Montag, 4. August 2014

Ein harter Blick auf die Wirklichkeit oder das Schweigen der Schwarzen Boxen

Gestern habe ich gegen die westlichen Medien aber auch die westlichen Politiker polemisiert, die das Klima in Europa vergiften und den Eindruck erwecken, ihnen sei auch ein Krieg in der Ukraine recht, um...

Ja, um was eigentlich? Ich verstehe die russische Interessenlage, die versucht, eine Umkreisung durch die NATO zu verhindern. Ich verstehe nicht die NATO-Staaten, die unter Führung der USA diese Einkreisung betreiben und ich verstehe auch nicht, warum wir einen weiteren Failed State in der EU haben wollen. Wirklich wegen dem bißchen Gas in der Ostukraine? Oder geht es tatsächlich um die geostrategische Umfassung, schlagen doch jetzt auch wieder Armenien und Aserbaidschan aufeinander ein.

Ich habe jedenfalls keine Ahnung. Die Bemerkung des Papstes, der Kapitalismus benötige wie jedes Imperium eben Kriege, kann kaum eine Erklärung für das Zündeln im Herzen Mittel-Ost-Europas bieten

Sine irat et studio... nihil nec offensae nec gratiae dabitur. Ich habe mein Gift schon verspritzt, ich bin ganz ruhig.

Fakten 

Vielleicht hilft eine Betrachtung der Ereignisse rund um Flug MH-17. Fakten sind dünn gesät, Desinformation von allen (!) Seiten sprießt umso reichlicher. Fakt: Um 16:20 ukrainischer Ortszeit (13:20 MEZ) wird die Boeing über der Ost-Ukraine abgeschossen. Die erste Meldung über einen Abschuß geht ungefähr vier Stunden später über die Ticker (17.25 MEZ). Die russische Nachrichtenagentur Interfax ist die erste, die von einem "Abschuß" berichtet.

Darauf dürften wir uns alle einigen können. Alles andere... nun, die Wahrheit, im Flusse sie ist. (Noch nicht mal diese initiale Aussage wird von allen Menschen geteilt. Dazu später mehr.)

Das Schweigen der Schwarzen Boxen.

Tagelang beherrschten sie die Schlagzeilen, die "Black Boxes" abgeschossenen MH 17. Geargwöhnt, nein, fast als Faktum hingestellt wurde, daß die Rebellen die Boxen manipulieren oder nach Rußland bringen könnten / würden. Schließlich gelangten die Boxen - mit Hilfe der Rebellen übrigens - zur Auswertung nach England, zum Air Accidents Investigation Branch. Das ist laut BBC einer von zwei Plätzen in Europa, wo man in der Lage ist, diese Boxen korrekt auszuwerten, die andere Stelle ist Paris. Soweit zu Manipulationsmöglichkeiten durch die Rebellen.

Die britischen Experten fanden keine Spuren einer Manipulation und bescheinigten den Boxen brauchbaren Zustand. In 24 Stunden könne man die Infos haben, auf die die ganze Welt warte. Das war am 25. Juli.

Seitdem herrscht dröhnendes Schweigen und niemand fragt nach. Es ist, als seien die Black Boxes von Flug MH 17 aus der Wirklichkeit verschwunden.

Ein weiteres, vielleicht entscheidendes Beweismittel ist auch noch nicht vorgelegt worden: Die Gespräche zwischen Luftüberwachung und den Piloten von MH-17 werden von Kiew weiterhin nicht herausgegeben. Warum? Leider wird auch das von den "seriösen" Medien nicht verfolgt.

Spiegel Online: "USA haben keine Beweise für russische Mitschuld."

Die Schuldzuweisungen begannen nach einer wenig pietätvollen Stundenfrist. Die Führung in Kiew begann sofort mit dem Finger zunächst auf die Rebellen, dann auf Moskau zu weisen. Ihr erster Beweis war ein "Tonprotokoll", das aber als Fälschung gelten kann, nicht die erste, nicht die letzte, wie wir noch sehen  werden.

