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Mittwoch, 4. November 2020

Na denne

In 90 Minuten gehts dann los. Bier steht kalt. Meine Prognose hab ich abgegeben, aber ergänze: Die dritte Front, an der es sich entscheidet ist Pensylvania und/oder Michigan. Um 22:00 auch wieder News, die ich bereits vor 4 Jahren zur gleichen Zeit lesen konnte, als die ersten Exit-Polls reinkamen.

Update: "Trump trotzt den Umfragen". Ach? Überraschung. Es entscheidet sich in Michigan, Pensylvania, Georgia, und da Trump überraschend Arizona verloren hat, auch in North Carolina. Das kann sich noch Tage hinziehen.




Samstag, 31. Oktober 2020

Is scho wieder Präsidentenwahl?

Mmmh. 2016 hatte ich mich schon früh festgelegt, daß Hillary nicht gewinnt, genau genommen bereits im Mai. Dieses Jahr wars etwas verworrener, aber nach einigem Crunchen leg ich mich mal fest: Trump verliert die popular vote, gewinnt knapp das Electoral College und bekommt seine zweite Amtszeit. Georgia und Texas werden wahrscheinlich die entscheidenden Punkte sein.

Bevor die Schnappatmung einsetzt, mal nachdenken: Biden ist innenpolitisch inhaltlich FAST gleich, das zum einen. Zum anderen sind die Dems außenpolitisch mittlerweile psychopathische Falken. Uns Europäern kann die Wahl Trumps auf alle Fälle recht sein, solange wir nicht im Wahn leben, die Amis müßten uns beschützen, weil der pöhse Russe vor der Tür steht. Falls es jemand nicht bemerkt haben sollte: Wir haben uns in den letzten 20 Jahren massiv bemüht, dem Russen vor die Tür zu kommen, nicht umgekehrt.

Happy Halloween and a merry lockdown to all! Bleibt gesund!

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Bye, bye, American Nitemare

 

Ja. Neee. Es wird keine weitere Staffel von American Nitemare mehr geben. Die Gründe? Oh.

Zum Einen: Unsere Pfeile lagen zu oft im Gold, oder zumindest im Roten. Wir haben einen eigenen Strang dazu im Hausforum. Da fühle ich mich mittlerweile unbehaglich.

Zum Anderen: Wie soll ich denn bitte dieses Jahr toppen?

Senator Reid, von 2007 bis 2015 Mehrheitsführer der Demokraten im US-Senat, ein Mann also mit wirklichen Insider-Infos, gibt bekannt, daß Anlagen des US-Militärs zeitweise von UFOs außer Gefecht gesetzt wurden, deren Technologie mit unseren Maßstäben nicht erklärbar ist.

 

Das ist, glaube ich, die Essenz des Jahres 2020. Hochrangige US-Politiker und das US-Militär bestätigen die Existenz von UFOS und die Reaktion der Welt ist: Who the fuck cares? So abgefahren waren die letzten 9 Monate.

Keine wüsten Nachrichten mehr aus meiner verrückten Parallelwelt. Die Wirklichkeit hat mich mit Horn und Lichthupe überholt und sieht mich im Rückspiegel am Straßenrand ausbrennen. Wie könnte ein einzelner Verstand mit Schwarmirrsinn konkurrieren?

Vielleicht veröffentliche ich hier die Protokolle der letzten Staffel. Mal schauen.

Freitag, 2. Oktober 2020

Trump has the Rona


No one gets covid-19 better than me. There is no president before that had covid-19 like I did. Many many people say how great I am at contracting covid. Doctors are impressed. They say I have the best covid-19 ever. No one has better covid symptoms like i do.

Sollte man niemandem wünschen, but the irony is strong with that one. Die Welt wirft einen Blick auf die Wahlwetten, die mit der Bekanntgabe der Infektion Trumps "abgestürzt" seien und sehnt, wie die gesamte deutsche Medienlandschaft, ein Debakel Trumps herbei.

Die Werte an der Wettbörse von RealClearPolitics stehen jetzt bei 65:31 für Biden. Klingt dramatisch, aber vor vier Jahren stand es an der selben Wettbörse einen Tag vor der Wahl 76:24 - für Clinton. Wir können uns alle daran erinnern, wie gut das ausging.

Mittwoch, 12. August 2020

Medien am Mittwoch

"Wo nehm ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen?" (Karl Kraus)

Schau schau. Gibt auch noch die Weltläufte.

Die SPD macht mit Projekt 18 weiter

Als erstes muß natürlich die Benennung von Olaf Scholz zum Kanzlerkandidaten gewürdigt werden. Wir erinnern uns: Als die Partei"linken" Esken und Walter-Borjans zu Parteivorsitzenden gewählt wurden, da klatschte der Jung"sozalist" Kevin Beifall und die Presse fantasierte von einem Linksruck. Jetzt also der revolutionäre Akt, den Scholzomaten zum Kandidaten zu machen. Wer klatscht da mit als erstes Beifall? Die neoliberale Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Das nenn ich mal linken Streetcred.

Da kann ich dann nächstes Jahr wahrscheinlich wieder meinen Standard-SPD-nach-Wahl-Artikel posten.

