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Donnerstag, 10. November 2016

Sysiphos, Syphillis oder Pyrrhus?

Während das Alte stirbt, zögert das Neue sich zu zeigen, und aus dem Zwielicht dieser Ungewißheit treten Monster hervor. (Antonio Gramsci, mehr oder minder)
Sie hatten alles in Stellung gebracht: Fast alle Medien, sogar Fox und sogar Glenn Beck (!!) trommelten für Hillary, Dutzende Promis wie Beyoncé und sogar Bruce "Der Sänger im Roggen" Springsteen standen singend hinter ihr, dazu Wall Street und eine entsprechend gefüllte Kasse, die die des Herausforderers bei weitem übertraf.

Diese geballte Macht des Establishments war nicht in der Lage, ein vulgäres Tinhorn aufzuhalten, das den rüpelhaften, großspurigen, ignoranten "Amerikaner" mit jeder Faser seines Seins verkörpert und dazu mit kleinen schwitzigen Patschepfoten grapscht. Trotz all seiner Skandale (aufbereitet von John Oliver) kam es wie seit Mai erwartet.
Hillary Clinton, und hier lege ich mich schon mal fest, wird nicht die nächste Präsidentin der vereinigten Staaten. (...) In einem direkten Duell Trump vs. Clinton tippe ich auf einen Sieg Trumps in der Höhe von Reagan gegen Carter 1980, also 40 Staaten.
Naja, Pussygate hat den Erdrutschsieg dann verhindert.

Aberwitzigerweise ist das ein Sieg der Demokratie über die Oligarchie innerhalb des von der Oligarchie gesteuerten Systems. Es ist ein großer Sieg. Und er bringt uns Trump. Es ist ein großer Sieg mit großen Opfern. 

Es hätte nicht sein müssen, hätte Hillary Clinton nicht in (illegaler) Zusammenarbeit mit der demokratischen Parteiführung Sanders im Nominierungsrennen betrogen. Aber die Befriedigung der persönlichen Begierden stand den Clintons schon immer näher als so läßlich-lächerliches Zeug wie Demokratie. Dem Clinton'schen Anspruchsdenken hatte sich alles unterzuordnen, und in einem Anfall von Lemmingmismus mit akuter Blödheit als Begleiterscheinung zog die Parteiprominenz mit.
"Was der Trug gewann, der ungerechte, kann nicht dauernd sein."
Sanders hätte wahrscheinlich den Rustbelt gehalten, vor allem Ohio, und einen sehr viel höheren Voter turnout erreicht. Um einen gewieften Demagogen wie Trump zu schlagen, brauchst du eben einen Vollblutpopulisten (und nein, lieber Bürger, "Populismus" ist nicht bah, wie die Medien erzählen, sondern im Gegenteil die eigentliche Aufgabe eines Politikers in einer Demokratie).

Aber sie haben den alten Sozialdemokraten gefoult. Jetzt ist Donald J. Trump der President-Elect der Vereinigten Staaten. 

Siege können sehr bitter schmecken. Und manchmal fallen sie dir auf die Füße.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Hey, da geht noch was.


TLDR: Clinton wird gegen Trump nicht gewinnen und es ist gut möglich, daß das mehr als 150 Jahre alte Zweiparteiensystem zerbricht.

Update 26/5/2016: Der unten angesprochene Clinton-eMail-Skandal nimmt Fahrt auf. Das FBI ist noch nicht fertig, aber das Außenministerium hat seinen Report abgegeben, und er ist vernichtend - sie hat gelogen, wiederholt, und es wurden schon wieder eMails entdeckt. Sogar die Clinton-Mietmäuler auf MSNBC werden unruhig und bezichtigen Clinton der offenen Lüge. Auch sie sind der Meinung, daß ihr der Report großen Schaden zufügt.

Hillary Clinton, und hier lege ich mich schon mal fest, wird nicht die nächste Präsidentin der vereinigten Staaten.  Steil, huh? Sagt die ganze Pressemeute doch was anderes. Klar, sie emulieren nach Trumps "Überraschungserfolg" ein wenig Vorsicht, aber eigentlich ist die Sache - zumindest in deutschen Medien - sonnenklar. Der Hilluminator wird der nächste Präsident.

Nö.

Politik des Stillstands und das Pfeifen im Keller

Das politische System in den USA transformiert gerade, es zerbricht nicht, aber es verändert sich und erweist sich in diesem Übergangszustand als höchst volatil, zumindest für das Wahljahr 2016. Trotzdem halten die Granden der demokratischen Partei an Hillary (noch?) fest. Da beginnt das Pfeifen im Keller. In Zeiten der Unruhe und des Umbruchs ist es verdammt schwer, eine Kandidatin durchzubringen, die als Apotheose des status quo gelten kann, der gerade von der Bevölkerung unter den Bus geworfen wird.

Dienstag, 10. Mai 2016

Der Leberkäse ist noch nicht gegessen.

Update: Nach derzeitigem Stand (Mittwoch, 16:30 MEZ) sind 97 % der Stimmen ausgezählt. Sanders hat jeden einzelnen Distrikt gewinnen können.



In zwei Stunden schließen die Wahllokale in West-Virginia.
"Nach allen Umfragen wird Bernie Sanders seine 20. Vorwahl nach Hause tragen. Sechs Prozentpunkte beträgt der durchschnittliche Vorsprung des Senators aus Vermont gegenüber der Ex-Außenministerin Hillary Clinton in den aktuellen demoskopischen Erhebungen, hat die Internet-Plattform RealClearPolitics.com errechnet."
Das berichtet die Welt. Landesweit sieht es für Sanders vs. Clinton mittlerweile ähnlich aus. Clinton ist ein bißchen so wie Leberkäse und Weißwurst - je mehr man von ihr weiß, desto unappetitlicher findet man das.

Der Vorsprung hält die WELT, das Intelligenzblatt der moralischen Verwesung, allerdings nicht davon ab, Clinton erneut zur bereits feststehenden Siegerin zu küren. Natürlich durch Einberechnung der Superdelegierten, die aber angesichts der zunehmenden Erosion von Clintons Beliebtheit gerade gegenüber Trump zu grummeln beginnen. Das ist noch nicht durch.

Zumal hat Clinton noch mit dem ein oder anderen Problem zu kämpfen, wie dem Verdacht auf Wahlmanipulation in zahlreichen Fällen während der Vorwahlen, unter anderem in New York City. Aber auch ganz allgemein verursacht die auffällige statistische "Fehlerquote" zugunsten Clintons während der gesamten Vorwahlen für verbreitetes Bauchgrimmen, ebenso die schmutzigen Tricks, die ihre Kampagne anwenden ließ. Dazu kommt noch die laufende FBI-Ermittlung gegen sie.
Einige Wahlen stehen noch an, und sie sehen fast alle gut für Bernie Sanders aus. Meine Prognose: Sie wird mit einiger Sicherheit am Ende mehr "Pledged Delegates" zur Convention bringen als Sanders, aber nicht die notwendigen 2382 Delegierten.

Super-Delegates werden entscheiden, und sie dürfen ihre Meinung ändern. Und vielen Dems beginnt zu dämmern, daß eine Kandidatur von Hilluminati das einzige ist, was Trump zu einem Sieg verhelfen kann.