Wirklich beachtenswert war jedoch eine Nachricht aus Kiew, die sich nicht einfach wegerklären läßt. Igor Strelkov ist einer der Rebellenführer, der auf dem "russischen Facebook" vk.com eifrig Frontberichte abliefert. Etwa eine Viertelstunde nach dem Absturz meldete er den Abschuß eines ukrainischen Antonow-Transporters durch die Rebellen, ungefähr in der Gegend des Abschusses von MH-17. Der entsprechende Post wurde gelöscht, nachdem die MH-17-Meldung um die Welt ging, aber das Internet vergißt Gottseidank nicht (der zweite Post ist der betreffende).
Igor Strelkow hat sicherheitshalber seinen Eintrag im Sozialen Netzwerk VK.com gelöscht. Dort findet sich jetzt eine Erklärung, die Meldung über den Abschuss sei gar nicht von ihm, sondern einfach übernommen worden aus irgendwelchen Foren im Internet. Im Übrigen sei die Maschine gar nicht von einer Luftabwehrrakete getroffen worden, sondern "von einem ukrainischen Jagdflugzeug".
Das ist von Spiegel Online, ich bin vorsichtig bei so unzuverlässigen Quellen mit Hang zu Verschwörungstheorien, aber hier scheint zumindest schon einmal die Möglichkeit eines SNAFUs der Rebellen mit dreihundert Todesopfern gegeben.

Die US-Administration schaltete sich dann etwas später ein und veranstaltete das bekannte Schpiel. Man habe Geheimdienstinformationen, die den Boden-Luft-Raketenbeschuß beweisen, von MASINT (Measurement and Signature Intelligence) wurde geraunt, von Spionagesatelliten und vielem mehr. Nur vorlegen könne man das halt nicht, Nationale Sicherheit, wissens schon. Kurz darauf dann der "Bildbeweis": Eine von irgendeinem Provider geholte Uraltaufnahme ("Copyright 2010") mit eingezeichneten "Erkenntnissen".

Das war peinlich. Das war in der Tat so halbherzig, daß, wenn ich es mit früheren Versuchen dieser Art vergleiche, ich mir sicher bin, die Verantwortlichen fragen sich auch, "Wozu eigentlich?". Dieser Aufschlag war noch jämmerlicher als der Versuch, in Syrien Krieg anzuzetteln. Sogar ausgesprochen US-freundliche Medien zeigten sich diffus enttäuscht, und SPON titelte: "USA haben keine Beweise für russische Mitschuld."

(Mußte man wissen, wenn man die Schlagzeilen zu Putins Schuld in dieser Woche las. Wußte aber wieder keiner. (R.I.P.))

Die Russen nahmen diese Einladung zu einem Return fröhlich an.Am Wochenende nach dem Abschuß präsentierte die russische Militärführung ihre Erkenntnisse auf einer großen Pressekonferenz. Satellitenaufnahmen sollen belegen, daß die ukrainische Armee zum fraglichen Zeitpunkt geeignete Flugabwehr im Zielgebiet aufgefahren hatte.

Außerdem kam hier wieder eine Erdkampfmaschine (oder auch zwei) vom Typ SU-25 ins Spiel, die sich dem Airliner auf drei bis fünf Kilometer genähert haben soll.
Es wurden insgesamt drei zivile Flugzeuge, darunter auch die malaysische Boeing 777 registriert“, teilte General Andrej Kartapolow am Montag in Moskau mit. „Gleichzeitig wurde ein aufsteigendes Flugzeug der ukrainischen Luftwaffe, vermutlich eine Su-25, in einer Entfernung von drei bis fünf Kilometer von der Boeing 777 geortet." Unmittelbar vor dem Absturz habe die Boeing an Geschwindigkeit verloren, hieß es weiter. „Ab 17.20 Uhr wurde ein stabiler Geschwindigkeitsverlust registriert. Um 17.23 Uhr verschwand  das Flugzeug von den russischen Radarbildschirmen“, sagte der General.
Die Russen legten die entsprechenden Radardaten vor. Zur Anwesenheit der SU-25 hatte es zwei Tage vorher bereits mehrfache Augenzeugenberichte im Programm der BBC gegeben. Der Sender hatte den Bericht zwar aus seinen Mediatheken entfernt, aber auch er wurde vom Internet nicht vergessen.

