Freitag, 30. März 2012

Trailerpark

Rollenspieltrailer. Wohl bekomms. :)



Alles via Tanelorn.

"Die Welt ist im Wandel..."

...ich spüre es im Wasser. Ich spüre es in der Erde. Ich rieche es in der Luft. Vieles was einst war ist verloren, da niemand mehr lebt der sich erinnert.
Tatsächlich. Es ändern sich Dinge und man kann sie riechen. Journalisten fragen wieder nach, die Magazine (zumindest im ÖR) gewannen in den letzten Monaten ihren Biß zurück. Was war es, das dies bewirkte? Der Schwarze Donnerstag in Stuttgart? Hat das Bürgertum da begriffen, hat die Mittelschicht da verstanden, daß auch sie nur Verfügungsmasse der Merkel'schen "marktkonformen Demokratie" ist, als die Staatsgewalt lustvoll zeigte, warum sie so genannt wird und es ordentlich auf die Fresse gab? Ich erinnere mich an Frau Slomka vom heute journal, die am selben Abend den Innenminister von BaWü zerlegte und nächsten Tag auch gleich noch den MP des Ländles im Interview anranzte.

Da lachte mein Herz. Es wurde von einem Interviewer nachgehakt.

Vielleicht ist es diese endlose Reihe an Parvenues, an zwielichtigen Charakteren, die uns beherrscht, die sogar ein Felix Krull verachten würde, die das Bürgertum provoziert. Ein Freiherr, der sich einen Doktor herbeibetrügt und sich immer noch als Opfer geriert, ist wohl schwer zu ertragen für selbstbewußte Träger akademischer Würden. Ein Präsident, der Ramschverkauf in seiner Wulffsschanze spielt und nach Erwischtwerden noch auf einem "Ehrensold" (man möchte ausspucken) besteht, während gleichzeitig die Existenz von Menschen wegen eines Cent-Pfandbons  vernichtet wird (und erst die letzte Instanz dieses Widerlichkeit verhindert) - das ist vielleicht so massiv, daß verschüttete Reste bürgerlicher Tugenden wie Ehrlichkeit und Anständigkeit wieder greifen mögen.

Möglicherweise ist es aber auch nur diese ungenierte Zurschaustellung von unfähigstem Mittelmaß in der Führung von Wirtschaft und Politik, Existenzen die sich dreist als "Elite" definieren und oft wirken, als bekämen sie Schwierigkeiten an einer Klippschule zu bestehen. Sie verbinden Raffgier mit dem Ruch der Beeinflußbarkeit ("Laufzeitverlängerung"), stellen offen ihre Verachtung für uns Staatsinsassen zur Schau, bohren, meißeln, hämmern, nagen an den bürgerlichen Freiheiten in echter und virtueller Welt und schleimen an entscheidenden Stellen ein paar Zentimeter zurück ("Energiewende").

Irgendwann muß es zuviel werden, und die Zeichen dafür mehren sich.

Ja, es tut sich was, denn die treuesten Bataillone beginnen abzurücken von dieser Clique, die unser Gemeinwesen vereinnahmt hat: Die Journaille, die die Errichtung dieser eiskalten Republik fast zwei Jahrzehnte mit publizistischem Unterstützungsfeuer begleiteten. Es zeigen sich Risse im festen Fundament der Herrschaft, schmal noch, aber sie weiten sich aus.

Die erzkonservative FAZ schwenkt seit der Krise teilweise um. Kulturchef Schirrmacher ist dafür verantwortlich, und war auch schon sehr eloquent zu Gast bei fefes Podcast "alternativlos". Noch erstaunlicher ist aber, daß sogar das Politressort der FAZ mittlerweile lobende Worte findet für einen Mann namens Gregor Gysie (klingt bekannt, oder?); verhalten zwar und mit Einschränkungen, aber heute durchaus auch mit Gravitas:
Herr Präsident, Frau Bundeskanzlerin, meine Damen und Herren von Union, SPD, FDP und Grünen (...) Mit diesem Vertrag beginnen Sie die Gründung einer europäischen Föderation, der Vereinigten Staaten von Europa, und zwar über eine Fiskalunion. Das aber lässt das Grundgesetz so nicht zu, wie man im Lissabon-Urteil des Bundesverfassungsgerichts nachlesen kann.
Diese Rede (vollständig) hat auch bei den Menschen der FAZ Eindruck hinterlassen, und unausgesprochen weht durch den Artikel die Erkenntnis, daß CDSUFDPSPDGRÜN genau diesen Verfassungsbruch ohne auch nur die Vorspiegelung von Scham zu begehen gedenken. Bemüht sich der Autor noch um "Objektivität" (im Sinne der FAZ), so ledert es in den Kommentaren erst richtig los. Die Kommentarspalte des Blattes, normalerweise ein konservatives Bollwerk am Rande der Finsternis, erfreut diesmal den Leser mit deftigen Worten zähneknirschender Zustimmung.

