufzuhalten, das den rüpelhaften, großspurigen, ignoranten "Amerikaner" mit jeder Faser seines Seins verkörpert und dazu mit kleinen schwitzigen Patschepfoten grapscht. Trotz all seiner Skandale (aufbereitet von John Oliver) kam es wie seit Mai erwartet.
Hillary Clinton, und hier lege ich mich schon mal fest, wird nicht die nächste Präsidentin der vereinigten Staaten. (...) In einem direkten Duell Trump vs. Clinton tippe ich auf einen Sieg Trumps in der Höhe von Reagan gegen Carter 1980, also 40 Staaten.
Naja, Pussygate hat den Erdrutschsieg dann verhindert.
Aberwitzigerweise ist das ein Sieg der Demokratie über die Oligarchie innerhalb des von der Oligarchie gesteuerten Systems. Es ist ein großer Sieg. Und er bringt uns Trump. Es ist ein großer Sieg mit großen Opfern.
Es hätte nicht sein müssen, hätte Hillary Clinton nicht in (illegaler) Zusammenarbeit mit der demokratischen Parteiführung Sanders im Nominierungsrennen betrogen. Aber die Befriedigung der persönlichen Begierden stand den Clintons schon immer näher als so läßlich-lächerliches Zeug wie Demokratie. Dem Clinton'schen Anspruchsdenken hatte sich alles unterzuordnen, und in einem Anfall von Lemmingmismus mit akuter Blödheit als Begleiterscheinung zog die Parteiprominenz mit.
"Was der Trug gewann, der ungerechte, kann nicht dauernd sein."
Sanders hätte wahrscheinlich den Rustbelt gehalten, vor allem Ohio, und einen sehr viel höheren Voter turnout erreicht. Um einen gewieften Demagogen wie Trump zu schlagen, brauchst du eben einen Vollblutpopulisten (und nein, lieber Bürger, "Populismus" ist nicht bah, wie die Medien erzählen, sondern im Gegenteil die eigentliche Aufgabe eines Politikers in einer Demokratie).
Aber sie haben den alten Sozialdemokraten gefoult. Jetzt ist Donald J. Trump der President-Elect der Vereinigten Staaten.
Aber sie haben den alten Sozialdemokraten gefoult. Jetzt ist Donald J. Trump der President-Elect der Vereinigten Staaten.
Siege können sehr bitter schmecken. Und manchmal fallen sie dir auf die Füße.
Freitag, 21. Oktober 2016
Windelarithmetik
Ach ja, die deutsche Lückenpresse. Dritte Debatte geschaut, nix verstanden. Also geht der deutsche Journalist flink auf CNN (Clinton's Nice News) und schaut sich deren wirre Postdebattenschalte an. Auch da versteht der deutsche Journalist nichts, aber er hat einiges mitgeschrieben. Das kann er ja dann publizieren.
Anyway - laut der deutschen Presse war der Hauptaufreger der Debatte, ein gewisser Donald J. Trump. In der Welt, einem der Fachblätter für Transatlantiker, staunt der Berichter:
Man verlangte von Trump nix anderes, als daß er eine Carte Blanche abgebe und das Wahlergebnis ungeachtet aller Begleitumstände anerkennen wird.
So, als hätte es Florida 2000 nie gegeben. So, als hätte JFK's Daddy die Wahl nicht manipuliert. So, als hätte Clintons Team nicht massiv die Vorwahlen verschoben. Ja. Klar. Solchen Leuten wie den Clintons (und den Bushes und den Kennedys...) gibt man Carte Blanche und Vertrauensvorschuß. Und anschließend sägt man sich einen Fuß ab und klettert in einen Bärenkäfig. Wird schon nix passieren.
So, und für Fortgeschrittene verlinken wir auf den Augstein, der euch verklickert, warum alle Nicht-Amis beten sollten, daß im November eine vollgeschissene Windel wie Trump gewinnt. (Spoiler: Vollgeschissene Windeln sind weniger gefährlich als Dynamitpackungen mit brennender Lunte.)
Anyway - laut der deutschen Presse war der Hauptaufreger der Debatte, ein gewisser Donald J. Trump. In der Welt, einem der Fachblätter für Transatlantiker, staunt der Berichter:
Zum Pflichtstudium für jedes künftige Politikseminar in den USA beförderte Donald Trump den 19. Oktober 2016 durch seine Weigerung, sich zur Anerkennung des Wahlresultats am 8. November zu bekennen.Tja, und hier Kinder am praktischen Beispiel: So sieht die Kernschmelze einer vereinsamten Hirnzelle aus. Entweder der Kollege, der den Artikel geschrieben hat, ist schweren, bedauerlichen Limitationen unterworfen, oder er betreibt die für sein Blatt übliche Propaganda für die Falkenmumie mit dem Hartgreifergrinsen.
Man verlangte von Trump nix anderes, als daß er eine Carte Blanche abgebe und das Wahlergebnis ungeachtet aller Begleitumstände anerkennen wird.
