....leider. Ein bißchen habe ich die Zeichen an der Wand ja schon beim Viertelfinale gesehen. Gestern durfte ich dann - in einer sehr spannenden Partie - mitansehen, wie sich meine Befürchtungen bewahrheiteten. Ich schau mir seit 1978 große Turniere an, und wir hatten noch nie eine Mannschaft, die so gut spielte und so gut auch aufeinander eingespielt war.
Ich hab aber auch nie eine Nationalelf gesehen, die so wenig kämpfen wollte, die das Prinzip "dreckiger Sieg" noch nicht einmal verstanden hat. Das sind elf nette, hochtalentierte Buben, die gestern auf elf nicht viel minder begabte harte Kerle getroffen sind, die siegen wollten, nicht spielen. Der Ausgang war klar. Sicher noch begünstigt durch etwas Pech (was sich aber später egalisierte, als die Italiener drei 100%ige versemmelten) und Löws ausnahmsweise fragliche Taktik in den ersten 45 Minuten, aber das ist nebensächlich.
Kampfgeist fehlt. Wie das aussieht, kann man an der Nacht von Sevilla studieren. Steinzeitfußball, aber der unbedingte Wille zum Siegen ist förmlich zu schmecken. Spielerisch unterlegen, 1:1 in die Verlängerung, dann kurze Schläge und sie liegen 1:3 zurück, und sie kämpfen sich trotzdem in das erste Elfmeterschießen einer WM und gewinnen das. Wie man sowas dann auch noch mit hübschem Spiel erreicht, haben die Deutschen bei der WM 1990 gezeigt, gegen die Engländer und vor allem gegen die Holländer (na, klar)
Kämpfen und Siegen müssen unsere noch lernen. Das ist letztlich das Ziel im Fußball.
Jetzt treffen im Finale also die italienischen Charakterköpfe auf die seelenlosen Kurzpaß-Roboter aus Spanien. Für wen ich da bin ist klar. Forza Azzura!
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Freitag, 29. Juni 2012
Samstag, 23. Juni 2012
Zeichen an der Wand
Ha, jetzt labern alle, das 4:2 gegen Griechenland sei das das beste Spiel der Deutschen bei dieser EM gewesen. Wegen vier Toren und so. Beschissene Eventfans, Jubelperser, Modefans, Nichtsblicker (Nörgler gibts natürlich auch). Es war das bisher schlechteste Spiel der Deutschen bei dieser EM.
Warum?
Unsere haben zwei Tore von den Griechen gefangen. Zwo! Die rechte Abwehrseite war de facto nicht existent, und Boateng provozierte (mal wieder) einen Elfer. So schön (und unglaublich verschwenderisch mit Großchancen) das deutsche Angriffsspiel war; eine abgezocktere Mannschaft als die Griechen hätte unsere heute auseinander genommen wie ein Brathähnchen auf dem Oktoberfest. Links war es etwas besser, weil da die defensive Unfähigkeit (Schürrle! Schürrle! Schürrle!) näher am gegnerischen Strafraum lag, und die Griechen nur unentschlossen nachsetzten, so daß die Durchbrüche abgeriegelt werden konnten. Bis auf den Gegentreffer natürlich.
So wird das nix. Das war defensiv ganz schlimm.
Ansonsten: Offensiv traumhaft, wenn auch inneffizient. Das war das beweglichste Angriffsspiel der Deutschen in diesem Turnier. Klasse. Immer auffälliger wird, daß Löw nicht mehr unbedingt dem großen Vorbild Spanien nacheifert, sondern variantenreicher als bloß Kurzpaß-Kreisel und steil durch die Mitte spielen läßt. Sehr gut. Ein Gruß geht an die tapferen Griechen und Kudos für Salpingidis stolzen Abschied von den Fans nach dem verwandelten Elfmeter.
Wir können uns darauf einigen, daß es das bisher schönste Spiel der deutschen Mannschaft bei dieser EM war. Aber schön ist nicht zwangsweise gut. Wir sind drei Turniere hintereinander in Schönheit gestorben, bitte nicht wieder.
Was wünsch ich mir? Bessere, viel bessere Defensivarbeit im Halbfinale und weniger Schwenks auf Richard-Nixon-Gedächtnis-Buckel in Kotze-Blazern.
Warum?
