Es ist endlich soweit, die Druckerdämonen (keine Ahnung, warum alle immer von Göttern reden) waren gnädig, der Drucker ein teuflisches Genie und sogar das Transportunternehmen war zuverlässig wie ein Vampir blutdurstig ist. Seit heute befindet sich die limitierte Fassung von Rippers in unserem Lager und ab morgen beginnt der Versand. Fürchtet euch, Unholde!!Geht doch. Auf der Seite fand ich dann gleich auch noch den Hinweis, daß die Arbeiten am zweiten Hellfrostabenteuer Dunkle Saat bis in die Lay-Out-Phase gediehen sind, und es am 24.07.2012 erscheinen soll. Na, denn auf.
Dienstag, 3. Juli 2012
Neues von Savage Worlds
Was lange währt wird endlich gut. Christian Löwenthal von den Promethen läßt verlauten:
Freitag, 29. Juni 2012
Die wollten nur spielen...
....leider. Ein bißchen habe ich die Zeichen an der Wand ja schon beim Viertelfinale gesehen. Gestern durfte ich dann - in einer sehr spannenden Partie - mitansehen, wie sich meine Befürchtungen bewahrheiteten. Ich schau mir seit 1978 große Turniere an, und wir hatten noch nie eine Mannschaft, die so gut spielte und so gut auch aufeinander eingespielt war.
Ich hab aber auch nie eine Nationalelf gesehen, die so wenig kämpfen wollte, die das Prinzip "dreckiger Sieg" noch nicht einmal verstanden hat. Das sind elf nette, hochtalentierte Buben, die gestern auf elf nicht viel minder begabte harte Kerle getroffen sind, die siegen wollten, nicht spielen. Der Ausgang war klar. Sicher noch begünstigt durch etwas Pech (was sich aber später egalisierte, als die Italiener drei 100%ige versemmelten) und Löws ausnahmsweise fragliche Taktik in den ersten 45 Minuten, aber das ist nebensächlich.
Kampfgeist fehlt. Wie das aussieht, kann man an der Nacht von Sevilla studieren. Steinzeitfußball, aber der unbedingte Wille zum Siegen ist förmlich zu schmecken. Spielerisch unterlegen, 1:1 in die Verlängerung, dann kurze Schläge und sie liegen 1:3 zurück, und sie kämpfen sich trotzdem in das erste Elfmeterschießen einer WM und gewinnen das. Wie man sowas dann auch noch mit hübschem Spiel erreicht, haben die Deutschen bei der WM 1990 gezeigt, gegen die Engländer und vor allem gegen die Holländer (na, klar)
Kämpfen und Siegen müssen unsere noch lernen. Das ist letztlich das Ziel im Fußball.
Jetzt treffen im Finale also die italienischen Charakterköpfe auf die seelenlosen Kurzpaß-Roboter aus Spanien. Für wen ich da bin ist klar. Forza Azzura!
Ich hab aber auch nie eine Nationalelf gesehen, die so wenig kämpfen wollte, die das Prinzip "dreckiger Sieg" noch nicht einmal verstanden hat. Das sind elf nette, hochtalentierte Buben, die gestern auf elf nicht viel minder begabte harte Kerle getroffen sind, die siegen wollten, nicht spielen. Der Ausgang war klar. Sicher noch begünstigt durch etwas Pech (was sich aber später egalisierte, als die Italiener drei 100%ige versemmelten) und Löws ausnahmsweise fragliche Taktik in den ersten 45 Minuten, aber das ist nebensächlich.
Kampfgeist fehlt. Wie das aussieht, kann man an der Nacht von Sevilla studieren. Steinzeitfußball, aber der unbedingte Wille zum Siegen ist förmlich zu schmecken. Spielerisch unterlegen, 1:1 in die Verlängerung, dann kurze Schläge und sie liegen 1:3 zurück, und sie kämpfen sich trotzdem in das erste Elfmeterschießen einer WM und gewinnen das. Wie man sowas dann auch noch mit hübschem Spiel erreicht, haben die Deutschen bei der WM 1990 gezeigt, gegen die Engländer und vor allem gegen die Holländer (na, klar)
Kämpfen und Siegen müssen unsere noch lernen. Das ist letztlich das Ziel im Fußball.
