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Montag, 8. März 2021

"Schreiend und wehrlos" - Kurzkritik

Wohneigentümergemeinschaft. Waldorfschule. UND deutsches Vereinsleben. Alles in einem. Mit einem Mord. In Schwaben, vermutlich während der Kehrwoche. Wenn mir jemand einen deutscheren Film nennen kann, er möge die Hand heben. Ich hab Tränen gelacht, spätestens, als sie sie anfingen, Storms Schimmelreiter zu paraphrasieren ("Es muß was Lebiges in den Deich."), ein Buchtitel, der im Kontext des Films ein schöne weitere Bedeutung erlangt ("Es ist eine Chance, unsere Haltung zu Wasser im Fundament zu überdenken."). Aber eigentlich war ich schon vorher hysterisch, so bös war der, und so gut kenn ich all die Typen, die da auftraten (zu meinem Leidwesen, ich war halt mal bei den Grünen aktiv, als ich noch glaubte, sie seien links und/oder für die Umwelt).

Sogar die Auflösung (und die abschließende "Verfolgungsjagd") sind mit einer gemeinen Ironie inszeniert, die ich deutschem Gebührenfernsehen so nicht alle Tage zutraue. Hier wird ein gruseliger Mikrokosmos seziert und klinisch erfaßt. Und ja, die Ahnenreihe beginnt bei ausgehängten Klotüren in WGs der 1970er ("Alles ist politisch, auch Deine Entleerung. Laß uns an Deinen Darmbewegungen teilhaben.")

Die Autoren (Daniel Bickermann und Dietrich Brüggemann) hassen das alles, und sie hassen außerdem Beziehungen, Yoga, Goa, Stuhlkreise, Integrative Körpertherapie ("Sie fühlen sich danach wie neugeboren." - "Schreiend und wehrlos?"), und Familienleben. Was bleibt noch? Mmmh. Das: "Wir weben gerade eine Erinnerungswolke für Dich."

Das ist unser Haus kriegt für einen Tatort 5/5 Sternen. Tatort aus Stuttgart.

Montag, 27. Juli 2020

The Saga Is Coming!

Heute war für mich ein guter Tag. Dragon Prince Season 4 wird doch noch kommen. Und nicht nur das: So wies aussieht, hat Netflix grünes Licht für die komplette Saga gegeben, also auch für die Staffeln 5 bis 7. Auf dem offiziellen Twitter-Account hieß es vor 2 Tagen: "It's happening. #TheSagaIsComing #TheDragonPrince."

Cool. Wer die Show nicht kennt, sollte sie sich unbedingt ansehen. Drei Staffeln gibt es, und das ist eine für alle Altersgruppen geeignete Saga. Wems was sagt: Ähnlich wie Avatar - The Last Airbender (da gibt es personelle Überschneidungen in den Teams), aber klassische, westliche High Fantasy. Deftiges Story-Telling, die Charaktere entwickeln sich großartig mit teils unerwarteten Wendungen und in Staffel 3 fahren sie die Epik hoch, daß es kracht, hin zu einem Herzschlag-Helden-Finale. Und beim Kitschfaktor wird selbstbewußt Gas gegeben. So soll das, das ist High Fantasy. Dazu eine überraschende, auch traurige Tag-Scene, die eine nächste Staffel spannend vorbereitet.

Cool auch, weil hier mal ein Versuch, Cancel Culture zu betreiben, scheiterte. Vor einiger Zeit haben sich die ehemalige Social-Media-Betreuerin der Produktionsfirma und eine ehemalige Writers-Assistant (das klingt wie immer bei den Amis eindrucksvoller als es ist; deine Hauptqualifikation ist es, die sechzehn Bestellungen für Starbucks merken zu können) per Twitter zu Wort gemeldet. Man habe sie in ihrem Lesbentum nicht ernst genommen, ihre Vorschläge seien "nicht immer" (!!) respektiert worden, die Show sei nicht divers genug*, und überhaupt sei die ganze Firma ein grotesker, sexistischer Alptraum. Natürlich wie fast immer ohne jegliche Beweise. Hier ist ein Artikel dazu.