Kamala Harris

Wo wir bei Kandidaten sind: Joe Biden hat nun seinen "Running Mate", seine Kandidatin für die Vizepräsidentschaft benannt. Kamala Harris, eine schwarze Frau. Und wieder zeigt sich, wie schlecht manche Dinge altern. Letztes Jahr, als die Vorwürfe massiver exueller Übergriffe gegen Biden im Raum standen, sagte sie noch, sie glaube den mutigen Frauen, die mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit getreten seien, und im Wahlkampf bezeichnete sie Biden als Rassisten. Jetzt aber heißt es: "Joe Biden kann das amerikanische Volk einen, weil er sein Leben damit verbracht hat, für uns zu kämpfen."

Wenn man sich auf eines verlassen kann, dann auf Frauensolidarität. Und auf Joe Bidens übergriffige Pfoten, wenn er sich nicht gerade in seinem Wandschrank verlaufen hat. Hier ist eine Best-of-compilation. *Sniff.*

Geheimnisvolles Indien

Ich durfte während dieser Krise lernen, daß man in Deutschland einem relevanten Teil der Bevölkerung nicht nur erklären muß, DASS man sich nach dem Abwischen des Ar***es die Hände waschen sollte, sondern auch WIE. Komplettes Zivilisationsversagen. Ich war schon immer leicht angewidert von Bussen, Automaten und Einkaufswagen, aber mittlerweile habe ich eine Zwangsneurose entwickelt. Auch nach Corona (falls das kommen sollte), werde ich mein Desinfektionsspray und Einmalhandschuhe stets bei mir tragen. Ich fasse keinen Bankautomaten mehr an.

Aber man kann das immer noch toppen: Ein Priester in Gujarat (Indien) starb letzten Monat an Covid-19. Jetzt sind Videos aufgetaucht, in denen er seinen Anhängern "jhotte laddoo" - also eine mit seiner Spucke überzogene Süßspeise - reicht. Bevor wir aber jetzt, ganz ungerechtfertigt, lachen, möchte ich daran erinnern, daß auch das bereits vorher getoppt wurde: Klobrillenchallenge. Und in München lief ein Spinner rum, der Handläufe an Rolltreppen ableckte.


Mittwoch, 11. April 2018

Neues von den Feminazis oder "I’m sure 5 year old boys rape"

Ui guck mal, unser Zaun hat nun wirklich gar keine Latten mehr, weswegen wir jetzt munter schändende Kleinkinder herbeifabulieren.
"Small children do rape. It just wasn’t me making that assertion or using that fact in this argument in this thread,” “I’m sure 5 year old boys rape. They socialize into masculinity very fast, didn’t you feminists know that by now?” and this piece of work: “Years ago, I was with a feminist friend while she was babysitting a 2 year old boy. His mom was a swim coach at a local college. The boy was grabbing at our breasts and had this really creepy smile on his face. We both got it: it came across as sexist-creepy. At age 2, he’d already learned to objectify women. I’ve seen this in other boys at age 2.”
Jopp. Manche Strömungen des "Feminismus" basieren nicht nur auf Junk Science, sondern entpuppen sich mehr und mehr als konkurrenzfähige Geistesstörungen. Der Artikel hier ist von einer Feministin, die nicht ganz der Meinung war, männliche Lebewesen gehörten bei Geburt verbrannt oder besser noch vorher abgetrieben.

Junge, war das die falsche Lautreihung, wie sie dann feststellen durfte.

Freitag, 16. März 2018

Salisbury, Porton Down, Novichok und verdammt viel mehr Tote als du ahntest

Visualisierung der derzeitigen
westlichen Diplomatie
Das sind wieder so Tage. Ich sitz' hier mit einem Bier und versuche zu verstehen, an welchem Punkt bei uns die Presse gleichgeschaltet wurde, und ob wir wirklich Bock haben, mit einer Bundeswehr in diesem Zustand gen Osten ziehen zu wollen. Unsere künftigen Offiziere machen bei -9 Celsius schlapp. Damit kommt man allenfalls bis knapp hinter Warschau.Unsere U-Boote tauchen nicht, unsere Gewehre schießen nicht bei Sonnenschein, Panzer und Flieger stehen dumm rum...

Also ich will keinen Krieg. Und unter diesen Bedingungen schon gar nicht.

Scheint die Medien aber nicht zu stören. Gniffkes Tagesschau und alle anderen hetzen im Gleichschritt und übernehmen die Sprachregelungen von Theresa May (Ausnahmen gibt es natürlich, aber das sind Blätter im Wind). Die Merkel ist dabei, wen wunderts, und Macron macht sowieso alles, was ältere Frauen ihm sagen.

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Die Wahrheit ist da draußen. Ernsthaft.

Hübscher Tweet oder? Wem der Mann nix sagt, der hier Akte X zitiert: Harry Reid war bis 2017 Senator und Führer der demokratischen Minderheit im US-Senat. Und auf was er hier Bezug nimmt, ist eine interessante Geschichte, die auf der Titelseite der renommierten New York Times begann und jenseits des Teichs und an vielen anderen Orten der Welt in den Medien diskutiert wird.

Naja. Bei uns alles ruhig.

In besagtem NYT-Artikel geht es um ein kleines schwarzes Pentagon-Projekt, das heimlich UFO-Sichtungen untersuchte. Der kleine schwarze Bruder vom dahingeschiedenen Projekt Blue Book sozusagen. Wie klein? 22 Millionen, also im Pentagon eigentlich gerade genug Kohle für eine Runde Kaffee und Donuts.