Die PK wurde im Westen eher beiläufig abgehandelt, was umso mehr verwundert, da die von den Russen vorgelegten Materialien weder von den USA noch der Junta in Kiew widerlegt werden konnten. In einer Pressekonferenz des Weißen Hauses mußte auch Pressesprecherin Maria Harf nach hartnäckigem Rückfragen zugeben, die Anwesenheit einer SU-25-Maschine weder bestätigen noch widerlegen zu können ("I’m not saying there wasn’t. I just can’t confirm it.") 

Dunkle Possen

Für die Führung in Kiew sind - trotz höflichen Übergehens seitens der westlichen Medien - die von den Russen vorgelegten Satellitenaufnahmen ein Problem. Nicht zuletzt Jazenjuk selbst hat früh das Raketensystem BUK-M1 als Ursache ins Spiel gebracht.
"In der gegenwärtigen Etappe zweifeln wir nicht daran, dass der Jet mit einer Rakete des Systems Buk M1 abgeschossen worden ist", sagte Jazenjuk am Montag in Kiew. Ihm sei "absolut klar", dass die Rakete von "Spezialisten" abgefeuert worden sei, die "auf russischem Territorium" geschult worden seien. Die Quelle für seine Behauptungen nannte Jazenjuk nicht.
Es wurden aus Kiew schließlich verschiedene Videos vorgelegt, die den Transport eines solchen Systems innerhalb des Rebellengebietes belegen sollten. Allerdings zeigte sich rasch, daß die Aufnahmen wahrscheinlich 80 bis 120 km weiter westlich entstanden, also in einem Gebiet unter ukrainischer Kontrolle. Das berichtete Mike Shedlock, der zumindest als (alternativer) Wirtschaftsblogger auch im Mainstream Ansehen genießt.

Während die Junta in Kiew also beim Lügen erwischt wurde, präsentierten die Russen Bilder eines ukrainischen BUK-Systems im Zielgebiet. Kiew legte daraufhin Satellitenbilder vor, die diese Behauptung widerlegen sollte. Dummerweise konnte über Wetterlage und widersprüchliche Zeitstempel auch dies als Fälschung belegt werden. Die Aufnahmen, die keine BUK zeigen, sind erst nach dem Abschuß entstanden.

Bisher aber ist die gesamte BUK-M1-Theorie genau das: Graue Theorie. Genausogut könnte die bereits erwähnte SU-25 den Airliner abgeschossen haben. Das Erdkampfflugzeug hat zwar eine Dienstgipfelhöhe von 7000 Metern, während die Boeing auf 10.000 Metern flog (nach Angaben der New York Times allerdings nur 9100 Meter, was weitere interessante Fragen aufwürfe), aber sie verfügt über ein halbes Dutzend überschallschneller Raketen (Mach 2,5) mit 8 km Reichweite. Selbst aus ungünstiger Position abgefeuert trifft die Rakete nach 5 km die Maschine.

UPDATE/ Als Zusatzinformation sei anzumerken, daß die SU-25 nach Angaben des ukrainischen Lizenzherstellers UOS eine Dienstgipfelhöhe von 10.000 Metern erreicht. Hier sei dann auch daran erinnert, daß die ukrainische Luftkontrolle Flug MH-17 den beantragten Korridor von 35.000 Fuß verweigerte und die Maschine auf 33.000 Fuß (10.000 Meter) beorderte.