Wegen dieser... Entwicklungen hing das Schicksal von Staffel 4 monatelang am seidenen Faden. Netflix ist ja ein ganz eigener Verein, was solche mmh... kulturpolitischen Fragestellungen betrifft.

Aber is egal. Es wird kommen! High Four For Human Rayla!

Und dann heute noch das Sahnetupferl: Es wird nächstes Jahr auch noch ein Rollenspiel zur Saga geben, hier ein Trailer. Tales of Xadia: The Dragon Prince Roleplaying Game wird von der Cortex Engine angetrieben werden. Ich bin vor allem auf das Magiesystem gespannt.

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*Ein schwarzer König, ein schwarzer Prinz, ein schwarzer Verräter, ein weißer Villain, die kompetenteste Hauptfigur ist eine Frau, die zweite weibliche Hauptfigur ist nicht viel weniger kompetent, ein Schwulenpärchen, ein Lesbenpärchen, ein gemischtrassiges Pärchen...

Montag, 8. August 2016

Media Monday #267

Hey, guck mal, das kann ich auch noch. Ein Media Monday, seit langer Zeit mal wieder.


1. Harrison Ford werde ich wohl immer mit Indiana Jones verbinden, denn - Wirklich? Ich soll das begründen? Momentan schwirren immer noch die grusligen Remake-Gerüchte mit Chris Pratt durch die Gegend. Durchatmen. Tief. Raiders of the Lost Ark in den Player werfen und sich das Ganze mit Chris Pratt vorstellen. Eimerchen bereit halten.

2. Sommer- und/oder Urlaubslektüre ist nur eingegrenzt möglich, denn das ist die Zeit, wo meine Frau, weit oben auf der Liste der verschrobenen Arten, mich zwingt, im Garten zu schuften. Naja, so ein bißchen. Hatte schon Zeit zum Lesen. Hohlbeins Megidda-Zyklus nach langen Jahren mal wieder ausgepackt (besser, viel besser als erwartet), und vor mir liegt auch noch White's monumentale Biographie A. Lincoln.

3. Bei schönem Wetter fällt es mir ja wahnsinnig schwer. Puh. Ich hasse es arrogant zu sein, aber meine Tätigkeiten (außer Erntearbeiten und Sturmsicherungen) werden in der Regel nicht vom Wetter bestimmt. Derlei Probleme hab ich nie verstanden.

4. Das Rollenspiel Numenera hätte ich mir echt ganz anders vorgestellt, schließlich singen ein Haufen Leute, die ich sehr schätze, ein Loblied. Angesichts dessen, daß Monte Cook hier einen lauen Aufguß bombiger 1970er-Jahre-Fantasy liefert, gehe ich davon aus, daß sie unter Frage #7 leiden und werde das nicht gegen sie verwenden und sie weiter wertschätzen. Ach ja, das Regelsystem selbst ist auch noch sehr Cook-typisch, also komplett verkorkst. Der Mann sollte Beratungskolumnen im Goldenen Blatt schreiben und die Finger vom Rollenspiel lassen.

5. Momentan bin ich ja von Outcast ziemlich angefixt, denn diese Mischung aus Twin Peaks, Stephen King, Clive Barker und religiösem Wahn liegt mir einfach. Da fühl ich mich zuhause. Sagt das was über mich aus?

6. Fantasy ist ja so ein Genre, von dem ich nie genug kriegen kann, immerhin ist es das Genre, das meinen Eskapismus an meisten befeuert. Aber Pausen davon müssen sein.

7. Zuletzt habe ich die Serie Brain Dead angefangen, und das war ist cool , weil Ridley Scotts bizarre Mischung aus Politsatire, One-Camera-SitCom und Körperfresser kommen auf einer mentalen Ebene funktioniert, die ich noch nicht ganz begreife.