Initiiert hat das Projekt eben dieser Senator Reid. Und sie haben auch Dinge gefunden. Nach Angaben des ehemaligen Projektleiters Luis Elizondo genug, um ernsthaft beunruhigt zu sein.
Er beschrieb Massen ungeklärter Sichtungen von Navy-Piloten und anderen Beobachtern über fliegende Objekte mit Fähigkeiten, die weit über das derzeit areodynamisch mögliche hinausgehen. Die Sichtungen, so Elizondo zu POLITICO, wurden oft aus der Nähe von Nuklearanlagen berichtet, entweder Schiffen auf See oder Kraftwerken. "Wir hatten sowas noch nie gesehen."
Gleichzeitig wurden einige Videos veröffentlicht (eines ist im Beitrag der NYT, ein anderes sieht man hier), die definitiv UFOs zeigen. Also UFOs im Sinne von ungeklärt - ob Centauri mit prächtigen Frisuren drinsitzen, kann man natürlich nicht sagen.

Seit dem Artikel sind andere Artikel in "seriösen" Medien erschienen, die sich ernsthaft mit den Fragen befassen. Auch wichtige Nachrichtensender (CNN und MSNBC z.B.) berichten, und zwar ganz ohne die übliche Häme, mit der sich die Moderatoren abzugrenzen pflegen. Das ist nach Jahrzehnten, in denen das Forschungsfeld tabuisiert und verächtlich gemacht wurde, außerordentlich.

Ein Artikel in den Mainstreammedien nimmt sich ernsthaft des Themas an, das kann vorkommen, das kam immer wieder mal vor, da und dort eine vorurteilsfreie Doku auf BBC und dergleichen. Aber andere Medien ziehen mit und headlinen ebenfalls UFOs. Da wirds dann schon fast unglaublich.

Aber - warum jetzt? Ernsthaft. Ist jetzt nicht so, daß das die ersten Nasen aus dem militär-industriellen Komplex sind, und überzeugendes Bildmaterial gabs auch schon vorher und aus Zeiten, da Fakes weitaus schwerer zu bewerkstelligen waren.

Nächste Frage: Deuten die zwischen den Zeilen tatsächlich an, ein UFO abgeschossen oder zumindest erbeutet zu haben? In der New York Times heißt es:
Auf Mr. Bigelows [Partner des Pentagon] Anweisung baute die Firma Gebäude in Las Vegas für die Einlagerung von Metallegierungen und anderen Materialien um, die nach Angaben von Mr. Elizondo und anderen Partnern des Programms bei UFO-Vorfällen geborgen worden waren.

Wiederum interessant: Warum twittert Dr. Greer gerade Amok, all das sei eine False-Flag-Operation? Wer Dr. Greer nicht kennt - je nachdem, wie du dein Aluhütchen trägst, gilt er als eminenter Ufologe oder als Scharlatan, der eine große False-Flag-Operation dirigiert. Ja, die Szene kann zuweilen etwas unübersichtlich werden.

Auch spannend: Das oben von mir verlinkte Video, das zu jenen aufregend neuen gehört, die vor einigen Tagen veröffentlicht wurden, das steht seit mindestens März 2017 (recht unbeachtet) im Netz. Mmmmh.

Irgendjemand wollte diese Infos draußen haben und sie ernsthaft diskutiert wissen. Die Frage ist natürlich "warum" und noch wichtiger "warum jetzt". Ha. Das sind genug Fragen für eine weitere Staffel American Nitemare.

Ich geh mal mein Alumützchen suchen.


Sonntag, 2. Juli 2017

NASA Denies That It’s Running a Child Slave Colony on Mars


Unsere alltägliche Realität (?) hat in den letzten Jahren derartige Höhen an Absurdität erreicht, daß sich eine Staffel für mein American Nitemare-Setting mittlerweile recht einfach schreibt. Vor ein paar Jahren mußte ich noch richtig meine Phantasie anstrengen, aber mittlerweile ist David Lynch kein Surrealist mehr, sondern nur noch ein Chronist unserer Welt.

"Die Welt ist so voller Schwachköpfe und Narren, daß man nicht nötig hat, sie im Tollhause zu suchen."


(Johann Peter Eckermann, Gespräche mit Goethe)

Heutzutage sammle ich Schlagzeilen. Absurde, wahnwitzige Schlagzeilen. Sie müssen natürlich den gewissen Dreh aufweisen. Die Geschichte, die Clintons seien in einen Kinderporno-Ring verwickelt, der von einer New Yorker Pizzeria aus operiere, die vor einigen Monaten rumging, die war ebenso schwachsinnig wie langweilig. So schlimm es ist, so ist doch eine New Yorker Pizzeria ein viel zu vorstellbarer Ort für so ein widerliches Unterfangen. Und wer will überhaupt noch was von den Clintons hören? (Die sind soooooo Staffel 3).

Aber so ein Gold, wie es vor zwei Tagen in meinem Stream auftauchte, das suche ich: "NASA Denies That It’s Running a Child Slave Colony on Mars". Das stand im Daily Beast als Schlagzeile. Die Story dahinter ist wie gesagt pures Gold.