Schon am Abend des Ereignisses forderte ein Experte im Schweizer Fernsehen eine sofortige forensische Untersuchung, um Details wie Sprengstofftyp etc. feststellen zu können. Auch das ist nicht geschehen. Selbst die derzeit im Absturzgebiet sich befindlichen Experten, gehen der Ursache nicht nach.
Australian investigators at the crash zone of Malaysian Airlines flight MH17 hope to use a window of just seven to 10 days to recover human remains and belongings - but there is no plan yet to begin investigating who shot down the Boeing 777 carrying 298 people.
Man fragt sich, was diese "Investigators" untersuchen. Aber vielleicht ändert sich das mit dem (heutigen?) Eintreffen der malayischen Spezialisten.

Zwischenstand: Was haben wir?
  1. Ein gefälschtes Tonprotokoll der Machthaber in Kiew.
  2. Verfälschendes Bildmaterial der Machthaber in Kiew.
  3. Gefälschte Satellitenaufnahmen der Machthaber in Kiew.
  4. Vage Aussagen der US-Führung ohne Beweismaterial.
  5. Sehr verdächtige Meldungen der Rebellen in den Social Media.
  6. Satellitenaufnahmen ukrainischer Flugabwehr im Zielgebiet, nicht widerlegt.
  7. Die unmittelbare Nähe einer SU-25 zu Flug MH 17, nicht widerlegt.
Interessanter ist vielleicht noch, was bisher zurückgehalten wird: Es handelt sich um alles, was tatsächlich Klarheit in den Abschuß von MH 17 bringen könnte.
  1. Der Funkverkehr zwischen MH 17 und der ukrainischen Luftüberwachung.
  2. Die Black Box Auswertungen
  3. Die Daten der US-Satellitenüberwachung.
  4. Die Daten der in Polen und im Baltikum aktiven AWACS-Maschinen.
  5. Keine Untersuchung der Absturzursache vor Ort. 

Szenarien...

Entscheidende Beweise wurden also bisher noch nicht erhoben, bzw. werden zurückgehalten. Warum auch immer. Honi soit qui mal y pense. Welche Szenarien bieten sich also an?

Version 1: Die Russen warens. Das kann man, zumindest derzeit, getrost als Hirngespinst betrachten.

Version 2: Die Rebellen haben einen Fehler begangen. Ein Fuck-Up. Die bereits erwähnten Social Media-Vorgänge um Igor Strelkov lassen dies zumindest möglich erscheinen. Die Rebellen verfügen oder verfügten demnach über ein russisches Abwehrsystem und eine Mannschaft, die an dem hochkomplexen System trainiert ist. Am 17.07.2014 haben sie Flug MH 17 mit einem Militärtransporter verwechselt und abgeschossen. Oder sie haben versucht, die sich in der Nähe befindliche SU-25 zu erwischen und es ist schief gegangen.

Möglich. Tragisch und nicht ohne Beispiel in der Geschichte. Da wären z.B. IR655 , als die US Navy einen iranischen Airliner abschoß (290 tote Zivilisten), oder auch der Abschuß einer russischen Zivilmaschine durch eine ukrainische S200, bei der 78 Personen starben.

Version 3: Die Rebellen haben MH 17 in voller Absicht zerstört, als "Terrorakt." Belege dafür gibt es absolut keine. Der Sinn einer solchen Aktion ist auch überhaupt nicht gegeben.

Version 4: Die ukrainischen Streitkräfte haben MH 17 abgeschossen, entweder mit einer Boden-Luft-Rakete oder mit der SU-25, die sich am Airliner aufhielt. Wie alle Seiten bestreitet die Ukraine vehement die Verantwortung, aber die vielen offenkundigen Fälschungen der Junta in den letzten Wochen hinterlassen einen schalen Geschmack. Der wird natürlich durch die Verschleppung der Untersuchungen und das Zurückhalten von Beweisen noch verstärkt.