Donnerstag, 28. Juli 2016

Live long and prosper, Chief Garibaldi

Wieder einer in diesem Scheißjahr. Jerry Doyle ist im zarten Alter von 60 Jahren von uns gegangen. In Deutschland war er vor allem bekannt als Sicherheitschef Michael Garibaldi der Raumstation Babylon 5, einer der epischsten TV-Serien aller Zeiten.

Samstag, 16. Juli 2016

Outcast


Nach den ersten beiden Folgen sehr angetan bin ich von Outcast, einer Comic-Umsetzung als Mini-Serie von, eh, jemandem, der Comics verfaßt. Oder Graphic Novels. Oder Bilderbücher für Erwachsene, ich bin nicht so drin in der Materie, merkt man.


Nicht komplett serialized schaut sich das wie eine Mischung aus Stephen Kings frühen Werken (It, Needful Things) und Twin Peaks mit deutlich religiösem Einschlag. Eigentlich sollte mir dessen Präsentation als Erlösung nicht schmecken, aber da ich mir nicht sicher bin, ob die zwei sehr fragwürdigen Protagonisten nicht mit einer extremen Form von Folie-à-deux einen ganzen Landstrich verseuchen, harre ich gespannt der Dinge, die da kommen mögen.

Auch wenn meine Folie-à-deux-Theorie nicht stimmen sollte, ist da auf alle Fälle eine gewaltige Prise Wahn und Wahnsinn drin, was sie mit Menschen anstellen, und wie sich das "vererbt". Stellenweise drastisch bebildert, ohne je richtig eklig zu werden (außer in der ersten Folge bisher), ist das sehr, sehr gut inszeniert.

Und Brent Spiner gibt den Satan, wenn ich das richtig absehe. :)

Donnerstag, 19. Mai 2016

Blöde wie 'ne Mistschaufel


Meine Herren, würden meine Spieler ihre Charaktere so agieren lassen (solche mit niedrigen Intelligenzwerten mal außen vor), würde ich die Spielleitung verweigern. Das ist Taschenlampenfallenlassertum par excellence und einfach nur noch ein Grund für in den Arsch treten.

Doch der Reihe nach. Derzeit läuft auf arte eine schwedische Hinterlandmystery namens Jordskott - Die Rache des Waldes. Wie üblich bei diesen Skandinaviendingern kompetent in allen Bereichen gefilmt, eine interessante Story, die sich bis jetzt entwickelt und...

...die "Heldin" des Film.

Mittwoch, 24. Februar 2016

R.I.P. Peter Lustig

Dieses Jahr ist das hier kein Blog, sondern ein Nekrolog. Peter Lustig ist mit 78 Jahren verstorben. Ich geh in meinen Bauwagen und werd ein bißchen schrauben. Auch Spon sagt würdevoll "Adieu".

Donnerstag, 11. Februar 2016

Schau, diese machtvollen elfischen Artefakte


In einer wunderschönen Geste der Metatextualität verbeugen sich die Shannara Chronicles vor der mächtigsten Triebkraft des Genres, in dem sie Elfensteine und ihre wundersame, die Phantasie befreiende Wirkung mit den Urartefakten des Rollenspieles verbinden. Übrigens in zwei Szenen, die sich frei von jedem Ironieverdacht stellen und Freundschaft und Hoffnung markieren.

Kudos.

Donnerstag, 19. März 2015

Weltbilder sind gefährlich

Vor knapp 45 Minuten habe ich voller Schadenfreude das Finger-is-Fake-Video von Magazin Royal verlinkt, wie tausend andere Deppen auch. Ein bißchen nicht justitiable Häme über Medien und Politik dazugepatscht und fertig war ich. Geposted, zurückgelehnt, etwas gnihihihi und ich war zufrieden mit dem Universum.

