Posts mit dem Label Essen und Trinken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Essen und Trinken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 19. Februar 2023

Mein Kochboxen-Erlebnis

Über die Firefox-Startseite hat mich so ein Kochboxen-Anbieter mit Anzeigen über Wochen verfolgungsbetreut, bis sie mir schließlich Rabatte angeboten haben, die ich altes Sparbrötchen nicht ausschlagen konnte: 10 Portionen Essen für 20 Euro. Ja. Also hab ichs anfang November bestellt. 

Die Lieferung: 

Erfolgte via DPD, und das erste Mal in 15 Jahren hat der Saftladen unsere Adresse gefunden. Die Lebensmittel waren sorgfältig verpackt, die notwendigen Kühlelemente dürften auch ein paar Stunden Hochsommer durchstehen und sind recyclebar. Großes Plus. Was negativ auffällt: Extrem viel Verpackungsmüll, aber das hatte ich irgendwie auch erwartet. 

Warenqualität: 

Von sehr gut (Fleisch) bis teils arg ermüdet (Gemüse) zu zweifelhaft (Hackfleisch, dazu kommen wir noch). Dazu eine Unmenge an Kleinportionen vie Brühe, Honig (4g), Senf (10g), frischer Thymian (3g). Ich sage mal, deutsche Standardqualität, was oft leider nicht ausreichend ist (Senf, Honig). Insgesamt würde ich hier eine 3+ oder 2- vergeben. Das bei den Fleischprodukten keine Haltungsform erwähnt wird, finde ich sehr bedauerlich. 

Das Essen: 

Tja. Wie soll ichs beschreiben? Auf dem Papier klingts immer gut, aber die eigentlichen Rezepte sind... DANEBEN. Das ist wie Studentenküche vom Niveau her, aber gekocht von einer Lebensform, die keine Nahrung zu sich nimmt. Alles schmeckt immer... daneben. Dazu sind einige Kochanweisungen extrem zweifelhaft. 

Gehen wir ins Detail: 

Curry-Hackbällchen mit Spitzpaprika aus Jasminreis. Klingt lecker. Wars nicht. Das war Tag 1 und ich hatte beschlossen, nach Rezept zu kochen, um das wirklich auszutesten. Die Anweisugen, den Reis zu kochen, mußten in einer Katatstrophe enden, und erwartbar gab es eine undefinierbare, pappige Masse, die allenfalls schlechte Mensen als Reis aushändigen würden. Beim Hackfleisch bin ich schuld. Es ist so gut wie unmöglich, Hackfleisch mehr als einen Tag haltbar zu machen, ohne das Produkt zu versauen. Immerhin ist es dann nicht tödlich. Das hätte ich jedenfalls nicht bestellen dürfen. Der mitgelieferte Senf war Bautzner, das geht gar nicht. Getauscht gegen einen Dijon aus dem Kühlschrank. Das Endergebnis? Unterer Asia-Imbiß, der nicht weiß, wie man Reis kocht, und dem alle Gewürze ausgegangen sind. Zutaten ausreichen, Grundidee, befriedigend, Umsetzung ungenügend (REIS!).

Freitag, 14. Juli 2017

Rollo-Futter XXIV

Sommerzeit. Grillzeit. Auch damit kriegt man hungrige Rollenspieler satt. Wir grillen heute mal gegen den Trend. Der ging in den letzten Jahren ja zum Smoker, und mittlerweile kann man sogar beim Discounter als Spareribs und Pulled Pork getarnte Zuckerbomben erwerben. Beim Thema BBQ und Zucker scheiden sich die Geister. Ich verwende maximal einen Löffel Rohrzucker für ein Kilo Fleisch, während ich letzt ein Spareribs-Rezept in Händen hielt, das für dieselbe Menge 3 Tassen voll Zucker verwendete.

Urgh.

Zurück zum Thema. Fahren wir anstelle des entschleunigten Smokens heute mal den Grill so richtig hoch und betreiben das, was ich Schmiedefeuergrillen nenne, inspiriert von asiatischem Streetfood.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Rollo-Futter XXIII

Capt'n Sophias Photos
Im Mai beschrieb ich in einem Post die harte Arbeit, die man als SL hat, um Genresicherheit zu erwerben. Ich erwähnte dort auch das legendäre Salmagundi und versprach später einem Leser bei G+ das Rezept. Das hole ich hier nach.