Am Donnerstagabend berichteten die tagesthemen über Hungerlöhne in unserem Land und wie solches wohl möglich sei. Weil, möchte man da schreien, unser System 12 Jahre lang auf Gewinnmaximierung ohne sozialen Ausgleich getrimmt wurde, mit der radikalsten Umverteilung von unten nach oben und von Volksvermögen in private Taschen in der Geschichte dieser Nation. Aber das wäre kontraproduktiv. Erfreuen wir uns an den zarten Pflanzen kritischer Berichterstattung wie über die ersten Blumen nach einem Wolfswinter.

Zeit wird es für diesen Frühling, denn auf uns warten Herausforderungen, an denen wir scheitern müssen, wenn sich nichts ändert.

Bei unserer Regierung ist Hopfen und Malz verloren, und bei den Stimmbeschaffungsclowns von Grün und SPD nicht minder. Austeritätspolitik in schlimmster Krise ist Flitzekacke (würde glaube ich der Berliner sagen). Was bei uns derzeit als "Krisenpolitk" verkauft wird, wurde bereits eins zu eins vorexerziert von den Regierungen Brünung, Papen, Schleicher. Danach war das Land ein rauchender Trümmerhaufen und eine relative Mehrheit quer durch alle Schichten empfand einen Mann namens Adolf Hitler als vielversprechende und vernünftige Alternative, die man mal ausprobieren könnte. Blieb nicht ganz ohne Nebenwirkungen.

Und damit gut Nacht und viel Glück, wo immer ihr seid.

Donnerstag, 29. März 2012

Erstkontakt

Jetzt gibt es zu Contact, über das ich mich wenig hoffnungsfroh äußerte (gleich zweimal) auf der Homepage einen Quickstart. Also mal reingeschaut in den "Senkrechtstarter". Er umfaßt 20 bunte Seiten, eine Kurzfassung der Regeln und ein Szenario mit vorgefertigten SC. Soweit, so normal.

Artwork

Hier hab ich nach dem schrecklichen Coverbild die Erwartungen weit runtergeschraubt. Die Illus sind von durchwachsener Qualität, einige richtig gut und passend (S. 11), andere erinnern ein wenig an frühe Traveller-Illus. Ganz frühe. Seitenhintergrund sieht schick aus. Als "Icon" funktioniert hier aber wiederum der Quake-Sarge vom verunfallten Cover, in kybernetisch augmentierter Fassung. Warum er auch noch Vampirzähne hat? Keine Ahnung.

Regeln

Okay, Prozentsysteme sind nicht so meins, aber das ist nicht der Grund, warum mich die Kurzregeln (S. 3-6) eher nicht überzeugen. Sie konzentrieren sich zu 99% auf den Kampf. Ini ist mit einer Freeze-Frame-Lösung ähnlich zu Shadowrun 1 in einer Art und Weise gelöst, die ich auch mag. Der Rest... nunja, es erinnert ebenfalls an das alte SR1-System, nur auf W% getrimmt statt W6-Pools. Das wirkt schon auf Papier behäbig. Nicht von SR1 erscheint mir das Schadensystem mit seinen Verkrüppelungen, seinem halben Dutzend Schadensarten etc...

Wie gesagt, die drei Seiten geben nur das Kampfsystem her. Darüberhinaus muß man ein wenig in den SC-Bögen und in der angehängten Übersichtstabelle suchen. Wir erinnern uns an die großartige Fertigkeit "Hauswirtschaft"? Dieser Ansatz wird konsequent erweitert durch Merkmale wie "Pollenallergie". Im GRW soll es dem Vernehmen nach auch eine Stuhlgangtabelle geben. Die wird dann ganz toll die Seite ergänzen, die komplett voll ist mit Verkrüppelungswürfen und Patzern...