So, als hätte es Florida 2000 nie gegeben. So, als hätte JFK's Daddy die Wahl nicht manipuliert. So, als hätte Clintons Team nicht massiv die Vorwahlen verschoben. Ja. Klar. Solchen Leuten wie den Clintons (und den Bushes und den Kennedys...) gibt man Carte Blanche und Vertrauensvorschuß. Und anschließend sägt man sich einen Fuß ab und klettert in einen Bärenkäfig. Wird schon nix passieren.
So, und für Fortgeschrittene verlinken wir auf den Augstein, der euch verklickert, warum alle Nicht-Amis beten sollten, daß im November eine vollgeschissene Windel wie Trump gewinnt. (Spoiler: Vollgeschissene Windeln sind weniger gefährlich als Dynamitpackungen mit brennender Lunte.)
Freitag, 20. Mai 2016
Holy Moses
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| Generalmajor Gadi Eisenkot |
Hierzulande kriegen wir ja über Israel so gut wie gar nichts mit, da herrscht ein medialer Blackout ohnegleichen (dazu später noch ein paar Takte). Gelegentlich Bilder von Terroranschlägen und ein paar Eindrücke, wenn dort die (der?) Knesset, also das Parlament gewählt wird.
Ansonsten: Finsternis.
Jetzt hat sich in den letzten Tagen in Israel etwas entwickelt, was bei einem so wichtigen Land normalerweise zu längeren Berichten in den Hauptnachrichten führen müßte: Die Armeeführung der israelischen Streitkräfte IDF und die rechtsaußen / protofaschistische Regierung von Benjamin Netanjahu ("Bibi") liegen in einem massiven Streit, der nach einigen Beobachtern in einem Putsch enden könnte.
Der vorläufige Höhepunkt: Am heutigen Freitagmorgen ist der Verteidigungsminister zurückgetreten, aus professionellen, vor allem aber "moralischen Differenzen mit dem Premierminister" und dem Kabinett.
Ich kämpfte mit aller Macht gegen Erscheinungsformen von Extremismus, Gewalt und Rassismus in der israelischen Gesellschaft, die ihre Stabilität gefährden und auch in die IDF sickern.(...) Ich kämpfte mit aller Macht gegen Versuche, das Verfassungsgericht und israelische Richter zu schädigen, Trends, die als Ergebnis die Herrschaft des Gesetzes schädigen können und katastrophal für unser Land wären.Er spricht davon, die "Extremisten" hätten "das Land übernommen".
Zuvor hatte sich der Minister hinter seine Generäle gestellt und ihnen erlaubt, ihre Meinung zu äußern. Dies erreichte eine erste Spannungsspitze, als am Holocaust Gedenktag (4. Mai) der stellvertretende Generalstabschef Yair Golan in einer öffentlichen Rede scharf mit den Zuständen ins Gericht ging.
Wenn es etwas gibt, was mich am Holocaust Gedenktag fürchten läßt, dann ist es die Betrachtung der abscheulichen Vorgänge, die sich in Europa und besonders in Deutschland damals - vor 70, 80 und 90 Jahren - ereigneten, und das Erkennen, daß sich Anzeichen davon bei uns finden lassen, im Jahre 2016.Die Armeeführung ist stark beunruhigt über die Reaktion der Öffentlichkeit auf den Mord in Hebron im Frühjahr, als ein Soldat vor laufender Kamera einen wehrlosen palästinensischen Gefangenen erschoss. Während die IDF-Kommandeure versuchen zu ergründen, wieso ihre Soldaten so handeln und eine Mordanklage vorbereiten, wird der Soldat von weiten Teilen der Bevölkerung quasi als "Held" gefeiert, nur so könne man mit Palästinensern umgehen.
Die korrekte Haltung des Kommandos in dieser Frage rief auch den Zorn hochrangiger Regierungsmitglieder infolge hervor. Mit Rückendeckung des Ministers indes hat Generalstabschef Eisenkot seit Amtsübernahme am 16. Februar d.J. den Chefrabbiner der Armee entlassen und begonnen, die Befugnisse der Armeerabbiner zu beschneiden, die einen ähnlich unheilvollen Einfluß in moralischer und taktischer Hinsicht auszuüben scheinen, wie weiland die Politkommissare in der Roten Armee. Auch eine neue Einsatzdoktrin wird ausgearbeitet, die Zivilisten schützen soll.
Das konnte und kann den Rechten in "Bibis" Kabinett nicht schmecken. So kochte der Konflikt hoch und gipfelte zunächst in der heutigen Demission des Verteidigungsministers. Putschgerüchte schwirren und die linksliberale Zeitung Haaretz rief die Armeeführung bereits vor einigen Tagen offen zum Putsch auf.