Salmagundi ist weniger ein Rezept als eine wilde Mischung, die ein klein wenig an einen Chefsalat oder an einen Salade Nicoise erinnert. Die Bestandteile sollen in Textur und Geschmack möglichst konträr laufen und umfassen neben Salat und Gemüse fast immer Eier, Fische und Fleisch.

Die Speise geht zurück bis ins 17. Jahrhundert und soll auch auf Piratenschiffen verzehrt worden sein. Da glaube ich jedoch warf ein verzweifelter Smutje alles auf den Tisch was er in der leeren Kammer noch finden konnte und nannte es großspurig Salmagundi, um den Geschmack der Depression zu mildern.

Alte Originalrezepte finden sich unter anderem in The Art of Cookery Made Plain and Easy aus dem 18. Jhdt. oder The Virginia Housewife: Or Methodical Cook von 1824 (als Faksimile erhältlich). Eine tiefschürfende Besprechung zum Thema findet sich in der New York Times vom 16. Januar 1978.

Dazu haben wir aber keine Zeit, wir wollen kochen. Bald kommen hungrige Spieler.

Salmagundi für 6 Personen oder 4 sehr hungrige Piraten

Für mein Salmagundi verbinde ich unauffällige 2000er Euro-Küche mit einem deutschen Buffetklassiker der 1950er und werfe dann Fleisch und Meeresfrüchte drauf. So ungefähr. Das Ganze wird auf Tellern garniert, die ausreichend groß dimensioniert sein sollten. Ein Salmagundi-Teller darf aber ruhig voll aussehen.

Zutaten

Eier 12
Dijonsenf, 1 TL
Mayonnaise, 2 EL
Salz
Pfeffer
Sardellen aus dem Glas, 24
Schwarze Oliven und Kapern ad libitum

Lauchzwiebeln 8
Rosinen eine Handvoll
Balsamico 1/2 Tasse
Olivenöl 1/2 Tasse
Salz
Pfeffer

Eisbergsalat 1
Salatgurke 1
Roma-Tomaten 3
Rote Grapefruit 1

große Crevetten 12
Steak aus der Rinderhüfte 4 à 150g
Pfeffer
Salz

Zubereitung

Schritt 1: Ich koche 12 Eier nicht zu hart, schrecke sie ab und stelle sie erst einmal zum Auskühlen beiseite.

Schritt 2: Ich fange jetzt mit dem Dressing an. Ich will nicht einfach Essig oder Limette drübergießen, sondern auch hier eine "Konfrontation von Aroma und Textur" erreichen. Ich liebe diese abgehobenen Küchengettoslang. Ich schneide 8 Lauchzwiebeln sehr fein und werfe sie in eine kleine Schale. Dann gebe ich eine handvoll Rosinen dazu und übergieße das Ganze mit 1/2 Tasse Balsamico. Gut durchmischen und zum Ziehen beiseitestellen.

Schritt 3: Das Gemüse - Eisbergsalat, Salatgurke, Roma-Tomaten - wird nun gewaschen, ggf. geschält und in kleine Stücke geschnitten. Alles wandert in eine Salatschüssel. Die Grapefruit wird geschält und das Fruchtfleisch so dünn wie möglich filetiert. Die Filets kommen zum Salat und alles wird vorsichtig durchgemischt.

Schritt 4: Zeit für die Eier. Diese sind ausgekühlt. Sie werden geschält, halbiert und das Eigelb vorsichtig in eine weitere Schüssel gebrockelt. Die Eiweißhälften sollten unversehrt bleiben. Das Eigelb mit der Gabel zerdrücken. Dazu gebe ich einen knappen TL Dijonsenf, 2 EL Mayonnaise, zwei Prisen Salz und schöne Portion frisch geschroteten schwarzen Pfeffer. Das Ganze wird zu einer geschmeidigen Masse verrührt (ggf. Mayonnaise nachgeben) und in die Eiweißhälften gefüllt. Ich persönlich schätze auch noch einige Spritzer Tabasco Habanero in der Eigelbmasse.