Ich sammle solches Material konzentriert über ein paar Wochen. Irrwitzige News aus (fast) ganz normalen Medien. Wenn man einen Blick dafür entwickelt, muß man nicht mehr groß suchen. "A report on Alex Jones’ InfoWars claiming child sex slaves have been kidnapped and shipped to Mars is untrue, NASA told The Daily Beast on Thursday." Es sind nicht die "Berichte" auf Seiten wie InfoWars, die ich haben will, sondern die Reaktionen der normalen (?) Welt auf diesen Wahnsinn.

Anders gesagt: Daß Alex Jones von Marskolonien faselt, ist langweilig und erwartbar. Der Mann rennt bellend durch die Wälder. Daß die NASA dementiert, dazu noch verdächtig spezifisch, das ist dann "Mann beißt Hund".

Erst diese Reaktionen ergeben das Rohmaterial für American Nitemare. Wenn ich sechzig, siebzig von diesen Sachen habe, erkläre ich sie einfach alle für zutreffend, suche die "Zusammenhänge", "Hintermänner" und Zielsetzungen. Ich tauche einfach mein Hirn für ein paar Tage in Schlamm. Und schließlich ergibt sich aus diesen Einzelteilen vor meinem geistigen Auge ein geschlossenes Wahnbild ein Setting für diese Staffel. Ein paar Dinge muß ich meist unter Bedauern rauswerfen.

Wenige Monate nach dem Spiel hat mich die Realität in der Regel schon wieder mit Lichthupe und Gelächter auf den Standstreifen gedrängt, und ich blicke trübe den entschwindenden Rücklichtern hinterher.

Trotzdem habe ich angesichts der hier zitierten Schlagzeile tatsächlich wieder Lust, doch noch eine vierte Staffel anzuhängen. Zu blöde, daß wir das Thema "geheime NASA-Sklavenkolonie auf dem Mars" schon in Staffel 1 verbraucht haben.

Update: Gerade über D6ideas erfahren, daß dieser kleine Post in den diesmonatigen Karneval "Rollenspiel im alltäglichen Leben" paßt. Na, denn. Nehm ich mal wieder (verunfallt) teil.

Donnerstag, 17. November 2016

Kleiner Filmtip: The Pentagon Wars


Wer sich für so Belanglosigkeiten interessiert wie "Warum sind unsere Schützenpanzer langsamer als unsere Kampfpanzer?" "Warum schießen unsere Gewehre nicht bei sonnigem Wetter?" Und: "Warum kostet das alles soviel?" (Siehe Tschingderassa Bumm Bumm) Jedenfalls, wer sich für so Fragen interessiert, für den habe ich einen netten Film. Die Dokukomödie The Pentagon Wars.

Der Film nimmt den kompletten Wahnsinn eines Heereswaffenamtes, der in der Buchvorlage The Pentagon Wars: Reformers Challenge the Old Guard zu finden ist und kondensiert ihn zu einer sehr vergnüglichen Geschichte.

Kelsey Grammer chargiert hier fröhlich zwischen Frasier Craine und Jack Nicholson, und Cary Elwes gibt den smarten Helden. Das sind sehr unterhaltsame, aber auch lehrreiche 100 Minuten. Und wie der Vorspanns schon verspricht: Und ob Sie's glauben nicht - so hat es sich zugetragen.

Freitag, 11. November 2016

Failsafe?

Antrittsbesuch
im Weißen Haus
Den ganzen Nachmittag rollen hier schon die Nachrichten 'rein, wie Trump eine Position nach der anderen aufgibt (bis auf Obamacare und Mexiko, leider), sich auf republikanische Politik zurückzieht und sich mit dem parteitypischen Geschmeiß umgibt. Nanu? Ist der große, böse Wolf doch nur ein Republikaner und keiner sollte es gemerkt haben?

Oder läuft hier ein anderes End-Game? Ein ganz anderes End-Game? Tatsache ist: Trump ist bereits vor Ablegen des Amtseides enorm impeachable, und das hat nix mit Pfirsichen zu tun. Impeachment bedeutet, dass der Kongress den Präsidenten seines Amtes enthebt.

Scheint illusorisch angesichts der Mehrheit der Republikaner in beiden Kammern des Kongresses? Nur wenn man so töricht ist zu übersehen, daß Trumps hauptsächliches Wahlversprechen neben dem antimexikanischen Schutzwall das Vorgehen gegen Wall Street und internationale Finanzinteressen war, beschworen mit eindringlicher Rhetorik.

Egal, ob man das glaubt oder nicht - das schmeckt den Reps nicht. Ihnen hat auch nicht geschmeckt, wie Trump sie während der Vorwahlen am Nasenring durch die Arena schleifte und ihre "Hoffnungsträger" wie Jeb "bitte klatschen Sie" Bush faschierte. Nein, diese Reps hassen ihn mindestens genauso sehr, wie die Dems ihn hassen.

Jeder haßt ihn. Und man hat ihm wohl klar gemacht, daß jeder ihn haßt, und daß die Reps ihn in dem Moment fallen lassen werden, indem sie das irgendwie moralisch und/oder politisch rechtfertigen können. Ich schätze mal, das war während des Gesprächs mit Paul Ryan, kurz vor dem Besuch im Weißen Haus. Das erklärt das Bild oben. Ein deutlicheres "In was bin ich da reingeraten?!" habe ich in einem Gesicht lange nicht gesehen.