Wenn die Regierung Werte annimmt und kultiviert, die die Armeeführung als Bedrohung für die Existenz des Landes ansieht, und wenn die Öffentlichkeit, die die Soldaten der Armee stellt, verlangt, die IDF müsse sich korrumpieren und verrohen, dann steht die Armeeführung vor einem Dilemma. Sie muß entscheiden, was die größte Bedrohung für die Existenz des Landes darstellt: Sind es tausende Raketen und palästinensische Messerstecher, oder ist eine Regierung, die die Öffentlichkeit in ein Monster formt, das Israels grundlegende demokratische Werte zu verschlingen droht.Und in den deutschen Medien? Alles ruhig. Ich halt mal ein Auge drauf.
Update 16:50: Während ich den Artikel geschrieben habe, hat auch die Tagesschau eine Meldung veröffentlicht (hier), heute schweigt noch, ebenso SPON und WELT.
Update 5:01 am 21. Mai: Bei uns (und im ORF) immer noch keine Infos, während der ehemalige israelische Premierminister und Verteidigungsminister Barak die Regierung Netanjahu offen als "Faschisten" bezeichnet. Da heiligt einer aber den Sabbath nicht.
Dienstag, 10. Mai 2016
Der Leberkäse ist noch nicht gegessen.
Update: Nach derzeitigem Stand (Mittwoch, 16:30 MEZ) sind 97 % der Stimmen ausgezählt. Sanders hat jeden einzelnen Distrikt gewinnen können.
In zwei Stunden schließen die Wahllokale in West-Virginia.
Der Vorsprung hält die WELT, das Intelligenzblatt der moralischen Verwesung, allerdings nicht davon ab, Clinton erneut zur bereits feststehenden Siegerin zu küren. Natürlich durch Einberechnung der Superdelegierten, die aber angesichts der zunehmenden Erosion von Clintons Beliebtheit gerade gegenüber Trump zu grummeln beginnen. Das ist noch nicht durch.
Zumal hat Clinton noch mit dem ein oder anderen Problem zu kämpfen, wie dem Verdacht auf Wahlmanipulation in zahlreichen Fällen während der Vorwahlen, unter anderem in New York City. Aber auch ganz allgemein verursacht die auffällige statistische "Fehlerquote" zugunsten Clintons während der gesamten Vorwahlen für verbreitetes Bauchgrimmen, ebenso die schmutzigen Tricks, die ihre Kampagne anwenden ließ. Dazu kommt noch die laufende FBI-Ermittlung gegen sie.
Einige Wahlen stehen noch an, und sie sehen fast alle gut für Bernie Sanders aus. Meine Prognose: Sie wird mit einiger Sicherheit am Ende mehr "Pledged Delegates" zur Convention bringen als Sanders, aber nicht die notwendigen 2382 Delegierten.
Super-Delegates werden entscheiden, und sie dürfen ihre Meinung ändern. Und vielen Dems beginnt zu dämmern, daß eine Kandidatur von Hilluminati das einzige ist, was Trump zu einem Sieg verhelfen kann.
In zwei Stunden schließen die Wahllokale in West-Virginia.
"Nach allen Umfragen wird Bernie Sanders seine 20. Vorwahl nach Hause tragen. Sechs Prozentpunkte beträgt der durchschnittliche Vorsprung des Senators aus Vermont gegenüber der Ex-Außenministerin Hillary Clinton in den aktuellen demoskopischen Erhebungen, hat die Internet-Plattform RealClearPolitics.com errechnet."Das berichtet die Welt. Landesweit sieht es für Sanders vs. Clinton mittlerweile ähnlich aus. Clinton ist ein bißchen so wie Leberkäse und Weißwurst - je mehr man von ihr weiß, desto unappetitlicher findet man das.
Der Vorsprung hält die WELT, das Intelligenzblatt der moralischen Verwesung, allerdings nicht davon ab, Clinton erneut zur bereits feststehenden Siegerin zu küren. Natürlich durch Einberechnung der Superdelegierten, die aber angesichts der zunehmenden Erosion von Clintons Beliebtheit gerade gegenüber Trump zu grummeln beginnen. Das ist noch nicht durch.
Zumal hat Clinton noch mit dem ein oder anderen Problem zu kämpfen, wie dem Verdacht auf Wahlmanipulation in zahlreichen Fällen während der Vorwahlen, unter anderem in New York City. Aber auch ganz allgemein verursacht die auffällige statistische "Fehlerquote" zugunsten Clintons während der gesamten Vorwahlen für verbreitetes Bauchgrimmen, ebenso die schmutzigen Tricks, die ihre Kampagne anwenden ließ. Dazu kommt noch die laufende FBI-Ermittlung gegen sie.
Einige Wahlen stehen noch an, und sie sehen fast alle gut für Bernie Sanders aus. Meine Prognose: Sie wird mit einiger Sicherheit am Ende mehr "Pledged Delegates" zur Convention bringen als Sanders, aber nicht die notwendigen 2382 Delegierten.