Jetzt treffen im Finale also die italienischen Charakterköpfe auf die seelenlosen Kurzpaß-Roboter aus Spanien. Für wen ich da bin ist klar. Forza Azzura!
Donnerstag, 28. Juni 2012
Willige Elfenschlampe sucht Immersionsnazi
Okay. Eines der Themen mit Ewigkeitsgarantie im Rollenspiel: Crossplay, oder Cross-Gender-Play oder meinthalben auch Cross-Sex-Play, also diese Situationen, wenn der Brillenträger mit Bart, Chemiediplom und Methanproduktion auf Kraftwerksniveau das Halblingsmädel mit Lack-und-Leder-Tendenzen gibt und alles angräbt, was bei "Drei" nicht auf dem Baum ist. Was übrigens ab der nächsten Stufe auch nicht mehr nützt, weil dann "Klettern" gelernt wird. (So zumindest eines der Klischees.)
Ein Dauerbrenner, kaum zu glauben, fast wie der Untergang des EURO auf den Titelblättern des Ehemaligen Nachrichtenmagazins. Gefühlt einmal im Monat wird das Thema irgendwo besprochen.
Jetzt wieder beim AA!-Podcast. Der ist cool. Aber auch etwas verstörend. Die Zahl barttragender SL ist ein bißchen zu sehr auf Klischeehöhe, und außerdem höre ich da andauernd Volker Pispers, nur vollkommen ohne Pointen. Gute Episode, oder besser solide, denn neue Erkenntnisse bleiben eigentlich aus. Dafür gibts einiges Persönliche über Immersionsnazis und willige Elfinnen. Ich bin da ja (mittlerweile) auf Tsu's Seite (Welche die ist? Hört halt rein.). Prinzipiell bleibt die Verwunderung, daß Frauen in den Spielen der SL dort keine Schuhe kaufen. Mmmmh.
Da ist der Link.
Natürlich gibt's dazu wieder seitenweise Diskussion. Wer noch ausführlichere Forums-Diskussionen zum Thema möchte, da wäre diese hier oder auch diese hier, die hängen zusammen. Zusammen 700 Beiträge. Damit wäre dann alles gesagt.
Oder auch nicht. Der nächste Monat kommt bestimmt.
Ein Dauerbrenner, kaum zu glauben, fast wie der Untergang des EURO auf den Titelblättern des Ehemaligen Nachrichtenmagazins. Gefühlt einmal im Monat wird das Thema irgendwo besprochen.
Jetzt wieder beim AA!-Podcast. Der ist cool. Aber auch etwas verstörend. Die Zahl barttragender SL ist ein bißchen zu sehr auf Klischeehöhe, und außerdem höre ich da andauernd Volker Pispers, nur vollkommen ohne Pointen. Gute Episode, oder besser solide, denn neue Erkenntnisse bleiben eigentlich aus. Dafür gibts einiges Persönliche über Immersionsnazis und willige Elfinnen. Ich bin da ja (mittlerweile) auf Tsu's Seite (Welche die ist? Hört halt rein.). Prinzipiell bleibt die Verwunderung, daß Frauen in den Spielen der SL dort keine Schuhe kaufen. Mmmmh.
Da ist der Link.
Natürlich gibt's dazu wieder seitenweise Diskussion. Wer noch ausführlichere Forums-Diskussionen zum Thema möchte, da wäre diese hier oder auch diese hier, die hängen zusammen. Zusammen 700 Beiträge. Damit wäre dann alles gesagt.
Oder auch nicht. Der nächste Monat kommt bestimmt.
Dienstag, 26. Juni 2012
Libera te tutemet ex inferis - eine wahre Geschichte
Irgendwo in den Weiten des noch-sowjetischen Sibiriens. An der experimentellen Bohranlage SG-3 hat man eine Tiefe von 14 km erreicht. Ein Hohlraum wurde angebohrt, die Meßanlagen spielen verrückt und zeigen Temperaturen über 1000 Grad, obwohl 180 Grad Celsius zu erwarten waren. Der Geologe Dr. Azzacov, Leiter des Projekts, beschließt, neben seismischen auch hitzebeständige akustische Sensoren ins Bohrloch hinabzulassen, um wie üblich die Geräusche der Tektonik zu erfassen.
