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Montag, 8. August 2016

Media Monday #267

Hey, guck mal, das kann ich auch noch. Ein Media Monday, seit langer Zeit mal wieder.


1. Harrison Ford werde ich wohl immer mit Indiana Jones verbinden, denn - Wirklich? Ich soll das begründen? Momentan schwirren immer noch die grusligen Remake-Gerüchte mit Chris Pratt durch die Gegend. Durchatmen. Tief. Raiders of the Lost Ark in den Player werfen und sich das Ganze mit Chris Pratt vorstellen. Eimerchen bereit halten.

2. Sommer- und/oder Urlaubslektüre ist nur eingegrenzt möglich, denn das ist die Zeit, wo meine Frau, weit oben auf der Liste der verschrobenen Arten, mich zwingt, im Garten zu schuften. Naja, so ein bißchen. Hatte schon Zeit zum Lesen. Hohlbeins Megidda-Zyklus nach langen Jahren mal wieder ausgepackt (besser, viel besser als erwartet), und vor mir liegt auch noch White's monumentale Biographie A. Lincoln.

3. Bei schönem Wetter fällt es mir ja wahnsinnig schwer. Puh. Ich hasse es arrogant zu sein, aber meine Tätigkeiten (außer Erntearbeiten und Sturmsicherungen) werden in der Regel nicht vom Wetter bestimmt. Derlei Probleme hab ich nie verstanden.

4. Das Rollenspiel Numenera hätte ich mir echt ganz anders vorgestellt, schließlich singen ein Haufen Leute, die ich sehr schätze, ein Loblied. Angesichts dessen, daß Monte Cook hier einen lauen Aufguß bombiger 1970er-Jahre-Fantasy liefert, gehe ich davon aus, daß sie unter Frage #7 leiden und werde das nicht gegen sie verwenden und sie weiter wertschätzen. Ach ja, das Regelsystem selbst ist auch noch sehr Cook-typisch, also komplett verkorkst. Der Mann sollte Beratungskolumnen im Goldenen Blatt schreiben und die Finger vom Rollenspiel lassen.

5. Momentan bin ich ja von Outcast ziemlich angefixt, denn diese Mischung aus Twin Peaks, Stephen King, Clive Barker und religiösem Wahn liegt mir einfach. Da fühl ich mich zuhause. Sagt das was über mich aus?

6. Fantasy ist ja so ein Genre, von dem ich nie genug kriegen kann, immerhin ist es das Genre, das meinen Eskapismus an meisten befeuert. Aber Pausen davon müssen sein.

7. Zuletzt habe ich die Serie Brain Dead angefangen, und das war ist cool , weil Ridley Scotts bizarre Mischung aus Politsatire, One-Camera-SitCom und Körperfresser kommen auf einer mentalen Ebene funktioniert, die ich noch nicht ganz begreife.

Montag, 29. Dezember 2014

Media Monday #183

Der letzte denn für dieses Jahr! Zum Jahresendfest mit dem beliebten Grammatiknazi.

Der beste Film in 2014 ("in" hat hier nix zu suchen) war für mich: Oh je. Was gabs denn so, mal überlegen. Marvel-Ödnis, eine weitere volle Windel mit "Anspruch"-Aufkleber von Nolan, den letztlich enttäuschenden Hobbit 3 Die Schlacht ohne  Belang, irgendwas mit der Adoptionsfetischistin als Hexe mit Kinderfokus (Type Casting at it's best), Remakes - Sequels - Prequels (natürlich), Seth MacFarlane dokumentierte erneut seinen Irrglauben, Filme machen zu können, den ödesten Dracula aller Zeiten und und und... Oh das wird schwer.

Es war ein schlechtes Filmjahr im BB-Bereich, aber da geht es ja seit Jahren bergab.

Naja: Gut gefallen haben Budapest Hotel, Das finstere Tal, Gone Girl, The Salvation, seltsamerweise I Frankenstein (warum weiß ich auch nicht) und Lost in Karastan. Ich entscheide mich für Das finstere Tal.