Super-Delegates werden entscheiden, und sie dürfen ihre Meinung ändern. Und vielen Dems beginnt zu dämmern, daß eine Kandidatur von Hilluminati das einzige ist, was Trump zu einem Sieg verhelfen kann.
Dienstag, 16. Februar 2016
Murmeltiertag!
Das Assad-Regime und seine Verbündeten haben zwei Krankenhäuser im Norden Syriens bombardiert, Dutzende Menschen starben (...) Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von mindestens neun Toten. Sie geht davon aus, dass die Luftschläge von russischen Kampfjets ausgeführt wurden.So stands - unhinterfragt - heute auf SPON. Klingt so seriös: "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte". Vor drei Jahren hatte die Süddeutsche (ebenso wie einige andere Medien) einen Anfall von Journalismus und ist dieser Stelle mal nachgegangen. Überraschung!
Der Leiter der Organisation aus Coventry und, wie er bestätigt, ihr einziger fester Mitarbeiter nennt sich Rami Abdul-Rahman.Dieser Ein-Mann-Betrieb haut nach subjektivem Empfinden 90% aller Horrormeldungen über Assad und die bösen Russen in die Welt (die restlichen 10% "Quelle Internet"). Oder ist es die andere, gleichnamige Organisation in London, die ebenfalls Horrormeldungen über Assad und die bösen Russen im Angebot hatte, die aber gar nicht mehr existiert?
Auf alle Fälle hat die "Organisation" gute Kontakte zu Human Rights Watch, die wiederum Kohle vom umtriebigen George Soros erhält und beste Kontakte zur US-Regierung unterhält. Unsere Qualitätsmedien verbreiten als Fakt (nicht "sollen" steht bei SPON, sondern "haben"), was ein bekennender Assad-Hasser aus der Fremde über die Lage in Syrien verlautbart. Ende der Geschichte.
Wenn morgen also in der WELT steht "Assad verursacht Hodenkrebs", raten Sie mal, wo das herkommt.
Dienstag, 22. September 2015
Stefan George und die Facebook-Kackbratzen
Der deutsche Qualitätsjournalismus(TM) leistet sich den Kolumnisten. Das sind Typen (und Typinnen, klar), die das tun, was dem deutschen Redakteur vorenthalten bleibt: Meinung und Ironie zeigen. Der SPIEGEL hält sich gleich mehrere davon. Sascha Lobo, z.B., die fleischgewordene und letzte Inkarnation der dotcom-Krise, eine Art ISDN-Buddha mit Doppelleitung, oder die Berg, deren Belanglosigkeiten wohl ein Publikum finden müssen, das das mit Gewinn liest (na, wie ist das als Dystopie?)
Ein besonderes Phänomen sind ja Kolumnisten aus der rechten, pardon, "konservativen" Ecke. Beim besagten SPIEGEL ist das der Fleischhauer Jan, der einmal die Woche erscheint, ein Karl Josef Wagner mit erweitertem Grundwortschatz, Ausbaustufe 1B.
Der setzt sich also einmal die Woche hin, bröckelt sich zumeist irgendwelche Stammtischparolen aus den Ohren und schmiert sie in die Textmaske. Dann starrt er lange drauf und hält das für Nachgedachtes. Warum der SPIEGEL seine Reputation noch weiter drückt, indem er solche Typen im Keller vor die Tastatur kettet, erschließt sich mir allerdings nicht.
Ein besonderes Phänomen sind ja Kolumnisten aus der rechten, pardon, "konservativen" Ecke. Beim besagten SPIEGEL ist das der Fleischhauer Jan, der einmal die Woche erscheint, ein Karl Josef Wagner mit erweitertem Grundwortschatz, Ausbaustufe 1B.
Der setzt sich also einmal die Woche hin, bröckelt sich zumeist irgendwelche Stammtischparolen aus den Ohren und schmiert sie in die Textmaske. Dann starrt er lange drauf und hält das für Nachgedachtes. Warum der SPIEGEL seine Reputation noch weiter drückt, indem er solche Typen im Keller vor die Tastatur kettet, erschließt sich mir allerdings nicht.
Freitag, 10. April 2015
Quae volumus, credimus libenter
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| Qualitätsjournalismus (Symbolfoto) |
Ach es ist ein Leid, Journalist zu sein, mit einem beruflichen Ansehen, das in den Keller rauscht, als seien die Kabel im Fahrstuhl gerissen. Da macht man sich schon Gedanken. Als Journalist. Über die "Zukunft von irgendwas mit Medien" (düster) oder auch den vielbesungenen "Qualitätsjournalismus".
Gerade dieser "Qualitätsjournalismus" beschäftigt den Schweizer Journalisten Zimmermann, der den Journalismus der Bezahlmedien immer als Qualität betrachtet. Mit dieser Torenlanze beginnt der Aufritt, die Hufe stampfen und die Qualitätsjournalismusmühlen ragen auf vor ihm in den Morgen.
