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Samstag, 5. Mai 2018
200 sind voll
Alles Gute zum Geburtstag, Charly. Ach ja, und die SDAJ wird 50. Was bedeutet, daß ich sie heuer seit 30 Jahren ignoriere. :)
Samstag, 11. Februar 2017
My Personal Book of the Month Club
In den letzten paar Jahren hatte ich mit Bücher lesen aufgrund meiner Augen erhebliche Schwierigkeiten, dazu litt ich bedingt durch eine massive (natürlich bis 2015 unentdeckte) Borreliose an Konzentrationsschwächen. Bücher lesen war in diesen Jahren nicht so meins.
Rotz. Ich hab davor 50 bis 70 Bücher in verschiedenen Sprachen pro Jahr gelesen. Den ersten Band von A Song of Ice and Fire habe ich damals in drei Nächten weggelesen. (Für den dritten habe ich dann drei Monate gebraucht und bin mir ziemlich sicher, daß nicht die Borelliose die Ursache war.)
Deswegen eines meiner Projekte für dieses Jahr: Mindestens jeden Monat ein Buch lesen. Das für Januar war Ich blätterte gerade in der Vogue, da sprach mich der Führer an. Es handelt sich dabei um eine Biographie der Mitford-Schwestern in deren Zentrum Unity Valkyrie Mitford steht.
Michaela Karl schreibt stilistisch beschwingt und bietet einen wunderbaren Einblick vor allem in das Seelenleben der jungen Upper Class Englands in der Zwischenkriegszeit. Humor und Tragik halten sich hier fein austariert die Waage. Absolute Leseempfehlung und einen Kesselrun entfernt von den üblichen Büchern zum Thema "Drittes Reich", die mittlerweile flächendeckend der Knoopisierung anheimgefallen scheinen (Ich wart ja auf Hitlers Schlüpfer und die Fortsetzung Des Führers rechte Socken).
Nach soviel Bildung dann im Februar waschechte Spannungsliteratur, ebenfalls Deutsch: Neue Hoffnung, der erste Band der Rising-Serie von Felix Münter. Hat man mir empfohlen.
Rotz. Ich hab davor 50 bis 70 Bücher in verschiedenen Sprachen pro Jahr gelesen. Den ersten Band von A Song of Ice and Fire habe ich damals in drei Nächten weggelesen. (Für den dritten habe ich dann drei Monate gebraucht und bin mir ziemlich sicher, daß nicht die Borelliose die Ursache war.)
Deswegen eines meiner Projekte für dieses Jahr: Mindestens jeden Monat ein Buch lesen. Das für Januar war Ich blätterte gerade in der Vogue, da sprach mich der Führer an. Es handelt sich dabei um eine Biographie der Mitford-Schwestern in deren Zentrum Unity Valkyrie Mitford steht.
Michaela Karl schreibt stilistisch beschwingt und bietet einen wunderbaren Einblick vor allem in das Seelenleben der jungen Upper Class Englands in der Zwischenkriegszeit. Humor und Tragik halten sich hier fein austariert die Waage. Absolute Leseempfehlung und einen Kesselrun entfernt von den üblichen Büchern zum Thema "Drittes Reich", die mittlerweile flächendeckend der Knoopisierung anheimgefallen scheinen (Ich wart ja auf Hitlers Schlüpfer und die Fortsetzung Des Führers rechte Socken).
Nach soviel Bildung dann im Februar waschechte Spannungsliteratur, ebenfalls Deutsch: Neue Hoffnung, der erste Band der Rising-Serie von Felix Münter. Hat man mir empfohlen.
Donnerstag, 11. August 2016
Cinéma des Ghoules
Definitiv ist die Murnau-Stiftung in Wiesbaden nicht ganz unumstritten, wenn es um das Aufarbeiten von Kinotoxinen der Nazi-Zeit geht. Ebenso unumstritten leistet die Stiftung teilweise Großartiges bei der Wiederherstellung verlorener Kulturschätze der Stummfilmzeit. Metropolis haben sie in dieses Jahrtausend gebracht, und jetzt hatte ich das Vergnügen einen anderen Klassiker zu sehen.
Wienes Cabinet des Dr. Caligari gilt als Meilenstein des expressionistischen Kinos. Ich kannte eine ältere Restauration bereits, aber die sorgfältig viragierte, vollständige 4K-Fassung auf Blue-Ray der Murnau-Stiftung aus dem Jahre 2014 ist ein echter Augenöffner. Die Bildschärfe dieser Version enthüllt eine Fülle an Nuancen und Details und entfaltet einen Sog aus Chaos, Verzerrung und Desorientierung. Wie er 1920 auf ein optisch und narrativ noch unerfahreneres Publikum gewirkt haben muß, kann ich mir nicht vorstellen, zumal Caligari auch der erste abendfüllende Film mit einem Twist-Ending sein dürfte.
"Caligarismus" ist ein Begriff der 1920er, der diese Ästhetik aus Licht, Schatten und optischer Ungewißheit beschreibt, die den kompletten expressionistischen Stummfilm durchzieht. Caligaris Einfluß auf die Entwicklung des US-amerikanischen Horrorfilms - sowohl kommerziell als auch avantgarde - ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Der Einfluß dieser Kino-Epoche ist international auch heute noch spürbar. Tim Burton und Terry Gilliam, um mal zwei Regisseure zu nennen, zeigen starke Einflüsse in einigen ihrer Werke.
Wer Filme der oben erwähnten Epochen mag, dem sei auch hier - ich habs bestimmt schon getan - der Roman Flicker von Theodore Roszak absolut empfohlen. Er behandelt die Faszination eines Filmwissenschaftlers für einen morbiden Stummfilmregisseur und verstrickt sich in eine okkulte Verschwörung globalen Ausmaßes. Hinreißend geschrieben, spannend von Anfang bis Ende und durchtränkt von Filmphilosophie, Hollywood-Tratsch und überraschenden Wendungen.
Wienes Cabinet des Dr. Caligari gilt als Meilenstein des expressionistischen Kinos. Ich kannte eine ältere Restauration bereits, aber die sorgfältig viragierte, vollständige 4K-Fassung auf Blue-Ray der Murnau-Stiftung aus dem Jahre 2014 ist ein echter Augenöffner. Die Bildschärfe dieser Version enthüllt eine Fülle an Nuancen und Details und entfaltet einen Sog aus Chaos, Verzerrung und Desorientierung. Wie er 1920 auf ein optisch und narrativ noch unerfahreneres Publikum gewirkt haben muß, kann ich mir nicht vorstellen, zumal Caligari auch der erste abendfüllende Film mit einem Twist-Ending sein dürfte.
"Caligarismus" ist ein Begriff der 1920er, der diese Ästhetik aus Licht, Schatten und optischer Ungewißheit beschreibt, die den kompletten expressionistischen Stummfilm durchzieht. Caligaris Einfluß auf die Entwicklung des US-amerikanischen Horrorfilms - sowohl kommerziell als auch avantgarde - ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Der Einfluß dieser Kino-Epoche ist international auch heute noch spürbar. Tim Burton und Terry Gilliam, um mal zwei Regisseure zu nennen, zeigen starke Einflüsse in einigen ihrer Werke.
Wer Filme der oben erwähnten Epochen mag, dem sei auch hier - ich habs bestimmt schon getan - der Roman Flicker von Theodore Roszak absolut empfohlen. Er behandelt die Faszination eines Filmwissenschaftlers für einen morbiden Stummfilmregisseur und verstrickt sich in eine okkulte Verschwörung globalen Ausmaßes. Hinreißend geschrieben, spannend von Anfang bis Ende und durchtränkt von Filmphilosophie, Hollywood-Tratsch und überraschenden Wendungen.