Mein liebstes Buch in 2014 war für mich: Unbestreitbar Winston Churchill's The Second World War. Ich hatte es nie vorher gelesen, bin auch noch nicht ganz fertig. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus sicherlich veraltet, teilweise (bewußt) unwahr, aber der Mann konnte wirklich schreiben und schildert sehr plastisch die Geschehnisse. Macht einfach Spaß.

Größte Serienneuentdeckung in 2014 war zweifelsohne Fargo. Ich weiß nicht, ob die schon 2013 entstanden ist, aber dieser abgeschlossene Zehnteiler war das Beste, was ich dieses Jahr auf der Mattscheibe hatte. Als knapper zweiter Platz (und ich hasse Anime) ganz klar Girls and Panzer.

Die größten Enttäuschungen hingegen waren für mich ganz klar: Der oben erwähnte Hobbit 3 und unsere politischen Informationsmedien.

Im nächsten Jahr freue ich mich ganz besonders bin ich gespannt auf: Hoffentlich zum Jahresende Shannara als Serie, um meinen weihnachtlichen Fantasyentzug zu stillen, die zweite abgeschlossene Staffel von Fargo, Mad Max, denn da sah es im Trailer danach aus, als hätten sie das Quellenmaterial verstanden, Blood Father, weil Mel Gibson nach Edge of Darkness wieder eine Hauptrolle spielt, die zu ihm paßt. Mildes Interesse zeige ich außerdem an Kingsman, der Verfilmung von Child 44 und schließlich Victor Frankenstein.

Allgemein Vorfreude empfinde ich auf meine zweite Rollenspielseason des Schattenliedes, meine Arbeit mit Wölfen und Bären, die Fertigstellung von Blutfeuer und die Möglichkeit, unser Dach auszubauen.

Spannend wird 2015 vor allem, weil: In welcher Hinsicht? Persönlich? Weltlage? Entwicklungen in Deutschland? Technik? Das Schicksal der elektrischen Cloudschreibmaschine? Naja, spannend wird es auf alle Fälle sowohl in innen- wie außenpolitischer Sicht. Wir werden in interessanten Zeiten leben, lassen wir uns überraschen. Privat spannend siehe "gute Vorsätze".

Und ganz im Vertrauen, meine Vorsätze fürs kommende Jahr sind: Weniger rauchen, bessere Organisation und damit bis zum Sommer vier offene Projekte abschließen und ein fünftes in den nächsten Zyklus tragen.

Montag, 8. Dezember 2014

Media Monday #180

Ah, der MM. Mal wieder etwas Zeit zwischen den Weihnachtsbäckereien (Wir atmen Puderzucker hier). Schauen wir mal, was John Wayne und Sigourney Weaver gemeinsam haben.

1. Wenn ich mir meine Filmvorlieben so anschaue, muss ein Film vor allem eines haben, um mich zu begeistern: Es muß vor allem eines vermeiden, nämlich mich zu behandeln wie einen Zehnjährigen mit Aufmerksamkeitsdefizit. Danach können wir über alles reden, sogar über Tom Cruise.

2. Erfahrungsgemäß gefallen mir Filme mit Sigourney Weaverer auch überdurchschnittlich oft, denn sie ist eine sehr gute Schauspielerin, wählt (meist) gute Drehbücher und kann mit Ripley definitiv als positives Rollenmodell der späten 1970er und 1980er gelten.

3. Die Tötung von ____ war für mich besonders schockierend, weil ____ . Humm. Besonders schockierend? Der Tod von Faye Dunaways Charakter in Chinatown in Verbindung mit dem Patriarchen, der vollkommen unbehelligt seine Tochter/Enkelin der Blutschande wird zuführen können. Und die Moral von der Geschicht? "Forget it, Jake, it's Chinatown." Runner-Ups sind Maude Flanders in Simpsons, das erste Mal Kenny in Southpark (das war 1998, das waren wir nicht gewohnt) und Susan Biddle Ross in Seinfeld. Letzteres war sogar für die Unsympathen von Seinfeld eine erstaunlich düstere Geschichte.

