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Montag, 8. August 2016

Media Monday #267

Hey, guck mal, das kann ich auch noch. Ein Media Monday, seit langer Zeit mal wieder.


1. Harrison Ford werde ich wohl immer mit Indiana Jones verbinden, denn - Wirklich? Ich soll das begründen? Momentan schwirren immer noch die grusligen Remake-Gerüchte mit Chris Pratt durch die Gegend. Durchatmen. Tief. Raiders of the Lost Ark in den Player werfen und sich das Ganze mit Chris Pratt vorstellen. Eimerchen bereit halten.

2. Sommer- und/oder Urlaubslektüre ist nur eingegrenzt möglich, denn das ist die Zeit, wo meine Frau, weit oben auf der Liste der verschrobenen Arten, mich zwingt, im Garten zu schuften. Naja, so ein bißchen. Hatte schon Zeit zum Lesen. Hohlbeins Megidda-Zyklus nach langen Jahren mal wieder ausgepackt (besser, viel besser als erwartet), und vor mir liegt auch noch White's monumentale Biographie A. Lincoln.

3. Bei schönem Wetter fällt es mir ja wahnsinnig schwer. Puh. Ich hasse es arrogant zu sein, aber meine Tätigkeiten (außer Erntearbeiten und Sturmsicherungen) werden in der Regel nicht vom Wetter bestimmt. Derlei Probleme hab ich nie verstanden.

4. Das Rollenspiel Numenera hätte ich mir echt ganz anders vorgestellt, schließlich singen ein Haufen Leute, die ich sehr schätze, ein Loblied. Angesichts dessen, daß Monte Cook hier einen lauen Aufguß bombiger 1970er-Jahre-Fantasy liefert, gehe ich davon aus, daß sie unter Frage #7 leiden und werde das nicht gegen sie verwenden und sie weiter wertschätzen. Ach ja, das Regelsystem selbst ist auch noch sehr Cook-typisch, also komplett verkorkst. Der Mann sollte Beratungskolumnen im Goldenen Blatt schreiben und die Finger vom Rollenspiel lassen.

5. Momentan bin ich ja von Outcast ziemlich angefixt, denn diese Mischung aus Twin Peaks, Stephen King, Clive Barker und religiösem Wahn liegt mir einfach. Da fühl ich mich zuhause. Sagt das was über mich aus?

6. Fantasy ist ja so ein Genre, von dem ich nie genug kriegen kann, immerhin ist es das Genre, das meinen Eskapismus an meisten befeuert. Aber Pausen davon müssen sein.

7. Zuletzt habe ich die Serie Brain Dead angefangen, und das war ist cool , weil Ridley Scotts bizarre Mischung aus Politsatire, One-Camera-SitCom und Körperfresser kommen auf einer mentalen Ebene funktioniert, die ich noch nicht ganz begreife.

Dienstag, 2. August 2016

Hier bin ich Kind, hier darf ichs sein.

Von den seit einigen Jahren gängigen Bestrebungen, "kindgerechtes", also in der Regel unnötig simplifiziertes Käseglockenrollenspiel zu leiten oder zu entwickeln, halte ich aus etlichen Gründen gar nix, zumal einige Produkte höchst zweifelhafter Natur im Zuckerguß daherkommen.

Spannend aber könnte es sein, dachte ich mir gestern abend, in einer desolaten Welt wie der der Wasterunner einen Kindercharakter in die Gruppe zu integrieren. Ich stelle mir das ein wenig wie Short Round in Temple of Doom vor, da ging es ja auch ordentlich zur Sache.

Ein Kind hat Nachteile. In einer wettbewerbszentrierten Gruppe ist das daher nicht zu empfehlen. Bei Gruppen die gleichen oder sogar mehr Wert auf Charaktere, ihre Entwicklung, ihr Verhältnis zum Setting und ihre emergente Geschichte legen, müßte es hingegen funktionieren.

Nachfolgend ein Kinder-Template, gebaut für meinen OSR-Hack Hic Sunt Dracones, aber weitgehend kompatibel zu allen Varianten von altem D&D. Ich bin gespannt, wie es sich im Spiel machen wird, zumal ja meine Tutorialkampagne ebenfalls auf Kinder aufbaut.

Merkmal Kind (11 bis 15) für OSR-Klone

Eigenschaften die sich auf meine Hausregeln beziehen sind kursiv gesetzt.