Die Dems würde da garantiert mitmachen und die Sache ins Rollen bringen. Der reaktionäre Haufen, der bei denen derzeit noch den Ton angibt haßt Trump ebenfalls (arme Sau, niemand mag ihn) und sieht seine Anti-Wall-Street-Rhetorik genauso. Und er hatte die Frechheit, eine Frau vom Präsidentenamt abzuhalten. Er hat Hillie zum Weinen gebracht!!!

Das Establishment duldet keine Außenseiter, und Trump ist angreifbar, extrem angreifbar. Er ist ein Drecksack mit einer unverhohlenen Drecksack-Vergangenheit. Entweder er tanzt, wie er tanzen soll, oder er ist zu nächster Gelegenheit das schöne Weiße Haus los.

Im Falle des Impeachments übernimmt dann Vize Pence, ein reaktionärer Hardliner, gegen den die derzeitige polnische Regierung wie ein VW-Bus voll atheistischer Hippies wirkt. Das System schützt sich selbst. Und die Dems würden das als Sieg feiern, die Nasen bei uns genau so. Dabei würde es noch schlimmer; die schlimmsten Aspekte des Status Quo kombiniert mit den wirrsten Ideen Trumps und einer aggressiven, "göttlich inspirierten" Imperialpolitik militärischer Stärke.

Donnerstag, 10. November 2016

Sysiphos, Syphillis oder Pyrrhus?

Während das Alte stirbt, zögert das Neue sich zu zeigen, und aus dem Zwielicht dieser Ungewißheit treten Monster hervor. (Antonio Gramsci, mehr oder minder)
Sie hatten alles in Stellung gebracht: Fast alle Medien, sogar Fox und sogar Glenn Beck (!!) trommelten für Hillary, Dutzende Promis wie Beyoncé und sogar Bruce "Der Sänger im Roggen" Springsteen standen singend hinter ihr, dazu Wall Street und eine entsprechend gefüllte Kasse, die die des Herausforderers bei weitem übertraf.

Diese geballte Macht des Establishments war nicht in der Lage, ein vulgäres Tinhorn aufzuhalten, das den rüpelhaften, großspurigen, ignoranten "Amerikaner" mit jeder Faser seines Seins verkörpert und dazu mit kleinen schwitzigen Patschepfoten grapscht. Trotz all seiner Skandale (aufbereitet von John Oliver) kam es wie seit Mai erwartet.
Hillary Clinton, und hier lege ich mich schon mal fest, wird nicht die nächste Präsidentin der vereinigten Staaten. (...) In einem direkten Duell Trump vs. Clinton tippe ich auf einen Sieg Trumps in der Höhe von Reagan gegen Carter 1980, also 40 Staaten.
Naja, Pussygate hat den Erdrutschsieg dann verhindert.

Aberwitzigerweise ist das ein Sieg der Demokratie über die Oligarchie innerhalb des von der Oligarchie gesteuerten Systems. Es ist ein großer Sieg. Und er bringt uns Trump. Es ist ein großer Sieg mit großen Opfern. 

Es hätte nicht sein müssen, hätte Hillary Clinton nicht in (illegaler) Zusammenarbeit mit der demokratischen Parteiführung Sanders im Nominierungsrennen betrogen. Aber die Befriedigung der persönlichen Begierden stand den Clintons schon immer näher als so läßlich-lächerliches Zeug wie Demokratie. Dem Clinton'schen Anspruchsdenken hatte sich alles unterzuordnen, und in einem Anfall von Lemmingmismus mit akuter Blödheit als Begleiterscheinung zog die Parteiprominenz mit.
"Was der Trug gewann, der ungerechte, kann nicht dauernd sein."
Sanders hätte wahrscheinlich den Rustbelt gehalten, vor allem Ohio, und einen sehr viel höheren Voter turnout erreicht. Um einen gewieften Demagogen wie Trump zu schlagen, brauchst du eben einen Vollblutpopulisten (und nein, lieber Bürger, "Populismus" ist nicht bah, wie die Medien erzählen, sondern im Gegenteil die eigentliche Aufgabe eines Politikers in einer Demokratie).

Aber sie haben den alten Sozialdemokraten gefoult. Jetzt ist Donald J. Trump der President-Elect der Vereinigten Staaten. 

Siege können sehr bitter schmecken. Und manchmal fallen sie dir auf die Füße.

Freitag, 21. Oktober 2016

Windelarithmetik

Ach ja, die deutsche Lückenpresse. Dritte Debatte geschaut, nix verstanden. Also geht der deutsche Journalist flink auf CNN (Clinton's Nice News) und schaut sich deren wirre Postdebattenschalte an. Auch da versteht der deutsche Journalist nichts, aber er hat einiges mitgeschrieben. Das kann er ja dann publizieren.

Anyway - laut der deutschen Presse war der Hauptaufreger der Debatte, ein gewisser Donald J. Trump. In der Welt, einem der Fachblätter für Transatlantiker, staunt der Berichter:
Zum Pflichtstudium für jedes künftige Politikseminar in den USA beförderte Donald Trump den 19. Oktober 2016 durch seine Weigerung, sich zur Anerkennung des Wahlresultats am 8. November zu bekennen.
Tja, und hier Kinder am praktischen Beispiel: So sieht die Kernschmelze einer vereinsamten Hirnzelle aus. Entweder der Kollege, der den Artikel geschrieben hat, ist schweren, bedauerlichen Limitationen unterworfen, oder er betreibt die für sein Blatt übliche Propaganda für die Falkenmumie mit dem Hartgreifergrinsen.