Eh? Ja? Es gibt Hochliteratur, Unterhaltungsliteratur und Schundliteratur, es gibt Kunst, Kunsthandwerk und Kitsch, es gibt E-Musik und U-Musik, es gibt Dichtung und Gereimtes. Ungeachtet aller persönlichen Meinung dazu: Die Unterscheidung zwischen qualitativ Hochwertigem und Schund ist seit jeher eines der Merkmale der Kulturrezeption im deutschsprachigen Raum.In verwandten Berufen kennt man diese Unterscheidung zwischen gehobener und minderwertiger Güteklasse nicht. Den Ausdruck Qualitätsliteratur gibt es nicht. Es gibt auch keine Qualitätsmalerei, keinen Qualitätsgesang und keine Qualitätspoesie.
Muß man wissen (Danke, Herr Dr. Stoll).
Ist aber am Qualitätsjournalisten Zimmermann irgendwie vorbeigegangen (man fragt sich, wie er das packen konnte), weswegen er diesen Blödsinn in die Textmaske sekretierte. Das stand dann da, und vielleicht war er gar noch stolz darauf, als er Korrektur las, und nannte diese greuliche Mißbildung einen "Gedanken".
Ach Kinder, seht ihr, deswegen wird das auch 2015 wieder nix mit dem Dingens da, dem Qualitätsjournalismus.
Donnerstag, 19. März 2015
Weltbilder sind gefährlich
Vor knapp 45 Minuten habe ich voller Schadenfreude das Finger-is-Fake-Video von Magazin Royal verlinkt, wie tausend andere Deppen auch. Ein bißchen nicht justitiable Häme über Medien und Politik dazugepatscht und fertig war ich. Geposted, zurückgelehnt, etwas gnihihihi und ich war zufrieden mit dem Universum.
Jo. Dann gibt es dieses Ding namens Verstand, das mich höflich darauf hinwies ("Du Arsch, was treibst Du da?!"), daß ich, der stets für kritisches Hinterfragen plädiert, etwas aus mindestens dubioser Quelle einfach mal so als Faktum angenommen und dann noch dargestellt habe. Blöder Verstand. Er hat mir dann auch gesagt, warum. Weil es mein Weltbild bestätigt, und weil es sich so verdammt gut anfühlt, wenn das Weltbild bestätigt wird. Das ist das Teuflische an Weltbildern.
Also nochmal angeguckt. Nuuuun. Das Fingerdouble im Greensuit ist schon arg dick aufgetragen. Andererseits gibt es da eine Festivalseite mit vielen Videos von Beiträgen. Das Full-length-Varoufakis-Video MIT Finger ist erst seit dem Datum Online, zu dem Boehmer angibt, den Finger reingefälscht zu haben für ein anderes Projekt. Alle anderen Videos sind deutlich älter. Wiederum gibt es aber Tweets des Kamermanns, das Video mit Finger sei authentisch.
Pfffrrrffl.
Was ist das nun also? Auf jeden Fall ein brillantes Stück Mediensatire, egal ob nun Fake oder inverser Fake. Und im Gegensatz zur Brettlsatire wird hier nicht nur einfach mit "Höhö" das eigene Weltbild bestätigt, sondern hinterfragt, ebenso das Medienverständnis und unsere Art und Weise, über Ereignisse zu sprechen und sie wahrzunehmen. Sehr meta das Ganze, und egal was, auch hervorragend durchgezogen. Großes Kompliment an die Macher.
Ich hoffe, sie lösen es in der Senung am Donnerstag auf (fürchte aber eher nicht), und ich hoffe, sie haben tatsächlich den Finger gefaked. Dann kann ich doch noch über Jauch, Medien und diverse Pappnasen aus der Politik hämen.
Und es entspräche meinem Weltbild. Ich kann doch auch nix dafür, daß sich das so gut anfühlt.
Jo. Dann gibt es dieses Ding namens Verstand, das mich höflich darauf hinwies ("Du Arsch, was treibst Du da?!"), daß ich, der stets für kritisches Hinterfragen plädiert, etwas aus mindestens dubioser Quelle einfach mal so als Faktum angenommen und dann noch dargestellt habe. Blöder Verstand. Er hat mir dann auch gesagt, warum. Weil es mein Weltbild bestätigt, und weil es sich so verdammt gut anfühlt, wenn das Weltbild bestätigt wird. Das ist das Teuflische an Weltbildern.
Also nochmal angeguckt. Nuuuun. Das Fingerdouble im Greensuit ist schon arg dick aufgetragen. Andererseits gibt es da eine Festivalseite mit vielen Videos von Beiträgen. Das Full-length-Varoufakis-Video MIT Finger ist erst seit dem Datum Online, zu dem Boehmer angibt, den Finger reingefälscht zu haben für ein anderes Projekt. Alle anderen Videos sind deutlich älter. Wiederum gibt es aber Tweets des Kamermanns, das Video mit Finger sei authentisch.
