Donnerstag, 17. Juli 2014

Win-Win.

Beate Zschäpe, anscheinend die letzte Überlebende der Nazi-Terrorzelle NSU und seit Monaten vor Gericht, hat ihren Anwälten das Vertrauen entzogen. Sie wolle reden und nicht mehr die Taktik des Schweigens tragen.

Die üblichen Verdächtigen freuen sich auf saftige Enthüllungen, befürchten aber eine prophylaktische Verunfallung der Angeklagten. Durch wen? Na, durch "die" halt.

Mmmh. Wenn wir mal alles über die NSU-Hintergründe zusammentragen, was wir bereits wissen, dann sind u.a. folgende Dinge bereits bekannt.

  • Die Ungereimtheiten der Selbstmorde von Böhnhardt und Mundtlos.
  • Das (systematische?) Vernichten von Beweismaterial (Beispiel und Beispiel und Beispiel).
  • Lügen und seltsame Anweisungen der Verfassungsschützer an lokale Polizeikräfte.
  • Verdachtsmomente bzw. "Pannen" bis in politische Spitzenbereiche (vgl auch Aktenvernichten oben). 
  • Und ganz frisch heute gelesen: Die Leiche von Uwe B. war vielleicht gar nicht die Leiche von Uwe B.

Und das sind nur einige kleine Blasen, die da auf dem Sumpf blubbern. Es rumort und wispert, gärt und flüstert. Ja, eine Aussage von Beate Zschäpe könnte tatsächlich diesen blubbernden Sumpf wie einen Geysir hochgehen lassen.

Eine entsprechend motivierte Aussage von Beate Zschäpe könnte aber auch all das als absurde Pannen "enthüllen" / bestätigen. Der NSU, so könnte sie ausführen, war genau das, was der Verfassungsschutz sagt: Eine unabhängige Naziterrorzelle. Wer dann noch Zusammenhänge sieht, kann dann in die Verschwörer-Ecke gestellt werden.

Wäre doch ein schöner Deal, angesichts dessen, daß der Prozeß nicht gut für die Angeklagte läuft, aber auch nicht sonderlich gut für viele staatliche Stellen. Klassisches Win-Win.

Ich denk halt nur mal.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

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