  • Max. Stärke 12 (Höhere ermittelte Werte notieren, zuschalten beim Altern, s.u.)
  • Max. Konstitution 12 (dito)
  • Weisheit unverändert (weniger Erfahrung, aber etwas aufmerksamer und aufgeschlossener)
  • Int, Geschicklichkeit unverändert
  • Charisma unverändert, aber spezieller Bonus (s.u.)
  • +1 auf Heimlichkeit, +1 auf Klettern
  • +1 Bennie pro Sitzung
  • +1 Bonus auf Rüstungsklasse
  • +1 / +2 auf soziale Interaktion mit (vielen) Erwachsenen
  • +1 auf der Reaktionstabelle
  • -2 auf alle Proben gegen Angsteffekte und Schock
  • -1 auf Bildung und Wissenschaft
  • -2 im Nahkampf ungeachtet des Stärkewertes.
  • Im NK sind maximal Waffen von der Größe eines Kurzschwerts erlaubt.
  • Bögen entfalten ungeachtet der Stärke nicht ausreichend Wirkung .
  • Alle Feuerwaffen außer leichter Pistole, abgesägter Schrotflinte und normalen Gewehren unterliegen einem TW-Malus -2.

Um das 15. Jahr herum wird alle zwei Wochen einer dieser Aspekte weggenommen (Zufallswahl), Sind alle weg, entfällt das Merkmal und der junge Erwachsene nimmt sich stattdessen ein anderes, das seine Vergangenheit und Erfahrung widerspiegelt.


Dienstag, 24. Februar 2015

BITTE laßt die Toten ruhen!

Spielberg... Indiana Jones... Reboot.... REBOOT?! Reboot... Chris Pratt....

HALLO?!

Könnt ihr die Toten mal ruhen lassen, ihr Nekrophilen? Wie alt ist Spielberg? Ist das Alzheimer? IST DAS ALZHEIMER?! Kann man das mit einem Kickstarter verhindern (wieviel kostet ein Auftragskiller*)?

Schmerzliche Erkenntnis: So tief wie Spielberg es hier offenkundig beabsichtigt, ist Lucas nie gesunken. Denk darüber mal nach.

____________________
* Ja, liebe Kontrollbehörden, das ist ein Witz.Und das Traurige: Nasen wie ihr können das nicht kontextualisieren, also muß ich das auch noch in eine Fußnote schreiben. Wie erbärmlich.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Wirklich, LucasArts? "Nazi(TM)"?

Was man so alles findet, wenn man durch Kisten mit altem Spielmaterial wühlt. Da findet man z.B. das alte Indiana Jones Roleplaying System, das David Cook 1984 designed hat für TSR. Okay, ich habs nie gespielt, aber immerhin führt das System den Mook/Extra/Goon mithin also das Fallobst-Konzept ins RSP ein (falls ich mich täusche, bitte in die Kommentarspalte). Das wäre noch eine Kerbe im Triumphhölzchen von Cook (und da benötigt er so einiges, um den ein oder anderen Eintrag im eigentlichen Kerbhölzchen auszugleichen...).

Anyway. Was mir nie aufgefallen ist, aber jetzt, als ich das Raiders of the Lost Ark-Supplement (TSR IJ2) durchblätterte:. LusasArts, der Lizenzgeber, hat allen Ernstes Markenschutz für den Begriff "Nazi" in Anspruch genommen. Weiß jemand, ob das irgendwann durchgesetzt wurde? Hat Guido Knopp mit Lizenzgebühren das ZDF in den Ruin getrieben und dadurch uns allen die iBox-Kopfpauschale aufgezwungen?

Freitag, 14. Dezember 2012

Der Hobbit - eine unerwartet ausgiebige Besprechung

So, die Vorfreude ist vorbei, ich habe The Hobbit - An Unexpected Journey gesehen. Tolkien hatte bis zu seinem Tode immer mal wieder an einer "ernsteren", besser in seinen Kosmos eingebetteten Fassung des Hobbits gearbeitet, aber nie zu Ende gebracht. Hat Jackson diesen Plan nun posthum vollendet? Nein. Er löst sich nicht genug von der kindlichen Spaßigkeit des Buches, preßt aber trotzdem viel epische Schwere in den Plot und eine ganze Menge Gewalt. Das Alles aber verbindet sich nicht richtig zu einem Ganzen.

Zudem ist das Ding ziemlich aufgeblasen und ich höre schon das leise Schleifen der Klingen bei den Fan-Editoren. Alles in allem ein unentschlossenes Durcheinander von fast epischen Ausmaßen. Stellenweise hat man den Eindruck, zwei verschiedene Filme zu sehen.