Samstag, 27. Februar 2016
Jahrestag.
Meine Heimatstadt Mainz nach dem Bombardement vom 27. Februar 1945. Solche Bilder sind übrigens immer noch keine Entschuldigung, Flüchtlingsheime anzuzünden oder fackeltragend durch Innenstädte zu ziehen und dumpfen Haß zu zelebrieren.
Traurig ists aber. Mainz war mal sehr schön.
Montag, 27. April 2015
Nein, nein, soviel kann kein Mensch essen.
Frank Walter Steinmeier, Außenminister der BRD, hat am 15. März 2015 einen Brief geschrieben, an die polnische Ministerin für kulturelle Angelegenheiten. Darin bittet er die Ministerin, gewisse Dokumente zurückzuziehen.
Diese betreffen ein Kriegsverbrechen aus dem Zweiten Weltkrieg. Ukrainische Verbände aus dem Dunstkreis des Faschisten Banderas verübten ein Massakker an Zehntausenden Polen im Jahre 1943.
Die Dokumente über dieses Massakker sind nach Meinung Steinmeiers geeignet, "die politische Zusammenarbeit zwischen den Staaten der Europäischen Union zu beeinträchtigen und "bei den Behörden und der Bevölkerung der Ukraine eine negative Reaktion" auszulösen. Die Faschisten, die in Kiew an der Macht sind (obwohl es sie eigentlich ja gar nicht gibt), haben den Nazi Stepan Banderas zum Nationalheiligen gemacht. Ganz offiziell seit 9. April des Jahres sind die Banderas-Banden keine Massenmörder mehr, sie sind "Freiheitskämpfer".
Polens 100.000 Tote stören ganz einfach den Stellvertreterkrieg des Westens gegen Russland. Die Handlanger in Kiew sollen sich doch wohl fühlen. Daher schreibt Steinmeier eine solche Aufforderung, Polen solle doch bitte ein wenig die Geschichte verbiegen bzw. unschöne Details nicht erwähnen. Wer sich jetzt darüber aufregt, der sei beruhigt, niemand erwartet von den Polen, das umsonst zu tun, denn "Deutschland seinerseits setzt die Unterstützung und Förderung der polnischen Wirtschaft (....) fort."
Ich bin dann mal kotzen.
http://www.neopresse.com/politik/polen-vergisst-wolhynien-um-europas-willen/
https://www.indymedia.org.uk/en/regions/world/2015/04/520224.html
http://wyborcza.pl/politykaekstra/1,144844,17754786,Schetyna__Absurd_przeslania_tragedie.html?piano_d=1
Diese betreffen ein Kriegsverbrechen aus dem Zweiten Weltkrieg. Ukrainische Verbände aus dem Dunstkreis des Faschisten Banderas verübten ein Massakker an Zehntausenden Polen im Jahre 1943.
Die Dokumente über dieses Massakker sind nach Meinung Steinmeiers geeignet, "die politische Zusammenarbeit zwischen den Staaten der Europäischen Union zu beeinträchtigen und "bei den Behörden und der Bevölkerung der Ukraine eine negative Reaktion" auszulösen. Die Faschisten, die in Kiew an der Macht sind (obwohl es sie eigentlich ja gar nicht gibt), haben den Nazi Stepan Banderas zum Nationalheiligen gemacht. Ganz offiziell seit 9. April des Jahres sind die Banderas-Banden keine Massenmörder mehr, sie sind "Freiheitskämpfer".
Polens 100.000 Tote stören ganz einfach den Stellvertreterkrieg des Westens gegen Russland. Die Handlanger in Kiew sollen sich doch wohl fühlen. Daher schreibt Steinmeier eine solche Aufforderung, Polen solle doch bitte ein wenig die Geschichte verbiegen bzw. unschöne Details nicht erwähnen. Wer sich jetzt darüber aufregt, der sei beruhigt, niemand erwartet von den Polen, das umsonst zu tun, denn "Deutschland seinerseits setzt die Unterstützung und Förderung der polnischen Wirtschaft (....) fort."
Ich bin dann mal kotzen.
http://www.neopresse.com/politik/polen-vergisst-wolhynien-um-europas-willen/
https://www.indymedia.org.uk/en/regions/world/2015/04/520224.html
http://wyborcza.pl/politykaekstra/1,144844,17754786,Schetyna__Absurd_przeslania_tragedie.html?piano_d=1
Samstag, 14. Februar 2015
Er hats wieder vergauckt
Ich weiß ja auch nicht, was das soll. Der Lübke hatte wenigstens 'ne Entschuldigung.
Bei einer solchen Veranstaltung wie in Dresden reden Sie als Bundespräsident an die Nation und für die Nation. Ihr Publikum ist nicht eine handvoll Spinner. Und das einzige, was Ihnen dann einfällt ist: Relativierung. Sie begehen das, was Ihnen angeblich so zuwider ist: Aufrechnen Opfer gegen Opfer. Dresden (und Hamburg, Köln, Tokio, Hiroshima, Lübeck, Kassel, Braunschweig, Magdeburg, Würzburg, Darmstadt, Pforzheim, Hildesheim, Mainz, Nagasaki, Nordhausen, Nürnberg, Königsberg und Halberstadt) war schlimm, aber wir haben angefangen, so der Tenor.
Bundespräsident Joachim Gauck wandte sich in seiner Rede gegen Versuche, mit dem Gedenken an die Opfer der Luftangriffe anderes Leid zu nivellieren. „Wir wissen, wer den mörderischen Krieg begonnen hat“, sagte Gauck. „Und deshalb wollen und werden wir niemals die Opfer deutscher Kriegsführung vergessen, wenn wir hier und heute der deutschen Opfer gedenken.“ (Q FAZ)Herr Gauck, ich habe wenig Sympathien für Nazis, alte und neue, und deren Mitläufer und Geschwister im Geiste. Natürlich gibt es die Schwachköpfe, die vom "Bomben-Holocaust" faseln, die "aufrechnen", aber das ist eine verwirrte Minderheit.
Bei einer solchen Veranstaltung wie in Dresden reden Sie als Bundespräsident an die Nation und für die Nation. Ihr Publikum ist nicht eine handvoll Spinner. Und das einzige, was Ihnen dann einfällt ist: Relativierung. Sie begehen das, was Ihnen angeblich so zuwider ist: Aufrechnen Opfer gegen Opfer. Dresden (und Hamburg, Köln, Tokio, Hiroshima, Lübeck, Kassel, Braunschweig, Magdeburg, Würzburg, Darmstadt, Pforzheim, Hildesheim, Mainz, Nagasaki, Nordhausen, Nürnberg, Königsberg und Halberstadt) war schlimm, aber wir haben angefangen, so der Tenor.
Sonntag, 11. Januar 2015
Werner Fuchs im Interview
Werner Fuchs, Mitvater von DSA, spricht bei Telepolis über Fantasy, Wargames, Diplomacy, ausgelutschte 68er und Karl Marx. Hier. Das ist ein Auszug aus dem Interviewband zu Drachenväter, der weitaus interessanter erscheint, als das eigentliche Buch.
Dienstag, 6. Januar 2015
Globke hätte das gemocht
"Am Anfang war das Wort und nicht das Geschwätz, und am Ende wird nicht die Propaganda sein, sondern wieder das Wort."
Der Ami stapft mit Strenge, aber auch mit Mitleid durch die Kulisse, die Russen dürfen mit leuchtenden Augen Kinder abballern, Deutsche sind Opfer. Wer trägt mehr Edelmut im Herzen als deutsche Adlige? Niemand, zumindest nicht im deutschen Fernsehen, das im neuen Dreiteiler Tannbach einmal mehr eine aufopfernde Blaublüterin auf das Podest der Edelmenschin stellt.