Sie übertragen ein seltsam schwankendes, hohes Pfeifen. Als der Tontechniker die Geräusche sehr viel langsamer wieder abspielt, fällt die versammelte Mannschaft an Wissenschaftlern in geschocktes Schweigen. Sie hören die Schreie der Verdammten, ein tausendstimmiger Chor kochender Seelen. Libera te tutemet ex inferis. Das russische Weltrekord-Projekt hat die Hölle angebohrt.
So will es die Legende. Oder der Hoax, je nachdem, wie man es nimmt. Rich Buhler erklärt die faszinierende Geschichte hinter der Legende, ein absurder Tanz mit finnischen Missionaren, amerikanischen Fundamentalchristen, die das Licht sehen, und einem Norweger mit seltsamem Sinn für Humor.
Ich wollte das ja in American Nitemare einbauen, getreu dem Kampagnenmotto "these are stories based on true stories based on lies", aber im Endeffekt paßte es dann doch nicht so gut. Insofern stell ich es hier mal rein, auf daß es nicht vergessen werde. Ich denke bei Call of Cthulhu oder Unknown Armies kann man da was anfangen.
Sie übertragen ein seltsam schwankendes, hohes Pfeifen. Als der Tontechniker die Geräusche sehr viel langsamer wieder abspielt, fällt die versammelte Mannschaft an Wissenschaftlern in geschocktes Schweigen. Sie hören die Schreie der Verdammten, ein tausendstimmiger Chor kochender Seelen. Libera te tutemet ex inferis. Das russische Weltrekord-Projekt hat die Hölle angebohrt.
So will es die Legende. Oder der Hoax, je nachdem, wie man es nimmt. Rich Buhler erklärt die faszinierende Geschichte hinter der Legende, ein absurder Tanz mit finnischen Missionaren, amerikanischen Fundamentalchristen, die das Licht sehen, und einem Norweger mit seltsamem Sinn für Humor.
Ich wollte das ja in American Nitemare einbauen, getreu dem Kampagnenmotto "these are stories based on true stories based on lies", aber im Endeffekt paßte es dann doch nicht so gut. Insofern stell ich es hier mal rein, auf daß es nicht vergessen werde. Ich denke bei Call of Cthulhu oder Unknown Armies kann man da was anfangen.
Montag, 25. Juni 2012
Der Spuk von Schreckensfels
So, mein erstes deutsches PF-Produkt ist in meinen Händen. Als Teil meines Honorars / Preisgelds vom letzten SaWo-Contest bin ich das Risiko mal eingegangen. Bisher kannte ich die AP-Originale von Paizo, nicht ihre deutschen Übersetzungen.
Erster Eindruck: Das Original im 1:1. Der Umsteiger aufs deutsche PF weiß also genau, was ihn erwartet. Die Übersetzung - in sehr kleiner Type, das ist nicht seniorenfreundlich - erscheint robust und kompetent von Ulrich-Alexander Schmidt und Jan Enseling durchgeführt. Vielleicht hätte man das titelgebende Harrowstone nicht so falsch-assoziierend mit "Schreckenfels" übersetzen sollen, zumal "to harrow" "plagen" bedeutet... Aber ansonsten erscheint mir die Übersetzung gut gelungen und das Korrektorat in Ordnung.
Erster Eindruck: Das Original im 1:1. Der Umsteiger aufs deutsche PF weiß also genau, was ihn erwartet. Die Übersetzung - in sehr kleiner Type, das ist nicht seniorenfreundlich - erscheint robust und kompetent von Ulrich-Alexander Schmidt und Jan Enseling durchgeführt. Vielleicht hätte man das titelgebende Harrowstone nicht so falsch-assoziierend mit "Schreckenfels" übersetzen sollen, zumal "to harrow" "plagen" bedeutet... Aber ansonsten erscheint mir die Übersetzung gut gelungen und das Korrektorat in Ordnung.
Sonntag, 24. Juni 2012
Narrative statt Nachrichten
Im Falle Syrien erleben wir seit über einem Jahr ein einseitiges Meinungsbild, das die syrische Diktatur als alleinigen Urheber alles Schlechten in Syrien darstellt. Belege sind ausschließlich "Internetvideos", "gut unterrichtete Kreise" und nicht überprüfbare Aussagen der Rebellen.