Schritt 5: Anrichten Teil I. Ins Zentrum eines jeden Tellers häufe ich nun einen Salatberg. Darum richte ich pro Teller 4 Eierhälften an. Jede wird garniert mit einer Sardelle aus dem Glas oben drauf. Wer sie mag bekommt zu jedem Ei noch ein, zwei schwarze Oliven dazu. Kapern machen sich auch gut.

Schritt 5: Sauce Teil II. Ich rühre die Salatsauce gut um und gebe während des Rührens noch 1/2 Tasse Olivenöl dazu. Dann würze ich behutsam mit Salz und drehe fröhlich und mit Enthusiasmus an der Pfeffermühle. Ich überziehe das Arrangement auf dem Teller jetzt mit dem Dressing.

Schritt 6: Die Hüftsteaks werden in einer sehr heißen Butter-Olivenölmischung in schweren Pfannen kurz rosa gebraten. Aus der Pfanne nehmen, mit Salz und Pfeffer würzen.

Schritt 7: Anrichten Teil II: Die Steaks werden direkt nach dem Würzen in dünne Scheiben aufgeschnitten. Je ein aufgeschnittenes noch heißes Steak wird zusammen mit 2 Crevetten auf dem Salatbett angerichtet und auf Wunsch gerne vorsichtig mit der Salatsauce beträufelt.

Et voilà: Salmagundi. Serviert wird es mit Baguette. Als Tischwein empfehle ich einen nicht zu diffizilen, robust-trockenen Weißen mit wenig Säure, z.B. einen jungen rheinhessischen Grauburgunder.

Oder Jamaika-Rum.










Donnerstag, 1. Juni 2017

Advanced Basil Smash

Erfunden hat diesen Cocktail Jörg Meyer aus dem Hamburger Le Lion vor ein paar Jahren (wahrscheinlich). Seitdem hat er sich zunächst zum Hipster-Liebling gemausert und schließlich sogar den Weg in den Stern gefunden, eine Hochglanzpostille, die mal Anspruch hatte.

Das wollen wir nicht gegen ihn verwenden, denn nett ist der Drink trotzdem. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht a) was zum Mäkeln fände und b) es besser machen wollen würde. Obs gelingt, kann der vergeigte Leser dann selbst entscheiden. Zunächst möge er das oben verlinkte Original mixen und verkosten. Das sieht so aus wie auf dem Bild. Dann kann er sich an meiner Variante versuchen.

  • 12 Basilikumblätter in einem Mörser trocken kräftig anstößeln.
  • 2 cl Gin dazu geben, um alles gut zu lösen. Der Trick ist: Wir nehmen einen billigen Gin. Wir lassen meine geliebten Mix-Standards Tanqueray Rangpur und Greenall im Schrank stehen und nehmen den Billig-Gin Finlays von Edeka. Der steht dem ganzen geschmacklich weniger im Weg.
  • Das Gemisch aus dem Mörser in den Shaker umgießen. Auffüllen mit
  • 4 cl Gin natürlich von derselben Sorte
  • 2 cl Limettensaft, der ein weitaus feineres Aromenspiel mit dem Basilikum erreicht als Zitrone und
  • 1 cl Zuckersirup, keinesfalls aus Rohrzucker gekocht, sondern aus Puderzucker oder mindestens weißem Zucker.
  • Eis reingeben (etwa eine kleine Hand voll crushed Ice) und sehr gut und ausdauernd schütteln.
  • In einen Champagnerkelch oder ein Martiniglas seihen, ohne Teesieb einfach durch den normalen Seiher. Die kleinen Basilikumfragmente im Drink sind gewollt. 
  • Serve straight up. Cocktailgarnituren sind für kleine Mädchen beim ersten Barbesuch.


Et voilà, so macht man aus einem Hipsterdrink einen klassischen short sour. Als alter Rollenspieler nenne ich das natürlich Advanced Basil Smash. Prost. (Angeregt durch Cthulhu-Monopoly.) Alle Ehre gebührt natürlich nach wie vor dem originalen Schöpfer; auf die ebenso geniale wie (im nachhinein) naheliegende Idee, die klassische Gin-Zitrus-Basis mit Basilikum zu vermählen, muß man auch erstmal kommen.