Deutsche sind Opfer. Bis auf ganz wenige Ausnahmen. Und sollte sich tatsächlich einer der hehren Adeligen "im Osten" (ÖR-Euphemismus für den Raub- und Vernichtungskrieg) die Finger schmutzig gemacht haben, dann, ja dann sieht er halt aus wie der Lauterbach Heiner. Sollte wohl Strafe genug sein.
Ami gut. Russe böse. Und die meisten unserer Vorväter haben nicht gewußt, was "die Nazis" da treiben. Ehrlich. Die dachten, die verschwundenen Nachbarn mit den botanischen Namen seien in Urlaub.
Das ist Kalte-Kriegs-Propaganda aus der Adenauer-Ära, da tropft ein manichäisches Weltbild aus der Glotze. Daß der Dreiteiler zusätzlich noch dramaturgisch hinkt, die Handlung heftig courths-mahlert, die Charaktere gar keine Charaktere sondern Stereotypen sind, all das ist kennzeichnend für derlei Produktionen, die frei, sehr frei nach Motiven der Vergangenheit entstehen.
Ach, was stecken für Möglichkeiten in diesem Stoff, was hätte mit dem doch ansehnlichen Budget und dieser Ausstattung entstehen können. Doch statt subtilen Auslotens der Ambivalenzen - ja, die Rote Armee wütete schrecklich, aber sie half auch, Deutsche waren Opfer und Täter, und auch die Weste der Westalliierten wies Flecken auf - klatscht man im Dramatica-Schema leicht entstaubte Propagandaversatzstücke aus den 1960ern auf den Bildschirm.
(Gottfried Benn)
Der Ami stapft mit Strenge, aber auch mit Mitleid durch die Kulisse, die Russen dürfen mit leuchtenden Augen Kinder abballern, Deutsche sind Opfer. Wer trägt mehr Edelmut im Herzen als deutsche Adlige? Niemand, zumindest nicht im deutschen Fernsehen, das im neuen Dreiteiler Tannbach einmal mehr eine aufopfernde Blaublüterin auf das Podest der Edelmenschin stellt.
Deutsche sind Opfer. Bis auf ganz wenige Ausnahmen. Und sollte sich tatsächlich einer der hehren Adeligen "im Osten" (ÖR-Euphemismus für den Raub- und Vernichtungskrieg) die Finger schmutzig gemacht haben, dann, ja dann sieht er halt aus wie der Lauterbach Heiner. Sollte wohl Strafe genug sein.
Ami gut. Russe böse. Und die meisten unserer Vorväter haben nicht gewußt, was "die Nazis" da treiben. Ehrlich. Die dachten, die verschwundenen Nachbarn mit den botanischen Namen seien in Urlaub.
Das ist Kalte-Kriegs-Propaganda aus der Adenauer-Ära, da tropft ein manichäisches Weltbild aus der Glotze. Daß der Dreiteiler zusätzlich noch dramaturgisch hinkt, die Handlung heftig courths-mahlert, die Charaktere gar keine Charaktere sondern Stereotypen sind, all das ist kennzeichnend für derlei Produktionen, die frei, sehr frei nach Motiven der Vergangenheit entstehen.
Ach, was stecken für Möglichkeiten in diesem Stoff, was hätte mit dem doch ansehnlichen Budget und dieser Ausstattung entstehen können. Doch statt subtilen Auslotens der Ambivalenzen - ja, die Rote Armee wütete schrecklich, aber sie half auch, Deutsche waren Opfer und Täter, und auch die Weste der Westalliierten wies Flecken auf - klatscht man im Dramatica-Schema leicht entstaubte Propagandaversatzstücke aus den 1960ern auf den Bildschirm.
Donnerstag, 8. Mai 2014
Nostalgische Rollenspieldinge und zufällige Splitter am späten Abend
Was so anliegt halt.
Nach einem sehr holperigen Anfang meinerseits und einem äquivalenten Hänger der Gruppe andererseits (inkl. TPK) ist die neue alte Kampagne in Schwung und wohl auf dem Wege. Man merkt es in den Protokollen und den Gesprächen im Hausforum, daß das Gären beginnt. Eine gute Inspirationsquelle, wie man einen solchen Stoff umsetzt, habe ich auch gefunden. Das kann was werden, wenn sich alle drauf einlassen.
Und aus meinem Fehler gelernt: Ich kann Kaufabenteuer nur sehr schlecht leiten.
Die versprochene Rezension vom Splittermondweltenband wird es nicht geben. Ein Loblied ist definitiv nicht drin. Das Setting schmettert entschlossen in eine Lücke zwischen Aventurien und den Vergessenen Reichen, die vorher niemandem aufgefallen war. Es ist dabei so spießig, daß ich selbst den Untoten in ihrer Nekropole Esmoda ("Es modert." - "Höhö. Nehmen wir.") unterstelle, daß sie einen Kleingartenverein samt Schriftführer verstecken. Andererseits fällt ein Verriß schwer, denn am Handwerk gibt es wenig bis nichts zu meckern (ist vielleicht etwas zu blau), das Setting ist in sich schlüssig und bietet Abwechslung (dahingehend, daß so ziemlich jede irdische Kultur durch den Splittermondwolf gedreht wurde) bei hoher Produktionsqualität. Das ist alles aus einem Guß. Eine wirklich beachtliche Leistung.
Mittelmäßigkeit und Altbekanntes (oder positiv "Bodenständig" und "klassisch") ohne Wenn und Aber auf sehr, sehr hohem Niveau: Sowas geht hier in Deutschland ja immer, wie die vielen Hymnen bezeugen (und ich gönne es den Mondkälbern ja auch). Mir aber ist es einfach zu steril. Das ist kompetent, aber trocken wie ein Baedeker (noch so ein deutscher Longseller). Das bißchen Rumgesplittere und Pfadlatschen reicht als Würze in diesem Eintopf nicht aus, da es die Welt allenfalls marginal definiert (was sich auch am sehr beschränkten Platz erkennen läßt, den das Thema "Mondpfade" im grundlegenden Settingbuch einnimmt). Streicht man das weg, hat man eben längere Reisezeiten.
Drachenväter ist nicht zu empfehlen. Der deutsche Markt und seine Besonderheiten (Midgard, DSA, das Besondere am "deutschen Cthulhu") kommen so gut wie gar nicht vor. Die Infos zur D&D-Geschichte, die den Löwenanteil des RSP-Teiles im Buch ausmachen, finden sich hier detaillierter und erschöpfender und vor allem kostenlos. Wessen Englisch halbwegs brauchbar ist, der sei angehalten, auf die Evil Hat-Reihe Designers and Dragons zu warten.
Die Neuauflage von DSA Schicksalsklinge hat mich vollkommen kalt gelassen, während ich das Original gerade wieder installiert habe. Japp. Das ist Hardcore-Rollenspiel, inkl. Dumpfschädel nach nächtlichem Lagern. Ist zwar in der Neuauflage auch alles drin, aber irgendwie flasht es so überhaupt nicht. Keine Ahnung, warum.
Die originale Trilogie, für die, die nicht wie ich die alten CDs hüten, gibt es übrigens bei Gog für zusammen gerade mal 12 US Dollar (Link zu Schicksalsklinge und Sternenschweif, Link zu Schatten über Riva.) Wie immer bei Gog im Preis inbegriffen ist die idiotensichere Lauffähigkeit dieser alten Scherben auf modernen Betriebssystemen.
Wo ich gerade bei alten Rollenspielen bin. Skyrim und Oblivion haben mich angeödet, offengestanden, aber das alte Daggerfall habe ich gerade wieder am Start. Endloses Fedexen und dabei ein starker Mainplot. Ach ja, und John Williams berühmtes Thema "Across the Stars" aus Attack of the Clones? Gab es Note für Note bereits Jahre vorher im "Daggerfall Main Theme" (ab ca. einer halben Minute).
