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Dienstag, 20. April 2021

Hyahh!

 Uuuuund ich hab den 50. Geburtstag des Rollenspiels verpaßt.

There will be a medevil [sic] "BRAUNSTEIN" April 17, 1971 at the home of David Arneson from 1500 hrs to 2400 hrs with refreshments being available on the usual basis. Players may come at any time and any number are welcome to attend what should prove to be an exciting time. It will feature mythical creatures and a poker game under the Troll's bridge between sunup and sundown."
Und das sind durch die Äonen geehrte Zeiten. WIr beginnen um 15:00 herum und enden zwsichen Mitternacht und vier. Also Nachträglich: Humpen hoch,  all ihr da draußen!

Sonntag, 4. Oktober 2020

Wohlfühlkino mit Dave Arneson. Und Johnny Depp spielt auch eine Rolle.

Es war auf alle Fälle vor der Zeit, als ich D&D kennenlernte, also 1976 oder 1977, vielleicht früh 1978. Ich hatte ältere Geschwister und hing auch immer mit älteren Kindern rum. Wenn wir nicht auf unseren Fahrrädern durch die Gegend kariolten und mit Spielzeugknarren und/oder Stöcken den Helden aus May, Dumas, Tolkien, Cooper oder der Nibelungensage nacheiferten (und uns Wunden an den Pfoten beibrachten), sprachen wir vollkommen improvisierte Hörspiele auf M‘s Kassettenrekorder ein (mit Themen wie „Dracula“, Edgar Wallaces „Hexer“ etc). Alle meine Charaktere ‘atten ein fransösisch akson, ich weiß nicht mehr warum. Wahrscheinlich gabs kein warum, so ehrlich muß ich sein.

Damals waren in den Micky-Maus-Heften Bastelbögen, vieles davon Spiele. Mir ist das Piratenspiel erinnerlich, aber das war erst später. Wir haben alles Mögliche weggespielt, was unseres Weges kam. Und einen Sommer lang versuchten wir etwas ziemlich Abgefahrenes: Ein Spiel aus Risiko, Monopoly und Diplomacy, das M, der Älteste in unserer Runde, angeschleppt hatte – jedenfalls versuchten wir aus diesen Dreien eine Art Superspiel zu generieren.

Wer die drei kennt, weiß, wie sinnlos das ist. Wer aber drüber nachdenkt, erkennt, wie genial das eigentlich war.

Daran mußte ich denken, als ich The Secrets of Blackmoor - The True History of Dungeons & Dragons gesehen habe. Das ist eine großartige Doku über Dave Arnesons Blackmoor-Runde und wie sie eigentlich entstanden ist, durchzogen von einer tiefen Menschenfreundlichkeit. Wohlfühlkino. Wir lernen Leute kennen wie Ross Maker, den ersten Zwergencharakter der Menscheitsgeschichte und erfahren viel darüber, wie War-Gaming (der Hintergrund hat uns damals gefehlt) vom Figurenschieben zum Rollenspiel wurde. Man kann den Film für 3,50 leihen, und Vimeo streamt sehr zuverlässig.

Johnny Depp? Oh, das hätt ich jetzt fast vergessen. Zu D&D gebracht (OD&D) hat mich dann im Herbst 1978 der Vater eines Klassenkameraden, ein Viertel Cherokee und garantiert weitläufig mit Johnny Depps Uroma verwandt, soviele Cherokee gabs ja nicht mehr. Das war billig, oder? Wirds besser, wenn ich erzähle, daß er nach seinem Ausscheiden aus der US Army zum Schamanen wurde? :P

Sonntag, 3. März 2013

Die Memorabilia-Stricher

Die brauchen wirklich Geld da unten in Renton. Ich nehm mal an, Hasbro hat Cruella de Ville vorbeigeschickt und drohen lassen, die Wauzis ins Tierversuchslabor zu stecken, wenn Turnover und Profit sich nicht bessern. Also geht man weiter auf den Memorabilia-Strich.

Nach der Neuausgabe der ursprünglichen AD&D-Regeln zum Dealerpreis kam ja der sehr erfreuliche und preislich angemessene PDF-Shop. Was kann man noch tun, um den schnellen Dollar abzugreifen? Na klar, ganz tief in die Mottenkiste greifen.

Eine komplette Neuausgabe der White-Box-Heftchen inkl. aller Erweiterungen mit Würfelset in eine Box in Holzimitatoptik geworfen (nehm ich einfach mal an), einen Preis auswürfeln (149 $) und darauf vertrauen, daß genug Deppen das kaufen. Das erhöht die Sympathie für die derzeitigen Rechteinhaber von D&D fast so sehr wie die jährlichen Entlassungen zur Weihnachtszeit.

Bei manchen ist Würde halt tatsächlich nur ein Konjunktiv.

Dann aber blöd genug sein, das Ding schon im letzten Quartal 2013 zu veröffentlichen, anstatt den Nostalgieflash auszunutzen, der 2014 einsetzen wird, und es dann mit großem TamTam als Jubelausgabe in den Markt zu drücken.