Ach ja: Prost.

 

Donnerstag, 28. Juli 2016

Silent Green

Wenn man die Zutaten für einen Mai Thai nicht im Hause hat, aber Bock auf einen, dann muß man halt mal schauen. Mit etwas Tüfteln kam ich dann auf folgendes Rezept:
3 cl Wodka
2 cl Gin
2 cl Curacao Blue
2 cl Limettensaft
1 cl Zuckersirup
4 cl Orangensaft
3 cl Ananassaft
2 Tropfen Mandelaroma (Backaroma)
2 Tropfen Rumaroma (Backaroma)
Das Ganze mit 7 bis 8 Eiswürfeln gut shaken und vollständig (also mit Eis) in ein Caipirinha-Glas gießen. Das Ergebnis war von absurd-grüner Farbe mit wünschenswertem Schaum und einem Geschmack, der dem Mai Thai ähnelt, aber eigenständig und durchaus angenehm ist.

Kann man trinken und Vitamine hats auch.

Freitag, 15. Juli 2016

Pink Ivan

(Hier sollte ein Photo sein. Als ich mit dem Apparat an den Tisch kam, war aber alles schon leer.)

Ich bin kein Freund von Frozen Margaritas. Zuviel Eis verwässert den Drink geschmacklich zu sehr und Tequila ist eine Spirutose, die man halt trinkt, wenn man nur Sukkulenten hat. Muß nicht sein. Der Pink Ivan umgeht das Eis-Problem. Er ist etwas aufwendiger in der Zubereitung, kann aber am Vortage schon gemischt werden. Statt Wodka sind auch weißer Tequila (wenn's denn wegen der Authentizität sein muß) oder weißer Rum möglich.

Zutaten für den Pink Ivan

  • 400g Wassermelonenfleisch (siehe unten)
  • 200 ml Wodka
  • 80 ml Limettensaft (kein Cordial!)
  • 100 ml Spezialsirup (siehe unten)
  • 4 frische Minzblätter

Zubereitung

Die Wassermelone am Vortag in Würfel schneiden und einfrieren. Vor dem Mixen aus dem Eisfach holen und solange antauen, bis sie gerade beginnt, druckweich zu werden.

Der Spezialsirup wird gekocht aus 100 ml Rohrzucker, 100 ml Wasser und 30 ml Mandarinenlikör (ersatzweise Triple Sec oder Curacao). Vollständig abkühlen lassen. Reste können für eine Woche und länger in einer kleinen Flasche aufbewahrt werden.

Alle Zutaten (auch die Minzblätter) in den Blender und auf hoher Stufe pürieren, bis alles zerkleinert ist. Abseihen in Champagnerkelche. Ergibt ca. vier Stück.

Wird für den nächsten Tag vorgefertigt, die Mischung über Nacht im Kühlschrank belassen, im Blender vor Servieren nochmal aufschäumen und dann in ein kleines Highball-Glas (240 ml) über 4 Eiswürfel seihen. Die Minznote ist dann deutlich intensiver.


Dienstag, 5. Juli 2016

Herr Gans im Polizeibericht.

Das ist Herr Gans. Sag "Hallo" zu Herrn Gans. Herr Gans ist selbstverständlich aus Freilandhaltung, ohne Stopfmast und ohne Lebendrupf.

Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme befindet sich Herr Gans bereits ca. 4 Stunden im Grill bei konstanten 100 bis 120 Grad Celsius durch indirekte Flamme. Die Temperatur beträgt 70 bis 75 Grad Celsius. Anvisiert sind über 80 Grad, also beschließe ich, Herrn Gans noch 60 bis 90 Minuten im Ofen zu lassen.

Der Geruch ist unbeschreiblich. Eine feine Würzung und eine Fülle aus leckeren Kräutern aus eigenem Garten.

Von dem was folgt gibt es verständlicherweise keine Bilder.

Bei so einer Grillerei schlängeln Gestalten in der Nähe des Grills, hooongrige Gestalten, auch wenn sie nicht Mordred heißen. Sie wispern voll Gier, die Kohlen seien soweit unten, dass man sie direkt unter Herrn Gans schieben könne. Das würde die Zeit halbieren, und cross würde er werden, mein Schatz, ja, so cross. Schieb die garstigen Kohlen unter Herrn Gans.