Jedenfalls kann man Daggerfall ebenfalls auf modernen Systemen spielen, und es crashed weniger als früher. Hier ist die Seite des Projektes.
Aber wenigstens ein halbwegs modernes Spiel hat mich neugierig gemacht: Outlast. Mal sehen, ob ich mir das zulege. Zusammen mit der Erweiterung Whistleblower - die man wohl tunlichst zuerst spielen sollte - kostet das Paket 15 Dollar. Allerdings müßte ich meine Mühle aufrüsten (was ich aber für ein neues OS sowieso mal tun müßte).
Mal schauen.
Nach einem sehr holperigen Anfang meinerseits und einem äquivalenten Hänger der Gruppe andererseits (inkl. TPK) ist die neue alte Kampagne in Schwung und wohl auf dem Wege. Man merkt es in den Protokollen und den Gesprächen im Hausforum, daß das Gären beginnt. Eine gute Inspirationsquelle, wie man einen solchen Stoff umsetzt, habe ich auch gefunden. Das kann was werden, wenn sich alle drauf einlassen.
Und aus meinem Fehler gelernt: Ich kann Kaufabenteuer nur sehr schlecht leiten.
Die versprochene Rezension vom Splittermondweltenband wird es nicht geben. Ein Loblied ist definitiv nicht drin. Das Setting schmettert entschlossen in eine Lücke zwischen Aventurien und den Vergessenen Reichen, die vorher niemandem aufgefallen war. Es ist dabei so spießig, daß ich selbst den Untoten in ihrer Nekropole Esmoda ("Es modert." - "Höhö. Nehmen wir.") unterstelle, daß sie einen Kleingartenverein samt Schriftführer verstecken. Andererseits fällt ein Verriß schwer, denn am Handwerk gibt es wenig bis nichts zu meckern (ist vielleicht etwas zu blau), das Setting ist in sich schlüssig und bietet Abwechslung (dahingehend, daß so ziemlich jede irdische Kultur durch den Splittermondwolf gedreht wurde) bei hoher Produktionsqualität. Das ist alles aus einem Guß. Eine wirklich beachtliche Leistung.
Mittelmäßigkeit und Altbekanntes (oder positiv "Bodenständig" und "klassisch") ohne Wenn und Aber auf sehr, sehr hohem Niveau: Sowas geht hier in Deutschland ja immer, wie die vielen Hymnen bezeugen (und ich gönne es den Mondkälbern ja auch). Mir aber ist es einfach zu steril. Das ist kompetent, aber trocken wie ein Baedeker (noch so ein deutscher Longseller). Das bißchen Rumgesplittere und Pfadlatschen reicht als Würze in diesem Eintopf nicht aus, da es die Welt allenfalls marginal definiert (was sich auch am sehr beschränkten Platz erkennen läßt, den das Thema "Mondpfade" im grundlegenden Settingbuch einnimmt). Streicht man das weg, hat man eben längere Reisezeiten.
Drachenväter ist nicht zu empfehlen. Der deutsche Markt und seine Besonderheiten (Midgard, DSA, das Besondere am "deutschen Cthulhu") kommen so gut wie gar nicht vor. Die Infos zur D&D-Geschichte, die den Löwenanteil des RSP-Teiles im Buch ausmachen, finden sich hier detaillierter und erschöpfender und vor allem kostenlos. Wessen Englisch halbwegs brauchbar ist, der sei angehalten, auf die Evil Hat-Reihe Designers and Dragons zu warten.
Die Neuauflage von DSA Schicksalsklinge hat mich vollkommen kalt gelassen, während ich das Original gerade wieder installiert habe. Japp. Das ist Hardcore-Rollenspiel, inkl. Dumpfschädel nach nächtlichem Lagern. Ist zwar in der Neuauflage auch alles drin, aber irgendwie flasht es so überhaupt nicht. Keine Ahnung, warum.
Die originale Trilogie, für die, die nicht wie ich die alten CDs hüten, gibt es übrigens bei Gog für zusammen gerade mal 12 US Dollar (Link zu Schicksalsklinge und Sternenschweif, Link zu Schatten über Riva.) Wie immer bei Gog im Preis inbegriffen ist die idiotensichere Lauffähigkeit dieser alten Scherben auf modernen Betriebssystemen.
Wo ich gerade bei alten Rollenspielen bin. Skyrim und Oblivion haben mich angeödet, offengestanden, aber das alte Daggerfall habe ich gerade wieder am Start. Endloses Fedexen und dabei ein starker Mainplot. Ach ja, und John Williams berühmtes Thema "Across the Stars" aus Attack of the Clones? Gab es Note für Note bereits Jahre vorher im "Daggerfall Main Theme" (ab ca. einer halben Minute).
Jedenfalls kann man Daggerfall ebenfalls auf modernen Systemen spielen, und es crashed weniger als früher. Hier ist die Seite des Projektes.
Aber wenigstens ein halbwegs modernes Spiel hat mich neugierig gemacht: Outlast. Mal sehen, ob ich mir das zulege. Zusammen mit der Erweiterung Whistleblower - die man wohl tunlichst zuerst spielen sollte - kostet das Paket 15 Dollar. Allerdings müßte ich meine Mühle aufrüsten (was ich aber für ein neues OS sowieso mal tun müßte).
Mal schauen.
Mittwoch, 16. April 2014
Die Geschichte des Rollenspiels.
Für Sommer des Jahres plant Evil Hat Aufregendes: Die Geschichte des Rollenspiels in vier Bänden unter dem Titel Designers & Dragons. Ausgearbeitet wird das Mammutprojekt von Shannon Appelcline, der auch die DnD Classics derzeit editorisch begleitet. Preise und feste Releasetermine gibt es noch nicht, aber erste Eindrücke lassen ahnen, was für ein Schatz da auf uns zurollt. Jedem Jahrzehnt ist dabei ein kompletter Band gewidmet (70er, 80er, 90er und die Nullerjahre).
Das TSR-Kapitel umfaßt wirklich detailliert auf mehr als 100 Seiten die Geschichte des größten RSP-Verlags aller Zeiten, mit allen ups and downs, der Entwicklung des Designs und der Designer und den Kämpfen zwischen Gygax, den Blumes und der Hexe von Endor bis hin zum bitteren Aus 1997. Diese umfassende, gut zu lesende Darstellung macht dabei nur ca. 25% des ersten Bandes aus, und ich freue mich auf ähnlich in die Tiefe gehende Kapitel zu FASA, White Wolf und wie sie heißen. Gerade weil uns die Gründergeneration wegstirbt, erscheint das zum rechten Zeitpunkt.
Das TSR-Kapitel kann man übrigens komplett als PDF herunterladen.
Schade ist nur, daß sich eine Konzentration auf den angelsächsischen Raum abzeichnet, wie bei Amisens halt üblich. Ich schätze wir können froh sein, daß wenigstens UK angemessen berücksichtigt werden wird.
Trotzdem würde ich mir eine so detaillierte Darstellung auch für den deutschen Raum wünschen, wo Midgard / Magira sehr früh am Start war, mit DSA immerhin das einflußreichste nichtenglischsprachige Rollenspiel erschienen ist, und wo der Markt in den letzten fünf bis acht Jahren mit einem Haufen eigenständiger Entwicklungen und Neuerscheinungen zwar klein, aber sehr lebendig ist.
Aber das ist wohl eine eitle Hoffnung.
