Dienstag, 25. März 2014

Hirn raus zum Gebet

Wow, das muß man mal bringen: Quasi zum fünfzehnten Jahrestag des völkerrechtswidrigen Gemetzels der NATO im ehemaligen Jugoslawien verfällt Kriegsministerin von der Leyen endgültig in bellizistische Brachialrhetorik und die Hauptstadtjournalisten von der WELT träumen sich in den Panzerbären, mal nebenbei den Bündnisfall der NATO gegen Rußland fabulierend, als sei derartiges in irgendeiner Form angängig.

Für deutsche Kwahlitehtsschurnalisten steht der Iwan wohl schon wieder auf den Seelower Höhen.

Was ich jetzt schreibe, muß ich zensieren, aber es hatte mit der Größe einer Person im Angesicht der Zeiten zu tun. Ich lasse es aber besser. Anyway, die Aggressivität der NATO, insbesondere der Führungsmacht USA, hat seit dem Jugoslawienkrieg in anderen Kriegen weitere hunderttausende an zivilen Opfern gekostet, zumeist auf Grundlage von "Kriegsgründen", die es überhaupt nie gab. Im Lügen sind sie spitze.



Willy Wimmer, der ehemalige CDU-Spitzenmann und ebenso ehemalige Vizepräsident der OSZE wirft übrigens ein ganz interessantes Licht auf die Methoden und Absichten der USA in einem langen Gespräch mit KenFM. Die Geschehnisse in der Ukraine sind nichts anderes, als ein weiterer Versuch der USA, ihre globale Dominanz auszuweiten, die EU enger an sich zu binden und einen der letzten Konkurrenten vollends einzukreisen. Nicht umsonst stellen sich in diesem Konflikt China und auch Indien mehr oder minder offen hinter die "legitimen Interessen Russlands in der Ukraine."


Wir indes werden gefüttert mit dem bösen Putin, dem Kriegstreiber, und den "Demokraten vom Euromaidan". Zwischenfälle wie dieser werden als Einzelfälle verharmlost (der Mann ist mWn übrigens "verschwunden" nach dieser Konfrontation). Unsere Politiker lächeln Aufrufe, "Russenschweine", Deutsche und Juden totzuschlagen, mal eben weg, auch wenn sie von einem Mitglied der Putschregierung in Kiew stammen.

Ach, eigentlich dauerempörter Zentralrat der Juden: Wo bleibt bei sowas euer Aufschrei?

Julia Timoschenko, die blonde Freiheitsikone mit Rückenschmerzen, führt derweil Telefongespräche, in denen sie bekundet, die acht Millionen in der Ukraine lebenden Russen mit Atombomben gleichsam ausmerzen zu wollen. Das Gespräch hat sie zugegeben. Gleichzeitig besteht sie aber darauf, daß sie nicht mit dem Atomtod gedroht, sondern friedliche Botschaften geflötet habe, die Aufnahme sei "manipuliert". Der Kontext der "Atombombe" im Gespräch bleibt dabei ungeklärt. Ihr Gesprächspartner Schufrytsch unterstützt sie mit der kongenialen Griffigkeit, die wir mittlerweile an den Fascho-Putschisten so lieben: Er sagt, das Gespräch habe überhaupt nicht stattgefunden.

Dieser offenkundig mordlüsterne Politpöbel wird von unseren westlichen Faschistenverstehern also als Interessenvertretung des ukrainischen Volkes - des gesamten ukrainischen Volkes - angesehen. Wär ich ukrainischer Russe, würd ich auf die Krim ziehen. Sofort.

Russland hat auf der Krim Fakten geschaffen. Völkerrechtlich ist das (vielleicht) zweifelhaft, aber der Westen selbst hat hier Präzedenzfälle gesetzt, die später völkerrechtlich abgesegnet wurden. Was den angeblichen Bruch der ukrainischen Verfassung angeht: Gregor Gysie hat in seiner ausgezeichneten Rede schon dargelegt, daß für den Westen die Verfassung der Ukraine mal bindend gilt und mal nicht. Der Westen und das ukrainische Regime verschärfen trotzdem die Kriegsrabulistik in einem Maße, daß einem nur noch bleibt, den Stahlhelm aufzusetzen oder am Verstande unserer Anführer zu verzweifeln. Man kann beides auch verbinden und hoffen, daß in dieser sich entwickelnden Krise der Mann den Durchblick behalten wird, der ihn bislang schon hatte und mit Augenmaß reagierte.

Soweit ist es gekommen; Typen wie Merkel und Steinmeier bringen mich dazu, Sympathien für Putin zu empfinden und mir Guido Westerwelle als Außenminister zurückzuwünschen. Gehts noch?!

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