Unsere haben zwei Tore von den Griechen gefangen. Zwo! Die rechte Abwehrseite war de facto nicht existent, und Boateng provozierte (mal wieder) einen Elfer. So schön (und unglaublich verschwenderisch mit Großchancen) das deutsche Angriffsspiel war; eine abgezocktere Mannschaft als die Griechen hätte unsere heute auseinander genommen wie ein Brathähnchen auf dem Oktoberfest. Links war es etwas besser, weil da die defensive Unfähigkeit (Schürrle! Schürrle! Schürrle!) näher am gegnerischen Strafraum lag, und die Griechen nur unentschlossen nachsetzten, so daß die Durchbrüche abgeriegelt werden konnten. Bis auf den Gegentreffer natürlich.
So wird das nix. Das war defensiv ganz schlimm.
Ansonsten: Offensiv traumhaft, wenn auch inneffizient. Das war das beweglichste Angriffsspiel der Deutschen in diesem Turnier. Klasse. Immer auffälliger wird, daß Löw nicht mehr unbedingt dem großen Vorbild Spanien nacheifert, sondern variantenreicher als bloß Kurzpaß-Kreisel und steil durch die Mitte spielen läßt. Sehr gut. Ein Gruß geht an die tapferen Griechen und Kudos für Salpingidis stolzen Abschied von den Fans nach dem verwandelten Elfmeter.
Wir können uns darauf einigen, daß es das bisher schönste Spiel der deutschen Mannschaft bei dieser EM war. Aber schön ist nicht zwangsweise gut. Wir sind drei Turniere hintereinander in Schönheit gestorben, bitte nicht wieder.
Was wünsch ich mir? Bessere, viel bessere Defensivarbeit im Halbfinale und weniger Schwenks auf Richard-Nixon-Gedächtnis-Buckel in Kotze-Blazern.
Mittwoch, 20. Juni 2012
Intellektuelle Insolvenz
Christian Paul, Lukas Rilke, Peter Ahrens und Rafael Buschmann. Muß man sich nicht merken die Namen. Sie stehen allerdings dafür, was bei großen, angesehenen (bei wem eigentlich noch?) Online-Medien als "Qualitätsjournalismus" gilt, der besonders geschützt werden müsse. Die vier haben einen "Artikel" geschrieben, in dem sie den bisherigen Verlauf der EM "analysieren".
Wer den Artikel liest, wird dümmer. Ich verlink ihn trotzdem.
Die seit 1988 spielerisch hochwertigste Vorrunde der EM-Geschichte wird hier aus der Sicht von vier Männern bewertet, die keine Ahnung von Fußball haben. Keine. Gar keine. Überhaupt keine. Zilch. De nada. Null. Höhepunkt der Ignoranz, wirklich, war die Beschreibung des Spieles Italien vs. Spanien, indem man eine "altmodische Dreierkette" auszumachen glaubte.
Hust. Eine flexible Dreierkette vielleicht, aber altmodisch?! Prandellis 3(5)-5(3)-2 ist ein taktischer Geniestreich gewesen. Daneben gab in dieser hochklassigen Partie eine weitere taktische Auffälligkeit, nämlich der spanische falsche Neuner. Wobei, da seid ihr in guter Gesellschaft. Keiner der "Experten" im Fernsehen (auch auf ITV, BBC und ESPN nicht) hat auch nur ansatzweise geschnallt, was da auf dem Rasen geschah. Auch die Klasse von Deutschland gegen Portugal ist ja weitgehend unentdeckt geblieben. Mal hier reingucken und hier. Hilft Ignoranz zu erodieren, und ich muß mir die Arbeit nicht machen.
Neben vollkommener Ignoranz in Sachen Fußball ist auch noch ein erschreckender Mangel an simpler Logik und Allgemeinbildung in diesem "Artikel" festzustellen. Kostprobe: "(....) mit Englisch kam man nicht immer so weit, wie man sich das erhofft hatte. Kyrillisch wäre deutlich hilfreicher gewesen." Wie kommt sowas bittschön in ein Onlinemedium? Gibts da keinen Lektor?
Also, ihr vier Nasen. Wenn ihr euch mal wieder zusammensetzt, um über irgendwas zu sprechen, dann schreibt es bitte auf keinen Fall auf. Verschont Fußball. Und falls ihr doch auf das Thema kommt, redet über die Haare von Ronaldo. Das dürfte euch nicht überfordern (hoffentlich). Wobei ich euch zu eurer Titelgebung gratulieren muß: "Stumpf ist Trumpf". Treffender gehts nicht. Oder war das jemand anders? Hat der Lay-Outer euren Unsinn lesen müssen und die Überschrift gewählt?
