Sonntag, 10. August 2014

Wie konnten wir ohne?

[Redakteur Alex] Spohr gibt bekannt, dass es im Abenteuer DSA-Regeln für die Durchführung von Geburten geben wird. Man habe sich allerdings dagegen entschieden, den Vorgang auf Heilkunde Krankheiten zu basieren, Leittalent sei dann doch Heilkunde Wunden geworden. Nebenbei wird das mit Heldenhilfe entbundene Kind im weiteren Metaplot eine gewisse Rolle einnehmen. (Quelle)
Wundervoll. Das zeigt einmal mehr, wie denn die geplante "Verschlankung" von DSA 5 aussehen wird. Zugleich wird deutlich, wieviel die mit der Erstellung des neuen Regelwerkes befaßten von Regeln verstehen. Nicht von DSA, sondern vom Stellenwert von Regeln im Rollenspiel überhaupt.

Nichts. Gar nichts. Null.

Regeln dienen dazu, Situationen mit ungewissem Ausgang fair und so objektiv wie möglich zu entscheiden. Hier wird nichts entschieden. Der Ausgang steht fest: "Nebenbei wird das mit Heldenhilfe entbundene Kind im weiteren Metaplot eine gewisse Rolle einnehmen."

Wozu also einen Regelkomplex mit "Leittalent" und wie wichtig ist es bei einer bereits entschiedenen Sache, obs nun Heilkunde Wunden oder Fußpflege ist? Wen soll das jucken?

Kommentare:

grafhardimund hat gesagt…

Die DSA-5-Regeln werden offenbar so schlank, dass im Grundregelwerk keine allgemeingültigen Geburtshilferegeln enthalten sind, auf die man sich beziehen könnte, sodass im Abenteuer für die spezielle Situation extra eine Regel geschaffen werden muss. Das sehe ich als positives Zeichen.

Waylander hat gesagt…

*Kopfschüttel*
Stellt sich nur noch die Frage, auf welches Leittalent ich meine 3W20 würfeln muss, wenn mein Held mal kacken muss.

Ingo Schulze hat gesagt…

Oha ... Metaplot mit Baby ... Vielleicht entscheidet die Probe ja, auf welcher Seite das Baby streitet ... Andererseits, kann man dann keine Artikel drüber schreiben. Mir persönlich reicht schon der Baby-Metaplot zu Weihnachten ...

Anonym hat gesagt…

Wenn ich mich recht erinnere, hatte Erfolg oder Misserfolg durchaus Konsequenzen - nur nicht für das Leben des Kindes.

Außerdem hat das Abenteuer genau nichts mit DSA5 zu tun sondern erscheint unter DSA4.1, welches genausowenig wie DSA5 Entbindungsregeln enthält.

meisterperson hat gesagt…

Die Argumentation weist einige Lücken und Unschärfen auf.

a) Das Abenteuer wird noch unter DSA 4.1 erscheinen, sagt also wenig über den Umfang des DSA5-GRW aus.

b) Wäre es eine Geburt mit ungewissem Ausgang, würde es sich hier weniger um eine Regel, sondern vielmehr um eine Anleitung, wie bestehende allgemeine Regeln in diesem Kontext eingesetzt werden können, handeln. Talente, diverse Probenmechanismen etc. existieren ja. Stünde da einfach (in DSA5-Terminologie) "Geburtshelfer zu sein ist eine Sammelprobe auf Heilkunde Wunden mit 50 Ziel-FP, Proben jeweils unmodifiziert. Diverse Komplikationen können einzelne oder mehrere Proben um bis zu 8 erschweren.", evtl. sogar gefolgt von einer Tabelle mit Komplikationen und resultierenden Modifikatoren, wären immer noch keine eigenen Regeln, sondern nur eine Anleitung, wie man eine Situation mit bestehenden Regeln abbilden kann. Also eine Hilfe für den SL, der das sonst improvisieren müsste, wenn es denn mal einschlägig würde.

c) Da der offensichtlichste Ausgang (wird das Kind geboren oder nicht?) in gewissem Maße feststeht, könnte es in der Probe auch um etwas anderes gehen. Zum Beispiel, wie schnell die Geburt vonstatten geht oder wie es der Mutter danach geht.

d) Für den Stellenwert von Regeln (im Rollenspiel) gibt es unterschiedliche Ansichten. Für manche sollen Regeln innerweltliche Vorgänge abbilden können. Ein Vorschlag, wie Geburten regelseitig zu handhaben sind, ist also erst einmal nur eine ziemlich neutrale Sache. Die "Regel" existiert eben. Und dies ist erstmal gut, weil etwas, das es innerweltlich gibt, nun potenziell am Spieltisch mechanisch abgebildet werden kann. Ob es in der konkreten Situation sinnvoll ist, die Regelmechanik zu nutzen, oder ob das Ergebnis sowieso schon als narrativer Imperativ feststeht, ist eine ganz andere Frage. Das hast du hier jedoch zusammengewürfelt. Und wie die Frage hier konkret beantwortet werden kann, dazu siehe Punkte b) und c).

rorschachhamster hat gesagt…

@grafhardimund: Was nichts daran ändert, daß eine Regel unnütz ist, wenn der Ausgang der Situation offensichtlich schon von vorneherein feststeht.
Wobei man fairerweise ja aufgrund der Aussage noch nicht sagen kann, ob der schlimmste Fall, z.B., doch auch vorkommen kann. Eine "gewisse Rolle" könnte ja auch ein Fehlschlag der Helden spielen...

John Doe hat gesagt…

@grafhardimund: Ich glaube der Beitrag will vielmehr sagen, dass die Regel für Geburtshilfe generell unnötig ist, da
1. der Metaplot den Ausgang sowieso bestimmt und deswegen eine Extraregel völlig unnötig ist
2. Regeln für solche Dinge sowieso unnötig sind, da nicht jede Kleinigkeit Regeln benötigt

Beiden Punkten würde ich zustimmen. Und auch der Einschätzung, dass jemand, der solche Regeln für nötig hält, nicht unbedingt dazu geeignet ist, ein schlankeres, einfacheres Regelwerk zu erstellen.

Manfred Maul hat gesagt…

Das zur Geburt war mW ein Scherz von Alex. Damit wird genauso Bezug genommen auf Diskussionen der Vergangenheit wie im abschließenden Abschnitt des Artikels (Raumschiffe). Im einen Fall etikettiert der Verfasser VV die Sache als "Sensation", im andern Fall als "Achtung: Humor" - das kommt aber aufs selbe hinaus.
(Ich bin eher entrüstet darüber, dass VV die Raumschiffidee für ebenso iditotisch hält wie die Verregelung der Geburt! :))

Christoph hat gesagt…

Hallo,

wer sagt eigentlich, das das Ergebnis schon feststeht ? Davon abgesehen, das es auch noch andere Ergebnisse geben kann wie Tod der Mtter, Behinderung des Babys etc. und das genau das durchaus den Metaplot beeinflussen kann.

Eismann hat gesagt…

Ist aber auch schon eher n billiger Aufreger, oder?

TheShadow hat gesagt…

Natürlich. ;)

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