Jo. Dann gibt es dieses Ding namens Verstand, das mich höflich darauf hinwies ("Du Arsch, was treibst Du da?!"), daß ich, der stets für kritisches Hinterfragen plädiert, etwas aus mindestens dubioser Quelle einfach mal so als Faktum angenommen und dann noch dargestellt habe. Blöder Verstand. Er hat mir dann auch gesagt, warum. Weil es mein Weltbild bestätigt, und weil es sich so verdammt gut anfühlt, wenn das Weltbild bestätigt wird. Das ist das Teuflische an Weltbildern.

Also nochmal angeguckt. Nuuuun. Das Fingerdouble im Greensuit ist schon arg dick aufgetragen. Andererseits gibt es da eine Festivalseite mit vielen Videos von Beiträgen. Das Full-length-Varoufakis-Video MIT Finger ist erst seit dem Datum Online, zu dem Boehmer angibt, den Finger reingefälscht zu haben für ein anderes Projekt. Alle anderen Videos sind deutlich älter. Wiederum gibt es aber Tweets des Kamermanns, das Video mit Finger sei authentisch.

Pfffrrrffl.

Was ist das nun also? Auf jeden Fall ein brillantes Stück Mediensatire, egal ob nun Fake oder inverser Fake. Und im Gegensatz zur Brettlsatire wird hier nicht nur einfach mit "Höhö" das eigene Weltbild bestätigt, sondern hinterfragt, ebenso das Medienverständnis und unsere Art und Weise, über Ereignisse zu sprechen und sie wahrzunehmen. Sehr meta das Ganze, und egal was, auch hervorragend durchgezogen. Großes Kompliment an die Macher.

Ich hoffe, sie lösen es in der Senung am Donnerstag auf (fürchte aber eher nicht), und ich hoffe, sie haben tatsächlich den Finger gefaked. Dann kann ich doch noch über Jauch, Medien und diverse Pappnasen aus der Politik hämen.

Und es entspräche meinem Weltbild. Ich kann doch auch nix dafür, daß sich das so gut anfühlt.

Montag, 26. Januar 2015

"Sags nicht dem Elben..."

Shannara's Castlist wächst weiter. Neben "Azog" aus dem Hobbit als Allannon wird ein weiterer Jackson-Veteran die Welt der Vier Länder betreten: John Rhys-Davies vollführt die Wandlung von Zwerg Gimli, Gloins Sohn, zum Elfenkönig Eventine. (Q) Principal Shooting beginnt in Auckland wohl im Februar (Q), und mittlerweile ist auch eine deutsche Fassung der entstehenden zehn Teile gesichert durch die Tele-München-Gruppe. (Q)

Dienstag, 6. Januar 2015

Globke hätte das gemocht

"Am Anfang war das Wort und nicht das Geschwätz, und am Ende wird nicht die Propaganda sein, sondern wieder das Wort."
(Gottfried Benn)

Der Ami stapft mit Strenge, aber auch mit Mitleid durch die Kulisse, die Russen dürfen mit leuchtenden Augen Kinder abballern, Deutsche sind Opfer. Wer trägt mehr Edelmut im Herzen als deutsche Adlige? Niemand, zumindest nicht im deutschen Fernsehen, das im neuen Dreiteiler Tannbach einmal mehr eine aufopfernde Blaublüterin auf das Podest der Edelmenschin stellt.

Deutsche sind Opfer. Bis auf ganz wenige Ausnahmen. Und sollte sich tatsächlich einer der hehren Adeligen "im Osten" (ÖR-Euphemismus für den Raub- und Vernichtungskrieg) die Finger schmutzig gemacht haben, dann, ja dann sieht er halt aus wie der Lauterbach Heiner. Sollte wohl Strafe genug sein.

Ami gut. Russe böse. Und die meisten unserer Vorväter haben nicht gewußt, was "die Nazis" da treiben. Ehrlich. Die dachten, die verschwundenen Nachbarn mit den botanischen Namen seien in Urlaub.

Das ist Kalte-Kriegs-Propaganda aus der Adenauer-Ära, da tropft ein manichäisches Weltbild aus der Glotze. Daß der Dreiteiler zusätzlich noch dramaturgisch hinkt, die Handlung heftig courths-mahlert, die Charaktere gar keine Charaktere sondern Stereotypen sind, all das ist kennzeichnend für derlei Produktionen, die frei, sehr frei nach Motiven der Vergangenheit entstehen.