Nicht, daß ich dem Assad-Regime (und etlichen anderen) und den assoziierten Folterschergen nicht den ganzen Dreck zutrauen würde, aber wissen, wissen tu ich nix. Die Kollegen in den Redaktionsstuben von Tagesschau & Co wissen ebenfalls nix, was sie und die Reporter vor Ort nicht daran hindert, ein parteiisches Bild zu zeichnen.
Im Propgandasprech nennt man solche "Nachrichten" korrekt eine "Narrative", eine Erzählung. Das bedeutet, daß alle lancierten "News" tatsächlich der Erzähl- bzw. Wirkungsintention jener folgen, die die Nachrichten lancieren. Hier wird systematisch die Propaganda für die militärische Intervention gefahren. Wir kennen das aus dem Kosovo-Krieg, der thematisch sehr ähnlich angelegt war, aus dem ersten (Brutkastenlüge) und zweiten Irakkrieg ("Weapons of Mass Destruction") etc. pp. Wie Geheimdienst und Militärs solche Operationen planen, ist der Operation Northwood zu entnehmen.
Seit Beginn der Syrienkrise gab es Augenzeugenberichte, zunehmend in unabhängigen Medien teils (weit) abseits des Mainstreams, die andere Sichtweisen verbreiten. Bei aller hier gebotenen Vorsicht wurden schon früh Fragen nach der Verwicklung der amerikanischen Regierung (der ein Sprengen der Achse Syrien-Iran gelegen käme) und der türkischen Regierung, die ein doppelbödiges (und mit dem NATO-Jet jetzt auch ein sehr gefährliches Spiel) um Macht und Einfluß in der Region spielt, gestellt.
Gerade zu den Schlüsselthemen "Massakker in Homs und Hula" ist die Lage alles andere als "Rebellen vs. Regierung" und "Regierung ist böse". Bereits vor einigen Wochen hat der französische Bischof Philip Tournyol Clos nach seiner Rückkehr aus Syrien ein differenzierteres Bild gezeichnet, die Taktiken der "Rebellen" (die keineswegs eine einheitlich Gruppe sind) und die Bedeutung der Religion (ja, auch mal wieder) thematisiert. Aber er auch war nur ein Rufer in der Wüste.
Spät, zu spät, kommt jetzt auch der journalistische Mainstream seiner Aufgabe nach, differenziert zu berichten. Zumindest ein Teil davon.
Nicht, daß ich dem Assad-Regime (und etlichen anderen) und den assoziierten Folterschergen nicht den ganzen Dreck zutrauen würde, aber wissen, wissen tu ich nix. Die Kollegen in den Redaktionsstuben von Tagesschau & Co wissen ebenfalls nix, was sie und die Reporter vor Ort nicht daran hindert, ein parteiisches Bild zu zeichnen.
Im Propgandasprech nennt man solche "Nachrichten" korrekt eine "Narrative", eine Erzählung. Das bedeutet, daß alle lancierten "News" tatsächlich der Erzähl- bzw. Wirkungsintention jener folgen, die die Nachrichten lancieren. Hier wird systematisch die Propaganda für die militärische Intervention gefahren. Wir kennen das aus dem Kosovo-Krieg, der thematisch sehr ähnlich angelegt war, aus dem ersten (Brutkastenlüge) und zweiten Irakkrieg ("Weapons of Mass Destruction") etc. pp. Wie Geheimdienst und Militärs solche Operationen planen, ist der Operation Northwood zu entnehmen.
Seit Beginn der Syrienkrise gab es Augenzeugenberichte, zunehmend in unabhängigen Medien teils (weit) abseits des Mainstreams, die andere Sichtweisen verbreiten. Bei aller hier gebotenen Vorsicht wurden schon früh Fragen nach der Verwicklung der amerikanischen Regierung (der ein Sprengen der Achse Syrien-Iran gelegen käme) und der türkischen Regierung, die ein doppelbödiges (und mit dem NATO-Jet jetzt auch ein sehr gefährliches Spiel) um Macht und Einfluß in der Region spielt, gestellt.