Trotzdem ist diese Version monströs; denn sollte Kiew verantwortlich sein - oder ein durchgeknallter Frontkommandeur - dann war es Absicht, ein gezielter Schuß auf eine offenkundige Zivilmaschine, denn die Rebellen verfügen über keinerlei Flugzeuge. Einen Grund für eine solch monströse Tat zu finden fällt auch hier schwer, außer der, den Russen das in die Schuhe schieben zu wollen. In dem Falle wäre das aber reines Dilettantentum.

Sowas wie ein Fazit?

Wenn wir den Fuck-Up der Rebellen als wahrscheinlichsten Fall ansehen, dann lassen wir einen Faktor, den man nicht übersehen sollte, vollkommen außen vor.

Ich bin Putinversteher, aber kein Putin-Fan. ( Kommentare, die mir hämisch nachweisen, was in Rußland so alles schlimm ist, sind vergeudete Zeit. Ist mir bekannt.) Aber wer die letzten Jahre nicht im (politischen) Koma lag und Putins Werdegang kennt, der sieht, daß dies ein intelligenter, vorausschauender Politiker ist, kalt wie eine Hundeschnauze und mit ausgeprägtem Bewußtsein für Kontrolle und Macht. Der Ibrahimovic der Politik. Man muß ihn nicht mögen, aber er ist Spitzenklasse in seinem Fach.

So einer würde wohl kaum einer nur schwer / eigentlich gar nicht zu kontrollierenden Bande Rebellen eine Waffe wie ein BUK-System  in die Hand geben, die derartige internationale Krisen herbeiführen könnte, die ihn und sein Land nur noch weiter in die Enge treiben. Ob nicht ein Distriktkommandeur der Grenztruppen hier Mist gebaut und so ein Ding rübergeschoben hat, kann ich natürlich nicht zu sagen.

Das deutlichste Indiz für den (irrtümlichen) Abschuß der Rebellen sind die zurückgezogenen Posts von Strelkow auf vk.com. Die ließen sich aber auch anders erklären. Die Maschine - von den Ukrainern abgeschossen - ging über Rebellengebiet herunter, wurde für eine Antonow gehalten. Strelkow veröffentlicht alle Erfolgsmeldungen, die er halt bekommt (ist nicht soviel), und erfindet andere (Propaganda in Kriegszeiten). Also publiziert er den Abschuß der "Antonow" auf vk.com. Kurz darauf stellt er fest, daß hier ein Airliner mit Zivilisten zerstört worden war und zieht die Meldung zurück. 

Die Junta in Kiew, aus deren Reihen sich das rekrutiert, was von uns als ukrainische Regierung anerkannt wird, hat sich in den wenigen Monaten ihres Bestehens als mörderisch, antideutsch, antisemitisch und gleichzeitig maximal unfähig gezeigt. Im Geiste des Nationalhelden Simon Petljura fabulieren "Intellektuelle" von ethnischen Säuberungen hin zur Ausrottung, Die "Freiheitsikone" Timoschenko will Atombomben werfen. Wieviel Skrupel hätte solch eine nationalistisch-rassitische Clique, dreihundert (ausländische!) Zivilisten ihren obskuren Zielen zu opfern?

Oder vielleicht hatte es ja tatsächlich ein Befehlshaber an der Front auf Putins Maschine abgesehen und auf eigene Faust gehandelt.

Bizarre Randnotizen 

So lange durchgehalten? Als Belohnung folgt noch ein kleiner Ausflug in die bizarren Randbereiche dieses Ereignisses.