Abenteuer

Das Beispielmodul ist ganz nett gemacht, greift einige Klischees aus der Realwelt geschickt auf (UFO-Kulte z.B.) und liefert ein schickes Erkunde-Das-Labor-Szenario (hier eine Funkstelle). Sorgfältig ausgearbeitet, immer mit Blick auf verschiedene Lösungsansätze, ist es sehr gerade aus und gut spielbar. Auf dem begrenzten Raum erzeugt Frank Sauer geschickt aus (möglichem) Bleihagel, einer halbwegs originellen Ausgangslage und doppelbödigen NSC jenes unbehagliche Gefühl, daß hinter den Kulissen weit mehr geschieht.

Fazit

Das Artwork ist nicht ganz so schlimm wie erwartet, das kleinteilige System spricht mich überhaupt nicht an. Insofern wird das GRW wohl definitiv nix für mich. Sollten aber Szenariobände erscheinen, an denen Frank Sauer beteiligt ist, werde ich auf alle Fälle genauer hinschauen. Das Beispielabenteuer ist sehr genre-sicher und macht Lust auf mehr. Das werde ich wohl mal savagen.

Mittwoch, 28. März 2012

John Carter oder: Schiffbruch mit Ansage

Vor einigen Tagen hat sich Logan auf den Fantastischen Welten über das Floppen von John Carter aufgeregt. So wie Tage, ja Wochen zuvor die Euphorie über den bevorstehenden Filmstart durch seinen Blog schwappte, kann man das verstehen, und der Film selbst hat ihm wohl auch gefallen (9,5 von 10 Punkten bei ihm). Also nachvollziehbare Erregung.

Aber Überraschung? Das war doch soooo vorhersehbar, und auch Disney war es ab einem bestimmten (zu späten) Zeitpunkt klar, sonst hätten sie einen derart teuren Film in der sommerlichen Hauptsaison eröffnet. Haben sie aber nicht, um zu verhindern, daß John Carter gegen andere "Mega Blockbuster" antreten muß und noch schlimmer untergeht, als es eh schon der Fall ist (blubb).

Der Film...

Zunächst eine halbwegs objektive (so objektiv ein Subjekt eben sein kann) Betrachtung. Solide inszeniertes Abenteuerwerk. Die Schauspieler agieren kompetent bis gut. Allenfalls Mr. Kitsch als Titelheld hat soviel Charimsa wie ein Edeka-Verkaufsleiter, aber in dieser Story trägt sein Charakter noch keine messianischen Züge, insofern okay. Mir ist der Überstatus seines Charakters nicht ganz klar. 'S kann doll hupf'n, cool, das bringt was nochmal gegen diese Technologie?

CGI ist gut umgesetzt und stellenweise sogar inspiriert, die Ausstattung insgesamt desgleichen. Die Story ist straff, ohne größere Lücken, halbwegs verfolgbar (nach einem Sechserpack wär mir das allerdings schwer gefallen) und auch nicht schlechter als vergleichbare Werke. Der Score ist vernachlässigbar, stört aber nicht weiter, und die Tonmischung weist die zeitgenössischen Ärgerlichkeiten auf.

Dem Film ist allerdings ein grundsätzlicher Bierernst anzumerken, der mir bei diesem Genre gegen den Strich läuft. Auch Kamera und Schnitt sind uninspiriert. Gerade das Editing ist furchtbar altbacken, damit meine ich nicht die Schnittgeschwindigkeit (die ist normal), sondern die Auswahl der Einstellungen und die Rhythmik zwischen den Perspektiven. Das ist ziemlich 1960er Abenteuerfilm italienischer Bauart (Maciste und die Mörderhuren des Sultans oder Robin Hood vs. Jesse James).

...und warum er floppen mußte

A) Mars? Seriously? Mars?! Es ist verdammt leicht, sich in das Star Wars Universum hineinzuversetzen oder nach Mittelerde, Orte reiner Phantasie. Mars ist real. Und verdammt öde und langweilig dazu. 1913 mag der Mars die Phantasie angeregt haben, 100 Jahre später tötet er sie, denn ich muß konstant bei allen "Außenaufnahmen" bewußt mein Wissen verdrängen. Das ist tödlich für die bei solchen Filmen essentielle Suspension of Disbelief. Da ist im Kopf einfach zuviel, was man ausblenden muß.