Das TSR-Kapitel umfaßt wirklich detailliert auf mehr als 100 Seiten die Geschichte des größten RSP-Verlags aller Zeiten, mit allen ups and downs, der Entwicklung des Designs und der Designer und den Kämpfen zwischen Gygax, den Blumes und der Hexe von Endor bis hin zum bitteren Aus 1997. Diese umfassende, gut zu lesende Darstellung macht dabei nur ca. 25% des ersten Bandes aus, und ich freue mich auf ähnlich in die Tiefe gehende Kapitel zu FASA, White Wolf und wie sie heißen. Gerade weil uns die Gründergeneration wegstirbt, erscheint das zum rechten Zeitpunkt.
Das TSR-Kapitel kann man übrigens komplett als PDF herunterladen.
Schade ist nur, daß sich eine Konzentration auf den angelsächsischen Raum abzeichnet, wie bei Amisens halt üblich. Ich schätze wir können froh sein, daß wenigstens UK angemessen berücksichtigt werden wird.
Trotzdem würde ich mir eine so detaillierte Darstellung auch für den deutschen Raum wünschen, wo Midgard / Magira sehr früh am Start war, mit DSA immerhin das einflußreichste nichtenglischsprachige Rollenspiel erschienen ist, und wo der Markt in den letzten fünf bis acht Jahren mit einem Haufen eigenständiger Entwicklungen und Neuerscheinungen zwar klein, aber sehr lebendig ist.
Aber das ist wohl eine eitle Hoffnung.
Montag, 7. April 2014
Alles Gute zum Geburtstag...
...Stanislav Petrov, Retter der Welt. Es ist der fünfundsiebzigste, und da das genaue Datum Ihres Geburtstages nicht bekannt ist, ist jeder Tag dieses Jahres dazu geeignet, ins Gedächtnis zu rufen, was einen großen Mann ausmacht. (Hinweis: Elektrospielereien von Kindersklaven in China zusammenlöten lassen, gehört definitiv nicht dazu.)
Als damals fünfzehnjähriger Deutscher wünsche ich alles Gute und bedanke mich.
Als damals fünfzehnjähriger Deutscher wünsche ich alles Gute und bedanke mich.
Donnerstag, 6. Februar 2014
Schalom, mein kleiner Nazioffizier
Letztes Jahr floß der Föjetong des deutschen Kwalitähtsschuhrnalismus über mit Lob auf einen ZDF-Dreiteiler namens Unsere Mütter, unsere Väter. Hab ich mir damals nicht angeguckt, denn a) floß der Föjetong des deutschen Kwalitähtsschuhrnalismus über mit Lob, was immer ein schlechtes Zeichen ist, und b) hat mich Guido Knopp gelehrt, die Kombi Nazis / ZDF zu meiden, zu fürchten und stets darauf zu achten, sie nicht in meinem Rücken schleichen zu lassen, wenn die Dunkelheit anbricht.
Danke, Guido.
Danke, Guido.
Samstag, 28. Dezember 2013
Enthüllte Journalisten
Vor einer Woche wars, da Jens Berger die Hände über dem Kopf zusammenschlug, als er sich anschaute, wie die Mär vom "Kreml-Kritiker Chodorkowski" ohne jedes Hinterfragen in den Medien präsentiert wird.
Wie sieht denn so eine ZDF-"Recherche" aus (*kicher*)?
Am Mittwoch lief eine Doku auf dem ZDF, anhand derer wir erfassen können, wie denn so ZDF-Journalisten gestrickt sind. Sicher, die Dokusparte beim ZDF ist schon lange ein Witz, nicht zuletzt wegen Guido Knoops Führerepen und der eingekauften Flicks vom unsäglichen US "History" Channel (Southpark hat da was Feines zu produziert), aber das hier ist anscheinend eine In-House-Produktion, und Petra Gerster, eine der Redakteurinnen im Studio der ZDF-Hauptnachrichtensendung heute, ist prominent involviert.
Ich möchte an dieser Stelle zwei Dinge erklären. Erstens: Beim ZDF arbeiten viele Journalisten und Redakteure. Zwotens: Weder "Journalist" noch "Redakteur" sind geschützte Berufsbezeichnungen.
Zurück zu Petra Gersters Doku Die geheime Macht der Jesuiten. Klingt vielversprechend; nach den Freimaurern/Illuminaten, den Juden und den US-amerikanischen Geheimdiensten sind die Jesuiten die Gruppe mit Macht und Einfluß, um die sich die meisten Verschwörungetheorien und Legenden ranken, vom hanebüchenen Unsinn zu interessanten Ansichten. Kann man was draus machen.
"Man". Und das ZDF?
Petra Gerster stapft durch abgestandene Da-Vinci-Code-Ästhetik, blickt voll Bedeutung über Roms Dächer und plaudert mit Jesuiten über ihre Verschwörung. Dochdoch, genau das. Zum Thema "Verschwörung der Jesuiten" werden ausschließlich Jesuiten befragt. Ist ein bißchen, wie die Befragung eines RWE-Vorsitzenden zum Thema "Gefahren der Braunkohle" - für ein ausgewogenes Meinungsbild nehmen wir dann noch Hansels von EnBW und Vattenfall dazu.
Nur Jesuiten. Diese vermelden zur Überraschung des Zuschauers, eine Verschwörung ihres Ordens gäbe es nicht. Ein Psychiater darf dann noch über die Traumabewältigung des Ordensgründers Ignatius simpeln. Ich hab ja keine Ahnung, ob die Jeusiten irgendwas im Schilde führen. Die habe ich aber immer noch nicht. Ich meine... würden die das zugeben? Wenn eine Kamera draufhält? Nur weil eine deutsche Frau fragt? Ich bezweifle das ein wenig...
Aber davon abgesehen, sind die ganzen 45 Minuten nicht mehr als ein ziemlich häßlicher Schiffbruch. Eigentlich geht es gar nicht um die "Verschwörung der Jesuiten". Es ist ein bißchen Ignatius-Biopic und ein bißchen Schlaglichtgeschichte. Es wird nie klar, was denn die Verschwörung eigentlich sein soll. Der Film hat gar keine Narrative.
Die Doku ist einseitig und wertend; Gegner der Jesuiten werden grundsätzlich negativ konnotiert; als "Verschwörungstheoretiker" oder gar als "korrupt". Der Orden hingegen sei ein Hort der Erleuchtung in finsteren Zeiten gewesen, wie uns nicht nur eine eindrucksvolle Galerie von Jesuitenpatern versichert, sondern die erzählende Gerster selbst auch.
Interessante Fragen, die der Film anreißt, werden entweder ausweichend beantwortet ("Was bedeutet die Pflicht zum unbedingten Gehorsam?") oder auf halber Strecke komplett fallengelassen ("Wie vereinbart sich das Ämterverbot der Ordensregel mit der Tatsache eines jesuitischen Papstes? Warum scheiterte die anfänglich so erfolgreiche Mission der Jesuiten in China?" (letzteres ist übrigens eine spannende Geschichte)).
Dieses oberflächliche Machwerk bewegt sich haarscharf am Rande der Klitterung und ich bin mir offen gesagt unsicher auf welcher Seite des Randes. Sowas nennt man dann beim ZDF eine "Dokumentation", hergestellt von "Journalisten", die ihre Fakten sorgfältig "recherchiert" und "aufbereitet" haben. Für diese Art Schrott zahl ich Gebühren, und solcher Unsinn dient als Rechtfertigung für diese Gebühren, als Beweis für die Seriösität der OR-Sender und die Erfüllung ihres "Bildungsauftrags".
Tonne. Den ganzen Schrott in die Tonne. Man wird dumm vom Zugucken.
Schmankerl: Wo ich gerade so fröhlich von Verschwörungen plaudere; wer schreit bei diesem Clip als erster "Manchurian Candidate"? Unheimlich. Ob die US-Dienste wieder einen Anschlag planen?