Wenn man selbst hungrig ist, klingt das irgendwann wie eine gute Idee. Also nix wie raus mit der Fettpfanne unter Herrn Gans, die Kohlen druntergeschoben und den Grill wieder verschlossen.

Der Polizeibericht hat das folgende Geschehen rekonstruiert.

Herr Gans faßt zu diesem Zeitpunkt noch eine Menge Gänsefett, das langsam auf die Kohleglut tropft und dort Flammen entfacht, die rasch höher schlagen. Sobald die ersten Flammen Herrn Gans erreichen, fängt er Feuer und beginnt zu brennen. Richtig zu brennen.

Das Ganze dauert ca. 120 Sekunden, die Zeit zum Kühlschrank, Bier rausnehmen und zurück.

Der Chronist entdeckt das aviane Autodafè in der Kochstelle, als die Flammen hinter der Metallplatte heraus schlagen. Er handelt mit bemerkenswerter Reaktionsfreude, steckt einen Spieß und eine Grillgabel in Herrn Gans und holt ihn aus dem Feuer. Dieser hat allerdings pyrotechnisch seine Unabhängigkeit erklärt und lodert weiter.

Bemerkenswerte Schnelligkeit ist eines, bemerkenswerte Dummheit das andere. Während der Chronist einen Vogel an zwei Metallstäben hält, aus dem 30 cm hohe Flammenzungen schlagen, ein nicht alltägliches Erlebnis, das vielleicht als Anregung für all die ewig gleichen Feuerjongleure auf den Mittelaltermärkten dienen mag, während er also mit einem lodernden Vogel dasteht, hat er nur einen Gedanken: Was tun?

Eine nachträgliche Erkenntnis: Das Naheliegende sollte immer wohl erwogen werden. Herr Gans war ungegrillt eine stattliche 5-Kilo-Person, und auch jetzt noch ist er lecker und fett, obgleich von beklagenswerter Schwärze. Aber Herr Gans ist keine Gans mehr, er ist ein Behälter für ca. 600 ml verflüssigtes, teils brennendes Gänsefett.

Ein halbgefüllter Wassereimer ist keine Lösung. Auch wenn der Gedanke naheliegt. Auch wenn der Eimer nahe steht.

Keine Lösung.

Wirklich keine Lösung.

Der gerade vergangene Juni war nicht der meine. In keiner Hinsicht, außer vielleicht einem überraschenden Erleben des Juli. Allein wie ich dazu kam, mitten im Monsun Sommer eine Weihnachtsgans zu grillen ist eine bedauerliche Geschichte, die mit guten Vorsätzen begann und vielleicht ein anderes Mal erzählt wird.

Andererseits: Wann haben Feuerwehrleute schon mal so richtig was zu lachen?

(Bullshit-Index: 0.1)

Dienstag, 19. April 2016

Lebenszeichen: Molari.

  • 4 cl Rum, Weiß
  • 4 cl Wodka
  • 6 cl starker Kaffee
  • 6 cl Vollmilch oder Sahne
  • 4 cl Zuckersirup
  • ¼ von den kleinen Fläschchen Vanillearoma

Im Shaker auf viel Eis schütteln und straight up in Likorkelchen kredenzen. Ergibt vier Portionen und einen Schluck für den Mixer. Ein (hoffentlich irgendwann mal) klassischer Afterdinner Sweet. Protipp: Mit einem Eiweiß wird der Drink seidiger, mit einem Eigelb gehaltvoller (vorquirlen) und wer eine Katastrophe möchte, nimmt ein ganzes Ei.

(Ja, der Blog lebt noch, ich bin derzeit nur heftig eingespannt.)

Donnerstag, 18. Juni 2015

What the fuck, Edeka?!

Kaufhausradio schmilzt Hirnzellen ab, is' ja nix Neues. Deswegen hasse ich es so, z.B. bei Edeka einzukaufen - Duchsagen, daß irgendein Industriemolkenprodukt "im Kühlregal abgeholt werden will", verderben mir den Tag. Im Zehnminutentakt allemal.