4. Das coolste Vater-Sohn-, alternativ Mutter-Tochter-Gespann, alternativ Elter-Kind-Gespann sind Benjamin Horne und seine Tochter Audrey in Lynch's Twin Peaks. Aber im Sinne des Fragestellers: John Wayne und Montgomery Clift in Red River, und natürlich Ripley mit ihrer Quasi-Tochter in Aliens, einem der wenigen Lichtblicke in Camerons Themaverfehlung.

5. Selten wurde Krieg glaubwürdiger und grausamer dargestellt als in Vilsmaier's Schlachteplatte Stalingrad. (Runners-Up: Steiner von Sam Peckinpah und Tears of the Sun)

6. Nicht unbedingt ein Weihnachtsfilm, ist es inzwischen quasi Tradition, dass ich mir alljährlich den Ring reinziehe, Jackson, nicht Wagner. Wagner ist zu Ostern dran.

7. Zuletzt gesehen habe ich Girls and Panzer und das war abgedreht, dabei militärhandwerklich so gut gemacht, daß es mich sehr, sehr überraschte. "Apologize to the Finnish!" Und dabei kann ich Anime nicht ausstehen. Besprechung folgt hier im Blog.

Montag, 24. November 2014

Kurze Unterbrechung - Media Monday #178

Kurze Atempause nach drei Wochen editieren. Media Monday 178 ist online.

1. Die Schnitte in The Silent House haben mir den ganzen Film vermiest, weil es sie nicht gab. Single-Long-Shot war hier nämlich nur ein billiges Gimmick (im Gegensatz The Russian Ark), und dadurch wirkten die eh schon dünnen 90 Minuten länger als eine Herr-der-Ringe-Filmnacht.

2. Jim Rash in Community hat die eins der coolsten Outfits, denn in welcher Sitcom von 20 Minuten zieht sich eine Nebenfigur bis zu viermal pro Folge um?

3. ____ ist reichlich überzogen, macht aber gerade deshalb eine Menge Spaß, schließlich ____ . Ich passe. Wenn ich etwas "reichlich überzogen" finde, machts mir in der Regel keinen Spaß mehr. Oder umgekehrt: Dinge, die mich bespaßen, finde ich nicht überzogen. Ein Gegenbeispiel fällt mir ad hoc jetzt nicht ein.

4. Back to the Future hat die Sache mit dem Zeitreiseparadox noch am elegantesten gelöst, denn die Inkonsistenzen sind minimal. Dann haben sie jedoch Teil II und III nachgeschoben. Tssst.

5. Schade, dass die geplante Fortsetzung zu ____ wohl nicht mehr kommen wird, weil ____ . Ach nö. Wenn geplante Fortsetzungen wegfallen, ist das meistens besser, als geplante Fortsetzungen, die realisiert werden. Ausnahmen bestätigen die Regel.

6. Auf ____ habe ich einen richtig guten Blog-Artikel zu ____ gelesen, der ____  Momentan so gut wie keine Zeit. Ich krieg gerade mal noch auf die Reihe, fefe zu lesen, ansonsten quillt mir alles in die Ohren. Aber an den Artikel von Butterwege über den Flurschaden der Hartz-Gesetzgebung, an den kann ich mich erinnern.

7. Zuletzt gesehen habe ich The Taking of Deborah Logan und das war sehr unheimlich, weil an der Realität inszenierter Alzheimer für sich schon ziemlich viel Grauen erregt, aber das ganze mit der Geschichte zusammen eine wirklich harte Mischung ergibt.

Und zurück in die Hirnmühle.

Montag, 13. Oktober 2014

Media Monday #172

Mal wieder dabei. Media Monday #172.