B) Nix Neues unter der Sonne. Avatar ist ein rauschender Erfolg, Carter floppt, obwohl beide sehr ähnliche Stories haben. Weil beide ähnliche Stories haben, muß das heißen. Borroughs hat mit seinen Barsoom-Novels tonnenweise Tropes erschaffen, die seit den 1930ern in Abenteuerfilmen verwendet werden. Alles, was wir bei Carter auf der Leinwand sehen haben wir woanders schon mehrfach gesehen, und oft sogar inspiriert, statt nur solide wie hier. Ich hab mehrfach gegähnt, überrascht wurde ich nie. Klar, Borroughs hat erschaffen, und die anderen haben geklaut / adaptiert / geborgt (im Sinne der Borg), aber auf der Leinwand wirkt es umgekehrt, wirkt frisch wie der Salat, den man bei MacD morgens um 2 Uhr ordert.

C) Genre. Sword&Planet-Romance ist definitiv kein Genre, das auch nur ansatzweise Frische verströmt, das ist spätestens mit so Typen wie Lin Carter und John Norman vor mehr als 30 Jahren kreativ verendet (nicht hübsch anzusehen) und zu einer grotesken Parodie seiner selbst verkommen. Revitalisierungsversuche (z.B. von einem Typen namens Gramlich) lesen sich i.d.R. auch wie besonders schlimme Zugunglücke, wie sie im Norden Chinas passieren. Der Boah-Endlich-ein-Film-in-dem-Genre-Effekt, den gab es von vorneherein nicht.

Das sind mMn die drei Klötze am Bein, mit denen dieser als Blockbuster intendierte Film in die Kinos startete.

Um trotz dieses Ballasts zu fliegen, hätte er außergewöhnlich sein müssen, vom Schlag eines Raiders of the Lost Ark, der vor drei Jahrzehnten den klassischen Abenteuerfilm als Genre reetablierte, oder auch Pirates of the Caribbean, der aus den toten Tropes des Piratenfilms was Frisches zauberte, das vier erfolgreiche Filme anhielt (von denen zwei immerhin ansehbar sind, ohne sich vorher dumm zu saufen). Er hätte einen Hauptdarsteller mit der Wucht eines jungen Harrison Ford oder der Verschrobenheit eines Johnny Depp gebraucht, einen Autor mit der Instinktsicherheit eines Lawrence Kasdan, dessen Erstfassung schon vom Papier abhebt und kaum zu bändigen ist.

Mit dieser biederen Hausmannskost, die ich da gesehen habe, schafft man das aber nicht. John Carter ist solides Handwerk, ein kompetenter Film, der durch seinen stoffimmanenten Ballast sinkt wie ein Stein und allenfalls dazu taugt, einige Leute glücklich zu machen, die John Carter als Buch kennen und lieben, wie z.B. Logan.

Das sind aber nicht viele.

Was ich nicht verstehe: Die Probleme liegen offen auf der Hand. Wie ein Studio da 250 Millionen Dollar reinpumpen kann, ist mir nicht klar (von den weiteren 100 Mio fürs Marketing reden wir nicht). Andererseits: Vielleicht bin ich deswegen auch nicht Exec bei Warner oder Disney. Ich verstehs halt nicht...

Dienstag, 27. März 2012

Tja, sie sinds zufrieden

Gerade via Nandurion die DSA-Umfrageergebnisse auf Ulisses entdeckt. So gerne ich ja auf DSA 4.X rumhacke, auf Erscheinungen des Fandoms und auf Gleisverlegarbeiten in den Abenteuern, es bewahrheitet sich bei fast 2000 Rückläufen etwas, was ich auch bereits in hitzigen Debatten im Tanelorn gesagt habe: DSA macht was richtig. Ich weiß nicht was es ist, aber die Spieler sind glücklich wie die Schweine mit ihrem Regelmonster und ihrer tüddelig-detailverliebten Welt.

Alle Debatten um "Dysfunktionalitäten" (ist eh so ein Reizthema von mir), die es in den letzten Monaten wieder gab, alle Gedankenspiele um ein dreigliedriges Regelsystem, das alle Spielstile gemäß irgendeiner reinen Lehre befriedigen soll, um Verschlankung, um "Gamisierung" à la SaWo, um Erzählgehampel à la FATE - seien wir ehrlich, Ulisses wäre wahnsinnig auch nur hinzuhören bei 86% Zufriedenheit mit ihrem Regelwerk. Fundamentale Änderungen können ihnen nur schaden, Platz für Verbesserungen ist immer. Aber wenn sie schlau sind, werden sie das behutsam angehen und die Geschmacksrichtung zu 100% beibehalten.