Es gab am Tag des Verbrechens einen Twitterfeed von "Carlos@Spainbuca", vorgeblich aus einem Kontrollturm in Kiew. "Carlos" erzählt davon, daß MH-17 bis kurz vor dem Abschuß von einem "Kampfjet" begleitet worden sei und schildert seine Eindrücke:
"Kiev ist verantwortlich!" - "Was machen die Ausländer mit den Vorgesetzten hier im Tower?" - "Bevor sie mir mein Telefon wegnehmen oder den Schädel einschlagen: Abgeschossen durch Kiev."
Soweit eine kurze Auswahl des Feeds. Er ist hier auf archive.org nachzulesen, denn das Twitterkonto wurde zwischenzeitlich gelöscht (sein Bildaccount ist noch aktiv). Hier ist eine Übersetzung ins Englische. Der Account bestand seit 2010 und war schon lange vor diesen Ereignissen aktiv. Sogar Mainstreamer halten den Account für "vertrauenswürdig."

Interessanterweise wurde Carlos bereits im Mai 2014 aus der Ukraine ausgewiesen und ist nach Deutschland gegangen. Er habe sich - nach Angaben auf RT (cave!) - maidanskeptisch gezeigt und sei daraufhin massiv bedroht worden.

Was immer das zu bedeuten hat...

Und noch ein paar Randnotizen: Wie eingangs erwähnt - noch nicht mal ein Abschuß wird von allen als Faktum angesehen. Dann ist da noch die pikante Nebensächlichkeit, daß sich die Maschinen vom Typ Boeing 777 alle von außen fernsteuern lassen, ohne, daß die Besatzung dagegen was tun kann. Wenn man das weiß, da denkt man doch sofort an die seltsamen, durch die NATO verusachten Radarphänomene vom Juni 2014. 

So. Jetzt aber das Aluhütchen auf und Marsch ins Bett.

(Bullshit-Index < 1.7)

Kommentare:

pour le merite hat gesagt…

Mein lieber Mann,

so weit, so, na ja, nicht schlecht. NUR:

Bei einem BUK-Abschuß muß die Bedienungs-Mannschaft erstens hervorragend ausgebildet und zweitens das abzuschiessende Flugzeug relativ lange mit dem Radar beleuchten, wo Höhe und Geschwindigkeit 2 entscheidende Parameter sind, aus denen sich erkennen lässt, ob es sich um eine Passagiermaschine oder einen Truppentransporter handelt.

Einen "Zufallstreffer" auf eine Maschine die in 10000m Höhe mit 900km/h unterwegs ist und von betrunkenem Bedienungspersonal gemacht worden sein soll, verschiebe ich ins Reich der Phantasie und Absurditäten.

Was ist aber mit den Cockpit-Bildern, die ziemlich eindeutig und auch unwidersprochen auf einen Beschuss durch Kampfflugzeug- Bordwaffen hinweisen?

Was ist mit den Aussagen des OSZE-Sprechers, der denselben Verdacht veröffentlichte, nebst der Analyse eines Herrn Haisenko?

Das Schadensbild der abgestürzten Maschine spricht auch nicht gerade für einen Raketen-Treffer.

Deshalb ist ihr "wahrscheinlichstes" Szenario eben überhaupt nicht wahrscheinlich.

ALLE handfesten Indizien deuten auf die Abfangjägerversion hin,
wo 2 Kampfflugzeuge den Jet mit Bordwaffen ins Kreuzfeuer genommen haben.

pour le merite hat gesagt…

Eine weitere Überlegung sollte man vielleicht auch noch berücksichtigen:
Nämlich die 5 Tage, in denen die Blackbox in den Händen der Separatisten war.

5 Tage wären genug Zeit, die Recorder nach Moskau zu fliegen,die Daten auszulesen und sich eine KOPIE davon zu machen.

Haben die Russen bei der Brisanz des Abschusses dieser gewaltigen "Verlockung" wirklich widerstanden?

Und hätten die Separatisten oder Russen, sofern sie "schuldig" wären, diese Recorder auch mir nix dir nix vor der versammelten Presse im pipifeinen Zustand sozusagen dem "Feind" überlassen?

All diese Indizien und Fakten inklusive dem "Cui bono?" sprechen Rußland und die Separatisten von jeglicher Verantwortung des Verbrechens frei.



