...schreibt Terry Goodkind seinen eigenen Worten nach. Ich hatte ihn ja schon an anderer Stelle erwähnt, und wollte seine
Sword of Truth-Reihe zumindest in Ansätzen besprechen (i.e. eindringlich davor warnen). Aber irgendwie bin ich trotz meines Alters nicht abgebrüht genug, mir nennenswerte Mengen an Vergewaltigungsfantasien und sinnloser Gewalt anzutun.
Du bist weiblich und zwischen 8 und 88? Nimm keine Rolle in einem Goodkind-Buch an. Du
wirst vergewaltigt werden. To add insult to injury: In einer Prosa, die so schlecht ist, daß des Lesers Schreie sich mit Deinen vermischen. Das beweist, das Hecheln, Grunzen und an den Gonaden fummeln zu vermeiden ist, während man Texte schreibt, die zur Veröffentlichung bestimmt sind.
Dazu kommen Folterungen, "Nipple Magic", ausgeprägtes SM und das Niedermetzeln von Unschuldigen in Texten, deren Fülle an Widerlichkeiten noch getoppt wird durch die Unbeholfenheit, in der sie angeboten werden. Nichts an diesen Schwarten ist in irgendeiner Form
angenehm. Es ist nur abstoßend brutal, aber nicht die stilistisch verfeinerte Brutalität eines Lector. Nein, Goodkind-Bücher lesen entspricht am ehesten, einem Neunjährigen zuzuschauen, wie er Hamster zu Tode quält und dabei lacht.
Vergewaltigung, Mord, Folter. That's it. Wie? Die Bösen sind halt so?
Eeeeh nein. Nicht ganz. In Terry Goodkinds Büchern sind die
Guten für sowas zuständig, zum großen Teil. Niedermetzeln von Pazifisten, die für Frieden demonstrieren, Folterungen und
unendliche Dummheit - das ist das Repertoire dessen, was Goodkind als "Adel des menschlichen Geistes" (Nobility of Human Spirit) versteht.
Liegt wohl an der Philosophie dahinter. Von den Filibustern fang ich gar nicht erst an. Seiten voller Reden über Objektivismus, die der mordende Heros hält. Kotz.
Ich hab wirklich Schwierigkeiten, den Dreck zu lesen. Wenn der "Held" einer Geschichte ein achtjähriges Mädchen zu Brei schlägt und dabei sein "Ding sich erhebt" (QUOTE!), dann ist für mich Ende.
Richard fühlte tatsächlich Mitleid mit der kleinen Prinzessin. Die Traurigkeit überkam ihn in einer Welle. Auf dieses Gefühl hin war er überrascht, das Ding in ihm sich erheben zu fühlen, nachdem es erwacht war.
Prinzession Violet preßte ihre Augen zu, streckte ihre Zunge heraus, so weit sie konnte.
Es war wie eine rote Flagge.
Die Stärke der erwachten Macht explodierte in ihm.
Er konnte ihren Kiefer zerschmettern fühlen wie einen Kristallkelch auf Steinboden, als sein Stiefel unter ihrem Kopf hochkam. Die Wucht des Aufpralls hob die Prinzessin in die Luft. Ihre eigenen Zähne trennten die Zunge ab, bevor sie ebenfalls zerschmetterten. Sie landete auf dem Rücken, ein gutes Stück entfernt, und versuchte durch spritzendes Blut zu schreien.
Bei der kleinen Übersetzung habe ich es mir übrigens bewußt verkniffen, Goodkinds elenden Stil auszugleichen. So liest sich das. Klar, die Prinzessin ist ein Kotzbrocken, die Kahlen bedroht, was aber keine Konsequenz hat, weil sie Kahlen in diesem Moment nichts anhaben kann.
Richard ist der verdammte Held. Er tritt einem kleinen Mädchen die Zähne ein. Er hätte sie auch "curben" können. Das Beispiel ist aus dem ersten Buch. Das gilt noch bei einigen als
guter Fantasy-Trash, aber es ist randvoll mit Müll, wirklichem Müll. Hier hat Abschaum seinen geistigen Sondermüll verklappt, mit der stilistischen Finesse eines Tourette-Leidenden auf Crack. In den Folgebänden wird es richtig schlimm.
Ne, ich kann das nicht. Am Ende übersetze ich noch die Passage mit dem "chicken of doom that cocked his head toward Kahlen and let out a slow, menacing chicken cackle."
Hell no. You don't want me to go there. Ich zieh mir noch ein Katzenvideo rein und streichle meine Drei. Dann trink ich ein Bier, um das Ranzige dieser Bücher aus dem Mund zu kriegen.