Wer sich ein wenig mit dem Fall Chodorkowski/Jukos beschäftigt hat, konnte gestern Abend seinen Ohren nicht trauen, als der Nachrichtensprecher des ZDF-Heute-Journals in sonorem Ton sagte, Chodorkowski sei von den Behörden aufgrund des „beliebig dehnbaren Begriffs der Steuerhinterziehung“ inhaftiert wurden. (...) Die hohe Haftstrafe verbüßt der Oligarch nicht wegen Steuerhinterziehung, sondern wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Unterschlagung und Geldwäsche – der Tatbestand der Steuerhinterziehung war „lediglich“ eine Folge der anderen Tatbestände, da Chodorkowski und sein Partner Platon Lebedew für das ergaunerte und unterschlagene Geld naturgemäß auch keine Steuern bezahlten. (...) Das ganze Spiel ist eigentlich leicht zu durchschauen. Wollen oder können unsere Medien nicht hinter die Kulissen schauen und ihre marktkonforme Brille absetzen?Ich gestatte mir, seine abschließende Frage zu beantworten: Selbst wenn sie es wollten (was ich nicht glaube), wären sie dazu wahrscheinlich gar nicht imstande. Zum Hinterfragen muß ein Journalist gelernt haben, Antworten und Antwortende einzuschätzen und einzuordnen und Recherchen zu betreiben.
Wie sieht denn so eine ZDF-"Recherche" aus (*kicher*)?
Am Mittwoch lief eine Doku auf dem ZDF, anhand derer wir erfassen können, wie denn so ZDF-Journalisten gestrickt sind. Sicher, die Dokusparte beim ZDF ist schon lange ein Witz, nicht zuletzt wegen Guido Knoops Führerepen und der eingekauften Flicks vom unsäglichen US "History" Channel (Southpark hat da was Feines zu produziert), aber das hier ist anscheinend eine In-House-Produktion, und Petra Gerster, eine der Redakteurinnen im Studio der ZDF-Hauptnachrichtensendung heute, ist prominent involviert.
Ich möchte an dieser Stelle zwei Dinge erklären. Erstens: Beim ZDF arbeiten viele Journalisten und Redakteure. Zwotens: Weder "Journalist" noch "Redakteur" sind geschützte Berufsbezeichnungen.
Zurück zu Petra Gersters Doku Die geheime Macht der Jesuiten. Klingt vielversprechend; nach den Freimaurern/Illuminaten, den Juden und den US-amerikanischen Geheimdiensten sind die Jesuiten die Gruppe mit Macht und Einfluß, um die sich die meisten Verschwörungetheorien und Legenden ranken, vom hanebüchenen Unsinn zu interessanten Ansichten. Kann man was draus machen.
"Man". Und das ZDF?
Petra Gerster stapft durch abgestandene Da-Vinci-Code-Ästhetik, blickt voll Bedeutung über Roms Dächer und plaudert mit Jesuiten über ihre Verschwörung. Dochdoch, genau das. Zum Thema "Verschwörung der Jesuiten" werden ausschließlich Jesuiten befragt. Ist ein bißchen, wie die Befragung eines RWE-Vorsitzenden zum Thema "Gefahren der Braunkohle" - für ein ausgewogenes Meinungsbild nehmen wir dann noch Hansels von EnBW und Vattenfall dazu.
Nur Jesuiten. Diese vermelden zur Überraschung des Zuschauers, eine Verschwörung ihres Ordens gäbe es nicht. Ein Psychiater darf dann noch über die Traumabewältigung des Ordensgründers Ignatius simpeln. Ich hab ja keine Ahnung, ob die Jeusiten irgendwas im Schilde führen. Die habe ich aber immer noch nicht. Ich meine... würden die das zugeben? Wenn eine Kamera draufhält? Nur weil eine deutsche Frau fragt? Ich bezweifle das ein wenig...
Aber davon abgesehen, sind die ganzen 45 Minuten nicht mehr als ein ziemlich häßlicher Schiffbruch. Eigentlich geht es gar nicht um die "Verschwörung der Jesuiten". Es ist ein bißchen Ignatius-Biopic und ein bißchen Schlaglichtgeschichte. Es wird nie klar, was denn die Verschwörung eigentlich sein soll. Der Film hat gar keine Narrative.
Die Doku ist einseitig und wertend; Gegner der Jesuiten werden grundsätzlich negativ konnotiert; als "Verschwörungstheoretiker" oder gar als "korrupt". Der Orden hingegen sei ein Hort der Erleuchtung in finsteren Zeiten gewesen, wie uns nicht nur eine eindrucksvolle Galerie von Jesuitenpatern versichert, sondern die erzählende Gerster selbst auch.
Interessante Fragen, die der Film anreißt, werden entweder ausweichend beantwortet ("Was bedeutet die Pflicht zum unbedingten Gehorsam?") oder auf halber Strecke komplett fallengelassen ("Wie vereinbart sich das Ämterverbot der Ordensregel mit der Tatsache eines jesuitischen Papstes? Warum scheiterte die anfänglich so erfolgreiche Mission der Jesuiten in China?" (letzteres ist übrigens eine spannende Geschichte)).
Dieses oberflächliche Machwerk bewegt sich haarscharf am Rande der Klitterung und ich bin mir offen gesagt unsicher auf welcher Seite des Randes. Sowas nennt man dann beim ZDF eine "Dokumentation", hergestellt von "Journalisten", die ihre Fakten sorgfältig "recherchiert" und "aufbereitet" haben. Für diese Art Schrott zahl ich Gebühren, und solcher Unsinn dient als Rechtfertigung für diese Gebühren, als Beweis für die Seriösität der OR-Sender und die Erfüllung ihres "Bildungsauftrags".
Tonne. Den ganzen Schrott in die Tonne. Man wird dumm vom Zugucken.
Schmankerl: Wo ich gerade so fröhlich von Verschwörungen plaudere; wer schreit bei diesem Clip als erster "Manchurian Candidate"? Unheimlich. Ob die US-Dienste wieder einen Anschlag planen?
Mittwoch, 28. August 2013
Der Fötengrill
dem Rechte den Sieg zu errringen.
Die Medien folgen, lausige Affen
die das Lied voller Lügen singen.
Uns're Banner knattern im Freiheitswind,
Schiffe liegen an fremden Gestaden.
Nun siehst es auch du, du Syrerkind,
dessen Lutscher wahrscheinlich geladen:
Es rufet die Freiheit, es blutet das Recht,
und du stehst am falschen Orte.
Die "Wahrheit" ist nur noch ein buckliger Knecht,
doch uns, uns fehlen die Worte.
Okay, okay, ich gebs zu: Ich hasse Lyrik, ich mache sie verächtlich, weil ich es selbst so überhaupt nicht kann. Angesichts der unglaublichen Verdrehung der Fakten durch John Kerry und diesen Clown, der den französischen Außenminister mimt, angesichts des Bulldoggengegeifers dieser britischen <censored>, die sich Demokraten schimpfen, angesichts all dessen bin ich jedoch sprachlos, d.h. meiner Sprache beraubt. Im Wortsinne.
Ja, hier sollte eine lange Analyse stehen, mit bissiger Polemik, wie es mir geziemt, und wozu ich mich aufraffen kann, ist nur noch Kopfschütteln in Sprachlosigkeit und ein halbes Pfund Gereimtes.