Aber heut' haben sie auch noch David Cronenberg mit der Gestaltung betraut. Eine sonore Stimme schmeichelt sich ins Ohr, spricht von sommerlichen Grillfreuden, von Krusten und Fleischsäften, die beim Anschneiden ins Holzbrett sickern. Mann, dafür sollte man nicht unbedingt die deutsche Synchronstimme von Anthony Hopkins alias Hannibal Lector anheuern.

In irgendeiner Marketingabteilung macht ein Vollidiot also den Vorschlag, die Fleisch- und Grillprodukte des Hauses vom bekanntesten Kino-Kannibalen der Welt anpreisen zu lassen. Und alle anderen Idioten am Tisch nicken dazu.

Da weiß man doch, wofür die bezahlt werden.

Donnerstag, 12. März 2015

Schöne Dinge

Am Sonntag war Angrillen! Spätnachmittags die Fladenbrote gebacken, abends dann Corean-BBQ-Roastbeef auf den heißen Stein mit Gemüsebeilage, dazu Kimchi und Mangochutney, alles hausgemacht.

So gut hab ich mich lange nicht gefühlt.


Indische Naan-Brote auf dem Fladenstein. Hohe Hitze nötig.



Auch das Rind schmeckt besser, wenn es auf einem Stein gegrillt wird. Alternative ist natürlich smoken, aber für den notwendigen Aufbau hatte ich beim ersten Grillen keinen Bock.




Ganz zum Schluß, es war schon dunkel, wurde auch die Paprika-Zwiebelmischung gebraten, die drei Tage mit dem Fleisch mariniert worden war. Lecker. Und wieder mal viel zuviel. Aber man kann das alles auch noch kalt essen.

Grillsaison eröffnet. Und ich bin wieder an Deck.


Dienstag, 14. Oktober 2014

Repost: Rollo-Futter

(Anmerkung: Ich mußte das Chillie-Rezept offline nehmen, weil ein irrer Referrer bis zu 200 mal täglich darauf verwies, was mir die Statistiken entwertete. Das ist etliche Monate her, ich denke ich kann den Originalartikel wieder online stellen.)

Morgen, bei unserer DSA-Old-School-Sitzung gibt es natürlich das traditionellste RSP-Futter überhaupt: Pizza. Da die meisten Lieferservices mittlerweile diesen Ketten gehören, die de facto nicht eßbaren Industriemüll in Kartons werfen, wird unsere hausgemacht sein.

Das andere traditionelle RSP-Futter ist Chilie con Carne, eine Speise, die den meisten Mexikanern übrigens nur vom Hörensagen bekannt ist. Wer Chilie kocht hat in der Regel sein eigenes oder gar mehrere eigene Rezepte. Hier ist mein Standard-Chilie.

Freitag, 4. Juli 2014

Der Suarez

Heute mal wieder nach langer Zeit ein Cocktail. Diesmal einer passend zur WM 2014, eher in die süße Ecke gehend, daher als Nachtisch mehr denn als als Aperitif vorgesehen. Wir brauchen für drei Drinks:

  • 10 cl Wodka oder Weißer Rum (al gusto)
  • 4 cl Limettensaft
  • 2 cl Zuckersirup
  • ca. 350 - 400g süße Schwarzkirschen*
Und so wirds gemacht.

  • Am Vorabend die Schwarzkirschen entsteinen und einfrieren. 
  • 30 - 45 Minuten vor Zubereitung aus dem Gefrierfach in die Küche stellen. Sie sind soweit, wenn sie auf starken Fingerdruck etwas nachgeben.
  • Alle Zutaten in den Food-Blender und mixen, bis sich roter Schaum bildet. 
  • In gefrosteten Champagnerkelchen servieren.

Und warum ist das ein "Suarez"? Wegen der schönen, an Blut gemahnenden Farbe, wegen dem roten Tollwutschaum auf dem Drink, der uns an den sympathischen südamerikanischen Ballbeißer erinnert, und weil kleine Kirschfetzen (je nach Mixgrad) eine Textur nicht unähnlich Fleisch aufweisen.

Ein Suarez eben.

(Photo wird folgen.)

__________________________
*Bitte keine Prunus virginiana-Diskussion. Gemeint ist sowas oder sowas. Heißt bei uns halt Schwarzkirsche.