Oder Cruella hat die Wauzis davon überzeugt, daß Hasbro wirklich schnell Kohle sehen will.

Samstag, 5. Mai 2012

Das ist traurig...

Dave Arneson's private RSP-(und-anderes-)Sammlung kommt unter den Hammer: 10.000 Einzelstücke, Raritäten, Aufzeichnungen, Skizzen zu Spielen und Kampagnen, unveröffentlichte Ideen.

Zwei Jahre dümpelte alles in den USA in einem Storage Locker vor sich hin, niemand kümmerte sich darum. Wenn man den Artikel liest, bekommt man einen Eindruck davon, wie dicht die Welt davor stand, diesen Schatz für immer an eine Müllpresse zu verlieren.

Arneson und Gygax haben uns eine unglaubliche Idee hinterlassen, haben Millionen mit der Kraft dieser Idee berührt, aus der mehrere Subkulturen entstanden sind. Aber der Nachlaß eines der beiden muß vor dem Müll gerettet werden. Bei solchen Meldungen kocht mir die Galle über.

Naja, die ebay-Auktionen beginnen am Sonntag. Also an die Sparschweine.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Old School Illusionen

Es kommen bald die Jubiläums-Wir-Bauen-eine-Statue-Fassungen von AD&D 1 heraus, und zur großen Freude aller Old Schooler hier werden sie, so läßt Greifenklaue verlauten, auch in Deutschland erhältlich sein. 90 Euro für ein System, dem ich nur bedingte Spieltauglichkeit im Jahre 2012 attestiere, bei alle Liebe dafür (und es ist viel Liebe in meinem kleinen Herzen). Ist mir aber eh egal, man hat ja die Originale.

Aber das ist nicht der Anlaß des Postes. Ich selbst bezeichne mich (mit 30 Jahren RSP-Erfahrung, hust) als Old-Schooler, und ich liege mit meinen Ansichten über Old School mit anderen Old Schoolern eigentlich oft über Kreuz. Beispielsweise in der Frage, ob eine Zielsetzung des DMs sein sollte, möglichst viele Charaktere zu töten, wie eine (v.a. amerikanische) Minderheit behauptet. Natürlich NICHT, mit Ausnahme von speziell dafür angelegten Dungeons wie "Tomb of Horrors". Die meisten 1e-Module waren nicht als Fleischwölfe angelegt sondern implizieren im Design einen Erfolg der Charaktere.

Weniger klar kann man die Behauptung widerlegen, Old School bedeute zwangsweise Figürlis und Pöppel über Bodenpläne schieben. Das machten zwar viele damals in jenen "kalten, harten Tagen", da man mit 4 TP überleben mußte, aber noch mehr verzichteten eben. Aber die Diskussion ist nicht gut zu führen, da eine Argumentation beiden Seiten schwerfällt. Das sind halt Befindlichkeiten.

Umso froher als Historiker bin ich nun, einen Zeitzeugen ins Gefecht führen zu können, einen "Überlebenden" der ursprünglichen Gary-Gygax-Runden, und auf Gary (gepriesen sei sein Name) berufen wir Alten Säcke uns ja alle gerne. Mike Mornard berichtet aus den Runden mit Gygax: "Gary never used maps or minis: maps and minis were Dave Arneson's thing."

Hihi: Sags ich doch. Ich hab nichts gegen Minis, Tiles und Pläne, ich benutze sie selbst gerne für unübersichtliche Szenen, aber sie sind eben nicht Old School. Im Gegenteil: Mein Eindruck von Gary's "Alternativen Kampfregeln" im OD&D ("Men-to-Men Melee" im Ersten Band der 1974er Regeln, S. 19) war immer, daß er sie eingeführt hatte, um eben vom Figurenschubsen der Chainmail-Regeln, auf denen OD&D ja basiert, wegzukommen. Insofern ist die "Rückverbrettung" von D&D beginnend mit der Version 3.0 und kulminierend in der...interessanten... 4e eine evolutionäre Regression.

Gary hat die neueren Inkarnationen bekanntlich* auch nicht gemocht. Aber bei aller Zustimmung in der Mini-Frage, eine andere seiner Leittechniken werde ich wohl eher nicht nutzen:

Gary ran games in his office, which was provided with chairs, a couch, and file cabinets. While playing, Gary would open the drawers of the file cabinet and sit behind them so that the players COULD NOT SEE HIM. They only experienced the Dungeon Master as a disembodied voice.

Och, nö. Das ist ja fast wie Skype.

(Danke an Cyric für den Link zu Blog of Holding.)

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*Im August 2004 sagte er in einem Interview:

I've looked at them [the current D&D games], yes, but I'm not really a fan. The new D&D is too rule intensive. It's relegated the Dungeon Master to being an entertainer rather than master of the game. It's done away with the archetypes, focused on nothing but combat and character power, lost the group cooperative aspect, bastardized the class-based system, and resembles a comic-book superheroes game more than a fantasy RPG where a player can play any alignment desired, not just lawful good.

Now, should I tell you what I really think? 
Ich denke, wir können da sehr fein herauslesen, was er von der 4E gehalten hätte.