TheShadow hat gesagt…

Danke zunächst mal für den Kommentar. Ich habe die "Bordwaffenbeschußtheorie" bewußt aus mehreren Gründen herausgelassen.

1) Der OSZE-Sprecher besteht selbst darauf, er sei Laie und weder er noch seine Kollegen vor Ort seien qualifiziert, solches zu bewerten. Er schildert ihre "Eindrücke". https://www.youtube.com/watch?v=76PG9RQStFU#t=470 ab ca. 6:35.

2) Ich habe auch den Haisenko-Bericht gelesen, aber nicht verwendet. Haisenkos Expertise beschränkt sich letztlich auf das Führen eines Linienflugzeugs. Erfahrungsgemäß haben Linienpiloten keine Erfahrung mit Feindbeschuß (oder selten) und keine fachliche Ausbildung in Wehrtechnik. Insofern ist sein Beitrag sicherlich interessant, vielleicht ist er gar zutreffende, er fällt aber unter dieselbe EInschränkung wie #1.

3) Um den Einschlagwinkel der vermuteten "Maschinenwaffeneinschüsse" mit der Bordwaffe der SU-25 (der GSch-2-30) zu erreichen, hätten zwei Maschinen von oberhalb min. aber gleichen Höhe der MH 17 angreifen müssen. Weder die russischen Informationen noch die Augenzeugenberichte geben Indizien für ein solches Szenario. Die Dienstgipfelhöhendiskussion erspare ich uns beiden und verweise auf die Seite eines ukrainischen Lizenznehmers, der diese mit 7000-10000 Metern angibt. Hier muß ich den Artikel übrigens noch nachbessern. http://en.uos.ua/produktsiya/aviakosmicheskaya-tehnika/84-cy-25

4) Der 50-70kg-Sprengköpfe des BUK-Systems (9M317, 9M317E, 9M38 oder 9M38M1) zerlegen sich bei Explosion in ca. 18-20 mm große HE-Fragmente, die mit großer Wucht das Ziel im Einschlagsgebiet schreddern. Diese Einschläge können durchaus ein dem Schußbild einer 30mm-MK ähnelndes Ergebnis zeitigen. Vergleichbare Detailinfos für die R-60 fehlen mir leider, aber auch sie trägt einen HE-Fragmentationhead.

5) Aber hauptsächlich habe ich die Beschußtheorie ignoriert, weil sie in sich selbst keinen Sinn ergibt: Warum sollte ich mit meinem Kanönchen auf einen Himmelsriesen wie die Boeing 777 ballern, wenn meine Bordraketen das in Sekunden erledigen können?

Anonym hat gesagt…

Eine sehr schöne Zusammenfassung des Informationsstandes !

Im Bezug auf das Fazit könnte man noch einige Hintergründe ergänzen - als da wären bsp
- der Grund, aus dem 5 Mrd US-$ ihren Weg in die Ukraine fanden
- und dort einen CIA-Agenten nach US-Wahl an die Regierung
brachten (gut-Agent ist eine Kurzfassung - ein Jurist würde sich
haarspalterisch dagegen verwahren)
zum Charakter der Geldquelle:
Maine
Tonkin
Lusitania
Sadam-Atom- und Gasbomben
Noriega und der Drogen- und Waffenhandel
Salvador Allende
Batista
na ja - usw !
Mein Resultat lautet jedenfalls:
unabhängig von den Details - also wer gerade auf welchen Knopf geddrückt hat, war es ein "make it happen"-Scenario der CIA im Rahmen einer Weltpolitik, die weit über die Ukraine hinausgeht !
mfg zdago

TheShadow hat gesagt…

Der Gedanke mit der Kopie ist interessant. :D Der zeitliche Rahmen ist sicher gegeben, aber wissen Sie, ob eine solche Kopie möglich ist, ohne die Integrität der Boxen zu beeinträchtigen? Die AAIB hat das ja bestätigt.

pour le merite hat gesagt…

Hallo shadow, Sie schreiben:
Weder die russischen Informationen noch die Augenzeugenberichte geben Indizien für ein solches Szenario.