Gerade zu den Schlüsselthemen "Massakker in Homs und Hula" ist die Lage alles andere als "Rebellen vs. Regierung" und "Regierung ist böse". Bereits vor einigen Wochen hat der französische Bischof Philip Tournyol Clos nach seiner Rückkehr aus Syrien ein differenzierteres Bild gezeichnet, die Taktiken der "Rebellen" (die keineswegs eine einheitlich Gruppe sind) und die Bedeutung der Religion (ja, auch mal wieder) thematisiert. Aber er auch war nur ein Rufer in der Wüste.
Spät, zu spät, kommt jetzt auch der journalistische Mainstream seiner Aufgabe nach, differenziert zu berichten. Zumindest ein Teil davon.
Samstag, 23. Juni 2012
Zeichen an der Wand
Ha, jetzt labern alle, das 4:2 gegen Griechenland sei das das beste Spiel der Deutschen bei dieser EM gewesen. Wegen vier Toren und so. Beschissene Eventfans, Jubelperser, Modefans, Nichtsblicker (Nörgler gibts natürlich auch). Es war das bisher schlechteste Spiel der Deutschen bei dieser EM.
Warum?
Unsere haben zwei Tore von den Griechen gefangen. Zwo! Die rechte Abwehrseite war de facto nicht existent, und Boateng provozierte (mal wieder) einen Elfer. So schön (und unglaublich verschwenderisch mit Großchancen) das deutsche Angriffsspiel war; eine abgezocktere Mannschaft als die Griechen hätte unsere heute auseinander genommen wie ein Brathähnchen auf dem Oktoberfest. Links war es etwas besser, weil da die defensive Unfähigkeit (Schürrle! Schürrle! Schürrle!) näher am gegnerischen Strafraum lag, und die Griechen nur unentschlossen nachsetzten, so daß die Durchbrüche abgeriegelt werden konnten. Bis auf den Gegentreffer natürlich.
So wird das nix. Das war defensiv ganz schlimm.
Ansonsten: Offensiv traumhaft, wenn auch inneffizient. Das war das beweglichste Angriffsspiel der Deutschen in diesem Turnier. Klasse. Immer auffälliger wird, daß Löw nicht mehr unbedingt dem großen Vorbild Spanien nacheifert, sondern variantenreicher als bloß Kurzpaß-Kreisel und steil durch die Mitte spielen läßt. Sehr gut. Ein Gruß geht an die tapferen Griechen und Kudos für Salpingidis stolzen Abschied von den Fans nach dem verwandelten Elfmeter.
Wir können uns darauf einigen, daß es das bisher schönste Spiel der deutschen Mannschaft bei dieser EM war. Aber schön ist nicht zwangsweise gut. Wir sind drei Turniere hintereinander in Schönheit gestorben, bitte nicht wieder.
Was wünsch ich mir? Bessere, viel bessere Defensivarbeit im Halbfinale und weniger Schwenks auf Richard-Nixon-Gedächtnis-Buckel in Kotze-Blazern.
Warum?
Unsere haben zwei Tore von den Griechen gefangen. Zwo! Die rechte Abwehrseite war de facto nicht existent, und Boateng provozierte (mal wieder) einen Elfer. So schön (und unglaublich verschwenderisch mit Großchancen) das deutsche Angriffsspiel war; eine abgezocktere Mannschaft als die Griechen hätte unsere heute auseinander genommen wie ein Brathähnchen auf dem Oktoberfest. Links war es etwas besser, weil da die defensive Unfähigkeit (Schürrle! Schürrle! Schürrle!) näher am gegnerischen Strafraum lag, und die Griechen nur unentschlossen nachsetzten, so daß die Durchbrüche abgeriegelt werden konnten. Bis auf den Gegentreffer natürlich.
So wird das nix. Das war defensiv ganz schlimm.
Ansonsten: Offensiv traumhaft, wenn auch inneffizient. Das war das beweglichste Angriffsspiel der Deutschen in diesem Turnier. Klasse. Immer auffälliger wird, daß Löw nicht mehr unbedingt dem großen Vorbild Spanien nacheifert, sondern variantenreicher als bloß Kurzpaß-Kreisel und steil durch die Mitte spielen läßt. Sehr gut. Ein Gruß geht an die tapferen Griechen und Kudos für Salpingidis stolzen Abschied von den Fans nach dem verwandelten Elfmeter.