Einer der genialsten Kriminalfälle ist Jack the Ripper. Ich habe jahrelang in Archiven gewühlt, aber mein Buchprojekt habe ich irgendwann aufgegeben, weil ab einem gewissen Punkt alles nur noch Spekulation ist, und mir das nicht liegt. Immerhin kann ich anhand von Indizien belastbar darstellen, daß MJK den 9. November überlebt hat (und Kenner stoßen voll Verachtung ihren Atem durch die Nase).

Der Joker hatte wirklich ein bahnbrechendes Kostüm/Make-up in the Dark Knight Rising , denn das lumpige Outfit und die schlampige Bemalung hoben (zusammen mit Heath Ledgers Performance) die Figur vom mörderischen Comicschurken auf die Ebene einer elemantaren Verkörperung des Chaos. Den Film mag ich trotzdem nicht besonders.

Der Film, dessen Titel ich vergessen habe, hat die Bezeichnung Horrorfilm wirklich verdient, denn er traf irgendwas ganz tief in mir, was bis dahin verschüttet gewesen war. Er stammt aus den späten 1980ern, frühen 1990ern, angesiedelt in Iowa oder Idaho. Die Geschichte eines Jungen um 1945, Himmel voll Azur erstrecken sich über endlosen Maisfeldern, schwarze Autos, die Staub aufwirbeln, ein verlassenes Haus, ein Mädchen, das in den Selbstmord getrieben worden war, aber keine Ruhe findet. Es ist eine sehr "kingeske" Atmosphäre seines mittleren Werks (It, Stand By Me), aber definitiv nicht von King. Verdammt, wie heißt der? Würde mich interessieren, ob der immer noch so auf mich wirkt.

Wohingegen Skyfall aus ganz anderen Gründen zum Fürchten war, weil ein Pausenhofschläger wie Daniel Craig als Fokus eines ödipalen Kammerspiels mit Spezialeffekten NICHT das ist, was ich mir als James Bond vorstelle. Immerhin wissen wir jetzt, daß "M" für "Mutter" steht.

Auf den Abschluß der Hobbit-Trilogie bin ich schon wahnsinnig gespannt, denn nachdem ich den zwoten Teil gerade nochmal gesehen habe, macht mir der Trailer richtig Appetit. Nicht sonderlich originell, ich weiß, aber wenn man bedenkt, daß ich den zweiten Teil zunächst grauenvoll fand, ist das schon eine ziemliche Wende.

House, Monk, Barnaby sind Beispiele dieser typischen Serien, die trotz interessanter Prämisse rasch in die Faulheit des Formelhaften abgleiten und vorhersehbarer werden als Wahlergebnisse in Bayern.

Zuletzt gesehen habe ich den Tatort und das war unterwältigend , weil "ein außergewöhnliches filmisches Meisterwerk" (gehts noch großkotziger, liebe Jury des Medienkulturpreises?) sich als provinzielles Musengeböckel entpuppte.