Pfffrrrffl.
Was ist das nun also? Auf jeden Fall ein brillantes Stück Mediensatire, egal ob nun Fake oder inverser Fake. Und im Gegensatz zur Brettlsatire wird hier nicht nur einfach mit "Höhö" das eigene Weltbild bestätigt, sondern hinterfragt, ebenso das Medienverständnis und unsere Art und Weise, über Ereignisse zu sprechen und sie wahrzunehmen. Sehr meta das Ganze, und egal was, auch hervorragend durchgezogen. Großes Kompliment an die Macher.
Ich hoffe, sie lösen es in der Senung am Donnerstag auf (fürchte aber eher nicht), und ich hoffe, sie haben tatsächlich den Finger gefaked. Dann kann ich doch noch über Jauch, Medien und diverse Pappnasen aus der Politik hämen.
Und es entspräche meinem Weltbild. Ich kann doch auch nix dafür, daß sich das so gut anfühlt.
Donnerstag, 18. Dezember 2014
Redaktionsstüberlparanoia
Some of the biggest men in the United States, in the field of commerce and manufacture are afraid of somebody, are afraid of something. They know that there is a power somewhere so organized, so subtle, so watchful, so interlocked, so complete, so pervasive, that they better not speak above their breath when they speak in condemnation of it.
(Woodrow Wilson, The New Freedom)
Zapp hat eine kleine Umfrage gemacht zum Thema "Wie vertrauenswürdig finden Sie die Medien". Das Ergebnis zeigt sich erwartbar niederschmetternd für "die Medien" in Deutschland. Ja, die haben eine Legitimationskrise. Nicht ganz zu Unrecht angesichts Dutzender "bedauerlicher Einzelfälle", die immer dieselbe propagandistische Stoßrichtung aufweisen.
Da kann man nun verschieden reagieren. Man kann es machen, wie die Schweizer Kollegen von der Tageswoche. Man nimmt Menschen und Aussagen ernst. Man betreibt Ursachenforschung, stellt Thesen auf und diese zur Diskussion. Dann wertet man als Journalist die Reaktionen aus und versucht zu verstehen.
Vorbildlich.
(Woodrow Wilson, The New Freedom)
Zapp hat eine kleine Umfrage gemacht zum Thema "Wie vertrauenswürdig finden Sie die Medien". Das Ergebnis zeigt sich erwartbar niederschmetternd für "die Medien" in Deutschland. Ja, die haben eine Legitimationskrise. Nicht ganz zu Unrecht angesichts Dutzender "bedauerlicher Einzelfälle", die immer dieselbe propagandistische Stoßrichtung aufweisen.
Da kann man nun verschieden reagieren. Man kann es machen, wie die Schweizer Kollegen von der Tageswoche. Man nimmt Menschen und Aussagen ernst. Man betreibt Ursachenforschung, stellt Thesen auf und diese zur Diskussion. Dann wertet man als Journalist die Reaktionen aus und versucht zu verstehen.
Vorbildlich.
Freitag, 31. Oktober 2014
Unseren täglichen Wahn gib uns heute
Ins Schwarze, Dobrindt
Hat die Merkelregierung eine neue infame Art und Weise gefunden, die Bevölkerung ordentlich vornüberzubeugen und dazu noch klatschen zu lassen? Das Prinzip ist der "richtige Fehler". Lancieren, daß unsere Eurofighter nur noch als Panzersperren taugen und Wupps! schreit jeder Deutsche danach, den Rüstungsetat zu erhöhen. Aha.
Und jetzt? Dobrindt bringt die Mini-Maut und alles, was eine Tastatur oder ein Mikro erkennen kann, ätzt darüber, wie sinnlos das sei. Aber warum denn? Ein Zweck wird doch genau erfüllt: Die Mini-Maut wird mittels der Kamerasysteme für die LKW-Maut überprüft. Nebeneffekt (wer konnte das ahnen) ist das Erstellen kompletter Bewegungsprofile der Autofahrer. Hat man vorher schon versucht, wurde dann aber von Verfassungsgerichten verboten.
Clever.
Ebola, mein Ebola.
So ein bißchen untergegangen ist das: Das Center for Disease Control in Atlanta hat letzte Woche erklärt, Ebola sei auch als Tröpfcheninfektion möglich. Hier ist das Faltblatt.
Apple doch sympathisch
Jo. Manchmal glaube ich, SPON öffne ich nur noch, um mich zu überzeugen, wie verkommen der deutsche Journalismus mittlerweile ist. Zum Coming-Out von Apple-Chef Tim Cook bröckelte sich irgendein Online-Redakteur des "Nachrichtenmagazins" folgenden Satz aus den Nasennebenhöhlen:
Cool. Wenn doch bloß Osama Bin Laden diesen Trick gekannt hätte.