Es sei »unbestreitbar«, daß hinter dem mutmaßlichen Giftgas-Angriff vom vorigen Mittwoch die syrische Regierung steckt, verkündete US-Außenminister John Kerry mit einer selbstsicheren Unfehlbarkeit, die traditionell nur den Päpsten zukommt, aber von diesen immer weniger in Anspruch genommen wird. Wer an diesem Urteil zweifelt, müsse sein Gewissen und seinen moralischen Kompaß überprüfen, setzte Kerry hinzu. Indizien, geschweige denn Beweise, hat die US-Regierung bisher nicht vorgelegt, wie Rußlands Präsident Wladimir Putin am Montag korrekt feststellte. (Quelle)Was soll man zu diesem Statement äußern außer Fassungslosigkeit? Ich lache oft und ich lache bitter, wenn ich Nachrichtensendungen sehe oder Zeitungen lese, aber ganz allmählich kann ich nicht mehr. Die geben sich noch nicht einmal mehr die Mühe, Beweise zu fälschen.
Parallelen zum Kosovo-Krieg werden gezogen. Die stimmen (und die habe ich schon vor einem Jahr gezogen, als ich sagte, der Syrienkrieg sei in der Mediendarstellung "thematisch sehr ähnlich angelegt"). Das war der Krieg, der Deutschland nach Jahrzehnten wieder zum Aggressor auf dem Balkan machte, unter Führung eines grünen Außen- und eines "sozialdemokratischen" Kriegsministers. Die Folgen sind bis heute nicht ausgestanden. Damals mußten dieselben Argumente herhalten.
Wie gut, daß der eminente Hermann L. Gremliza 2000 eine Vivisektion vorgelegt hat: Die Medien und der Krieg oder Rudolf Scharpings Fötengrill.
Er hatte die Worte, die ich nicht mehr finde.
Addendum: Ich hab das unkommentierte Quellenlink zum Bild mal herausgenommen. Es ist nicht bürosicher (leider muß man das so sagen), denn es führt zur DKP bzw. zur SDAJ. Ist trotzdem ein gutes Plakat, und hier ist das Link.
Freitag, 31. Mai 2013
Sieben Tage im Mai
Zwischen März 1977 und Februar 1979 tagte im Kongreß der USA eine Untersuchungskommission, die mehr als 45 Rechercheure und Spezialisten beschäftigte, das „House Select Committee on Assassinations“. Im Juli 1979, nach Tausenden von Seiten von Akten (mehr als 400.000) und der Anhörung von mehr als 300 Zeugen kam das Komitee zu folgendem Schluß:
"Das Komitee glaubt aufgrund der ihm zu Verfügung stehenden Beweise, daß Präsident John Fitzgerald Kennedy wahrscheinlich als Ergebnis einer Verschwörung ermordet wurde."Darüberhinaus hatte der Untersuchungsausschuß auch festgestellt, daß man Lee Harvey Oswald NICHT als einen der Täter hat überführen können. Robert Groden, der phototechnische Berater des Ausschusses konnte anhand des Zapruder-Films der Ermordung nachweisen, daß mindestens neun Schüsse abgefeuert wurden, von mindestens drei verschiedenen Standorten. Der Ausschuß wollte zwar weitermachen und sich auch den Fällen Robert Kennedy und Martin Luther King widmen sowie die Hintermänner aller Attentate aufdecken, aber...
Freitag, 24. Mai 2013
Wiegenlied für eine Leiche - alles Gute, SPD!
Würde Ferdinand Lasalle heute den Festsaal betreten und würde sich die Gestalten dort ansehen, die behaupten "Sozialdemokraten" zu sein, es bedürfte keines Duellgegners mehr; er würde sich selbst eine Kugel in den Kopf jagen. Bebel nähme die Waffe aus seinen noch warmen Fingern und folgte dem Beispiel, bitter weinend über das Zerrbild einer ursprünglich "sozialistischen" Partei, deren Kleingeister der Gegenwart sich im Licht der Errungenschaften Größerer sonnen und dabei eifrig daran arbeiten, diese Errungenschaften einzureißen:
Die SPD habe gewiss nicht alles richtig gemacht in ihrer Geschichte, sagt Gabriel, „aber nie haben wir etwas getan, für was wir uns so sehr schämen mussten, dass wir unseren Namen SPD hätten ändern müssen“. Die SPD sei seit ihrer Gründung durch Ferdinand Lassalle in Leipzig „das Rückgrat der deutschen Demokratie“, „die demokratische Konstante in der deutschen Geschichte“. (Aus der FAZ)Das sind zwei Behauptungen, da sträuben sich die Haare . Eine Nacktschnecke versteht mehr von Rückgrat als die Post-Brandt-SPD, und keine Scham zu empfinden, bezeugt in der Regel nur, keine Scham zu kennen. Auffrischung der letzten 100 Jahre gefällig?
Montag, 1. April 2013
Eine Generation...
...die die Geschichte ignoriert, hat keine Vergangenheit - und keine Zukunft. Ist von Robert Heinlein. Trifft. Die deutsche Sparwut überzieht Europa, bringt Hunger, Tod und Seuchen. Weil wir vergessen haben, daß wir schon vor 70 Jahren mit denselben Mitteln in gleicher Lage dasselbe Elend säten. Am Ende stand dann ein Schnurrbart, kein Licht.
Aber wir Europäer werden von geschichtsvergessenem, gierigem Lumpengesindel geführt, das auf rein private Gewinnmaximierung zu Lasten der Gesellschaft setzt. Kein Wunder, daß auch passiert, was im Eisparadies angeprangert wird.
Wie ein folgsamer Untertan. Im Gegensatz zur Schweiz haben wir ja nur die Möglichkeit zu betteln.
Aber wir Europäer werden von geschichtsvergessenem, gierigem Lumpengesindel geführt, das auf rein private Gewinnmaximierung zu Lasten der Gesellschaft setzt. Kein Wunder, daß auch passiert, was im Eisparadies angeprangert wird.
Wie Spiegel Online und RP Online berichtet haben streicht das Land NRW ihren Teil der Finanzierung zur Archäologie und Baudenkmalpflege, und zwar komplett.Nein, unseren "Eliten" liegt selbstverständlich nichts am Erhalt solch renditeloser Dinge wie Bildung, Wissen, Kultur und Tradition. Ist davon wirklich jemand überrascht angesichts der Realität in Europa? Ich verstehe daher nicht, warum man sich ausgerechnet an einem solchen Punkt reibt; obwohl ich wie der Verfasser auch Historiker bin. Trotzdem ist es löblich, gegen das Vorhaben vorzugehen, und die Petition zu zeichnen, also die Bittschrift.
Wie ein folgsamer Untertan. Im Gegensatz zur Schweiz haben wir ja nur die Möglichkeit zu betteln.
Samstag, 20. Oktober 2012
Themepark Gleiwitz
Was zum Gucken: Die ZDF-Doku War Made Easy, die noch ein paar Tage im Stream sein wird. Eine schöne Doku, wie die Machthaber der USA ihre zahlreichen Angriffskriege zu Akten reiner Nächstenliebe propagandisieren. Versteckt auf ZDF Info und im Internet, wie so oft mit den wirklich sehenswerten Sendungen der ÖR.
Auffällig (eher nicht): Wie immer wenn's um dieses Thema geht, scheint die Zeit vor 1964 nicht zu existieren, und die Narrative der schönsten Verschwörungstheorie aller Zeiten (Ali Baba und die Neunzehn Teppichmesser) wird nicht hinterfragt. Naja, jedenfalls sagen sie nicht explizit, sie sei wahr.
Auffällig (eher nicht): Wie immer wenn's um dieses Thema geht, scheint die Zeit vor 1964 nicht zu existieren, und die Narrative der schönsten Verschwörungstheorie aller Zeiten (Ali Baba und die Neunzehn Teppichmesser) wird nicht hinterfragt. Naja, jedenfalls sagen sie nicht explizit, sie sei wahr.
Freitag, 30. März 2012
"Die Welt ist im Wandel..."