Das ist aber so nicht ganz richtig:

Zum einen sprach das russische Verteidigungsministerium von mindestens einem Kampfjet, der in die große Höhe aufgestiegen ist, wobei ausdrücklich betont wird dass auch eine SU 25 dazu in der Lage wäre, wobei auch andere Flugzeugmuster nicht ausgeschlossen wurden

zum anderen gibt es neben dem "Spanier" auch Augenzeugen, die einen Kampfjet der Raketen abgefeuert hat beobachtet haben wollen

und dann gibt es da noch die CNN Aufnahme dieser "ominösen" Rakete im Trümmerfeld, die fast heil aussieht und mit der sich auch noch niemand beschäftigt hat.

https://www.metabunk.org/threads/solved-tube-in-mh-17-wreckage-9m111-anti-tank-rocket-from-old-il-76-footage.4014/

Ob nun Luft-Luft Raketen abgefeuert wurden oder mit der Bordwaffe eines oder mehrerer Kampfjets oder beides, wird erst zu klären sein.

Eine Boden-Luft Rakete schliesse ich aber auch aus dem Grund aus,
da eine solche auf den Radarschirmen Russlands, Kiews und der NATO EINDEUTIG identifizierbar wäre.

Somit bleibt ja gar keine andere Möglichkeit mehr über, als ein Abschuß durch Kampfjet(s), wie auch immer der statt gefunden haben mag.

pour le merite hat gesagt…

Hallo shadow,
ich hab natürlich auch noch keine Blackbox ausgelesen,
meines bescheidenen Wissens nach, finden bei diesem Modell die Aufzeichnungen sowohl der Flugdaten als auch des Stimmenrecorders in digitaler Form auf Speicherchips statt.

Daten auszulesen und zu MANIPULIEREN ist sicher eine Herausforderung für jeden IT-und Flug-Spezialisten und würde lange Zeit in Anspruch nehmen, aber nur Daten herunterzuladen und auf einem "USB-Stick" zu speichern?

Warum sollte das komplizierter sein, als die Festplatte eines Computers zu checken....

pour le merite hat gesagt…

Ihre Theorie hinkt an an vielen Ecken und Enden und sie blenden Fakten, die nicht zu ihrer Verschwörungstheorie passen aus.

Das disqualifiziert sie.

Leider.



TheShadow hat gesagt…

Aaaaahm, ooookay.... nehm ich an? Da ich keine Theorie verfolge, kann ich da eigentlich auch keine Fakten aus-... Ach egal.

Zurück zum Konstruktiven: Selbstverständlich schließen die vorläufigen Erkenntnisse einen Maschinenwaffenangriff nicht AUS. Sie schließen aber auch vieles andere nicht aus. Was ich sagte, war, daß sie uns keinen ANHALT dafür bieten. Dazu stehe ich. Daß die inhärente Logik eines solchen Angriffs zudem gegen Null geht, ist hingegen mMn unbestreitbar.

Blackbox: Ich nahm an - ich weiß das nicht -, daß die Dinger irgendwie versiegelt sind und man nicht einfach so die Daten abgreifen kann, ohne diese Versiegelung zu brechen, was bemerkt werden müßte.

TheShadow hat gesagt…

Nach nochmaligen Lesen: Doch, die Russen schließen einen Angriff via MK aus.

"„Gleichzeitig wurde ein aufsteigendes Flugzeug der ukrainischen Luftwaffe, vermutlich eine Su-25, in einer Entfernung von drei bis fünf Kilometer von der Boeing 777 geortet."

Drei bis fünf km liegt weit oberhalb der Reichweiten für Bordwaffen dieser Art.

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