Macht der Film Spaß? Ja. Über weite Strecken seiner doch zu langen 166 Minuten ist es trotzdem ein unterhaltsamer Film. Am Ende hat er - für mich als Tolkien-Geek und Fantasy-Freund . ein dickes Plus. Bevor ich aber in der Besprechung zu spoilern beginne, hier eine Wertung für all die, die einfach nur eine Entscheidungshilfe suchen.

Grundwert: Normaler Popcornkinogänger: 7 /10

Die folgenden persönlichen Modifikatoren sollten berücksichtigt werden:
  • Besonderer Hang zu Fantasy: +1 Punkt
  • Du findest Jackson-Filme toll und stets zu kurz? +1 Punkt
  • Du glaubst, "The Hobbit" sei das Buch zum Film? +1 Punkt
  • Kanon-Fetischist: -3 Punkte
  • Tolkienhasser: -3 Punkte
  • Tolkien-Geek, der weiß, daß ein Film immer was anderes ist: +1 Punkt
Ich komme für mich auf glatte 9 Punkte, und ja, es ist für besondere Leute möglich auf 11 von 10 zu kommen. ;)

(WARNUNG: Wer weiterliest wird massiv verspoilert!)

Sonntag, 5. August 2012

Show Some Respect?

George Lucas ist ein interessanter Mann. Er hat die wahrscheinlich bekannteste und beliebteste Fiktion erschaffen, neben der Bibel, dem Kommunistischen Manifest, Mittelerde und Hogwarts. Der Mann ist reich, und er könnte noch ein kleines bißchen reicher werden, wenn er all die belangen würde, die seine Ideen verwenden. Da draußen gibt es Dutzende, teils aufwendig gemachte Fan-Filme (Pink Five anyone), Webcomics, die tausende Filmbilder verwenden etc. pp.

Aber Lucas ist ein interessanter Mann: Solange niemand daran verdient und solange der Umgang mit seiner Arbeit diese nicht in den Dreck zieht, läßt er das geschehen, und er hat nach eigenem Bekunden durchaus Spaß am einen oder anderen Fanprodukt.
Jeanne Cole, a spokesperson for Lucas' company, Lucasfilm, added: 'At the end of the day, this is about everyone just having fun with Star Wars.' She said the company did not pursue fans 'as long as nobody crosses that line—either in bad taste or in profiting from the use of our characters'

Mittwoch, 28. März 2012

John Carter oder: Schiffbruch mit Ansage

Vor einigen Tagen hat sich Logan auf den Fantastischen Welten über das Floppen von John Carter aufgeregt. So wie Tage, ja Wochen zuvor die Euphorie über den bevorstehenden Filmstart durch seinen Blog schwappte, kann man das verstehen, und der Film selbst hat ihm wohl auch gefallen (9,5 von 10 Punkten bei ihm). Also nachvollziehbare Erregung.

Aber Überraschung? Das war doch soooo vorhersehbar, und auch Disney war es ab einem bestimmten (zu späten) Zeitpunkt klar, sonst hätten sie einen derart teuren Film in der sommerlichen Hauptsaison eröffnet. Haben sie aber nicht, um zu verhindern, daß John Carter gegen andere "Mega Blockbuster" antreten muß und noch schlimmer untergeht, als es eh schon der Fall ist (blubb).

Der Film...

Zunächst eine halbwegs objektive (so objektiv ein Subjekt eben sein kann) Betrachtung. Solide inszeniertes Abenteuerwerk. Die Schauspieler agieren kompetent bis gut. Allenfalls Mr. Kitsch als Titelheld hat soviel Charimsa wie ein Edeka-Verkaufsleiter, aber in dieser Story trägt sein Charakter noch keine messianischen Züge, insofern okay. Mir ist der Überstatus seines Charakters nicht ganz klar. 'S kann doll hupf'n, cool, das bringt was nochmal gegen diese Technologie?

CGI ist gut umgesetzt und stellenweise sogar inspiriert, die Ausstattung insgesamt desgleichen. Die Story ist straff, ohne größere Lücken, halbwegs verfolgbar (nach einem Sechserpack wär mir das allerdings schwer gefallen) und auch nicht schlechter als vergleichbare Werke. Der Score ist vernachlässigbar, stört aber nicht weiter, und die Tonmischung weist die zeitgenössischen Ärgerlichkeiten auf.

