Dienstag, 8. Juli 2014

Fast! Furious! Foul!

Heute abend bis in die Nacht also brasilianische Savages gegen kühle deutsche Battlemat-Taktiker. Eine Neuauflage des grandiosen Endspiels von 2002 irgendwo in einem noch nicht komplett verseuchten Japan (Yokohama?).

Der Trainer der Gelben ist derselbe wie damals - Scolari.

Die Taktik ist dieselbe wie damals. Treten. Hinwerfen. Jammern. Protestieren. Dieser Teil wurde von Scolari gezielt verstärkt. Ansonsten: Wenn ihr den Ball habt schwärmt aus wie Bienen unter einem Mobilfunkmast, die Quarterbacks der IV schlagen die langen Bälle, und in Strafraumnähe sucht ihr einen Ausnahmespieler. 2002 waren das Rivaldo, Ronaldinho und Ronaldo. 2014 ist es nur noch Neymar.

Hupps.



Brasilien wird das Publikum druckvoll im Rücken haben, hinzu kommt ihre (fast gewaltbereite) physische Präsenz. Die werden durchbrechen wollen, wahrscheinlich über die Außen. In der Rückwärtsbewegung verwenden sie dann die bevorzugten Mittel: Taktisches Foul und massive Verdichtung des Zentrums.

Sowohl individuell als auch als Verband sind die die Deutschen mMn besser. Vor allem die Strafraumverteidigung (Hummels - Boateng - Neuer) hat sich gegen Frankreich als Prunkstück erwiesen. Ein Schlagabtausch wie gegen Ghana in Halbzeit 2 wird sich von den Deutschen nicht komplett verhindern lassen. An einem guten Tag aber werden sie weiten Teilen des Spiels Struktur und Ordnung geben können.

Unsere sind ein wenig die Favoriten, solange Löw nicht seinen Kardinalfehler von 2012 wiederholt und gegen einen vermeintlich starken Gegner die komplette Taktik umbaut (Mehmet Scholl: "Guckt bitte nicht zu genau hin. Bei den Brasilianern gab es nichts zu sehen. Spielt euer Ding."). Das signalisiert Schwäche und verunsichert die Mannschaft.

Der große Vorteil für Brasilien liegt darin, daß etliche Schiedsrichterentscheidungen zweifelhafter Natur die Gelben im Turnier begünstigt haben. Natürlich ist das alles nicht so heftig, wie das was Schiedsrichter Ivan Eklund bei der WM 1934 bot. Im Halbfinale der italienischen Gastgeber gab er damals ein Tor, bei dem die Azzuri den österreichischen Torwart einfach mit bereits gesichertem Ball hinter die Linie warfen. Auch sonst vergnügte sich der Schiri aktiv, indem er z.B. wie ein Verteidiger österreichische Flanken wegköpfte. Zur Belohnung durfte er damals dann im Endspiel die Azzuri zum Titel und die Tschechen ins Krankenhaus pfeifen.

Pfeifen heute abend wird die mexikanische Pfeife, die immer noch vor Ort ist. Dabei hat der noch nicht mal gesehen, wie Suraez versucht hat, einen Italiener aufzuessen. Unglaublich. Suarez hätte sich ganz schön den Magen verderben können.

Also denn: Vorwärts Schwarz-Rot-Gold! (Nur das Grillen scheint ins Wasser zu fallen.)

(Bullshit-Index: 0.1)

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