Montag, 22. September 2014

Media Monday #169

via Greifenklaue mal wieder ein MM. Heut bin ich harmlos und beiße nicht, außerdem ist Rollenspielkram dabei, unter anderem das erste Modul überhaupt und warum Karl May zwar nicht von Gary Gygax aber von Graeme Davies verwurstet wurde.
  1. Lieu de Sang (Blutsverwandte) ist ein erschreckend schwacher Film, wenn man berücksichtigt, dass daß Donald Sutherland die Hauptrolle spielt und Claude Chabrol auf dem Regiestuhl saß.
  2. Jüngst habe ich nach vielen Jahren einmal wieder den Schatz im Silbersee gesehen und muss sagen, dass daß trotz aller zeitimmanenten Inszenierungsschwächen der Film eine ziemliche Schau, Winnetou cool, Lex Barker ein glaubhafter Shatterhand, Herbert Lom ein glänzender Schurke und Götz George geradezu irritierend blaubeäugt ist. Das hat VIEL mehr Spaß gemacht, als es hätte dürfen. Daß der Überfall auf Butler's Farm dann auch noch B10 Night's Dark Terror vorwegnimmt ist eine wunderbare Überleitung zu meinem nächsten TSR-Klassiker.
  3. The Knick ist eine dieser Serien, die ich mir schon längst angesehen hätte, wenn ich nicht erst noch tausend andere beenden müßte (Hell on Wheels, Hannibal...)
  4. Für meine private (Medien-)Sammlung möchte ich unbedingt eine Erstausgabe von Palace of the Vampire Queen, dem ersten, allerallerallerersten Abenteuermodul für Rollenspiele ÜBERHAUPT. Nein, der Froschtempel zählt nicht, der war in einem Supplement. Palace of the Vampire Queen war das Erste, und wenn es mal angeboten wird, tanzt die Bepreisung in ungebremster Obszönität.
  5. Ein völlig zu Unrecht viel zu unbekannter Romanheld ist Jonathan Gates. Wer Flicker von Theodore Roszak nicht mag, der mag auch kein Kino. Zumindest kein Gutes.
  6. Blutsbande hätte genauso gut ein Theaterstück sein können, denn die Gruppe hat das Ganze mit Dialogen und szenischer Gestaltung direkt aus dem elisabethanischen Zeitalter aufgelöst. Als alter Anglist war es eine Freude, Physiker auf diesem Niveau agieren zu sehen.
  7. Zuletzt gelesen habe ich Die Schweiz, das Gold und die Toten, und das war wie alles von Jean Ziegler ein Balanceakt zwischen Erleuchtung und pulsaderschlitzender Depression.

Montag, 21. Juli 2014

Media Monday #160


Media Monday #160 via Greifenklaue. Kurz und schmerzlos.

1. Einmal einen Tag auf Recht und Ordnung pfeifen: Mit dem Bösewicht Harry Powell aus Night of the Hunter würde ich gerne einmal die Plätze tauschen, denn wenn ich schon diese Überlegung anstellen muß. Um das zu verstehen, muß man allerdings den Film kennen. Und mich. :P

2. Ein gelungenes Prequel macht für mich aus, dass es am Box-Office gnadenlos aufläuft und schneller sinkt als die RMS Teuton, auf daß das Publikum den desorientierten Produzenten ein für allemal beweist, daß es nach frischen, originellen Stoffen giert. Das fände ich ein "gelungenes Prequel". Ja, ich bin gerade an meinem Happy Place und trommle mit Silberbestecken auf ausgehöhlten Schlumpfschädeln.

3. Wohingegen ich mir von einem Sequel erhoffe, dass... Ich trommle immer noch. Ich kann Dich nicht hören.

4. Ich ärgere mich richtiggehend, dass ich noch immer nicht dazu gekommen bin, mir Advanced Squad Leader zu Gemüte zu führen, denn ich will mir dieses hochgelobte Taktikjuwel unbedingt mal anschauen und es auch ausprobieren. Aber der Regeltext ist so verheerend geschrieben, daß bei jedem Versuch, es zu lesen, meine Gedanken zu wandern beginnen...

5. Die TV-Serie Fargo hat mich richtiggehend überrascht, zumal ich den Film, der als Grundlage dient, nicht besonders gut finde.

6. Das letzte Mal, dass ich mit einer Empfehlung so richtig fies auf die Nase gefallen bin, war How I Met Your Mother. Das präsentierte sich vorhersehbar, antiquiert und richtiggehend dumm, erschreckenderweise auch noch sehr, sehr schlecht gespielt. Eine Art Seinfeld produziert von der Laienspielgruppe der betreut Begabten im Gemeindezentrum Hohenöllen. Mehr als drei Folgen konnte ich mir nicht antun. Schlecht, richtig schlecht. 