Ach, was stecken für Möglichkeiten in diesem Stoff, was hätte mit dem doch ansehnlichen Budget und dieser Ausstattung entstehen können. Doch statt subtilen Auslotens der Ambivalenzen - ja, die Rote Armee wütete schrecklich, aber sie half auch, Deutsche waren Opfer und Täter, und auch die Weste der Westalliierten wies Flecken auf - klatscht man im Dramatica-Schema leicht entstaubte Propagandaversatzstücke aus den 1960ern auf den Bildschirm.

Montag, 29. Dezember 2014

Media Monday #183

Der letzte denn für dieses Jahr! Zum Jahresendfest mit dem beliebten Grammatiknazi.

Der beste Film in 2014 ("in" hat hier nix zu suchen) war für mich: Oh je. Was gabs denn so, mal überlegen. Marvel-Ödnis, eine weitere volle Windel mit "Anspruch"-Aufkleber von Nolan, den letztlich enttäuschenden Hobbit 3 Die Schlacht ohne  Belang, irgendwas mit der Adoptionsfetischistin als Hexe mit Kinderfokus (Type Casting at it's best), Remakes - Sequels - Prequels (natürlich), Seth MacFarlane dokumentierte erneut seinen Irrglauben, Filme machen zu können, den ödesten Dracula aller Zeiten und und und... Oh das wird schwer.

Es war ein schlechtes Filmjahr im BB-Bereich, aber da geht es ja seit Jahren bergab.

Naja: Gut gefallen haben Budapest Hotel, Das finstere Tal, Gone Girl, The Salvation, seltsamerweise I Frankenstein (warum weiß ich auch nicht) und Lost in Karastan. Ich entscheide mich für Das finstere Tal.

Mein liebstes Buch in 2014 war für mich: Unbestreitbar Winston Churchill's The Second World War. Ich hatte es nie vorher gelesen, bin auch noch nicht ganz fertig. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus sicherlich veraltet, teilweise (bewußt) unwahr, aber der Mann konnte wirklich schreiben und schildert sehr plastisch die Geschehnisse. Macht einfach Spaß.

Größte Serienneuentdeckung in 2014 war zweifelsohne Fargo. Ich weiß nicht, ob die schon 2013 entstanden ist, aber dieser abgeschlossene Zehnteiler war das Beste, was ich dieses Jahr auf der Mattscheibe hatte. Als knapper zweiter Platz (und ich hasse Anime) ganz klar Girls and Panzer.

Die größten Enttäuschungen hingegen waren für mich ganz klar: Der oben erwähnte Hobbit 3 und unsere politischen Informationsmedien.

Im nächsten Jahr freue ich mich ganz besonders bin ich gespannt auf: Hoffentlich zum Jahresende Shannara als Serie, um meinen weihnachtlichen Fantasyentzug zu stillen, die zweite abgeschlossene Staffel von Fargo, Mad Max, denn da sah es im Trailer danach aus, als hätten sie das Quellenmaterial verstanden, Blood Father, weil Mel Gibson nach Edge of Darkness wieder eine Hauptrolle spielt, die zu ihm paßt. Mildes Interesse zeige ich außerdem an Kingsman, der Verfilmung von Child 44 und schließlich Victor Frankenstein.

Allgemein Vorfreude empfinde ich auf meine zweite Rollenspielseason des Schattenliedes, meine Arbeit mit Wölfen und Bären, die Fertigstellung von Blutfeuer und die Möglichkeit, unser Dach auszubauen.

Spannend wird 2015 vor allem, weil: In welcher Hinsicht? Persönlich? Weltlage? Entwicklungen in Deutschland? Technik? Das Schicksal der elektrischen Cloudschreibmaschine? Naja, spannend wird es auf alle Fälle sowohl in innen- wie außenpolitischer Sicht. Wir werden in interessanten Zeiten leben, lassen wir uns überraschen. Privat spannend siehe "gute Vorsätze".