Man verlangte von Trump nix anderes, als daß er eine Carte Blanche abgebe und das Wahlergebnis ungeachtet aller Begleitumstände anerkennen wird.

So, als hätte es Florida 2000 nie gegeben. So, als hätte JFK's Daddy die Wahl nicht manipuliert. So, als hätte Clintons Team nicht massiv die Vorwahlen verschoben. Ja. Klar. Solchen Leuten wie den Clintons (und den Bushes und den Kennedys...) gibt man Carte Blanche und Vertrauensvorschuß. Und anschließend sägt man sich einen Fuß ab und klettert in einen Bärenkäfig. Wird schon nix passieren.

So, und für Fortgeschrittene verlinken wir auf den Augstein, der euch verklickert, warum alle Nicht-Amis beten sollten, daß im November eine vollgeschissene Windel wie Trump gewinnt. (Spoiler: Vollgeschissene Windeln sind weniger gefährlich als Dynamitpackungen mit brennender Lunte.)

Samstag, 8. Oktober 2016

Wer nicht für Hillary stimmt, ist ein privilegiertes Schwein

Die Wahlen in den USA sind die offenkundigste Demokratiefarce, die ich seit Jahren erleben durfte. Mit Clinton wurde die einzige Kandidatin aufgestellt, die von Trump geschlagen werden kann, und mit Trump der einzige Kandidat, der von Clinton geschlagen werden kann. Die Vorwahlen beider Parteien waren ein Rennen in den Abgrund, ein Exemplum von dumpfen Ressentiments auf der einen (Trump) und kriminell zu nennender Energie auf der anderen Seite (Clinton).

Was bleibt? Vote for the lesser evil, stimme für das kleinere Böse. Das ist momentan noch die einzige Taktik, die Hillary fährt. Angst vorm bösen Donald schüren. Die Wahl des kleineren Übels ist das, was spätestens seit der Wiederwahlkampagne von Bill Clinton 1996 die normale Tonlage bei Präsidentenwahlen darstellt.

Aber dieses Jahr, da so vieles anders ist, wird wohl auch das nicht klappen. Viele Independents (und 'ne Menge Dems) haben mittlerweile geschnallt, daß eine Stimme für das kleinere Böse immer noch eine Stimme für das Böse ist. Folgerichtig sind die Drittparteien im Aufwind, was von einigen Medien aber schon fast panisch verschleiert wird. (Wer des Englischen nicht so mächtig ist: Es scheint als würde zumindest in Einzelfällen CNN beispielsweise in ihren Fokusgruppen Abstimmungen für eine Dritte Partei als "Unentschlossen" werten.)

Die Indies sind nicht zuletzt eine große Menge jener Sanders-Anhänger, die miterleben durften, wie der DNC und Clinton den freundlichen Herrn mit schmutzigen Tricks um die Nominierung brachten.

Also verlegt sich die Hilluminator-Kampagne jetzt auf einen perfiden Trick. Sie will die jungen Wähler in eine Stimmabgabe für sie förmlich hinein schämen und aktiviert dazu die bedingten Reflexe, die in jahrelanger Unterordnung unter ein kryptofaschistisches System vorgeblicher Liberalität herangezüchtet worden sind.

Wer eine dritte Partei wähle, vorzugsweise die Grünen und deren progressive Kandidatin Jill Stein (die keine Impfgegnerin ist, vielen Dank), der tue das, weil er weiß sei und "privilegiert". Wenn Du Dein weißes "Privileg" nicht mißbrauchen und solidarisch mit Deinen nicht-weißen Mitmenschen sein willst, dann stimmst Du für Hillary Clinton.

Klar. Die ist erdnußfarben, unterprivilegiert und hat Schwarze nie als "Superraubtiere" bezeichnet. So siehts aus.

Das ist die pure nackte Verzweiflung, die aus solchen Surrogate-Kampagnen spricht. Das kann und wird in Einzelfällen sicher funktionieren, nackte Panik bleibt es trotzdem. Ich bleib bei dem, was ich schon im Mai gesagt habe, lange vor den Nominierungen.
Hillary Clinton, und hier lege ich mich schon mal fest, wird nicht die nächste Präsidentin der vereinigten Staaten.
Mal gespannt, wer 2020 gegen Präsident Donald J. Trump I. antreten wird.

Dienstag, 13. September 2016

Heißgelaufene Cyberkandidatin?


Bernie Sanders. Der einzige, leider ehemalige, Kandidat ohne physische oder geistige Ausfallerscheinungen.

Im Gegensatz zu diesem, ging es heute dann auch in den deutschsprachigen Medien rum: Kandidatin Hillary Clinton ist heißgelaufen und mußte zur Wartung, weil sie Metallteile verliert.

Es nur ein kleines Teil, Ersatz sollte rasch zu beschaffen sein.

Viel beunruhigender finde ich, daß auf vielen Seiten der Bekloppten und Bescheuerten Ultrakonservativen Gerüchte über Clintons Hirnschläge kursieren. Auch wenn ich das als ausgleichende Gerechtigkeit ansehen würde angesichts der Stammhirnblutungen die mir ihre Auftritte bescheren, hat man als Vollhonk Teaparty-Mitglied natürlich eine weitere Erklärung parat:

Satan.