Hat die Merkelregierung eine neue infame Art und Weise gefunden, die Bevölkerung ordentlich vornüberzubeugen und dazu noch klatschen zu lassen? Das Prinzip ist der "richtige Fehler". Lancieren, daß unsere Eurofighter nur noch als Panzersperren taugen und Wupps! schreit jeder Deutsche danach, den Rüstungsetat zu erhöhen. Aha.
Und jetzt? Dobrindt bringt die Mini-Maut und alles, was eine Tastatur oder ein Mikro erkennen kann, ätzt darüber, wie sinnlos das sei. Aber warum denn? Ein Zweck wird doch genau erfüllt: Die Mini-Maut wird mittels der Kamerasysteme für die LKW-Maut überprüft. Nebeneffekt (wer konnte das ahnen) ist das Erstellen kompletter Bewegungsprofile der Autofahrer. Hat man vorher schon versucht, wurde dann aber von Verfassungsgerichten verboten.
Clever.
Ebola, mein Ebola.
So ein bißchen untergegangen ist das: Das Center for Disease Control in Atlanta hat letzte Woche erklärt, Ebola sei auch als Tröpfcheninfektion möglich. Hier ist das Faltblatt.
Apple doch sympathisch
Jo. Manchmal glaube ich, SPON öffne ich nur noch, um mich zu überzeugen, wie verkommen der deutsche Journalismus mittlerweile ist. Zum Coming-Out von Apple-Chef Tim Cook bröckelte sich irgendein Online-Redakteur des "Nachrichtenmagazins" folgenden Satz aus den Nasennebenhöhlen:
Das Coming-Out des Apple-Chefs Tim Cook bringt der Marke viele Sympathiepunkte.Jo. Die Firma läßt in Fabriken unter Bedingungen fertigen, die Arbeiter in den Selbstmord treiben, Kinderarbeit ist auch dabei, und entzieht (formulieren wir es mal so) den europäischen Bürgern (ja, dem Bürger, DIR, nicht "dem Finanzamt", Du Nase) Hunderte Millionen an Steuereinnahmen (aus Deutschland sogar eine Steuerrückzahlung, jaja), aber das ist alles, alles kein Problem mehr, denn der Boß ist jetzt schwul.
Cool. Wenn doch bloß Osama Bin Laden diesen Trick gekannt hätte.
Donnerstag, 9. Oktober 2014
Mit frohem Mut und Aluhut
Ein ausgewiesener Luftfahrtexperte, Tim Clark, Chef der Emirate Airlines, hat einige sehr dezidierte Ansichten zum immer noch verschwundenen Flug MH-370.
(via SPON)
Ich denke, dass etwas von außen die Kontrolle über das Flugzeug übernommen hat. (...) Wir müssen wissen, wer wirklich in diesem Flugzeug war, und wir müssen wissen, was es geladen hatte. (...) Die Boeing 777 ist bereits jetzt eines der fortschrittlichsten Flugzeuge der Welt, mit modernsten Kommunikationssystemen. MH370 hätte niemals in eine Situation geraten dürfen, in der das Flugzeug nicht mehr vom Boden aus zu orten war.Boah. Wenn ich sowas sage, bietet man mir immer freundlich ein Alu-Hütchen an. Daß ich später meistens recht habe, tröstet da nur wenig (wie z.B. im Fall meiner Ebola-Prognose vom April).
(via SPON)
Montag, 18. August 2014
Eine Welterklärung
Geil. Das erklärt ALLES.
Auf SPIEGEL online gilt jede Behauptung der ukrainischen Junta als wahr, bis sie widerlegt ist. Oder: Alles was rein theoretisch möglich sein könnte, ist die Wahrheit.
Keine Fragen mehr.
(via Nachdenkseiten)
Und nicht viel später sieht es dann so aus.
Auf SPIEGEL online gilt jede Behauptung der ukrainischen Junta als wahr, bis sie widerlegt ist. Oder: Alles was rein theoretisch möglich sein könnte, ist die Wahrheit.
Leser: Gibt es konkrete Belege für die auch vom Spiegel verbreitete Meldung, russische Truppen hätten die Grenze zur Ukraine überschritten?
SPON: Gibt es eigentlich konkrete Belege, dass dem nicht so ist?
Keine Fragen mehr.
(via Nachdenkseiten)
Und nicht viel später sieht es dann so aus.
Dienstag, 12. August 2014
"Ich hier, Wirklichkeit da." - "Wo?" - "Na, da drüben irgendwo halt. Ich hab sie lang nicht gesehen."