Freitag, 20. Juni 2014

Rollofutter XXV: Kartoffel-Lauch-Suppe

...mit veganer Variante (s.u.). Jedenfalls - derzeit plagt mich eine böse Zahnwurzelgeschichte, so daß Kauen ziemlich erschwert ist. Also fabriziere ich diese Woche - hierdurch angeregt - Suppen, und verdammt leckere dazu. Meine Mullygatawny-Variante stell ich hier auch noch irgendwann vor, aber zunächst einmal eine hammerleckere Kartoffellauchsuppe, die ich nach einigem Rumprobieren perfektionieren konnte. Notwendig ist übrigens ein schwerer 5-Liter-Topf.

Freitag, 14. März 2014

Rollofutter XXIV -Fasten für Pendragon

Aber hallo, es ist Quadragesima, Fastenzeit. Ideal, um bei Spielen wie Pendragon schon im Umfeld des eigentlichen Spieles die richtige Stimmung zu kreieren. Ja, das geht mit Essen. In der heutigen Ausgabe von Rollofutter also: Fasten wie mittelalterliche Mönche, genaugenommen wie die Entsagungsprofis vom Ordo Cartusiensis.

Der erfahrene Theologe öffnet an dieser Stelle bereits den obersten Hosenknopf.

Kartäuser Klöße (für 4 bis 6 Personen)

Was wir brauchen:
  • 6 altbackene Milchbrötchen vom Vortag. Milchbrötchen sind arschförmige Weizenbrötchen mit Milch statt Wasser im Teig! Nicht jeder Bäcker scheint das mental verarbeiten zu können, also nachfragen. 
  • 1 l Milch
  • 3 Eier
  • Zimt, Zucker
  • Butterschmalz. Viel davon. Laß den Topf grad da.

Dienstag, 7. Januar 2014

Rollofutter XXIII: Piratenpudding

Ahoi, meine natürlich Arrrrrh. Für einen Piratenpudding für 4 bis 6 Personen brauchen wir:

  • 4 Packungen Schokoladenkochpudding Dr. Oetker Original
  • 4 EL Zucker
  • 6 EL Kakaopulver
  • 2 TL Zimtpulver
  • 1 L frische Vollmilch der Marke Jefetterjelieber
  • 800 ml Kokosmilch (= 2 Dosen)
  • 200 ml Jamaika-Rum der Marke Stabile Seitenlage

Ganz wichtig: Beim Puddingkochen, egal ob diesen oder irgendeinen anderen milchbasierten Kochpudding, ignorieren wir die Packungshinweise zur Zubereitung: Die sind ein sicherer Weg, Klümpchen im Endprodukt zu haben. Das machen die Hersteller bestimmt mit Absicht, um ihre vorgeblich "idiotensicheren" kochfreien Puddingcremes mit Chemie und großen Preisschildern zu verkaufen ("Gelingt ohne Klümpchen.").

"Die Entenleber kann auch durch getrocknete Tomaten ersetzt werden"

Ja, so der Schreiberling bei Chefkoch: "Die Entenleber kann auch durch getrocknete Tomaten ersetzt werden". Besserer Vorschlag: Das Rezept kann auch durch ein taugliches ersetzt werden.

Sheeesh.

Sonntag, 7. Juli 2013

Rollo-Futter XXII

Vor gar nicht allzu langer Zeit (in einem unbekannten Land?) hat doch tatsächlich der olle Ober-ARS mein kleines, schnelles Dachpappen-Dessert-Rezept bekrittelt und köstliches Nutella und meine Alibi-Bio-Erdnußbutter (ja, die macht das gesund :D) durch geklebtes Schwein und schnittfestes Gelb ersetzt, nur um offenkundig alle Vorurteile bezüglich der kulinarischen Gepflogenheiten nördlich der Mainlinie ins Gedächtnis zu rufen.

Weil billig. Und da hat er leider recht. Deutschland 2013 sieht viele sehr enge Haushaltsbudgets, oft unverschuldet, und mir wurde da auch schon das ein oder andere in den Rezeptkommentaren angekreidet. Daher krempeln wir heut mal die Ärmel hoch, scheuchen alle Wiener unter fadenscheinigen Vorwänden aus dem Blog (denkts euch halt einen aus) und kochen

Discountergulasch zum Fingerschlecken für 5 Personen (2,65  € / Portion).