Die sind nicht zu retten. Die wollen das auch gar nicht.

Dienstag, 21. Juni 2016

Tally-Ho, My Dearest Inbred Island-Monkeys!

Good riddance! Donnerstag ist uuuuuuh Brexit-Votum. Apokalypse in den deutschen Medien. Was tun wir, wenn der Engländer die EU verläßt? Naja, zunächst einmal die Schotten aufnehmen (Waliser und Nordiren, bekommt ihr auch schottische Gelüste?).

Ansonsten: Oh my god! Who the hell cares?! Wer sind wir, daß wir ein großes Drama veranstalten, wenn sich die Nordsee-Insulaner nachhaltig ins Knie f***en? Wir könnten doch auch wirklich mal froh sein, daß auf diesem Eiland was Nachhaltiges passiert.


  • Jaja, die Engländer sind Nettozahler der EU. Mit nicht mal 10 Mrd. Pfund pro Jahr. Verteilt auf die anderen zehn Nettozahler ist das mehr ein Witz.
  • Der Ausfall der "Industrieproduktion" Englands ist verkraftbar. Wirklich. Wir können auch ohne Schafswolle oder Waffenexporte, Und zumindest letzteres wird von uns Krautfressern und den fröschewürgenden Nachbarn ohne Probleme aufgefangen werden.
  • Der Finanzplatz London lebt von seiner Einbindung in die EU. Dessen Entwicklung zu beobachten wird lustig sein: Die größte Finanzhaifestung und Steueroase der Neuzeit wird abgenabelt. Hassard!
  • Allenfalls die Symbolik für die EU wäre grauenvoll. Da diese aber als politischer und vor allem demokratischer Verbund eh so gut wie nicht mehr existiert, ist da der Schaden wirklich symbolisch. Vielleicht wirkt so ein Schuß vor den Bug ja auch positiv.
So, die einzigen, die wirklich Schaden nehmen werden, sind die Engländer selbst (und wahrscheinlich ihre Insel) und die USA, deren wichtigster politischer Vasall in Europa wegfällt. Aber selbst das ist kein Problem, denn hierzuland stehen das Merkel, das Gauck (oder sein Nachfolger) und die ganze Kolonne der Transatlantiker schon Gewehr bei Fuß, diese Lücke zu füllen.

Die einzigen, die verlieren werden, sind die Engländer selbst (das wollten sie dann so, muß man respektieren) und einige Vollsparren, die sich im Brexit-Sog an der Börse verzocken werden (dito).

So - Who the hell cares?

(Und im Übrigen bin ich sowieso der Meinung, daß sie am Ende noch den Schwanz einziehen werden. Können sie ja bis zum letzten Tag noch.)


Donnerstag, 19. Mai 2016

Hey, da geht noch was.


TLDR: Clinton wird gegen Trump nicht gewinnen und es ist gut möglich, daß das mehr als 150 Jahre alte Zweiparteiensystem zerbricht.

Update 26/5/2016: Der unten angesprochene Clinton-eMail-Skandal nimmt Fahrt auf. Das FBI ist noch nicht fertig, aber das Außenministerium hat seinen Report abgegeben, und er ist vernichtend - sie hat gelogen, wiederholt, und es wurden schon wieder eMails entdeckt. Sogar die Clinton-Mietmäuler auf MSNBC werden unruhig und bezichtigen Clinton der offenen Lüge. Auch sie sind der Meinung, daß ihr der Report großen Schaden zufügt.

Hillary Clinton, und hier lege ich mich schon mal fest, wird nicht die nächste Präsidentin der vereinigten Staaten.  Steil, huh? Sagt die ganze Pressemeute doch was anderes. Klar, sie emulieren nach Trumps "Überraschungserfolg" ein wenig Vorsicht, aber eigentlich ist die Sache - zumindest in deutschen Medien - sonnenklar. Der Hilluminator wird der nächste Präsident.

Nö.

Politik des Stillstands und das Pfeifen im Keller

Das politische System in den USA transformiert gerade, es zerbricht nicht, aber es verändert sich und erweist sich in diesem Übergangszustand als höchst volatil, zumindest für das Wahljahr 2016. Trotzdem halten die Granden der demokratischen Partei an Hillary (noch?) fest. Da beginnt das Pfeifen im Keller. In Zeiten der Unruhe und des Umbruchs ist es verdammt schwer, eine Kandidatin durchzubringen, die als Apotheose des status quo gelten kann, der gerade von der Bevölkerung unter den Bus geworfen wird.

Dienstag, 10. Mai 2016

Der Leberkäse ist noch nicht gegessen.

Update: Nach derzeitigem Stand (Mittwoch, 16:30 MEZ) sind 97 % der Stimmen ausgezählt. Sanders hat jeden einzelnen Distrikt gewinnen können.



In zwei Stunden schließen die Wahllokale in West-Virginia.
"Nach allen Umfragen wird Bernie Sanders seine 20. Vorwahl nach Hause tragen. Sechs Prozentpunkte beträgt der durchschnittliche Vorsprung des Senators aus Vermont gegenüber der Ex-Außenministerin Hillary Clinton in den aktuellen demoskopischen Erhebungen, hat die Internet-Plattform RealClearPolitics.com errechnet."
Das berichtet die Welt. Landesweit sieht es für Sanders vs. Clinton mittlerweile ähnlich aus. Clinton ist ein bißchen so wie Leberkäse und Weißwurst - je mehr man von ihr weiß, desto unappetitlicher findet man das.

