Donnerstag, 7. Juni 2012

"The master of Ravenloft is having guests for roleplaying... and you are invited..."

Neverwinter Nights 1 ist ein PC-Game-Oldtimer mit immer noch bahnbrechenden Tool-Sets, um eigene Inhalte zu generieren. Genaugenommen, sind die das einzige Kaufargument, denn alle offiziellen Kampagnen zum Spiel sind eher... meh.

Das genialste Tool: Ein Dungeon-Master-Client, mit dem es möglich ist, Spiele über Internet oder LAN zu hosten. Genau wie ein traditioneller DM leitet der SL über den Client Spieler durch (auch selbsterstellte) Module des Videospieles. Er kontrolliert dabei Monster, Encounter und NSC, bereitet das Modul vor (ggf. eine komplette Kampagne). Genau wie am Tisch, nur über Internet und in voller Simulation einer (damals) top-notch Spielengine von Bioware, die D&D 3.0 sorgfältig umsetzt.

Der DM steuert das Geschehen dabei unter anderem über seinen (unsichtbaren, allmächtigen) Avatar, den er über die Karte teleportieren kann, um z.B. NSC in Beschlag zu nehmen, die mit den Spielercharakteren dann in Dialog treten. Es empfiehlt sich, da der Client nur Textmessages unterstützt, parallel mit Teamspeak und/oder Skype zu arbeiten.

Sein Verwaltungstool ist der "Chooser", der ihm Zugriff und Manipulation aller Ressourcen (Kreaturen, Gegenstände, Fallen etc.) im Modul erlaubt (möglich sind töten, heilen, übernehmen (z.B. NSC), aktivieren, teleportieren, Unverwundbarkeit togglen etc. pp.). Der "Creator" wiederum kann derartige Ressourcen on the spot erschaffen. Das Schöne dabei ist: Ein NWN-Modul kann auch ganz ohne DM gespielt werden  (immerhin ist es ein Computerspiel). Der DM konzentriert sich alleine darauf, als NSC zu interagieren und die Vorstellungen der Spieler zu übernehmen und zu realisieren, in dem er den Content on the Fly anpaßt bzw. erschafft. Außerdem kann er jeden Encounter als Monster führen, falls er das will.

Der DM-Client gewährt damit genau die Flexibilität, die CRSP sonst eben nicht aufweisen. Ich kann mit Spielen über Skype und virtuellen Spieltischen wenig anfangen und mache es nur, um z.B. neue Systeme mal anzuchecken. Der DM-Client von NWN (oder noch Besseres, kann da jemand Tips geben?) ist die einzige Art und Weise, wie ich virtuelles Rollenspielen genießen kann.

Aber es ist eine Menge Arbeit, wenn man seine Module selber bauen will, wobei die Aurora-Tools jedoch optimal unterstützen und sogar mächtiges C-Script implementiert ist. Aber auch der DM-Client selbst will erst einmal gemeistert sein, ich empfehle das Trainingsmodul dafür. NWN-1 selbst ist noch erhältlich, z.B. die geniale Diamond Edition für US$ 10, die Deluxe Edition mit den zwei Erweiterungen gibts bei Amazon.de für EU 3,99.

Zum Glück gibts es aber auch eine Menge vorgefertigter Module. Ich glaube, ich werde I6 Castle Ravenloft mal leiten...

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