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| Aus der Vorstellungswelt deutscher Redakteure |
Blätter, von denen wir eben noch dachten, sie befänden sich im Wettbewerb der Gedanken und Ideen, gehen im Gleichschritt mit den Sanktionspolitikern auf Russlands Präsidenten Putin los. Schon in den Überschriften kommt eine aggressive Verspannung zum Ausdruck, wie wir sie sonst vor allem von den Hooligans der Fußballmannschaften kennen. Der „Tagesspiegel“: „Genug gesprochen!“ Die „FAZ“: „Stärke zeigen“. Die „Süddeutsche Zeitung“: „Jetzt oder nie“. Der „Spiegel“ ruft zum „Ende der Feigheit“ auf: „Putins Gespinst aus Lügen, Propaganda und Täuschung ist aufgeflogen. Die Trümmer von MH 17 sind auch die Trümmer der Diplomatie.“ Westliche Politik und deutsche Medien sind eins.Voll auf die Zwölf. Kudos. Und um Gabor Steingart zu bestätigen hat jetzt die Welt nachgelegt. Dort darf Prof. em. Karl Schlögel seine Einsichten zum Besten geben. Die Überschrift "Donezk – ein Urbizid mitten in Europa" informiert darüber, daß in diesem Pfund Getipptem keine Gefangenen gemacht werden. "Urbizid" ist, laut dem Schöpfer dieses Begriffs, Markus Funck von der Uni Marburg, "die systematische Zerstörung oder Vernichtung von Städten". Eine Blendervokabel für Selbstverständlichkeiten der Kriegsführung seit 1936 (Guernica, Warschau, Coventry, London, Hamburg, Berlin, Dresden, Hiroshima, Sarajewo, Gaza-Stadt and surely to be continued).
Noch geiler wird es dann aber im Anreißer, den der Herr Emeritus hoffentlich nicht selbst verfaßt hat. Aber er hat wohl auch nicht protestiert, der Herr Emeritus.
Putins Mordgesellen: Russlands Präsident betätigt sich als Kriegsbrandstifter. Unter dem Deckmantel der "humanitären Mission" verfolgt er in Donezk die gnadenlose Zerstörung der einst blühenden Stadt.Da kracht dem Leser doch die Freßleiste auf den Boden, oder? Putin bombardiert Donezk! Putin schießt Grad-Raketen in die Stadt! Putin läßt Panzer anrollen! Anders ist das nicht zu verstehen.
Samstag, 2. August 2014
Der Ewige Russe
Das ehemalige Nachrichtenmagazin hat mich und meine Kameraden Genossen von der fünften Kolonne erkannt, ertappt, enttarnt und dies der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wer sich der veröffentlichten Meinung in Deutschland, deren Ausgewogenheit und sorgfältige Recherche vollkommen außer Zweifel steht, verweigert und öffentlich doofe Fragen stellt, der wird von Moskau bezahlt.
Natürlich schreiben die das im SPRITZEL nicht wörtlich, so brunzdoof sind die ja nicht, daß die nicht wüßten, daß ihnen Belege für ihre Hirngespinste fehlen. Nein, in der Hamburger Zentrale verfolgt man das gepflegte Spiel der Insinuation.
Ich erwähnte sicher schon mal, daß sich jeder "Journalist" nennen darf?
Die Qualität der Berichte und Recherche in diesem Blatt, über Dutzende von Seiten, ist bereits im Leitartikel exemplarisch erfaßt.
Natürlich schreiben die das im SPRITZEL nicht wörtlich, so brunzdoof sind die ja nicht, daß die nicht wüßten, daß ihnen Belege für ihre Hirngespinste fehlen. Nein, in der Hamburger Zentrale verfolgt man das gepflegte Spiel der Insinuation.
Das Titelbild des aktuellen SPIEGEL mit der Zeile "Stoppt Putin jetzt!" hat einige heftige Reaktionen ausgelöst - insbesondere in sozialen Netzwerken. Darunter waren auch organisiert auftretende, anonyme User, die schon seit Monaten jegliche Kritik an Russland mit einer Flut an Wortmeldungen in den Foren vieler Online-Medien kontern.Ja. Schön, nicht? Das verlinkte "Editorial" (ich schreibs mal in Gänsefüßchen) reiht sich nahtlos ein in die "Berichterstattung" (dito) des "Nachrichtenmagazins" (dito); Propaganda pur. Putin, lesen wir da, sei ein "ruchloser" "Paria der Weltgemeinschaft", der zur "Rechenschaft gezogen" werden müsse. In dem Stil hetzt sich das durch mehrere Geschichten.
Ich erwähnte sicher schon mal, daß sich jeder "Journalist" nennen darf?
Die Qualität der Berichte und Recherche in diesem Blatt, über Dutzende von Seiten, ist bereits im Leitartikel exemplarisch erfaßt.
Niemand im Westen zweifelt noch ernsthaft daran, dass das Flugzeug mit einem Buk-Luftabwehrsystem abgeschossen wurde, das die Separatisten höchstwahrscheinlich aus Russland erhalten haben. Einer ihrer Anführer hat selbst zugegeben, dass sie über ein solches System verfügten, und die Indizienkette ist eindeutig.43 Wörter, also alle 8,6 Wörter eine Falschbehauptung, Verdrehung, Unterstellung, Verzerrung.
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