Und ganz im Vertrauen, meine Vorsätze fürs kommende Jahr sind: Weniger rauchen, bessere Organisation und damit bis zum Sommer vier offene Projekte abschließen und ein fünftes in den nächsten Zyklus tragen.

Samstag, 27. Dezember 2014

Shannara Update

Ich bin ja immer noch zu gleichen Maßen skeptisch und hoffnungsfroh, was die TV-Umsetzung von Elfstones durch MTV betrifft: Wir reden hier von dem Sender, der vor allem mit Reality Trash (allerdings sinkende) Quoten einfährt. Andererseits scheint Autor Terry Brooks eng in den Entstehungsprozeß eingebunden zu sein: Er arbeitet an den Scripts mit und ist ein Executive Producer. Auf seiner Homepage tritt er entschlossen den üblichen Fehlmeldungen ADS-geschädigter TV-Klatschreporter entgegen, wie z.B. der angeblichen Transformation des ernsthaften Bücherwurmprinzen Andor Elessedil zu einem "wilden Partyboy" auf Hollywood-Deadline.
Now, before anyone starts cursing, I will say that Wil does not seek out Allanon in the TV show, just like Ander is not a “wild, party boy.” Keep in mind that the people who write these articles have not read the scripts.
Die Castings gehen voran, Amberle, Will, Andor und Allanon sind besetzt, wobei mich der Druide wenig überzeugt. Zu klein ist der und wirkt auch irgendwie nicht intelligent, nicht einmal verschlagen. Eher wie ein Kneipenschläger mit gedrungener Physis.

Gedreht wird einmal mehr in Neuseeland. Die sollten sich mal langsam umbenennen...

Abwarten. Reibungsverluste gibt es bei medialer Transformation immer, das ist zu verschmerzen, und MTV will die Serie ja in erster Linie nutzen, um aus dem Ghetto herauszukommen, in das sie sich mit ihrer Trash-Reality gesendet haben.
[MTV] convinced us that they would do their level best to honor the books and the fans. Everything that has happened since has reinforced their promise to make the series a success.
Sendetermin steht noch keiner. So wie sie derzeit dransitzen, tippe ich auf die Winterseason 2015 / 2016. Main Shoot Frühjahr / Sommer, Postproduction und Promo dann bis in den Spätherbst hinein.

(via TerryBrooks.net)

Montag, 13. Oktober 2014

Mami, ich hab Hochkultur gemacht

Quelle: Das Erste, mit
freundlicher Genhemigung


Gaaaanz viele von den Anspielungen hab ich mitgegkriegt, Mami. Ich bin sooooo ein Bildungsbürger. Örch. Alles ist mal wieder begeistert vom gestrigen Tatort, Welt, Spiegel, SZ.... alles suhlt sich in der Zitateschlachteplatte des prätentiös, nein prätendierend betitelten Im Schmerz geboren. Gehts noch?

Holen wir erst einmal den Shakespeare von der Leine und bringen ihn zum Falten rein. "Shakespearische Wucht" attestierten die meisten Föjetonisten im Kwalitätsschurnalismus dem Drama. Leute, nur weil man ein paar Einstellungen sowie die Idee des handlungsaktiven Chorus von Brannagh's Henry V. klaut und ein paar Jamben im Text verwurstet, hat man noch lange kein dem Barden ebenbürtiges Drama geschaffen.

