Montag, 8. April 2013

Doch richtig gemacht


Als ich das Magiesystem für mein Haussystem entwarf und weiterentwickelte, war ein Ziel: Magie kann alles. Sie ist eine uns umgebende Energie, die dem Machtformer letztlich unbegrenzte Macht verleiht. Sie ist überraschend und nicht vorhersehbar. Sie ist nicht in "Sprüche" zu fassen. Die Kehrseite ist klar: Magie kann alles. Sie ist eine uns umgebende Energie, die dem Machtformer letztlich unbegrenzte Macht verleiht.

Daher bettete ich sie ein in ein Konstrukt aus Disziplinen und happigen Probenwürfen, letztlich ein fast "akademischer" Ansatz. Man überlegt sich jede Anwendung der Macht zweimal, denn sie hat Grenzen und teilweise geringe Erfolgswahrscheinlichkeiten. Klingt langweilig, ist es auch. Ist auch so gewollt, denn so ist es möglich, daß trotz theoretisch unbegrenzter Macht ein Setting Low Magic bleiben kann, was ich bevorzuge.

Das Herzstück des Systems aber ist die "Rohe Magie", die keinerlei Erfolgsproben kennt, keine langwierigen Rituale. Der Charakter läßt die Energien ungezügelt aus sich heraus lodern und formt sie nach seinem Willen. Der Preis? Man kann seine magischen Fertigkeiten allmählich ausbrennen, man kann auch sterben, und das ist gar nicht soooo schwer. Dieser zentrale Punkt war und ist gedacht für SC und für NSC, die auf diese Weise genau die Machtfülle erhalten, die ihnen als überlebensgroße Prota- und Antagonisten zusteht.

Blöde nur, daß sich bei den Testspielen die Spieler von magiebegabten SC brav an oben erwähntes Konstrukt hielten. Sie spielen Magie nach Regeln (ich nehme an, die deutsche DSA-Sozialisation ist da nicht ganz unschuldig) und ignorieren den "rohen" Teil. Klar kann man auch damit schöne Ergebnisse erzielen, aber es ist halt effektiv am eigentlichen Ziel vorbeigedacht. Rohe Magie ist das das pulsierende Herz des Magiesystems. Aber keiner scheint es zu wollen.

Selbstzweifel...

Jetzt bin ich selbst seit einigen Sessions Spieler. Mein Charakter ist zwar in erster Linie ein Waldläufer / Heilerpriester, aber als Elf hat er eben auch angeborene magische Fertigkeiten (natürlich betreibe ich bei meinem eigenen System Min-Maxing). Was der reißen kann, ist in der Tat für einen so niedrigstufigen Charakter gewaltig. Das System funktioniert also gemäß den Vorgaben, und es ist FUN! Der Machtrausch bleibt auch nicht ohne Folgen für den Charakter, und mittlerweile sucht er Szenarien, in denen er seine arkanen Muskeln spielen lassen kann. Außerdem brechen in den Phasen solcher Machträusche Arroganz und Trotz aus ihm hervor. Das ist wie Droge, und ich beobachte das mit Interesse an ihm.

Jetzt muß ich nur noch die betreffenden Kapitel so umschreiben, daß den Lesern klar wird, was Magie im Blutfeuer-System für Möglichkeiten bietet. Klar kann man auch den Akademie-Heinz spielen, aber man sollte die machttechnischen Limitationen kennen. Daran hat es wahrscheinlich gehapert, denn Rollenspieler schauen wohl doch erst darauf, was die Regeln explizit erlauben.

Kommentare:

McGoldi hat gesagt…

Rohe Magie ist Gift für den Körper des Magiers - es laugt ihn aus. Das sollte sich mMn fast zwangsläufig in rohen Abzügen der arkanen Macht äußern. Wenn man ein Magiesystem eigentlich gar nicht (mit Spaß) spielen kann, sondern die Regeln beiseitelegt und sich den Erfolg durch Risiko erkauft, sollte das angemessen sein. Ist es meiner Ansicht nach nicht, aber das kommt ja vielleicht noch.

Ich kann verstehen, daß man einen solchen Charakter spielen möchte, aber das hat was von Selbstmörder (nicht umsonst gibt es ja den Nachteil Opfergang bei min/max dazu im Paket). Klar es ist ein Opfer für die Gemeinschaft, das Gute und Edle, das göttliche. Aber man übersieht dabei allzu leicht, daß so etwas schnell zu Verlusten im Spiel führen kann die nur schwer von der Gruppe zu tragen sind.

Von den Machtverhältnissen hebt sich der Rohmagier auch von den anderen Charaktern so stark ab, daß er quasi zwangsweise oft zum Situationsentscheider wird.

Noch ein Punkt: Keine Ahnung, ob das schon im Regelwerk drinne ist, aber ein Kampf Magier gegen Magier auf Basis von Rohmagie sollte geregelt sein. Ich schau gleich mal nach...

Und danke für den Artikel, ich hatte den Charakter auch so eingeschätzt.

Gruß, Martin

TheShadow hat gesagt…

That, ladies & gentlemen, is my game master. :)

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