Da können wir Anders- und Besserspieler eben nur die Realität anerkennen. Der Rest ist Schweigen.

(Wüßte nur zu gerne, ob ich damals mitgemacht habe, und auch so ein Abenteuer bekommen werde.)

Wohnsitz Abgrund

Rösler habe in den Abgrund geschaut, so verlautete es Montagabend irgendwann in der ARD, und es offenbarte mehr über den desolaten Zustand der dort vegetierenden Journalistenhirne (im Glas?), als über die Realität. Lieber unbekannter Journalist (jaja, ich weiß, Deinen Namen haben sie genannt, aber kümmert mich das?), lieber unbekannter Journalist, denke, höre, lerne: Röslers offizieller Wohnsitz ist der Abgrund schon seit Monaten.

Gelegentlich schaut er halt nochmal raus; nicht verwechseln, bitte.

Samstag, 24. März 2012

Retroklon DDR: Vage Vorstellungen

DDR bestünde aus dem Regelkern und einem erweiterten Teil. Der Regelkern umfaßte dabei die Regeln des BdR 1 von Kiesow, würde aber drastisch umstrukturiert, denn offengestanden ist das Buch ein wildes Durcheinander (so stehen z.B. die Fernkampfregeln im Ausrüstungsteil). Die Texte kann man fast nahtlos übernehmen, sie müßten nur anders angeordnet und an einigen Stellen ergänzt werden. Die einzigen Änderungen/ Erweiterungen des Regelkerns wären das Qualitätskampfsystem (Attackequalität erschwert Parade), Präzisierungen beim Magiesystem (das erstaunlich schwammig ist) und ein rudimentäres Bewegungssystem, da das im BdR wirklich auf reines Handwedeln angeleget ist. Sonst bliebe Kiesows (und Fuchs') Arbeit unangetastet.

Im erweiterten Teil kämen dann zwei größere optionale Systeme zum Einsatz. Zum einen das Thema Waffenmeisterschaft, zum anderen das rudimentäre Talentsystem, das ich ja schon geposted habe. Letzteres widerspricht allerdings meiner Auffassung von "Ur-DSA" ein wenig.

"Stimmiger" und mehr im Einklang mit dem Regelgeist erscheint mir da ein System wie das der "Secondary Skills" aus AD&D 2 (PHB S. 53). Talente existieren darin nicht, alles wird über Attributsproben geregelt, aber falls ein SC einen Secondary Skill hat, der das Probenproblem abdeckt (z.B. "Klettern" (über KK) und der Charakter hat als Hintergrundfertigkeit "Bergsteiger"), erhält er einen Bonus von 7. Außerdem würden in diesem Teil Einzelfragen wie Lichtquellen, Lauschen, Klettern, Marschzeiten geklärt werden.

Tja, und dann bräuchte man noch Hilfe, die für Gotteslohn und ewige Dankbarkeit arbeitet: Eine/n Illustrator/in und eine/n Lay-Outer/in, die in der Lage sind, den Holitzka-Talbot-Charme in die Moderne zu überführen.

Freitag, 23. März 2012

Freitagsfutter VII

Bislang gabs für meine Verhältnisse erstaunlich viel Veggie-Taugliches in dieser Kolumne und einige meiner liebsten exotischen Rezepte. Daher jetzt mal was ordentlich Deutsches, und wer sagt Schweinsbraten sei nur was für den Winter, dem sei entgegengerufen: Es ist der Schweinsbraten, der einen deutschen Rollenspieler bei Kräften hält.

Schweinsbraten mit Biersauce (4 bis 5 Personen)

  • 3 Pfund Schweineschulter ohne Schwarte und Knochen (ggf. Schweinenuß)
  • 3 Knoblauchzehen
  • 500g Suppengemüse (Lauch, Karotten, Petersilienwurzel, Sellerie)
  • 4 Zwiebeln
  • Salz
  • Pfeffer
  • Kümmel
  • getr. Thymian
  • 1/4 l Brühe
  • 3/4 l Helles bayrisches Bier (Oberelchinger Hell, Klostergold, Tegernseer Spezial)