...ich spüre es im Wasser. Ich spüre es in der Erde. Ich rieche es in der Luft. Vieles was einst war ist verloren, da niemand mehr lebt der sich erinnert.Tatsächlich. Es ändern sich Dinge und man kann sie riechen. Journalisten fragen wieder nach, die Magazine (zumindest im ÖR) gewannen in den letzten Monaten ihren Biß zurück. Was war es, das dies bewirkte? Der Schwarze Donnerstag in Stuttgart? Hat das Bürgertum da begriffen, hat die Mittelschicht da verstanden, daß auch sie nur Verfügungsmasse der Merkel'schen "marktkonformen Demokratie" ist, als die Staatsgewalt lustvoll zeigte, warum sie so genannt wird und es ordentlich auf die Fresse gab? Ich erinnere mich an Frau Slomka vom heute journal, die am selben Abend den Innenminister von BaWü zerlegte und nächsten Tag auch gleich noch den MP des Ländles im Interview anranzte.
Da lachte mein Herz. Es wurde von einem Interviewer nachgehakt.
Vielleicht ist es diese endlose Reihe an Parvenues, an zwielichtigen Charakteren, die uns beherrscht, die sogar ein Felix Krull verachten würde, die das Bürgertum provoziert. Ein Freiherr, der sich einen Doktor herbeibetrügt und sich immer noch als Opfer geriert, ist wohl schwer zu ertragen für selbstbewußte Träger akademischer Würden. Ein Präsident, der Ramschverkauf in seiner Wulffsschanze spielt und nach Erwischtwerden noch auf einem "Ehrensold" (man möchte ausspucken) besteht, während gleichzeitig die Existenz von Menschen wegen eines Cent-Pfandbons vernichtet wird (und erst die letzte Instanz dieses Widerlichkeit verhindert) - das ist vielleicht so massiv, daß verschüttete Reste bürgerlicher Tugenden wie Ehrlichkeit und Anständigkeit wieder greifen mögen.
Möglicherweise ist es aber auch nur diese ungenierte Zurschaustellung von unfähigstem Mittelmaß in der Führung von Wirtschaft und Politik, Existenzen die sich dreist als "Elite" definieren und oft wirken, als bekämen sie Schwierigkeiten an einer Klippschule zu bestehen. Sie verbinden Raffgier mit dem Ruch der Beeinflußbarkeit ("Laufzeitverlängerung"), stellen offen ihre Verachtung für uns Staatsinsassen zur Schau, bohren, meißeln, hämmern, nagen an den bürgerlichen Freiheiten in echter und virtueller Welt und schleimen an entscheidenden Stellen ein paar Zentimeter zurück ("Energiewende").
Irgendwann muß es zuviel werden, und die Zeichen dafür mehren sich.
Ja, es tut sich was, denn die treuesten Bataillone beginnen abzurücken von dieser Clique, die unser Gemeinwesen vereinnahmt hat: Die Journaille, die die Errichtung dieser eiskalten Republik fast zwei Jahrzehnte mit publizistischem Unterstützungsfeuer begleiteten. Es zeigen sich Risse im festen Fundament der Herrschaft, schmal noch, aber sie weiten sich aus.
Die erzkonservative FAZ schwenkt seit der Krise teilweise um. Kulturchef Schirrmacher ist dafür verantwortlich, und war auch schon sehr eloquent zu Gast bei fefes Podcast "alternativlos". Noch erstaunlicher ist aber, daß sogar das Politressort der FAZ mittlerweile lobende Worte findet für einen Mann namens Gregor Gysie (klingt bekannt, oder?); verhalten zwar und mit Einschränkungen, aber heute durchaus auch mit Gravitas:
Herr Präsident, Frau Bundeskanzlerin, meine Damen und Herren von Union, SPD, FDP und Grünen (...) Mit diesem Vertrag beginnen Sie die Gründung einer europäischen Föderation, der Vereinigten Staaten von Europa, und zwar über eine Fiskalunion. Das aber lässt das Grundgesetz so nicht zu, wie man im Lissabon-Urteil des Bundesverfassungsgerichts nachlesen kann.Diese Rede (vollständig) hat auch bei den Menschen der FAZ Eindruck hinterlassen, und unausgesprochen weht durch den Artikel die Erkenntnis, daß CDSUFDPSPDGRÜN genau diesen Verfassungsbruch ohne auch nur die Vorspiegelung von Scham zu begehen gedenken. Bemüht sich der Autor noch um "Objektivität" (im Sinne der FAZ), so ledert es in den Kommentaren erst richtig los. Die Kommentarspalte des Blattes, normalerweise ein konservatives Bollwerk am Rande der Finsternis, erfreut diesmal den Leser mit deftigen Worten zähneknirschender Zustimmung.
Am Donnerstagabend berichteten die tagesthemen über Hungerlöhne in unserem Land und wie solches wohl möglich sei. Weil, möchte man da schreien, unser System 12 Jahre lang auf Gewinnmaximierung ohne sozialen Ausgleich getrimmt wurde, mit der radikalsten Umverteilung von unten nach oben und von Volksvermögen in private Taschen in der Geschichte dieser Nation. Aber das wäre kontraproduktiv. Erfreuen wir uns an den zarten Pflanzen kritischer Berichterstattung wie über die ersten Blumen nach einem Wolfswinter.
Zeit wird es für diesen Frühling, denn auf uns warten Herausforderungen, an denen wir scheitern müssen, wenn sich nichts ändert.
Bei unserer Regierung ist Hopfen und Malz verloren, und bei den Stimmbeschaffungsclowns von Grün und SPD nicht minder. Austeritätspolitik in schlimmster Krise ist Flitzekacke (würde glaube ich der Berliner sagen). Was bei uns derzeit als "Krisenpolitk" verkauft wird, wurde bereits eins zu eins vorexerziert von den Regierungen Brünung, Papen, Schleicher. Danach war das Land ein rauchender Trümmerhaufen und eine relative Mehrheit quer durch alle Schichten empfand einen Mann namens Adolf Hitler als vielversprechende und vernünftige Alternative, die man mal ausprobieren könnte. Blieb nicht ganz ohne Nebenwirkungen.
Und damit gut Nacht und viel Glück, wo immer ihr seid.
Dienstag, 14. Februar 2012
Was will der Alte Sack(TM)?
We tried to interrogate the kobolds, but none of us spoke kobold (we should have thought of that before we wasted our wizard's only spell, I guess.) We gave the Charmed kobold my map and tried to pantomime for him to complete it, which I thought was pretty clever, but he filled the paper with pornographic kobold scrawls. Couldn't have been much less helpful than my map.Auf dem Blog of Holding hat der Autor seine gesammelten Erlebnisse mit Mike Monard verarbeitet. Ich hatte ihn ja schon einmal als Kronzeugen aufgerufen. Monard ist ein Surivior der frühen Gygax- und Arneson-Runden bis zurück ins Jahr 1971. Die ganze Artikelreihe umfaßt sechs Beiträge von beachtlicher Länge, die mir beim Querlesen jetzt nur mäßig interessant vorkamen, aber ein paar kuriose Infos und nette Anekdoten enthielten.
Characters died all the time. That's why Gary Gygax's characters got names like Xagyg the wizard and Yrag the fighter, and other players contributed Melf the Elf, or (if I remember Mike's anecdote correctly) Bellus of Telefono. It was the sixties and seventies. Life was cheap, and heroes died.Yep, so war das in den kalten, harten Tagen des Anfangs.
Interessant ist die Artikelreihe natürlich aus Sicht des derzeitigen RSP-Karnevals, beleuchtet es doch die Phase, als DAS Rollenspiel, das alles ins, ah, Rollen brachte (o Gott, keine Absicht), kaum mehr war als eben ein Homebrew. Insofern könnte man die Artikelreihe vielleicht ehrenhalber aufnehmen.
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