7. Zuletzt gelesen habe ich Fennian Fire und das war größtenteils urkomisch, weil die Fehlschläge der irischen Terroristen im 19. Jahrhundert definitiv auf dem Niveau eines guten Roadrunner-Cartoons sind, kongenial von Campbell in Prosa gefaßt. Wer zur Hölle tarnt auf einem Dampfer eine große Ladung Sprengstoff als Kohle und vergißt, genau das seinen Kumpels mitzuteilen? (Um nur mal ein Beispiel zu nennen.) Neben bitterer Farce ist es ein astreiner Verschwörungsthriller und ein Mantel-und-Degen-Abenteuer. Das Beste natürlich: Es ist ein Sachbuch.

Montag, 30. Juni 2014

Media Monday #157


Zweimal hintereinander beim MM. Auch eine Neuheit. Hier also die #157.

  1. Die einen treten sang- und klanglos ab, andere SchauspielerInnen ruinieren sich ihren Ruf im Alter mit halbgaren Rollen. Michael Caine allerdings hat es geschafft, mich bis heute in ihren/seinen Rollen zu begeistern, denn der Mann veredelt sogar eine so volle Windel wie Nolans Batman-Trilogie.
  2. Weil letzte Woche vehement danach verlangt worden ist (und die WM ja schließlich immer noch läuft): Die besten Fußballfilme sind das Viertelfinale Deutschland gegen Holland 1990 bzw. das Halbfinale Frankreich vs. Deutschland 1982. An sowas kommt keine Fiktion ran. Auch die Achtelfinales boten bisher weitaus bessere Unterhaltung als jeder Fußballfilm.
  3. Wenn es darum geht, eine historische Persönlichkeit zu verkörpern, hat meiner Meinung nach Bruno Ganz in Der Untergang den besten Job gemacht, weil er grandios rumhitlert. "Danka, das warrr särrr goht." Hans Albers hat auch mal einen grandiosen Bismarck gegeben, und Bette Davis als Elizabeth in The Private Lifes of Elizabeth and Essex war auch sehr sehenswert.
  4. Früher konnte ich mit dem Genre Superhelden überhaupt nichts anfangen, aber ______ hat mich bekehren können, weil ______ und das ist bis heute so.
  5. Das unsinnigste Merchandise-Produkt, das ich je gesehen habe, verbirgt sich in einer langen, laaaaaangen Liste von unsinnigen Merchandising-Produkten, die nach ihrer Sinnlosigkeit zu sortieren mir simpel die Zeit zu schade ist.
  6. Taschenbuch, Hardcover oder eBook? Hardcover. Definitiv. Taschenbuch okay. Ich sehe auch den Wert von eBooks, das Praktische, doch es geht zu sehr zu Lasten des Haptischen für mich. Ich mag eBooks als Ergänzung, wenn es Nachschlagewerke sind wie Rollenspielregeln oder auch Fachliteratur.
  7. Zuletzt gesehen habe ich Mexiko gegen die Niederlande und das war Wow. Beim Ausgleich habe ich fast meinen Monitor vor Zorn zertrümmert. Und die Niederlande sind elende Publikumsbetrüger. Wer sooooo den Ball spielen kann wie die und dann Anti-Fußball liefert wie in Halbzeit 1, der bescheißt das teuer zahlende Publikum.

Montag, 23. Juni 2014

Media Monday #156

Leerlauf, Ödnis, Zahnschmerzen. Ideale Stimmung für einen Media Monday.