Wir können uns darauf einigen, daß es das bisher schönste Spiel der deutschen Mannschaft bei dieser EM war. Aber schön ist nicht zwangsweise gut. Wir sind drei Turniere hintereinander in Schönheit gestorben, bitte nicht wieder.
Was wünsch ich mir? Bessere, viel bessere Defensivarbeit im Halbfinale und weniger Schwenks auf Richard-Nixon-Gedächtnis-Buckel in Kotze-Blazern.
Donnerstag, 21. Juni 2012
Die Qual der Wahl.
Die Promethen machen weiter mit Hellfrost, großes Kino, und stellen sich die Frage: Zuerst Monsterbuch oder Weltenbuch? Na, für mich ist die Antwort klar, und im Tanelorn hab ich auch schon abgestimmt. Weltenbuch zuerst; es ist schwerer, nach einem halben Jahr Spiel ggf. Settingsetzungen retconnen zu müssen als ein paar Monsterwerte. Gerade bei Savage Worlds trifft das zu.
In jedem Falle aber: Bessere Übersetzung. Wobei die schlimmsten Verunstaltungen in der Hellfrost-Nomenklatur natürlich nicht mehr revidierbar sind (*seufz*).
In jedem Falle aber: Bessere Übersetzung. Wobei die schlimmsten Verunstaltungen in der Hellfrost-Nomenklatur natürlich nicht mehr revidierbar sind (*seufz*).
Mittwoch, 20. Juni 2012
Intellektuelle Insolvenz
Christian Paul, Lukas Rilke, Peter Ahrens und Rafael Buschmann. Muß man sich nicht merken die Namen. Sie stehen allerdings dafür, was bei großen, angesehenen (bei wem eigentlich noch?) Online-Medien als "Qualitätsjournalismus" gilt, der besonders geschützt werden müsse. Die vier haben einen "Artikel" geschrieben, in dem sie den bisherigen Verlauf der EM "analysieren".
Wer den Artikel liest, wird dümmer. Ich verlink ihn trotzdem.
Die seit 1988 spielerisch hochwertigste Vorrunde der EM-Geschichte wird hier aus der Sicht von vier Männern bewertet, die keine Ahnung von Fußball haben. Keine. Gar keine. Überhaupt keine. Zilch. De nada. Null. Höhepunkt der Ignoranz, wirklich, war die Beschreibung des Spieles Italien vs. Spanien, indem man eine "altmodische Dreierkette" auszumachen glaubte.
Hust. Eine flexible Dreierkette vielleicht, aber altmodisch?! Prandellis 3(5)-5(3)-2 ist ein taktischer Geniestreich gewesen. Daneben gab in dieser hochklassigen Partie eine weitere taktische Auffälligkeit, nämlich der spanische falsche Neuner. Wobei, da seid ihr in guter Gesellschaft. Keiner der "Experten" im Fernsehen (auch auf ITV, BBC und ESPN nicht) hat auch nur ansatzweise geschnallt, was da auf dem Rasen geschah. Auch die Klasse von Deutschland gegen Portugal ist ja weitgehend unentdeckt geblieben. Mal hier reingucken und hier. Hilft Ignoranz zu erodieren, und ich muß mir die Arbeit nicht machen.
Neben vollkommener Ignoranz in Sachen Fußball ist auch noch ein erschreckender Mangel an simpler Logik und Allgemeinbildung in diesem "Artikel" festzustellen. Kostprobe: "(....) mit Englisch kam man nicht immer so weit, wie man sich das erhofft hatte. Kyrillisch wäre deutlich hilfreicher gewesen." Wie kommt sowas bittschön in ein Onlinemedium? Gibts da keinen Lektor?
Also, ihr vier Nasen. Wenn ihr euch mal wieder zusammensetzt, um über irgendwas zu sprechen, dann schreibt es bitte auf keinen Fall auf. Verschont Fußball. Und falls ihr doch auf das Thema kommt, redet über die Haare von Ronaldo. Das dürfte euch nicht überfordern (hoffentlich). Wobei ich euch zu eurer Titelgebung gratulieren muß: "Stumpf ist Trumpf". Treffender gehts nicht. Oder war das jemand anders? Hat der Lay-Outer euren Unsinn lesen müssen und die Überschrift gewählt?