Dem Film ist allerdings ein grundsätzlicher Bierernst anzumerken, der mir bei diesem Genre gegen den Strich läuft. Auch Kamera und Schnitt sind uninspiriert. Gerade das Editing ist furchtbar altbacken, damit meine ich nicht die Schnittgeschwindigkeit (die ist normal), sondern die Auswahl der Einstellungen und die Rhythmik zwischen den Perspektiven. Das ist ziemlich 1960er Abenteuerfilm italienischer Bauart (Maciste und die Mörderhuren des Sultans oder Robin Hood vs. Jesse James).

...und warum er floppen mußte

A) Mars? Seriously? Mars?! Es ist verdammt leicht, sich in das Star Wars Universum hineinzuversetzen oder nach Mittelerde, Orte reiner Phantasie. Mars ist real. Und verdammt öde und langweilig dazu. 1913 mag der Mars die Phantasie angeregt haben, 100 Jahre später tötet er sie, denn ich muß konstant bei allen "Außenaufnahmen" bewußt mein Wissen verdrängen. Das ist tödlich für die bei solchen Filmen essentielle Suspension of Disbelief. Da ist im Kopf einfach zuviel, was man ausblenden muß.

B) Nix Neues unter der Sonne. Avatar ist ein rauschender Erfolg, Carter floppt, obwohl beide sehr ähnliche Stories haben. Weil beide ähnliche Stories haben, muß das heißen. Borroughs hat mit seinen Barsoom-Novels tonnenweise Tropes erschaffen, die seit den 1930ern in Abenteuerfilmen verwendet werden. Alles, was wir bei Carter auf der Leinwand sehen haben wir woanders schon mehrfach gesehen, und oft sogar inspiriert, statt nur solide wie hier. Ich hab mehrfach gegähnt, überrascht wurde ich nie. Klar, Borroughs hat erschaffen, und die anderen haben geklaut / adaptiert / geborgt (im Sinne der Borg), aber auf der Leinwand wirkt es umgekehrt, wirkt frisch wie der Salat, den man bei MacD morgens um 2 Uhr ordert.

C) Genre. Sword&Planet-Romance ist definitiv kein Genre, das auch nur ansatzweise Frische verströmt, das ist spätestens mit so Typen wie Lin Carter und John Norman vor mehr als 30 Jahren kreativ verendet (nicht hübsch anzusehen) und zu einer grotesken Parodie seiner selbst verkommen. Revitalisierungsversuche (z.B. von einem Typen namens Gramlich) lesen sich i.d.R. auch wie besonders schlimme Zugunglücke, wie sie im Norden Chinas passieren. Der Boah-Endlich-ein-Film-in-dem-Genre-Effekt, den gab es von vorneherein nicht.

Das sind mMn die drei Klötze am Bein, mit denen dieser als Blockbuster intendierte Film in die Kinos startete.

Um trotz dieses Ballasts zu fliegen, hätte er außergewöhnlich sein müssen, vom Schlag eines Raiders of the Lost Ark, der vor drei Jahrzehnten den klassischen Abenteuerfilm als Genre reetablierte, oder auch Pirates of the Caribbean, der aus den toten Tropes des Piratenfilms was Frisches zauberte, das vier erfolgreiche Filme anhielt (von denen zwei immerhin ansehbar sind, ohne sich vorher dumm zu saufen). Er hätte einen Hauptdarsteller mit der Wucht eines jungen Harrison Ford oder der Verschrobenheit eines Johnny Depp gebraucht, einen Autor mit der Instinktsicherheit eines Lawrence Kasdan, dessen Erstfassung schon vom Papier abhebt und kaum zu bändigen ist.

Mit dieser biederen Hausmannskost, die ich da gesehen habe, schafft man das aber nicht. John Carter ist solides Handwerk, ein kompetenter Film, der durch seinen stoffimmanenten Ballast sinkt wie ein Stein und allenfalls dazu taugt, einige Leute glücklich zu machen, die John Carter als Buch kennen und lieben, wie z.B. Logan.

Das sind aber nicht viele.

Was ich nicht verstehe: Die Probleme liegen offen auf der Hand. Wie ein Studio da 250 Millionen Dollar reinpumpen kann, ist mir nicht klar (von den weiteren 100 Mio fürs Marketing reden wir nicht). Andererseits: Vielleicht bin ich deswegen auch nicht Exec bei Warner oder Disney. Ich verstehs halt nicht...