  1. Der perfekte Film für einen Männerabend/Mädelsabend interessiert mich nicht. Derlei Veranstaltungen halte ich für schwachsinnig. Ich treffe mich mit Freunden, egal welchen Geschlechts. Perfekte Filme sind darüberhinaus sowieso eine Illusion.
  2. ________ soll ja ein toller Film sein, aber allein, dass ______ mitspielt, hält mich schon davon ab, ihn eines Blickes zu würdigen, weil ______ . Ich kann mich nicht erinnern, einen vielversprechenden Film aufgrund eines Schauspielers abgelehnt zu haben. Bei Til Schweiger würde ich eine Ausnahme machen, aber aus der Ecke kommen sowieso keine "tollen Filme". Abschreckender finde ich Regisseure wie Bay, den späten Spielberg, Nolan, Ratner, oder gar bestimmte Genres / Themen wie Superhelden oder Gardinenfilm. Da guck ich lieber der Wandfarbe beim Trocknen zu.
  3. Die WM ist im vollen Gange. Steht der Film- oder allgemeine Medienkonsum nun hinten an oder flieht ihr ganz bewusst in fremde Welten, um dem Fussball-Trubel zu entgehen? Oleee, ole, ole, oleeeeeee. Ole...
  4. Wenn schon historische Geschichte, dann aber bitte am liebsten aus der Epoche... Wieder nicht zu beantworten (und was ist "historische Geschichte"? ;)). Es gibt einige Epochen, die ich langweilig finde, aber als Historiker kann ich mich im Endeffekt doch für alles begeistern, wenn es denn korrekt ist. Da liegt der Hund zumeist begraben.
  5. Found-Footage-Filme nebst obligatorischem Kameragewackel habe ich schon im MM-144 als "nervigste Horrorfilm-Zutat" bezeichnet. Ist es immer noch. 
  6. Ui politisch. Die Behauptung der NATO-Propaganda, die Anti-Fracking-Aktivisten seien von Russland unterwandert, um Europa in Abhängigkeit zu halten, ist so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass wahrscheinlich nicht mal der Seibert das verbreiten kann, ohne in schallendes Gelächter auszubrechen.
  7. Zuletzt gelesen habe ich Terry Brooks' Wishsong of Shannara und das war entspannend , weil a) Kindheit und so, b) flotte, leichte Fantasy-Kost und c) in Englisch gefühlte viermillionemal besser als die grottige Übersetzung, die ich vor 30 Jahren gelesen habe.

Montag, 28. April 2014

Media Monday #148


Ein Media Monday. Wie immer, wenn die Platte des Lebens vor Widerlichkeiten überquillt, die Dir von einem Mann ins Gesicht gestopft werden, der eine Fernbedienung auf das Goldfischglas richtet und behauptet er sei Gott, wie immer an solchen Tagen bin ich dabei. Besucher mit Vitriol-Unverträglichkeit sollten gehen.

  1. Die beste Film-Szene, die in Berlin spielt ist der gesamte Filme A Foreign Affair - da hatte Berlin wenigstens einen Grund, sich so anzufühlen, wie sich Berlin eben anfühlt. Runner-Up ist natürlich Funeral in Berlin.
  2. Frau, Bier, drei Katzen und ein guter Film sind für mich der perfekte Filmeabend.
  3. Thiel & Boerne (danke Greifenklau) machen einen nicht unbeträchtlichen Teil der Faszination von Tatort Münster aus, weil die dort als Hochamt zelebrierte dumpfe Biederlichkeit der absehbaren Pointe nur von "Närrinnen und Narrhallesen" an den Tagen, deren Existenz ich impotent verneine, übertroffen wird, wobei Liefers und Prahl so offenkundig ohne Scham agieren, daß das als kultur-anthropologisches Statement Gültigkeit erreicht. 
  4. Wie ich Filme schaue und erlebe, hat sich durch das Internet/die sozialen Netze vor allem dahingehend verändert, dass ich meist schon zuvor eine genaue Erwartungshaltung entwickeln kann, die sich bisher (fast) immer bestätigt hat. Das spart Geld. 
  5. Wenn ich die Chance hätte, ein bestimmtes Projekt als 450-Millionen-Dollar-Filmtrilogie umzusetzen (ja, ich bin billig), ginge damit ein Traum für mich in Erfüllung. Aber es vergammelt halt in der Schublade.
  6. Robert Downing Jr. scheint die besten Tage hinter sich zu haben, weil er immer noch in dieser albernen Konservendose rumläuft. On the plus side - einer weniger, der um seine Altersversorgung fürchten muß.
  7. Zuletzt gesehen habe ich zwei Folgen Star Trek Voyager und das war zum Einschlafen, weil es wirklich Martha Stewart in Space ist, und sich dieser Grundgedanke wie Mehltau über die ganze Produktion legt. Nein, da hab ich damals nix verpaßt.

