Donnerstag, 16. Februar 2012

Katzenhonig

Schreiben bedeutet Regelmäßigkeit. Das ist nicht anders als Sport. Jeden Tag 500 Wörter (oder mehr, je nachdem) rausmahlen, oder Du verlierst Schreibmuskelmasse. Man kann nicht dopen bei der Sportart. Das ist das Blöde.

500 Wörter. Jeden Tag.

Im günstigen Fall liefert ein Vorvertrag die rechte Motivation (fester Termin, Outlines, Ansprechpartner und vor allem die Aussicht auf GELD). Schreibst Du auf Spec, heißt das: Du bist auch noch im Niemandsland. Macht aber nix. Es bleibt dabei:

500 Wörter. Jeden Tag.

Dazu brauchst Du Ruhe. Keine Ablenkung. Keine Familie. Kein Fernseher. Kein Internet (außer zum Recherchieren). Konzentration auf Deine Arbeit ist alles, was Dir erlaubt ist. Im Haus wird es ruhig, Deine Frau weiß Bescheid.

Aber Dein Kater nicht. Der kommt kurz nach Mitternacht von seinem Ausflug zurück, kalt, naß, und flüchtet mit seiner Beutemaus unerreichbar unter die Küchenbank. Mit seiner lebenden Beutemaus. Die quiekt noch ein bißchen. Naja, "unerreichbar unter der Küchenbank" ist natürlich gelogen. Du könntest den Tisch wegrücken, aber die Maus ist garantiert schon schwer beschädigt, d.h. Du müßtest sie sowieso wieder mit dem Luftgewehr erlösen. Dann hörst Du das Knuspern, wie Schoko-Crossies. Rasch vorbei. Nach einigen Momenten der Stille kommt er raus, setzt sich zu Dir, zählt den Katzen-Countdown und platscht Dir zermatschte Maus vor die Füße. Der Menge nach hatte er draußen im Wald schon zwei. Toll. Wo sind Küchenrolle und Sagrotan?

Jetzt ist er auf dem Lieblingsplatz, auf der Decke neben dem Monitor, und sieht Dir beim Schreiben zu. Pfff. Der tolle Gedanke von vorhin ist weg. Du beruhigst Deinen Magen. Statt am Buch weiterzuarbeiten, hackst Du eben dieses Posting in die Tastatur. Sind immerhin um die 270 Wörter, mit dem angefangenen Kram im Roman kommst Du auf Dein Soll. Im Training bleiben.

500 Wörter. Jeden Tag.

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