Zubereitung

  1. Backofen auf 200 Grad vorheizen
  2. Derweil den Braten mit den Knoblauchzehen spicken. Dazu die Zehen in schmale Streifen schneiden.
  3. Das Gemüse schälen, putzen, würfeln und in eine Auflaufform geben
  4. Die Zwiebeln schälen, viertel und dazu
  5. Das ganze mit getr. Thymian (1 TL) abstreuen und mit 1/4 l Bier in den Ofen geben.
  6. Butterschmalz erhitzen. Das Fleisch von allen Seiten darin scharf anbraten und dabei großzügig mit Salt und Pfeffer und vorsichtig mit Kümmel würzen.
  7. Dann ab damit aufs Gemüsebett in den Ofen.
  8. Den Bratfond in der Pfanne mit der Brühe ablöschen und drüber.
  9. Nach 1 Stunde das restliche Bier drüßbergießen.
  10. Nach 2 Stunden den Ofen ausschalten. Das Fleisch entnehmen und in Alufolie packen und im Ofen ruhen lassen.
  11. Gemüse mit Bratfond entnehmen und abseien, den Fond natürlich auffangen. Das Gemüse in einem Topf warmstellen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  12. Den Bratfond nochmal aufkochen. Abschmecken.
  13. Den Braten aus der Alufolie nehmen, die gesammelte Flüssigkeit in der Folie zur Sauce gießen. 
  14. Sauce anbinden.
  15. Servieren dünn (0,5 cm) aufgeschnitten mit breiten Bandnudeln, dem Gemüse auf der Seite und der Sauce. Dazu paßt (natürlich) das Bier, das man auch zum Kochen verwendet hat. 

Besser als Nudeln passen dazu natürlich noch hausgemachte Kartoffelknödel. Wenn ich Zeit habe, werde ich ein Rezept dazu noch am Freitag hier ans Post anhängen.

Update: Beilage Kartoffelknödel (ca. 10 Stück)

Zutaten

  • 1000g Pellkartoffeln, kalt, geschält
  • ca. 200g Weizenmehl
  • 3 Eier
  • Salz (2 – 6 TL nach Geschmack)
  • Muskat
Zubereitung
  1. Kartoffeln reiben.
  2. Kartoffelmasse mit Ei, Salz und Muskat vermengen, nach und nach Mehl zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
  3. Mit leicht feuchten Händen Knödel formen
  4. Großen Topf mit Salzwasser aufstellen, zum Kochen bringen.
  5. Klöße einlegen, Hitze reduzieren, darf nicht mehr wallen, nur noch sieden.
  6. Nach ca. 10 – 15 Minuten (je nach Größe bis zu 20 Min.) steigen die Knödel an die Oberfläche, sie sind fertig.
  7. Falls sie das nicht tun, leicht anschubsen, es kann sein, daß die Knödel leicht anhängen.
Guten Appetit, wie immer.

Innerer Dialog

Du bist sicher, daß sie ihn in Handschallen abführen?
What the... Von was redest Du? Natürlich tun sie das, es sind Bullen.
Denk noch mal drüber nach.
Laß mich in Ruh, ich hab zu schreiben.

(halbe Stunde später, plötzlich, mitten in der Arbeit) 

Er ist einarmig, verdammt!
You nailed it. I am soooooo proud of you.

Innerer Sarkasmus tut weh.

Donnerstag, 22. März 2012

Werkzeugkiste II

Egal, welcher Art das Projekt war: Nach kurzer Zeit war der Schreibtisch bei mir ein Chaos an verstreuten Informationen. Gelegentlich wachte ich auf und entdeckte beim Zähneputzen ein Post-It auf der Stirn mit einem Gedanken, der mir vorm Einschlafen gekommen war und der nicht verlorengehen sollte. Dazu Kladden mit Notizen, Dialogfetzen, Hintergrunderklärungen, Charakterumrissen, Ordner voller Illus... Ein Graus. Auch wenn ich als grundsätzlich analoges Gemüt (wie ich mit fortschreitendem Alter herausfinde) gelegentlich immer noch auf Karteikarten und Zettel notiere, so habe ich doch einiges im Repertoire, was meine Arbeit deutlich erleichtert.

CeltX ist eine cloudbasierte Website für Verwaltung, Integration verschiedenster Geräte (PC, Smartphone) und kollaboratives Schreiben. Es gibt eine freie und eine kostenpflichtige Variante. Ich hab mich um beides nicht so gekümmert (Paranoia mit Berechtigung durch vergangene Erfahrungen), denn mich interessiert was ganz anderes.