Darstellerisch war es schlimm. Tukur schlafwandelt durch diese Provinzposse, wobei natürlich ein schlafwandelnder Tukur immer noch adäquat agiert. Held ist vergeudet, und Mathes deklamiert, wie immer. Der Mann ist brilliant auf der Bühne, leider schleppt er die Bretter, die die Welt bedeuten, auch zu Filmaufnahmen - immer etwas zu laut, etwas zu phrasiert. Deswegen war er gut als Goebbels im Untergang, deswegen war er hier ziemlich schlecht. Beunruhigende Augen hat er aber.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Samstag, 23. August 2014

Kurzes Update zu Shannara

MTV scheint es tatsächlich ernst zu meinen mit seiner Shannara-Serie. Entertainment berichtet, eine erste Season mit zehn Folgen habe grünes Licht erhalten, und Terry Brooks hat es bestätigt. Da noch nicht mal die Casting Calls raus sind (da kann sich das Fandom dann austoben), nehme ich an, wird das frühestens Frühjahr 2016 über die Mattscheibe gehen.

Was den Cast angeht - wenn Billy Bob Thornton seinen Midwest / Southwest-Dialekt zügeln kann, wäre er für mich der richtige Allanon. Er hat diese Mischung aus Intelligenz, Verbindlichkeit, Geheimnis und mörderischer Spannung sehr gut drauf.

Mal schaun, wies wird.

Sonntag, 13. Juli 2014

Reflektionen auf der Zielgeraden

"Auch wir haben eine gute WM gespielt." Das ist das Fazit von Chefredakteur Peter Frey, der für den SPON einen Besinnungsaufsatz gekleckst hat. ("Das Dilemma des Kommentators!") Darin verteidigt er den unreflektierten Jubel die "sportjournalistische" Begleitung der WM durch seinen Sender.

Oliver Schmitt hat gestern das kleine Finale "sportjournalistisch begleitet". Deutschland und Holland, diese WM überhaupt, habe den "brasilianischen Fußball" zerstört, so seine mehrfach wiederholte These. Das Land müsse seinen Fußball neu erfinden. Wer auch nur etwas über den Tellerrand hinausblickt weiß natürlich, daß Brasilien untergegangen ist, weil es eben seinen Fußball nicht mehr spielte, aber eben auch nichts Neues entwickelt hat. Ursache.... Wirkung... Aber der Schmitt suchte zumindest nicht die stygischen Tiefen von Phrasen wie "Samba-Fußball" auf.

Welke witzelte, Kahn malmte zumeist mit den Kiefern und sprach vom "Willen", den er bekanntlich ja erfunden hat, um 2002 herum. Dazwischen gelangen ihm immer wieder tiefergehende taktische Analysen. Sobald die Grauen Zellen des Zuschauers aber mal zu arbeiten begonnen hatten, ließ das ZDF Katrin Müller-Hohenstein als DFB-Groupie durchs Spielercamp hüpfen und Nichtigkeiten erfragen und "berichten". Kahn war bei den Schalten zu KHM nur ein Gedanke in die Fazialkanten gemeißelt: Gottseidank steht jetzt dieser kahlwerdende Mann neben mir und nicht mehr diese Frau. Es schien, als rege das ZDF die grauen Zellen des Zuschauers an, um sie gezielter treffen zu können.

Frey beleuchtet all das (und viel Schlimmeres) in sehr positivem Licht. Er weiß, als Journalist muß er auch einen Beleg für das Tolle, das doch nicht Tollheit sein soll, anführen, und führt das Mertesacker-ist-pampig-Interview an. Natürlich. Man könnte ihn fragen, warum er stolz darauf ist, einen ausgepumpten Spieler mit Fragen zu konfrontieren, die dessen Trainer gestellt werden müßten. Aber der Schmusekurs des ZDF gegen den Bundestrainer ist zur Stärkung des fußballerischen Wehrwillens wohl vorgegeben. Irgendwas in der Art. Anders ist die Banalitätenparade der "Interviews" mit Löw nicht erklärbar.

Von Béla Rethy fang ich gar nicht erst an.

In summa. Es ist katastrophal, was das ZDF geboten hat. Aber für Peter Frey hat man (fast) alles richtig gemacht und "eine gute WM gespielt". Unterstützung für diese These holt er sich auch:
Übrigens hat eine repräsentative Umfrage gerade erst gezeigt, wie tief der Graben zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung beim Thema Fußball ist. 91 Prozent der Befragten lobten die "aufschlussreichen" Spielanalysen der Öffentlich-Rechtlichen. Drei Viertel gaben für die Gesamtberichterstattung die Noten gut oder sehr gut.
Ich nehme meine Anwürfe zurück. Eine Umfrage, an der sich das ZDF beteiligt? Dann muß alles in Ordnung sein.