Der Vorsprung hält die WELT, das Intelligenzblatt der moralischen Verwesung, allerdings nicht davon ab, Clinton erneut zur bereits feststehenden Siegerin zu küren. Natürlich durch Einberechnung der Superdelegierten, die aber angesichts der zunehmenden Erosion von Clintons Beliebtheit gerade gegenüber Trump zu grummeln beginnen. Das ist noch nicht durch.

Zumal hat Clinton noch mit dem ein oder anderen Problem zu kämpfen, wie dem Verdacht auf Wahlmanipulation in zahlreichen Fällen während der Vorwahlen, unter anderem in New York City. Aber auch ganz allgemein verursacht die auffällige statistische "Fehlerquote" zugunsten Clintons während der gesamten Vorwahlen für verbreitetes Bauchgrimmen, ebenso die schmutzigen Tricks, die ihre Kampagne anwenden ließ. Dazu kommt noch die laufende FBI-Ermittlung gegen sie.
Einige Wahlen stehen noch an, und sie sehen fast alle gut für Bernie Sanders aus. Meine Prognose: Sie wird mit einiger Sicherheit am Ende mehr "Pledged Delegates" zur Convention bringen als Sanders, aber nicht die notwendigen 2382 Delegierten.

Super-Delegates werden entscheiden, und sie dürfen ihre Meinung ändern. Und vielen Dems beginnt zu dämmern, daß eine Kandidatur von Hilluminati das einzige ist, was Trump zu einem Sieg verhelfen kann.

Dienstag, 2. Juni 2015

Über allen Gipfeln ist Ruh'

Etwas verspätet denkt ein SPON-Mitarbeiter über den G7-Gipfel nach und gebiert - sicher unter Schmerzen in dem intellektuellen Umfeld - eine Art Gedanken. Es sei dumm, Putin nicht eingeladen zu haben, denn nur mit Putin lasse sich die Krise in der Ukraine lösen, nicht aber ohne ihn.

Bravo! Siehst Du, lieber Spiegelredakteur, es mag wehtun, aber es tötet nicht, das Denken.

Falsch ist der Gedankengang natürlich trotzdem. Er geht nämlich davon aus, daß die G7-Regierungschef den Konflikt lösen, also friedlich beenden wollen. Das ist eine Annahme für die es leider keinerlei Beleg gibt. Wenn wir uns die Nachrichten der letzten 14 Monate ansehen, so können wir erkennen, daß von Beginn an die EU und die USA den Konflikt um die Ukraine gegen Russland mit allen Mitteln forciert haben.

Die wollen den Konflikt nicht lösen, die wollen verdammt nochmal den Krieg gewinnen, den sie begonnen haben. Das ganze Friedensgesabbel ist doch nach den Ereignissen als reine Fassadenmalerei leicht zu erkennen.

Niemand hat die Absicht einen Frieden zu erlangen. (Wiederholen in fistelndem Sächsisch, bitte.) Aber, lieber Redakteur, weitermachen! Irgendwann kommt auch was Valides raus...

Montag, 27. April 2015

Nein, nein, soviel kann kein Mensch essen.

Frank Walter Steinmeier, Außenminister der BRD, hat am 15. März 2015 einen Brief geschrieben, an die polnische Ministerin für kulturelle Angelegenheiten. Darin bittet er die Ministerin, gewisse Dokumente zurückzuziehen.

Diese betreffen ein Kriegsverbrechen aus dem Zweiten Weltkrieg.  Ukrainische Verbände aus dem Dunstkreis des Faschisten Banderas verübten ein Massakker an Zehntausenden Polen im Jahre 1943.

Die Dokumente über dieses Massakker sind nach Meinung Steinmeiers geeignet, "die politische Zusammenarbeit zwischen den Staaten der Europäischen Union zu beeinträchtigen und "bei den Behörden und der Bevölkerung der Ukraine eine negative Reaktion" auszulösen. Die Faschisten, die in Kiew an der Macht sind (obwohl es sie eigentlich ja gar nicht gibt), haben den Nazi Stepan Banderas zum Nationalheiligen gemacht. Ganz offiziell seit 9. April des Jahres sind die Banderas-Banden keine Massenmörder mehr, sie sind "Freiheitskämpfer".

Polens 100.000 Tote stören ganz einfach den Stellvertreterkrieg des Westens gegen Russland. Die Handlanger in Kiew sollen sich doch wohl fühlen. Daher schreibt Steinmeier eine solche Aufforderung, Polen solle doch bitte ein wenig die Geschichte verbiegen bzw. unschöne Details nicht erwähnen. Wer sich jetzt darüber aufregt, der sei beruhigt, niemand erwartet von den Polen, das umsonst zu tun, denn "Deutschland seinerseits setzt die Unterstützung und Förderung der polnischen Wirtschaft (....) fort."

Ich bin dann mal kotzen.


http://www.neopresse.com/politik/polen-vergisst-wolhynien-um-europas-willen/
https://www.indymedia.org.uk/en/regions/world/2015/04/520224.html
http://wyborcza.pl/politykaekstra/1,144844,17754786,Schetyna__Absurd_przeslania_tragedie.html?piano_d=1