Leistungsschutzrecht, also wirklich.
Wer den Artikel liest, wird dümmer. Ich verlink ihn trotzdem.
Die seit 1988 spielerisch hochwertigste Vorrunde der EM-Geschichte wird hier aus der Sicht von vier Männern bewertet, die keine Ahnung von Fußball haben. Keine. Gar keine. Überhaupt keine. Zilch. De nada. Null. Höhepunkt der Ignoranz, wirklich, war die Beschreibung des Spieles Italien vs. Spanien, indem man eine "altmodische Dreierkette" auszumachen glaubte.
Hust. Eine flexible Dreierkette vielleicht, aber altmodisch?! Prandellis 3(5)-5(3)-2 ist ein taktischer Geniestreich gewesen. Daneben gab in dieser hochklassigen Partie eine weitere taktische Auffälligkeit, nämlich der spanische falsche Neuner. Wobei, da seid ihr in guter Gesellschaft. Keiner der "Experten" im Fernsehen (auch auf ITV, BBC und ESPN nicht) hat auch nur ansatzweise geschnallt, was da auf dem Rasen geschah. Auch die Klasse von Deutschland gegen Portugal ist ja weitgehend unentdeckt geblieben. Mal hier reingucken und hier. Hilft Ignoranz zu erodieren, und ich muß mir die Arbeit nicht machen.
Neben vollkommener Ignoranz in Sachen Fußball ist auch noch ein erschreckender Mangel an simpler Logik und Allgemeinbildung in diesem "Artikel" festzustellen. Kostprobe: "(....) mit Englisch kam man nicht immer so weit, wie man sich das erhofft hatte. Kyrillisch wäre deutlich hilfreicher gewesen." Wie kommt sowas bittschön in ein Onlinemedium? Gibts da keinen Lektor?
Also, ihr vier Nasen. Wenn ihr euch mal wieder zusammensetzt, um über irgendwas zu sprechen, dann schreibt es bitte auf keinen Fall auf. Verschont Fußball. Und falls ihr doch auf das Thema kommt, redet über die Haare von Ronaldo. Das dürfte euch nicht überfordern (hoffentlich). Wobei ich euch zu eurer Titelgebung gratulieren muß: "Stumpf ist Trumpf". Treffender gehts nicht. Oder war das jemand anders? Hat der Lay-Outer euren Unsinn lesen müssen und die Überschrift gewählt?
Leistungsschutzrecht, also wirklich.
Sonntag, 17. Juni 2012
Glückwunsch...
...Griechenland. Ihr seid im Viertelfinale, mit Einsatz, Chuzpe, Einsatz, Herz, noch mehr Einsatz und angesichts der Schiedsrichter"leistung" auch hoch verdient. Der Underdog hat sich durchgesetzt, und das zu Recht gegen pomadig spielende, stellenweise überharte Russen.
Was mich als Fußballpatrioten stört: Die Chancen unserer Mannschaft stehen gut bereits im Viertelfinale auf Euch zu treffen, was meine Loyalitäten spalten dürfte... Naja. Hauptsache die Uckermärckerin im Kanzleramt hat den Verstand und die Sensibilität, zu dem Spiel nicht auf Kosten des Steuerzahlers anzureisen. Oder auf eigene. Auch dieser Priester, der mangelnde Kriegslust im deutschen Volke bemängelt, soll sich da gefälligst fernhalten.
Und, liebe Griechen, morgen brav wählen gehen, ja?
Was mich als Fußballpatrioten stört: Die Chancen unserer Mannschaft stehen gut bereits im Viertelfinale auf Euch zu treffen, was meine Loyalitäten spalten dürfte... Naja. Hauptsache die Uckermärckerin im Kanzleramt hat den Verstand und die Sensibilität, zu dem Spiel nicht auf Kosten des Steuerzahlers anzureisen. Oder auf eigene. Auch dieser Priester, der mangelnde Kriegslust im deutschen Volke bemängelt, soll sich da gefälligst fernhalten.
Und, liebe Griechen, morgen brav wählen gehen, ja?
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