Leistungsschutzrecht, also wirklich.
Wer den Artikel liest, wird dümmer. Ich verlink ihn trotzdem.
Die seit 1988 spielerisch hochwertigste Vorrunde der EM-Geschichte wird hier aus der Sicht von vier Männern bewertet, die keine Ahnung von Fußball haben. Keine. Gar keine. Überhaupt keine. Zilch. De nada. Null. Höhepunkt der Ignoranz, wirklich, war die Beschreibung des Spieles Italien vs. Spanien, indem man eine "altmodische Dreierkette" auszumachen glaubte.
Hust. Eine flexible Dreierkette vielleicht, aber altmodisch?! Prandellis 3(5)-5(3)-2 ist ein taktischer Geniestreich gewesen. Daneben gab in dieser hochklassigen Partie eine weitere taktische Auffälligkeit, nämlich der spanische falsche Neuner. Wobei, da seid ihr in guter Gesellschaft. Keiner der "Experten" im Fernsehen (auch auf ITV, BBC und ESPN nicht) hat auch nur ansatzweise geschnallt, was da auf dem Rasen geschah. Auch die Klasse von Deutschland gegen Portugal ist ja weitgehend unentdeckt geblieben. Mal hier reingucken und hier. Hilft Ignoranz zu erodieren, und ich muß mir die Arbeit nicht machen.
Neben vollkommener Ignoranz in Sachen Fußball ist auch noch ein erschreckender Mangel an simpler Logik und Allgemeinbildung in diesem "Artikel" festzustellen. Kostprobe: "(....) mit Englisch kam man nicht immer so weit, wie man sich das erhofft hatte. Kyrillisch wäre deutlich hilfreicher gewesen." Wie kommt sowas bittschön in ein Onlinemedium? Gibts da keinen Lektor?
Also, ihr vier Nasen. Wenn ihr euch mal wieder zusammensetzt, um über irgendwas zu sprechen, dann schreibt es bitte auf keinen Fall auf. Verschont Fußball. Und falls ihr doch auf das Thema kommt, redet über die Haare von Ronaldo. Das dürfte euch nicht überfordern (hoffentlich). Wobei ich euch zu eurer Titelgebung gratulieren muß: "Stumpf ist Trumpf". Treffender gehts nicht. Oder war das jemand anders? Hat der Lay-Outer euren Unsinn lesen müssen und die Überschrift gewählt?
Leistungsschutzrecht, also wirklich.
Kick in the Ass!
Kickstarter und andere Crowdfunding-Projekte sind ja mittlerweile so en vogue, daß sie mir gehörig auf die Nerven gehen. Jetzt aber haben deutsche Autoren ein Crowdfunding-Projekt auf die Beine gestellt, um dessen Unterstützung ich hier werbe:
Sie wollen, daß die VG Wort die Anteile an Autoren und andere Urheber ausschüttet, die dieser Gruppe rechtmäßig zustehen. Für die notwendige Klage sammeln sie das Geld via Crowdfunding. Das Ganze ist technisch etwas unbeholfen gelöst, weswegen ich für weitere Hintergrundinfos auch auf diesen Telepolis-Artikel verlinke.
Sie wollen, daß die VG Wort die Anteile an Autoren und andere Urheber ausschüttet, die dieser Gruppe rechtmäßig zustehen. Für die notwendige Klage sammeln sie das Geld via Crowdfunding. Das Ganze ist technisch etwas unbeholfen gelöst, weswegen ich für weitere Hintergrundinfos auch auf diesen Telepolis-Artikel verlinke.
Dienstag, 19. Juni 2012
Bedingungsloses Grundeinkommen für Abzocker...
...ist jetzt in Deutschland nichts soooo Neues, ich weiß. Wer hierzuland von Kapitalerträgen lebt, zahlt lächerliche Steuern (wenn überhaupt), und ob (und wie) eine Finanztransaktionssteuer kommt, steht auch in den Sternen. Aber was sich jetzt abzeichnet, das ist denn doch heftiger Tobak. Die "Regierung" in Berlin arbeitet, wenn es auch bei der breiten Bevölkerung unter dem Radar durchgeht, an einem sog. Leistungsschutzrecht für Verlage. Was das ist?