(Bullshit-Index 0,18)

Sonntag, 6. Juli 2014

Six Seasons! Yeah! And a movie?

Hmmh. Ich hab schon länger aufgegeben, den Medienmarkt in den USA zu verstehen (oder die intellektuelle iBox-Ödnis hierzuland). MTV will ernst genommen werden und produziert (wahrscheinlich) eine teure, vielleicht seriöse Fantasyserie, Yahoo wird zum TV-Produzenten...

Richtig. Yahoo begibt sich in den TV-Markt, vielmehr in den Streaming-Markt mit Community. Dan Harmon kann also seine "six seasons" vollenden. Mit gleichem Budget wie es aussieht. Also wird es doch ein Happy End für Community geben, nachdem die Show vor sechs Wochen von NBC gecancelt worden war. Besonders wichtig: Auch Producer McKenna bleibt an Bord.

I go Greendale.

Coolcoolcool. In other news: Anfang 2015 beginnen die Dreharbeiten zur vierten Staffel von Sherlock. Sie wird aus drei Episoden und einem "Special" bestehen. Das sieht man mal, wozu ein öffentlich-rechtlicher Sender fähig ist, solange er nicht in Deutschland angesiedelt ist.

Montag, 28. April 2014

Media Monday #148


Ein Media Monday. Wie immer, wenn die Platte des Lebens vor Widerlichkeiten überquillt, die Dir von einem Mann ins Gesicht gestopft werden, der eine Fernbedienung auf das Goldfischglas richtet und behauptet er sei Gott, wie immer an solchen Tagen bin ich dabei. Besucher mit Vitriol-Unverträglichkeit sollten gehen.

  1. Die beste Film-Szene, die in Berlin spielt ist der gesamte Filme A Foreign Affair - da hatte Berlin wenigstens einen Grund, sich so anzufühlen, wie sich Berlin eben anfühlt. Runner-Up ist natürlich Funeral in Berlin.
  2. Frau, Bier, drei Katzen und ein guter Film sind für mich der perfekte Filmeabend.
  3. Thiel & Boerne (danke Greifenklau) machen einen nicht unbeträchtlichen Teil der Faszination von Tatort Münster aus, weil die dort als Hochamt zelebrierte dumpfe Biederlichkeit der absehbaren Pointe nur von "Närrinnen und Narrhallesen" an den Tagen, deren Existenz ich impotent verneine, übertroffen wird, wobei Liefers und Prahl so offenkundig ohne Scham agieren, daß das als kultur-anthropologisches Statement Gültigkeit erreicht. 
  4. Wie ich Filme schaue und erlebe, hat sich durch das Internet/die sozialen Netze vor allem dahingehend verändert, dass ich meist schon zuvor eine genaue Erwartungshaltung entwickeln kann, die sich bisher (fast) immer bestätigt hat. Das spart Geld. 
  5. Wenn ich die Chance hätte, ein bestimmtes Projekt als 450-Millionen-Dollar-Filmtrilogie umzusetzen (ja, ich bin billig), ginge damit ein Traum für mich in Erfüllung. Aber es vergammelt halt in der Schublade.
  6. Robert Downing Jr. scheint die besten Tage hinter sich zu haben, weil er immer noch in dieser albernen Konservendose rumläuft. On the plus side - einer weniger, der um seine Altersversorgung fürchten muß.
  7. Zuletzt gesehen habe ich zwei Folgen Star Trek Voyager und das war zum Einschlafen, weil es wirklich Martha Stewart in Space ist, und sich dieser Grundgedanke wie Mehltau über die ganze Produktion legt. Nein, da hab ich damals nix verpaßt.