Nach der kostenlosen Anmeldung erhält man Zugriff auf die CeltX-Desktopsoftware. Besonders fürs Drehbuchschreiben entwickelt, sind die eingebauten Features (Karteikartenverwaltung, Charakterverwaltung, versch. Berichte, Möglichkeiten zur Einbindung von Bildern, Texten, Filmen, Sounds etc. pp.) auch nützlich für alle anderen Formen des Schreibens. Es hilft bei der Verwaltung verschiedenster Resourcen und bei der Struktur der Arbeit.

CeltX brilliert wie gesagt besonders im Bereich "Film", wo auch nützliche Tools (teilweise kostenpflichtig) für die Produktion existieren, z.B. zum Shot-Blocking, Script-Breakdown und Pre-Vizzen von Storyboards. DIe kostenpflichtige Variante des Systems kostet $ 9,99.

Vollständig kostenlos ist (noch) YWriter5. Eine Spende ist empfohlen, und das Programm ist es wert. Es unterstützt Autoren, indem es den Karteikartenansatz in elektronisches Format überführt. Darüberhinaus bietet es Konkordanzfunktionen und weitere Features. Ich benutze es erst seit einigen Tagen und bin daher noch nicht befähigt, eine tiefergehende Wertung abzugeben. Mein derzeitiges Projekt konnte ich aber - obwohl schon weit fortgeschritten - relativ problemlos integrieren.

CueCards
ist ein weiteres wunderbares Tool, besonders geeignet für jene, die mit CeltX und YWriter5 nix anfangen können und beim guten alten Texteditor/ Word Processor verharren wollen. CueCards ist nichts anderes als eine wohlüberlegte Software zum Strukturieren spontaner Einfälle, Ideen und Fundstücken. Die Oberfläche ist (im Gegensatz zu den Kandidaten oben) intuitiv. Ich kenne nur die voll funkionsfähige Freeware-Fassung, die ich schon seit Jahren im Gebrauch habe, und sie erfüllt ihre Zwecke perfekt.

Zu guter letzt noch ein Tip zur graphischen Gestaltung gerade im RSP-Bereich.  Alex hat mir einen schönen Hinweis in den Kommentaren zu einem Blogeintrag hinterlassen: Inkscape, ein vektorbasiertes Zeichenprogramm, das als Konkurrenz zu Illustrator und Freehand gedacht ist. Damit sind z.B. Charakterbögen - nach einer gewissen Einarbeitung - kein Problem mehr.

Es gibt mehr als Gauck

Während bei uns schnäppchenjagende Präsidenten und deren predigende Nachfolger als Schweine durchs mediale Dorf getrieben werden, geschehen anderswo noch echte Skandale. Ziemlich in unserer Medienlandschaft versickert ist z.B. der Rupert-Murdoch-Abhörskandal, der bei den Angelsachsen beidseits des Atlantiks hohe Wellen schlägt. Ein paar Hintergründe finden sich hier und hier, und über die aktuellen Aufreger gab es in Keith Olberman's Countdown vor zwei Tagen ein gutes Segment, das die Tragweite begreiflich macht.

Mittwoch, 21. März 2012

Retroklon DDR: Ohne Ulisses geht es nicht

...einen brauchbaren Klon zu erstellen. Alleine schon wegen der Zaubernamen, die ein Magierspieler auswendig kennen muß:
Der Spieler eines Magiers oder Elfen sollte die Zauberformeln seines Helden nach Möglichkeit auswendig lernen. Einem frischgebackenen, magiekundigen Helden wird es der Meister des Schwarzen Auges gewiß nachsehen, wenn er eine Formel nicht richtig beherrscht. Aber einem Magier der 6. Stufe steht es schlecht zu Gesicht, wenn er im Regelbuch blättern muß.
(Ulrich Kiesow, BdR S. 48)
Tja, und spätestens, wenn ich "Foraminen, Foraminor" reinschreiben würde (und ich bin noch nicht entschlossen, das Klonen überhaupt zu übernehmen), bräuchte ich die Genehmigung der Homeriker. Mal sehen, ob ich denen ein Konzept anbieten und um Erlaubnis bitten werde.

Aber jetzt zurück an die Arbeit. *Whip* *Lash*. Ja, Meister. Noch 500 Worte Meister.