Okay. Gehen wir zunächst mal einkaufen, in diesem Falle bei meinem örtlichen Discounter Netto. Ich nehme an, Preise und Qualität sind bei den Konkurrenten ähnlich bis ident (nur von den Weinen bei Aldi Süd laß ich die Pfoten).
  • 500g rote Zwiebeln (gehen auch weiß) 0,99
  • 1 kg Schinkengulasch vom Schwein 5,88
  • 1 Flasche Merlot oder Filou Rouge (trocken) 2,99
  • 1 Döschen Tomatenmark 0,19 (die kleinen roten Dosen)
  • 1 Pfund Kartoffeln 0,59
  • 3 Knoblauchzehen ca. 0,10
  • 1 Habanero-Chillie ca. 0,10 (gibts beim Mann vom Halben Mond)
  • 3 TL Butter 0,30
  • Gewürzmischung (siehe unten) ca. 0,50
  • 1 Gemüsebrühwürfel 0,20
  • 1 Packung gewalzte Eiernudeln (500g) 1,39

Montag, 15. April 2013

Rollo-Futter XXI

Heute aus der Rubrik kurz und schmerzlos. Kühlteig-Croissants in gewünschter Menge (Knack & Back bzw. Discounter-No-Name, sind eh alle vom selben Hersteller) ausrollen und mit ungesüßter Erdnußcreme und Nutella bestreichen. Nach Packungsvorschrift backen.

Geil. Hat mit Croissant immer noch nicht allzuviel zu tun, aber geil.

Denkt denn niemand an die Kinder?

Ein kleiner Blogeintrag beim Standard beleuchtet den täglichen Irrsinn des Umgangs mit Nahrungsmitteln in unserer "Zivilisation". So weit so schlecht (wobei der angeprangerte Systemgastronom sicher da nicht amoralischer handelt als die anderen Ketten).

Lustig wirds in den Kommentaren, wo sich über 200 Einträge ein Gespräch mit vielen Beteiligten entpannt, wie man es aus dem Web so kennt, all das in bester österreichischer Diktion. Ich höre sie in meinem Kopf, und die Wiener kann man sogar herauslesen. Nichts ist tabu, Infobrocken über Gastronomiegebräuche sind ebenso eingestreut ("mise en place") wie Kochtechnisches ("Google mal Kocher") und Mißverständnisse nach Art einer Loriotknollennase ("Wieso kocht jemand Pizza? Ich lasse die Pizza immer backen." - "Pasta. Er hat von Pasta gesprochen." - "Ach."). Gewürzt und abgeschmeckt mit ausgesuchten Beleidigungen ("Weil der Käptn-Blaubär-Dunkelzwerg da oben offenbar ein bildungsferner, ländlicher Mensch ist.").

Das ist pralles Leben und große Kunst. :)

Freitag, 30. November 2012

Rollo-Futter XX

Saftgulasch als Fiakergulasch: Mit Spiegelei, gebratenen
gebratenen Semmelknödeln, frittiertem Wiener Würstl
und Gewürzgurke. Bild: Rainer Zenz unter CCL 3.0
Und diesmal sogar pünktlich am Freitag, wie es einst Tradition war. Zu Beginn entschuldige ich mich gleich bei allen Gästen aus Österreich, besonders aus Wien, denn es gibt heute

Saftgulasch, hoffentlich ein wenig wie in Wien

Ursprünglich kochten ungarische Hirten eine würzige Rindfleischsuppe mit Kartoffeln und Paprika über dem Feuer. Während der k.u.k-Monarchie trafen dann im frühen 19. Jhdt. ungarische Lanzenreiter in Wien auf böhmische Soldaten. Die böhmische Küche ist sehr saucenverliebt, und sie ehelichte aufs Vergnüglichste das rustikale Feldessen der Ungarn. Fortan duftete es von der Kaserne in die Stadt, das Gulasch war geboren, und es sollte Wien treu bleiben.

Genug Kultur. Morgen kommen die Spieler und sind hungrig, also ans Werk.