Donnerstag, 9. Mai 2013

Sprachen sind geil.

Pharizi ist die ursprüngliche Sprache des Nordostens von Asalanthar und wird sowohl von den Phariz als auch von weiten Teilen der Alasi gesprochen. Pharizi und Alt-Pharizi sind relativ identisch, linguistisch ist die Unterscheidung zwischen beiden weniger auf lexemischem Gebiet zu suchen, als vielmehr im Wechsel des Schriftsystems. Wohl ist modernes Pharizi im Wortschatz des alltäglichen Sprachgebrauchs durch das Tarak der Alasi erweitert und ergänzt worden, aber im Kern stimmen die neue und die alte Form weitgehend überein. Der eigentliche Unterschied liegt im Übergang von der prinzipiell logografischen Schrift der Phaetan-Hieroglyphen zur lautlich abstrahierten Alphabetschrift Hierok.

Ich weiß, Fantasy-Schreiber, fiktive Welten, fiktive Sprachen, Prof. Tolkien, yaddayadda. Gähn. 

Jo. Trotzdem kann Sprache ein geiles Plotdevice sein. Abgesehen davon, daß ich es mag Sprachen zu erfinden (wie z.B. Khùl-Arim, die Sprache der Zwerge, die absolut keine Ausnahmen kennt), kann man damit einen langweiligen Plot ordentlich aufpfeffern.

Touch of Death von Bruce Nesmith (TSR 1991) ist ein typisches frühes Ravenloft-Abenteuer, dieses Mal mit Curse-of-the-Mummy-Zutaten im Universal-Stil. SC stolpern in eine der Domains (hier die Wüste Har'Akir), finden Oase, werden von einem Bösen dem anderen Bösen auf den Hals gehetzt, bestehen ein Dungeon, erfahren, daß sie "mißbraucht" wurden, Endkampf. Ziemlich typisches 1990er TSR-Material, fade.

Ich wollte aber was Orientalisches spielen, was anderes als das war zum Thema nicht bei der Hand. Also dachte ich nach, wie ich den Plot komplizieren und würzen kann. Die SC sind in einem vollkommen fremden Land. Was ist das größte Hindernis in einer solchen Situation?

Sprache.

Also habe ich einfach eine Stunde oder so eine (Hollywood-)arabisch anmutende Sprache namens Pharizi entworfen und mit den üblichen Touristenphrasen ausgestattet. It was a burner. Die Spieler waren zuerst total perplex, dann ging ihnen auf, daß hier tatsächlich eine funktionale Sprache gesprochen wurde, und mir nicht einfach nur Laute aus dem Mund fallen. Sie begannen, sie zu enträtseln. Mit einem Linguisten am Tisch ist sowas auch einigermaßen rasch machbar, und das eigentlich flache Gameplay wurde dadurch ordentlich aufgewertet.

In diesem Sinne: Sira-Maldag und nehmt Euch eine Datschi. (Wer am Sprachführer Pharizi interessiert ist, kann diesen hier herunterladen.)


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke. - Michel

TheShadow hat gesagt…

Gerne. Lange nicht mehr die Runde gemacht. Letzten Monat hatten die Teilzeithelden ein passendes Thema: http://www.teilzeithelden.de/2013/04/01/ein-neuer-themenmonat-fremde-kulturen/
Daraus ist besonders der Artikel von d6ideas für diesen Post interessant. http://d6ideas.com/?p=3922&lang=de

greifenklaue hat gesagt…

Die Stunde Arbeit hat sich dann wohl gelohnt. Hat was vom Beginn vom 13. Krieger ...

Jan hat gesagt…

Hast du das dann echt am Tisch fließend gesprochen oder wie muss ich mir das vorstellen? Die Idee finde ich schon geil, aber die Vorstellung so eine Sprache zu lernen überfordert mich ein bisschen ;) Oder hast du nur einzelne Wörter daraus benutzt?

TheShadow hat gesagt…

Fließend "jein". Ich hatte die wichtigsten Phrasen, so Stücker zwei Dutzend, auswendig drauf und einen sehr gut systematisierten Spicker. Es *wirkte* fließend in der Phase, als sie noch verwirrt rumstanden, und das war das Wichtigste.

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