Montag, 31. März 2014

MM 144

Media Monday 144. Verletzt, verstört, zerschlagen - natürlich mach ich mit.


1. Das Charisma von Michael Caine ist unsterblich, und selbst die Synchros von Thormann transportieren das.

2. Daniel Craig spielt auch in mehr Filmen mit, als gut für sie/ihn wäre, denn Bond müßte nun wirklich nicht sein. Es gibt einen Unterschied zwischen einem Assassinen und einem Schulhofschläger.

3. Das schwächste Regiedebüt der letzten Zeit stammt von Fede Alvarez. Sein Evil-Dead-Remake kam unerwartet blutarm daher.

4. GRRM hat wirklich einen Schreibstil zum Abgewöhnen, denn er hat in der Mitte des dritten Bandes vergessen, wo er eigentlich hin wollte und seine Ensemblebalance zerstört. Danach hat er realisiert, daß so etwas überhaupt existiert, und seitdem sucht er einen Fokus, aber die Romane blähen sich mehr und mehr auf, was ein Wiederlesen effektiv verhindert.

5. Die ödeste Serie der vergangenen Zeit war Breaking Bad. Eine stupide Verklärung von Mittelklasse-Zynismus reicht noch nicht für ein effizientes, gar mitreißendes Schaustück.

6. Die nervigste Horrorfilm-Zutat ist Found Footage. Das war noch nicht mal in Blair Witch frisch.

7. Zuletzt begeistert hat mich Keanu Reeves in 47 Ronin, weil ich ihm diesmal abkaufen konnte, daß sein Atmen nicht nachträglich in den Film animiert wurde. Man lernt, seine Ansprüche zu dosieren.

T-t-t-t-hat's all, folks.

Montag, 14. Oktober 2013

Media Monday #120


Media Monday. Kam vom Würfelheld. Der hats von Greifenklaue. Mmm.

Mit dem Talent und Einfallsreichtum eines Schriftstellers habe ich leider immer noch nicht die Langstreckenausdauer, die 90% des Jobs ausmachen. :(

Buchmessen haben so verdammt wenig mit Büchern zu tun.

Der Tatort ist das erfolgreiche blinde Huhn, wenn er aus Wien kommt, aus Münster ist er Vorabendprogramm für Rentner, und dazwischen tummelt sich der eine oder andere Glückstreffer.

A Game of Thrones wird mir nie mehr so gut gefallen wie beim ersten Mal, weil ich versucht habe, es vor dem vierten Band nochmal zu lesen und das nicht ging. Wenn man die Geschichte in groben Zügen noch im Kopf hat, fällt auf, wie fett das ist, und wie überschaubar GRRM Repertoire ist.

Am Beruf des Schauspielers stelle ich mir am schwierigsten vor, 16 Stunden eine handvoll Einstellungen in schwerem Kostüm zu drehen, während man unter Scheinwerfern grillt. Die irgendwann eintretenden Rückenschmerzen und das Schwitzen sind alles andere als glamourös.

Ein Autogramm ist etwas was ich nicht verstehe. Warum ist es Person A wichtig, die Unterschrift von Person B zu haben, außer auf einem gedeckten Barscheck?

Mein zuletzt gelesenes Buch war Stewart O'Nans Das Glück der Anderen und das war eine angenehme Abwechslung , weil es spannend ist, aber nicht seicht, und O'Nan so gut schreibt, daß nicht einmal die Übersetzung ihm schaden kann.