Dieser Entwurf ist nun draußen, und selbst Udo Vetter vom lawblog übersieht in seinem oben verlinkten Beitrag die vollständigen Implikationen. Es handelt sich dabei um eine - weltweit einzigartige - Gelddruckmaschine für jedermann, die von Google und anderen Suchmaschinen gespeist wird.Wie es geht, erklärt uns Marius Sixtus auf seinem Blog.
Ist das nicht geil? Die FDP-Justizministerin führt das bedingungslose Grundeinkommen in Deutschland ein, und internationale Megakonzerne dürfen es bezahlen.
Einer muß mich pieksen. .
Verleger sollen ein eigenständiges Verwertungsrecht für ihre Presseerzeugnisse erhalten. Wer diese Erzeugnisse auch nur zu kleinsten Teilen übernimmt, kann mit Unterlassungs- und Schadensersatzansprüchen überzogen werden.Das klingt jetzt zunächst einmal irgendwie unverfänglich. Über das prinzipielle Anliegen kann man ja debattieren. Die praktische Umsetzung jedoch? Oh je. Zum Referentenentwurf zieht Udo Vetter folgendes Fazit:
Heute ist der Referentenentwurf aus dem Justizministerium an die Öffentlichkeit gelangt. Das Papier ist ein Konjunkturprogramm für Rechtsanwälte. Gleichzeitig ist es ein Kniefall vor der Verlegerlobby. Die schlimmsten Befürchtungen haben sich damit bestätigt.Nun halte ich Frau Leutheuser-Schnarrenberger trotz meiner genetisch bedingten (IQ > Schuhgröße, Empathierudimente vorhanden) Aversion gegen die FDP a) für nicht blöde und b) für eine tatsächlich altmodische "Liberale". Es ist bekannt, daß sie das Leistungsschutzrecht eigentlich nicht will, aber nach Koaltionsvertrag dazu gezwungen ist, einen Entwurf vorzulegen.
Dieser Entwurf ist nun draußen, und selbst Udo Vetter vom lawblog übersieht in seinem oben verlinkten Beitrag die vollständigen Implikationen. Es handelt sich dabei um eine - weltweit einzigartige - Gelddruckmaschine für jedermann, die von Google und anderen Suchmaschinen gespeist wird.Wie es geht, erklärt uns Marius Sixtus auf seinem Blog.
Ist das nicht geil? Die FDP-Justizministerin führt das bedingungslose Grundeinkommen in Deutschland ein, und internationale Megakonzerne dürfen es bezahlen.
Einer muß mich pieksen. .
Sonntag, 17. Juni 2012
Glückwunsch...
...Griechenland. Ihr seid im Viertelfinale, mit Einsatz, Chuzpe, Einsatz, Herz, noch mehr Einsatz und angesichts der Schiedsrichter"leistung" auch hoch verdient. Der Underdog hat sich durchgesetzt, und das zu Recht gegen pomadig spielende, stellenweise überharte Russen.
Was mich als Fußballpatrioten stört: Die Chancen unserer Mannschaft stehen gut bereits im Viertelfinale auf Euch zu treffen, was meine Loyalitäten spalten dürfte... Naja. Hauptsache die Uckermärckerin im Kanzleramt hat den Verstand und die Sensibilität, zu dem Spiel nicht auf Kosten des Steuerzahlers anzureisen. Oder auf eigene. Auch dieser Priester, der mangelnde Kriegslust im deutschen Volke bemängelt, soll sich da gefälligst fernhalten.
Und, liebe Griechen, morgen brav wählen gehen, ja?
Was mich als Fußballpatrioten stört: Die Chancen unserer Mannschaft stehen gut bereits im Viertelfinale auf Euch zu treffen, was meine Loyalitäten spalten dürfte... Naja. Hauptsache die Uckermärckerin im Kanzleramt hat den Verstand und die Sensibilität, zu dem Spiel nicht auf Kosten des Steuerzahlers anzureisen. Oder auf eigene. Auch dieser Priester, der mangelnde Kriegslust im deutschen Volke bemängelt, soll sich da gefälligst fernhalten.
Und, liebe Griechen, morgen brav wählen gehen, ja?
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